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  Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
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  Wolkenmusik
Status:
schrieb am 26.01.2019 17:20
Lieber Doc,
Liebe Foris,

nachdem unsere 3. ICSI nun mit völliger Enttäuschung endete, überlegen mein Mann und ich, ob es überhaupt noch Sinn macht, weiterzumachen. Mein Mann ist quasi mit den Nerven am Ende und sagt, dass er die Drahtseilakte unserer ICSIs kaum noch verkraftet und besteht auf Eizellspende (natürlich ebenfalls risikobehaftet, aber vermutlich tatsächlich mit besseren Chancen als unsere ICSI-Versuche). Ich hingegen kann mich vom Wunsch eines eigenen Kindes nicht trennen - wenn ich ehrlich bin, sehe ich aber ebenfalls nur minimale Erfolgsaussichten bei weiteren Versuchen.

Mich würde Ihre/Eure Einschätzung sehr interessieren, da wir in allen ICSI-3 Versuchen sehr grenzwertige Ergebnisse hatten. Trotz AMH von 3,2 und meinem Alter von 34 Jahren hatten wir nie mehr als 4 Eizellen, davon auch nie alle reif, wenn überhaupt:

1. Versuch: Antagonisten-Protokoll über 14 Tage mit 225 IE Pergoveris und 75 IE Menogon, chaotisches, ungleichmäßiges Wachstum, extrem hohe Östrogenwerte (über 6000), Schleimhaut nur bei 4 mm, ausgelöst mit Ovitrelle

Ergebnis: 4 Eizellen (2 reif, 2 fast reif), alle befruchtet, 2 Blastos blieben übrig - negativ (33 Jahre)

2. Versuch: Long-Protokoll über 15 Tage mit 150 IE Pergoveris und 150 IE Menogon, wieder völlig chaotisches Wachstum, extrem hohe Östrogenwerte (über 80000), Schleimhaut nur bei 5 mm, ausgelöst mit Ovitrelle

Ergebnis: 2 Eizellen reif, davon eine befruchtet, an Tag 2 als 4-Zeller eingesetzt - negativ (33 Jahre)

3. Versuch: Antagonistenprotokoll wie beim ersten Versuch, selbe Medikation, noch zäheres, ungleichmäßiges Wachstum, Östrogenwert nur bei 2000 am Auslösetag, Schleimhaut am 10. Stimulationstag bei 7,2 mm - am 12. Stimulationstag plötzlich geschrumpft auf 5,2 mm (extra nachgemessen, bei gleicher Ärztin und identischem US-Gerät, weil weder Ärztin noch ich eine Eklärung für das Schrumpfen der Schleimhaut hatten) - ausgelöst mit 10.000 IE Brevactid

Ergebnis: 4 Eizellen (1 reif, 3 fast reif) - am nächsten Tag, nach der Spermieninjektion alle degneriert. (34 Jahre alt)


Mein Mann und ich zweifeln nun sehr, ob weitere Versuche überhaupt Sinn machen, wenn meine Eizellqualität (bis auf die Blastos im ersten Versuch) so schlecht ist und offenbar immer schlechter werden.
Ich persönlich klammere mich ja noch an die Blastos aus dem ersten Versuch, die ursprünglich gut aussahen. Mein Mann hingegen meint, dass die schlechten Versuche ja leider überwiegen und auch generell bei mir offenbar kaum/wenig reife Eizellen zu holen sind. Ich spreche selbst auf höchste Hormondosen kaum an (meine Ärztin sprach von evtl. zu wenig Rezeptoren an Eizelle und Schleimhaut) und auch das ungleichmäßige Wachstum - bei dem man immer zittern muss, überhaupt ein paar reife Eizellen zu treffen - ist eine reine Katastrophe. Da stehen die Chancen ja auch für die Zukunft nicht gut...

Können Sie/könnt ihr mir anhand der bisherigen Versuche und Ergebnisse eine grobe Einschätzung zur Eizellqualität geben? Haben wir im ersten Versuch einfach Glück gehabt? Macht es überhaupt Sinn, weitere ICSI-Versuche mit eigenen Eizellen zu probieren? Oder sollten wir - ganz ehrlich - eher zur Eizellspende raten?

