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  "Fast" reife Eizellen
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  Warum immer ich?
schrieb am 25.01.2019 17:51
Lieber Forums-Doc,
Liebe Leidensgenossinnen,

ich hatte heute meine 3. ICSI mit erneut frustrierendem Ergebnis. Bin 35 Jahre alt, AMH 3,2, aber - egal in welchem Protokoll - immer absolut ungleichmäßiges Follikelwachstum. Laut Ärzten kann man da auch nichts machen, ich sei halt ein Sonderfall und müsse mich damit abfinden, dass meine Follikel immer quer wie ein Blumenfeld durcheinander wachsen.

Entsprechend dieser schlechten Grundvoraussetzung, ist es immer absolut schwierig, den richtigen/besten Zeitpunkt fürs Auslösen/die Punktion abzupassen. Man kann nur versuchen, irgendwo im oberen Follikelwachstumsfeld oder aber bunt in die Mitte hinein die größtmögliche Anzahl an reifen Follikeln zu treffen.

Beim 1. ICSI-Versuch hatte ich 2 reife und 2 fast reife Eizellen. Alle ließen sich befruchten (Spermiogramm ist auch i.O.). Es kamen 2 Blastos dabei heraus. Negativ
Beim 2. ICSI-Versuch hatte ich insgesamt nur 2 reife Eizellen. Eine ließ sich befruchten und wurde als 8-Zeller eingesetzt.
Negativ

Heute, nach der 3. ICSI-Punktion, hatte ich mir fest vorgenommen, wieder mindestens 2 reife Eizellen herauszubekommen oder andernfalls abzubrechen. Mit dem AMH und in meinem Alter müssten ist die Erwartung von mindenstens 2 reifen Eizellen wohl nicht zu viel verlangt, sondern eine realistische Hoffnung?

Das enttäuschende Ergebnis: Nur EINE reife Eizelle, dazu noch 3 "fast" reife. Ich war am Boden zerstört, wollte abbrechen. Die Ärztin war aber überzeugt, dass bei mir "nicht mehr geht" und auch mein Mann (er hat mehr Vertrauen in Ärzte als ich), wollte den Versuch durchführen. Nach einer kleinen Ehekrise im Aufwachraum, Tränen und wilden Spekulationen ("Was ist, wenn der nächste Versuch noch schlechter wird?" - "Aber was ist, wenn der nächste Versuch mindestens ZWEI reife Eizellen bringt und wir somit die Chance zumindest verdoppeln können?"), kam die Biologin erneut zu uns und teilte uns mit, dass sich bereits eine der 3 unreifen Eizellen im Labor zu einer reifen Eizelle entwickelt habe und nun gut aussehe.
Eine weitere halbe Stunde später gab es ein Gespräch mit der Ärztin, die mitteilte, dass sich nun auch die 3. "fast" reife Eizelle nachreifen ließ und nun vollständig reif sei. Die 4. "fast" reife Eizelle werde es vermutlich bis heute Mittag schaffen.
Halb bedämmert von der Narkose und halb überredet von Ehemann und Ärztin, ließ ich mich schließlich überreden, den Versuch zu wagen.
Nun bereue ich es und habe enorme Zweifel.

Die Ärztin betonte, dass die nun nachgereiften Eizellen auf gleicher Stufe mit der "ganz" reifen Eizelle stünden und auch keine schlechtere SS-Chance damit bestünde.

Ich (wie gesagt etwas eingeschränkt vertrauensvoll) hatte mit einem solchen Ergebnis auf Grund des letzten US-Bildes schon vor der Punktion gerechnet und vorher im Internet jedoch recherchiert, dass unreife Eizellen, auch, wenn sie sich befruchten lassen, fast nie/nur sehr selten zur Schwangerschaft führen, weil sie immer irgendwann im Wachstum stehen bleiben.

Gibt es hier eine große Differenz zwischen "fast" reifen und noch weiter unreifen Eizellen? Kann man die "fast" reifen Eizellen, die innerhalb einer halben Stunde bis mehrere Stunden nachgereift sind, denn nun als vollwertige Chance mitzählen (natürlich nur, falls sie sich befruchten lassen)?