Ich persönlich sehe auch bei der EZ-Spende ein Problem in meiner Schleimhaut. Selbst 5 mm schaffe ich ja offenbar nur bei höchsten Östrogenwerten - und irgendwas scheint ja auch dort nicht zu stimmen, warum auch immer die Schleimhaut plötzlich bei Östrogenwerten von 2000 plötzlich mitten im Versuch einstürzt? Gleichzeitig merke ich: Ich kann nicht mehr. Viele weitere Negative kann ich nicht mehr verkraften (Respekt an alle, die 6, 7, 10.. ICSI-Versuche durchführen!). Die Chancen bei einer EZ-Spende sind wohl noch immer höher, als weitere Versuche mit eigenen Eizellen. Aber ich kann mich auch vom eigenen Kinderwunsch nicht trennen.
Mein Mann ist wie gesagt auch kaum noch in der Lage, weitere ICSI-Versuche in DIESEN Chancenkategorien mitzumachen. Er ist nur noch frustriert und sagt, so macht das alles einfach keinen Sinn. Die Eizellspende-Möglichkeit hat ihn zu erneuter (unerwarteter) Euphorie beflügelt. Er sieht wieder Hoffnung und möchte jetzt unbedingt ganz schnell damit anfangen...

Was würdet ihr machen?

Über ganz ehrliche Einschätzungen, Rat, Tipps oder auch alles andere an Meinungen würde ich mich sehr freuen!

P.S. HSK wurde gemacht - ohne Befund. Keine Myome, Killerzellen i.o., kein Septum o.ä. - also keine Erklärung für das Schleimhaut-Problem.
Getestet wurden außerdem Genetik, die üblichen Hormonwerte (TSH, Vitamin D und alles Mögliche andere), die üblichen Nahrungsergänzungsmittel (Omega 3, Q10 usw.) nehme ich seit ca. 3 Jahren.


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
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  Wolkenmusik
Status:
schrieb am 26.01.2019 17:25
Ich wollte noch ergänzen, dass wir insgesamt immer sehr viele Follikel hatten. An der Zahl mangelte es also nicht - aber am ungleichmäßigen Wachstum.

In diesem Versuch hatten wir z.B. insgesamt ca. 20 Follikel. In allen Größenkategorien hatten wir etwas dabei: 4-5 mm, 8-9 mm, 12-13 mm, 15-16 mm, 17-18 mm, 20-21 mm...

Wir bekommen die Follikel hat "nur" nicht synchronisiert. Weder mit Pille im Vorzyklus, noch im Longprotokoll.

Und bei dieser - eigentlich ja guten - Follikelanzahl immer nur auf höchsten 1-2 reife und ggf dazu noch 1-2 unreife Eizellen zu kommen - das macht natürlich nicht gerade Mut....


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
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  Lavendelzweig
Status:
schrieb am 26.01.2019 18:46
Hi,

Warum seid ihr denn auf ICSI angewiesen? Wäre Fremdsperma eine Alternative?

Habt ihr es schon mit einer milden Stimu mit Clomifen probiert? Oder im natürlichen Zyklus ein Eizellpooling? Also EZ sammeln und wenn man genug hat befruchten?


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
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  Wolkenmusik
Status:
schrieb am 26.01.2019 18:58
Hey Lavendelzweig,

danke für deine Antwort! Also das Problem, weshalb wir ICSIs gemacht haben, liegt wohl eher an mir. Das Sperma ist "ok", also im unteren, grenzwertigen Normalbereich. Ich hingegen habe keinen Zyklus, bzw. neulich kam nach unzähligen Jahren Amenorrhoe dann plötlich eine einmalige Blutung, nachdem ich nun Normalgewicht habe. Natürlich war die Hoffnung groß, dass dann auch die ICSI besser anschlägt - stattdessen hatten wir nun das schlechteste Ergebnis von allen.

Eizellpooling im natürlichen Zyklus wird somit schwierig. Vielleicht habe ich demnächst wieder eine Blutung - vielleicht dauert es aber auch nochmal 5 Jahre bis zum nächsten... Darauf kann man sich wohl leider nicht verlassen.

An milde Stimu hatte ich auch gedacht. Clomi kommt auf Grund der Hypophysenstörung (also eh schon Steuerungsproblem der Hormone) auch eher nicht in Frage. Hinzu käme der dann nochmal negative Effekt auf die Schleimhaut (sofern das Clomi bei mir überhaupt wirken sollte).

Die Ideen finde ich super, aber ich befürchte, dass sie bei mir nicht fruchten werden...


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  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 26.01.2019 19:32
Hallo Wolkenmusik,
ich würde ein Antagonistenprotokoll versuchen FSH, ohne LH-Präparat. Im Allgemeinen wird gesagt, dass LH die EZ-Quali verbessert, bei manchen Patienten ist das aber nicht so, bei mir zum Beispiel.
Von 4 EZ im ersten Versuch 2 Blastos ist grandios. Ich hatte über 30 bis über 40 EZ, um 2 Blastos am Ende zu haben.

Ich finde, dass EZS eine ganz tolle Möglichkeit ist für Frauen, die keine genetischen Kinder (mehr) bekommen können. Aber ich finde, dass man dem Kind zu Liebe mit ganzem Herzen dabei sein sollte. Du bist 34 Jahre alt und für EZS bleibt noch sehr viel Zeit. Wenn du diesen Weg noch nicht für dich siehst, würde ich wenigstens noch einen Versuch wagen, um abzuschließen.

Ich war bei meinen ersten 3 Versuchen 24. Alle drei liefen katastrophal. Eine Nullbefruchtung und zwei Transfers von unterentwickelten Embryonen machten mir auch unheimlich Angst. Der Rat des Arztes war damals, Spendersperma zu benutzen. Wir sind dann ins Ausland gegangen (wegen der Kosten) und ich wurde sofort im 4. Versuch mit genetisch eigenen Zwillingen schwanger.

Ich wünsche dir alles Gute,
Juna


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
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  Lavendelzweig
Status:
schrieb am 26.01.2019 19:34
Hm, echt tricky. Seid ihr in einer normalen Kiwu oder in einer Uniklinik? Falls nicht, würde ich mich mal in einer Uniklink vorstellen. Die haben manchmal noch die eine oder andere Idee.

Ansonsten würde ich probieren, Behandlung- und Transferzyklus zu trennen um auf das Schleimhautproblem besser eingehen zu können.

Hast du die Hypophysenstörung quasi schon immer? Also noch nie einen Zyklus?


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 26.01.2019 19:43
Ergänzung zur Schleimhaut: Aufgrund der Östrogenwerte und der geringen Dicke würde ich vor einer nächsten ICSI probieren die SH mal im artifiziellen Zyklus für eine Kryo vorzubereiten. Sind da Östrogenwerte und Schleimhautdicke besser, würde ich im kommenden Versuch "freeze all" versuchen.


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
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  sturmfängerin
schrieb am 26.01.2019 20:10
Hallo Wolkenmusik,
Es tut mir total leid, dass Ihr bei den 3 ICSIs noch kein Glück hattet.
Wir standen damals auch vor der Überlegung ob wir eine EZSP machen lassen. Bei uns gab es allerdings niemanden an dem es vorrangig lag, es klappte einfach nicht obwohl eigentlich auch niemand so genau wusste warum.
Mein Mann drängte dann auch sehr auf eine EZSP. Ich konnte es mir nicht wirklich vorstellen, war dann aber soweit dass wir uns eine Klinik in Prag anschauten, wo wir die EZSP dann auch gemacht hätten. Die Ärzte in Prag waren super bemüht und nett, ich merkte aber in dem Moment, in dem wir angeben sollten ob die Spenderin blond, braunhaarig, blauäugig, groß oder klein sein sollte, dass ich das definitiv nicht wollte. Ich dachte wirklich irgendwie ich bin im falschen Film. Für mich war es nicht der Weg, auf dem ich ein Kind haben wollte. Ich hätte wohl immer damit gehadert, dass ich mich fremder EZ bediene nur weil ICH unbedingt ein Kind wollte. Dem Kind wiederum ist keine Möglichkeit gegeben je zu erfahren von wem es wirklich (in Teilen) abstammt.
Das nur als Denkanstoß. Ich finde EZSP (und auch andere Spenderarten) sollte man klar durchdenken und auch die Sichtweise des Kindes berücksichtigen.
Ich möchte hier keine Diskussion über pro und kontra EZSP lostreten, aber ich finde so eine Entscheidung muss sehr wohl durchdacht werden.
Auf jeden Fall viel Glück auf Eurem Weg zum Kind!
Lg Sturmfängerin


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
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  Wolkenmusik
Status:
schrieb am 26.01.2019 21:35
Hallo ihr Lieben,

ganz vielen Dank für eure Anregungen und Meinungen, aber auch eigenen Erfahrungen.