Ich befürchte, ich werde die nächsten 2 Wochen keinen Schlaf mehr finden, wenn ich nicht weiß, ob ich nun - im Falle einer Befruchtung - mir nur Hoffnung bei der richtig reifen Eizelle machen kann oder aber ob ich die 3 nachgereiften Eizellen wirklich auch mitzählen kann?

Über eine Einschätzung - gerne auch vom Doc - würde ich mich sehr freuen!


  Re: "Fast" reife Eizellen
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  claudimaus1982
schrieb am 25.01.2019 18:41
Hi,

blöde Frage: kann man die fast reifen nicht nachreifen lassen? Bei mir wurden beim letzten Mal 3 Stück "nachgereift" und einer der 2 Embryonen, die mir eingesetzt wurden, stammt aus der Nachreif-Gruppe.


  Re: "Fast" reife Eizellen
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  Warum immer ich?
schrieb am 25.01.2019 18:59
Hey Claudi,

genau das war ja meine Frage: Inwieweit die nachgereiften eine reelle SS-Chance haben.

Im ersten Versuch wurden 2 Eizellen nachgereift und konnten befruchtet werden. Am Ende blieben jedoch nur 2 Blastos. Dass die nachgereiften (übrigens an Tag 4) stehen geblieben sind und die reifen zu Blastos wurden, ist zwar nur Spekulation, würde aber zu meiner Recherche passen, dass aus den nachgereiften Eizellen nie Schwangerschaft entstehen.

Da es nun auch bei diesem Versuch wieder "fast" reife Eizellen gab - also dieses Mal 3, die nachgereift wurden - frage ich mich nun, ob hier wirklich bei den nachgereiften (sofern sie befruchtet werden) eine reelle SS-Chance besteht - weil ich halt im Internet gelesen habe, dass die Chancen sehr gering sind. Befruchtung ja, möglich, aber Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich.

Bis zu welchem Tag haben es denn deine nachgereiften Eizellen geschafft? Und ist eine Schwangerschaft daraus entstanden?


  Re: "Fast" reife Eizellen
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  KiLiLu
Status:
schrieb am 25.01.2019 19:16
Ich mag die große Ausnahme sein, aber meine große Tochter ist das Ergebnis einer nachgereiften Eizelle. Diese entwickelte sich übrigens erst am nächsten Tag zu selbiger.

Also bitte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.


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  Re: "Fast" reife Eizellen
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  DOM82
Status:
schrieb am 25.01.2019 19:27
Es ist sogar eine Methode. IVM heißt sie. Das werden alle Zeiten unreif entnommen und nachgereiften. Dann würde man doch so etwas nicht anbieten.


  Re: "Fast" reife Eizellen
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  Warum immer ich?
schrieb am 25.01.2019 19:54
KiLiLu, Juchu!!! Das ist eine Motivation, die ich gebraucht habe! Das hört sich sehr gut an!

DOM: Von der Methode habe ich auch gehört, aber auch, dass die SS-Raten hierbei sehr schlecht sind. Also, dass man bei der Methode zwar weniger Medikamente braucht, weil man kürzer stimuliert, aber, dass man dafür auch mehr Versuche benötigt und sich die gesparten Kosten somit wieder ausgleichen.

Ich bin allerdings auch nicht ganz sicher, ob die Eizellen bei IVM nicht auch ein bisschen unreifer sind als ein paar Stunden. Da kenn ich mich echt nicht aus, denn vermutlich gibt es ja auch bei unreifen Eizellen verschiedene Stadien. Da hätte mich interessiert, wie SS-fähig die "fast" reifen Eizellen im Vergleich zu noch unreiferen aber auch im Vergleich zu ganz reifen Eizellen sind.


  Re: "Fast" reife Eizellen
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  KiLiLu
Status:
schrieb am 25.01.2019 20:18
Genau das meinte ich. IVM war bei meinen Eizellen eigentlich gar nicht vorgesehen. Ich hatte eine PKD und da möchte man natürlich so viele Eizellen wie möglich ins Rennen schicken. Punktiert wurden 7, reif waren 5. Am nächsten Tag rief die Biologin an und erzählte von der IVM, das würden sie eben deshalb tun, um mir bessere Chancen zu ermöglichen, aber nicht standardmäßig. Ich war genauso gefrustet wie du jetzt, weil ich die Studien eben auch kenne. Aber ich dachte mir, auf den Versuch kommt es an. Jedenfalls war der TF dann bei PU+4 und eine der nachgereiften Eizellen war dabei, rechnerisch also ein PU+3 Transfer. Soweit ich mich erinnere, war dieser Embryo ein Vier- oder Achtzeller (oder irgendwas dazwischen) und die einzige euploide Eizelle. Der andere transferierte Embryo war unklar.