Sturmfängerin: Euer Weg scheint ja wirklich sehr ähnlich zu sein. Es ist halt wirklich schwierig, wenn man mit seinem Partner uneins ist und ich muss zugeben, dass es in solch schwierigen Situationen auch sehr, sehr schwer ist, auf vernünftiger Basis mit ihm zu reden. Er ist eher der Typ, der spontan entscheidet, wie ein Weg für ihn weitergehen kann/soll - ich hingegen bin eine Langfrist-Planerin, brauche Plan A, B, C usw. Für mich war klar, dass wir nach der 3. ICSI, wenn sie scheitert, noch einen 4. Versuch machen, der vom Land bezuschusst wird. Ich hätte das auch allein bezahlt. Mein Mann sagt aber jetzt, nach den vielen, negativen Frusterfahrungen, dass er diese deprimierenden Erfolgsaussichten bei mir nicht mehr aushält - seiner Meinung nach stehen die Chancen bei EZS um einiges besser. Medizinisch kennt er sich absolut nicht aus (er hat sich während der ganzen Kiwu-Behandlung rausgehalten und die Recherchen, Entscheidungen usw. mir überlassen) - auch mein Schleimhautproblem überzeugt ihn nicht von meinen Zweifeln. Rational ist das alles nicht.
Ich merke aber ganz, ganz deutlich, dass er eine Sperre hat, den ICSI-Weg weiter mitzugehen (hat er ja auch klar so geäußert). Und in gewisser Hinsicht kann ich es verstehen, bei den bisherigen Ergebnissen...
Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass man evtl. ein besseres Gefühl bekommt, für das was man will oder eben nicht, wenn man sich eine Klinik in Tschechien o.ä ansieht. So, wie du es beschreibst - dass einem dann ganz klar wird, was man sich für sich selbst vorstellen kann oder auch nicht, das kann ich mir bei mir auch sehr gut vorstellen. In welche Richtung weiß ich nicht, aber ich bin relativ sicher, dass ich ein klares Gefühl bekäme, wenn ich vor Ort bin und es Konkreter würde.
Danke für deine Erfahrungen!!!

Lavendel und Juna: Ihr beide macht mir wirklich Mut! Wow, Juna, mit 24 Jahren, da hat man ja noch viel höhere Erwartungen als in meinem Alter und da müssen die Versuche für dich wirklich enttäuschend gewesen sein. Es klingt aber ja wirklich so, als wenn es bei euch "nur" am Sperma lag. Deine Eizellen sind/waren doch offenbar in Ordnung. Dennoch würde mich interessieren, wie du nun im Nachhinein zu dem Fremdsperma stehst (ist zwar ein bisschen anders, aber doch ähnilch wie Eizellspende). Ist es "komisch", dass eure Kinder genetisch nicht von deinem Mann kommt? Oder vergisst man das im Alltag dann völlig und sieht es wirklich komplett als eigenes Kind (also in dem Falle wäre das ja die Einschätzung deines Mannes). Hättest du dir EZS vorstellen können?

Zum Freeze: Ja, das hatten wir beim 2. Versuch auch überlegt. Allerdings sahen die Eizellen da von vorneherein so übel aus, dass die Gefahr bestanden hätte, dass sie das auftauen nicht überleben. Beim 3. Versuch nun genauso: Selbst wenn sich 1-2 Eizellen hätten befruchten lassen, dann hätten wir sie vermutlich eingesetzt, weil sie ja auch nicht die beste Qualität hatten und (laut Biologin) vermutlich auch nicht zum Einfrieren geeignet gewesen wären.

Also, für die Schleimhaut und um an ihr zu arbeiten, wäre Einfrieren natürlich perfekt. Aber wenn man eh nur 1-2 Eizellen hat, die befruchtet werden und die auch noch schlecht sind, dann ist ja wirklich die Frage, ob das Sinn macht.

Die große Frage, die mir wohl niemand beantworten kann: War nun der erste Versuch einfach ein Glückstreffer, den wir höchstens gemäß Lottowahrscheinlichkeiten jemals wieder erreichen können (werde ja auch älter)? Oder waren der 2. und 3. Versuch einfach nur "Pech" und der 4. Vesuch wäre evtl. wieder ähnlich wie der 1.? Das weiß natürlich niemand... Sicher ist nur, dass bei mir in jedem Versuch wieder die Follikel ungleichmäßig wachsen werden und wir zittern müssen, überhaupt reife Eizellen zu bekommen. Und wie die Qualität dann ist, das steht auf einem anderen Blatt.

Ich persönlich würde es noch einmal probieren - aber mein Mann sagt, er macht nicht mehr mit. Er traut den Ärzten nun auch niht mehr wirklich, weil im 2. und 3. Versuch die ärztliche Einschätzung doch sehr vom Ergebnis abwich: Die Ärzte sagten nach dem 2. Versuch, ich solle ein Jahr pausieren und Gewicht zunehmen - alles läge nur an meinem Gewicht. Schweren Herzens hab ich mich darauf eingelassen. Nun, ein Jahr später und mit Normalgewicht, nun das schlechteste Ergebnis überhaupt. Und ich bereue, auf die Arztmeinung gehört zu haben - ein Jahr verschenkt, ein Jahr älter, schlechtere Eizellen, die sich von meinem Normalgewicht ja offenbar weniger positiv beeinflussen lassen, als sie sich von meinem Alter negativ beeinflussen zu lassen. Ein Jahr warten, hoffen, Zeit vertun - völlig umsonst. Mit dem Ergenibs, nun den schlechtesten Versuch überhaupt zu kassieren.
Dann, im 3. Versuch, wuchsen die Eizellen wieder quer, aber irgendwie noch zäher, langsamer. Der Östrogenwert passte nicht in das Bild zu den vorherigen Versuchen, die Schleimhaut schrumpfte plötzlich - ich hatte so ein ungutes Gefühl und sprach mit der Ärztin mehrfach darüber, dass ich überlege abzubrechen. Sie meinte, es sähe doch alles super aus, bloß nicht abbrechen! Ich hab mich überzeugen lassen. Dann gab es noch eine riesige Diskussion mit der Ärztin, ob wir nicht lieber noch einen Tag warten sollten mit dem Auslösen. ich fand die Eizellen zu klein zum Auslösen - gerade, weil ich in den Versuchen davor ja auch schon unreife Eizellen dabei hatte. Wieder hab ich mich überzeugen lassen, dass wir doch zum empfohlenen Zeitpunkt der Ärztin auslösen. Dann wachte ich aus der Narkose auf. Ich war fest entschlossen, wenn weniger als 2 Eizellen vernünftig reif sind - dann breche ich ab und wir haben den Versuch bei der Krankenkasse noch nicht vertan. Kurz danach kam die Biologin rein und bestätigte tatsächlich: Nur 1 reife Eizelle und 3 unreife. Ich wollte also abbrechen. Mein Mann war außer sich vor Wut. Ich lag im Aufwachraum und er sagte, wenn ich abbreche, dann fährt er jetzt sofort allein nach Hause. Es gab also eine kleine Krise im Aufwachraum. Dann kam die Ärztin, versuchte die Wogen zu glätten: Es sähe alles super aus: 4 Eizellen. Erst auf meine Nachfrage gab sie zu, dass 3 davon unreif seien, aber inzwischen schon so gut wie nachgereift seien. Ich fragte nach der Qualität der Eizellen? Und was meine Schleimhaut sagte? Und das Spermiogramm? Ich woltle das wissen, um realistisch entscheiden zu können, ob ich abbrechen möchte oder es dennoch wage.
Meine Ärztin winkte nur ab, ich solle nicht versuchen, alles unter Kontrolle zu bekommen, sondern vertrauen. Zahlen würden mir doch nicht helfen - es sähe gut aus, kein Grund abzubrechen, ich solle ihr vertrauen... Mein Mann nickte ihr zu, ganz seine Worte. Kein Grund abzubrechen. Also ließ ich mich überreden den Versuch durchzuführen - wenn auch mit absoluten Bauchschmerzen. Tja, dann kam der Anruf am nächsten Tag: Alle Eizellen degeneriert. Keine Befruchtung. Kein Transfer - sorry...