Naja. Und ich wurde schwanger und bin es auch geblieben zwinker


  Re: "Fast" reife Eizellen
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  claru80
schrieb am 25.01.2019 20:21
Hey, bei uns in der Klinik sind sie Spezialisten der In Vitro Maturations-Methode. Also nachreifen von Eizellen vor Befruchtung.
Das wurde im Ursprung entwickelt damit Frauen, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, und die deswegen nicht stimuliert werden dürfen (wegen der Hormone), trotzdem Follikel entnommen kriegen können, um eine Chance auf ein Kind nach dem Krebs zu haben.
Und bei denen werden die Eizellen teilweise ganz am Anfang des Zyklus entnommen und wenn die Methode nicht Erfolgsversprechend wäre, würden sie es ja kaum machen.
Daher: Kopf hoch und Daumen gedrückt! Drei ist eine Glückszahl, beim dritten Versuch sollte es doch mal klappen!
LG
Claru


  Re: "Fast" reife Eizellen
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  Warum immer ich?
schrieb am 25.01.2019 20:42
Kili und Claru, ihr beiden macht ihr nun echt Mut!

Dass die oder eine ähnliche Methode auch bei krebserkrankten Frauen angewandt wird, war mir gar nicht klar. Aber das Argument, dass es bei denen ja auch reelle Chancen gibt, finde ich sehr überzeugend - danke für den Bericht!

Genauso auch für deinen Bericht, Kili! Da hast du dich ja tatsächlich in einer ganz ähnlichen Situation befunden wie ich - so toll, dass es geklappt hat! Ich habe überlegt, ob je nach Aufnahmezeitpunkt der Schleimhaut, vielleicht auch gerade die nachentwickelten Spätzünder mehr oder weniger Chancen haben. Wenn also jemand eine Schleimhaut hat, die am 5. Tag auch nur für einen Embryo von Tag 5 aufnahmebereit ist, dann könnte eine nachgereifte Eizelle ein Problem sein. Wenn aber evtl. jemand eine Schleimhaut hat, die ebenfalls verzögert rezeptiv ist - vielleicht kann eine nachzügler Eizelle dann sogar von Vorteil sein?

Optimal wäre ja dann eigentlich, wenn man eine regulär entwickelte Eizelle und eine verspätete hätte - dann hätte man (sofern sich beide auch brav weiter teilen) sogar eine besser Chance, weil man indirekt ein größeres Einnistungsfenster hat. Macht das Sinn?

Und: Vielleicht sind die Bedingungen bei nachgereiften Eizellen hauptsächlich deshalb suboptimal, weil es evtl schon vorher einen Grund dafür gegeben hat, weshalb sie ein Nachzügler war. Man könnte also mutmaßen, dass unreife Eizellen generell die Tendenz haben, ihr volles Teilungspotenzial nicht voll auszunutzen und somit natürlich auch anfälliger dafür sind, im weiteren Prozess hinterherzuhinken.

Ich rede mir nun also zum Mutmachen ein:

1.) Eine später entwickelte Eizelle muss nicht zwangsläufig schlechte Chancen haben, wenn sie regulär entwickelt ist und zum individuellen Aufnahmezeitpunkt der Schleimhaut passt.
2.) Da meine Follikel ja kohortenmäßig völlig querbeet zu wachsen scheinen, kann man vielleicht gar nicht unbedingt sagen, dass ein Nachzügler ein schlechteres Potenzial hat - vielleicht kommt er einfach aus einer anderen Kohorte

Ähm ja, ist jetzt sehr schön geredet, aber... Um die nächsten 14 Tage - oder erstmal bis morgen zum Befruchtungsergebnis - zu überstehen, ist es zumindest eine kleine Hangelleine.

Danke an alle, die mir Mut gemacht haben!!!


  Re: "Fast" reife Eizellen
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  Ich_bins_kurz
schrieb am 27.01.2019 16:24
Hallo Clara,
in welcher Klinik bist Du denn (gerne auch per PN).

Gruß Babette




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