Neben der Enttäuschung kommt bei mir also noch ein bisschen Frust auf die Ärztin hinzu. Zumindest hätte sie mir im Aufwachraum ehrlich die Fakten nennen können (Schleimhauthöhe, Spermiogramm), damit ich an diesen Kriterien entscheide, ob ich den grenzwertigen Versuch mache oder abbreche. Stattdessen hat sie bewusst nichts gesagt und mir versichert, dass alles prima sei. Ich ärgere mich, dass ich mich habe bequatschen lassen und der Versuch nun futsch ist. Hätte ich mal auf mein Bauchgefühl gehört...

Andererseits: Es kann mir wirklich niemand sagen, ob es beim nächsten Versuch nicht wieder genauso gelaufen wäre/würde/wird.

Wenn ich nun meinen Mann überreden würde, zu noch einem Versuch, er mitmachen würde - und es gäbe wieder so ein Ergebnis und dafür hätten wir/ich so viel Geld zum Fenster herausgeworfen. Ich bin mir sicher, dass es eine Ehekrise gäbe. Andererseits: Vielleicht gäbe es auch eine Ehekrise, wenn ich mir/ihm jahrelang unbewusst vorwerfen würde, es nicht zumindest noch einmal probiert zu haben...

Für die Ehe finde ich die Entscheidung unglaublich schwierig: Deshalb sind mir Meinungen, Erfahrungen und auch eine realistische, medizinische Einschätzung so wichtig. Ich muss das alles erstmal ordnen...


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.01.19 21:38 von Wolkenmusik.


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
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  Majadaja
schrieb am 26.01.2019 21:40
Hallo,

Zu Chancen weiterer ICSIs kann ich dir nichtd sagen.
Ich kann dir nur von mir berichten.
In D 5 ICSI, daraus 4 Kryos. Immer schlechte Teilung Embryonen min. 24h hinterher. Keine Bladtos. Nie schwanger, nicht mal biochemisch.

Erste EZS, Erfolgreich, aber FG 6. Ssw
Zweite EZS, gleiches Spiel
Weitere Untersuchungen der Gerinnung und Immunsystem
Dritte EZS, jetzt mit Heparin bis SST, Cortison und Granocyte, schwanger, aber FG 10. SSW, wegen Mikrothrombosen
Vierte EZS, Heparin bis Entbindung, Granocyte und IVIGs, Tochter geboren
Fünfte EZS, wieder alles gleiche Medis, aktuell 18. SSW

Ebenfalls habe ich immer Probleme mit dem SH-Aufbau, aber mit Neofollin (Östrogen zum i.m. Spritzen aus CZ) und Cialis vaginal habe ich spektakuläre 7,5mm geschafft. Nartürlich auch mit 4x2 Estrifam, aber 7,5 mm 😁

Die EZS war das beste was wir getan haben. Schon beim Erstgespräch fühlte es sich gut an. Unsere Tochter sieht mir auch wirklich ähnlich.

LG
Maja


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
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  Wolkenmusik
Status:
schrieb am 26.01.2019 22:39
Liebe Majadaja,

wow, deine Erfahrung hat mich sehr berührt. Auch dein Weg scheint meinem so ähnlich zu sein. Er zeigt auch nochmal deutlich auf, dass auch der Weg zur EZS, bzw. bis zum endgültigen Weg kein einfacher ist und vermutlicher mehrere Versuche braucht. Es freut mich aber wahnsinnig, dass es bei dir geklappt hat und du sooo glücklich bist und ihr nun sogar ein Geschwisterchen plant - wow!

Darf ich fragen, wo du die EZS gemacht hast und was das gekostet hat? Für jeden Versuch einzeln oder hattet ihr auch so ein Garantie-Paket (damit hat's meinen Mann "gepackt")?

Oh und es ist toll, dass deine Tochter dir sogar ähnlich sieht! Ich muss gestehen - auch, wenn man das vielleicht nicht so sagen sollte - dass es mir schon sehr wichtig wäre, dass ich auch sooo gerne irgendwas von mir selbst in meinem Kind wiederfinden würde. Natürlich innerlich, aber vielleicht auch äußerlich eine Ähnlichkeit.

Danke für deinen Bericht!!!


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
avatar  Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 27.01.2019 00:08
Hallo,

wenn ich das so lese, dann wäre aus meine Sicht das lange Protokoll vermutlich wirklich besser, zumindest theoretisch, praktisch war es dann ja leider nicht so gut.

Was ich bei einer meiner Patientinnen machen würde: Vorbehandlung mit hochdosiertem Östradiol im Vorzyklus, um die Östrogenrezeptoren zu primen. Ein Antagonistenprotokoll scheint dann ja wohl die bessere Wahl. Vermutlich wär meine Bauchentscheidung schon auch mit LH (Pergoveris oder Menogon)

Wenn die Schleimhaut kommt, dann frischer Transfer, sonst Alles Blastos einfrieren und später transferieren.

Wenn das dann wieder so läuft wie zuvor, ist man wahrscheinlich rasch bei der EIzellspende

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Kinderwunsch-Seite

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner



  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
no avatar
  Paula Mondschein
Status:
schrieb am 27.01.2019 11:30
Liebe Wolkenmusik,
ich finde eure Ausbeute nicht so schlecht. Wie auch immer ihr jetzt weitermacht, du brauchst eine gute Schleimhaut. Lies dich doch mal in mein Schleimhautprotokoll ein, das kannst du während der Versuche mit Nahrungsergänzungsmitteln machen und es hat schon vielen hier geholfen. In meiner Signatur findest du den Link. Liebe Grüße und alles Gute!


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
no avatar
  Wolkenmusik
Status:
schrieb am 27.01.2019 12:17
Lieber Doc,

vielen Dank für Ihre Einschätzung!

Ihre Vorgehensweise klingt ja tatsächlich sehr ähnlich, wie die meines Kiwu-Zentrums.

Sehen Sie denn eher den 1. Versuch als Glücksfall an, bei dem es unwahrscheinlich ist, dass er sich wiederholt? Oder eher den 2. und 3. Versuch als "Pech" bzgl. der Eizellqualität?

Haben Sie eine Erklärung für die degenerierten Eizellen im jetzigen Versuch, wo wir doch mit dem selben Protokoll im ersten Versuch Blastos hatten?

Und: Haben Sie eine Erklärung für das plötzliche Einschrumpfen der Schleimhaut mitten in der Stimulation? Bisher konnte mir niemand wirklich sagen, wie sowas passieren kann.


Liebe Paula,

danke für deine Worte! Das Protokoll hattest du mir vor längerer Zeit schon einmal empfohlen. Seitdem mache ich es auch. Leider bei mir bisher nicht mit dem gewünschten Erfolg. Aber lieb, dass du versuchst mir zu helfen!

Liebe Grüße,
Wolkenmusik


  Re: Weitere ICSIs oder Alternativen...? Bitte ehrliche Einschätzung
no avatar
  Majadaja
schrieb am 27.01.2019 14:08
Hallo,

Ich gebe meine Erfahrung gerne weiter, da sie zeigt, dass der "klassische" Weg leider nicht immer funktioniert, aber die "unkonventionellen" Wege vielleicht auch zum Ziel führen. Klar, EZS kommt nicht für jeden in Frage und das ist eben sehr individuell.
Wir waren in Prag im Prague Fertility Center und waren dort wirklich zufrieden. Gute Kommunikation, Koordinatorin spricht gut deutsch und begleitet einen durch die Behandlung vor Ort. Sie ist auch beim TF dabei. Beim ersten hatten wir ein Garantiepaket, dass min
1x Kryo garantiert. Wir hatten zweimal Kryo, da die Klinik SET bevorzugt. Ich weiß gar nicht mehr was das gekostet hat 🙈
Danach ohne Garantie, aber es gab auch eine Kryo 😊
Die Klinik arbeitet mit einer Apotheke zusammen, die auch nach D liefert. Also auch die Medikosten halten sich in Grenzen

Das mit dem Ähnlichsehen ist schon klasse. Man darf nicht vergessen, dass nan als Empfängerin die Epigenetik mitbestimmt.

Viel Glück weiterhin




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