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  Geschädigtes Sperma als Ursache von Fehlgeburten
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  Kluntjemedroom
schrieb am 04.01.2019 20:02
Hallo!
Ich bin gerade über diesen Artikel gestolpert, in dem eine weitere Ursache für wiederkehrende Fehlgeburten beschrieben wird. Vielleicht für einige Interessant?
[www.theguardian.com]

Ich hatte gerade die dritte chemische Schwangerschaft in weniger als zwei Jahren und hab immer gedacht, dass die Ausschabungen vielleicht die Ursache sind aber da mein Mann schon über 40 ist und leicht zu viel auf den Rippen hat frag ich mich nun, ob das nicht auch eine Ursache ist, dass es bei uns nach zwei Schwangerschaften nicht mehr klappt.


  Re: Geschädigtes Sperma als Ursache von Fehlgeburten
avatar  Shanice1
schrieb am 04.01.2019 22:55
Vielen Dank für den Artikel, der mit der DNA-Fragmentierung von Spermien ein recht umstrittenes Thema aufgreift. Aber das ist ja bei ganz vielen Sachen im Bereich der Kinderwunschbehandlungen so.

Ich kann nur über meine Erfahrungen berichten, denn wir sind selbst betroffen da die Spermien meines Mannes einen sogenannten DNA-Fragmentationsindex von etwa 60% aufweisen (bis 15% wird als normal bezeichnet, ab 30% soll eine Schwangerschaft auf dem natürlichen Weg unmöglich sein und ab 60% kommt die Empfehlung zur Spermaspende ins Spiel). Der Chef der Kinderwunschpraxis, die die Untersuchung veranlasst hatte, hat bei dem Ergebnis damals die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gemeint, so einen hohen Wert hätte er bis dato noch nie bei einem Patienten gehabt, eine Schwangerschaft auf dem natürlichen Weg wäre damit unmöglich, nicht mal mit ICSI würde mit so einem Wert eine Chance bestehen und Fehlgeburten nach einer ICSI-Behandlung wären nur die Spitze vom Eisberg.

Wir sind ziemlich geschockt wenige Tage nach dieser Diagnose beim Chef einer anderen Kinderwunschpraxis gewesen um uns zur Sicherheit eine Zweitmeinung einzuholen. Dieser Arzt sagte, die aktuelle Studienlage würde klar aussagen, dass die DNA-Fragmentation der Spermien keine Bedeutung habe und die Untersuchung dieses Wertes wäre reine Geldmacherei. Er ließ mir sogar eine Meta-Analyse der Studien zukommen, die das untermauerte.

Wir haben auf unserem weiteren Weg noch einige andere Kinderwunschärzte kennengelernt. Die hielten allesamt ebenfalls nichts von dem DNA-Fragmentationsindex.

Welcher Arzt hatte nun Recht? Tatsächlich hatten wir bei rund 20 ICSIs nur eine einzige Einnistung und die endete in einer Fehlgeburt. Dafür wurde ich zwischen den Behandlungen zweimal spontan schwanger, was mit OAT3 in der Kombination mit dem extrem hohen DNA-Fragmentationsindex eigentlich anscheinend ein Ding der Unmöglichkeit hätte sein sollen. Allerdings endeten auch diese Schwangerschaften in Fehlgeburten.

Letztlich weiß ich bis heute nicht, was ich unter dem Strich davon halten soll. Die Aussage des ersten Arztes hat sich dahingehend bewahrheitet, dass es mit ICSI-Behandlungen auch nach rund 8 Jahren Behandlungsmarathon bislang nicht zu einer erfolgreichen Schwangerschaft kam. Allerdings sprengen die beiden Spontanschwangerschaften das Bild völlig, selbst wenn auch diese nicht glücklich endeten.


  Re: Geschädigtes Sperma als Ursache von Fehlgeburten
avatar  Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 06.01.2019 22:18
Shanice fasst das Problem recht gut zusammen. Und leider aus eigener Erfahrung auch sehr kenntnisreich.

In der Tat ist der Anteil an fragmentierter DNA (DNA-Fragmentationsindex = DFI)in den Spermien ein umstrittenes Thema, welches wir hier bereits vor einiger Zeit ausführlich erörterten: [www.wunschkinder.net]

Und es scheint in der Tat Hinweise auf ein ein höheres Risiko für Fehlgeburten zu gebe, wenn der DFI deutlich erhöht ist.

Allerdings stellt sich dann natürlich die Frage nach Therapieoptionen oder noch besser: Die Frage nach den Ursachen. In dem Artikel würden ja bereits Alter, Übergewicht und Entzündungen genannt. UNd hier haben wir ja bereits kürzlich einen Artikel gepostet, in dem beschrieben wird, wie man seine Spermien verbessern kann [www.wunschkinder.net]

Eine lange Karenzzeit ("zu" selten Verkehr) ist auch einer der Punkte, die man selbst beeinflussen kann. Vielleicht deswegen auch die spontan eingetretenen Schwangerschaften, aber das ist Spekulation....

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Kinderwunsch-Seite

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner



  Re: Geschädigtes Sperma als Ursache von Fehlgeburten
avatar  Shanice1
schrieb am 06.01.2019 23:07
Zitat
Team Kinderwunsch-Seite
Eine lange Karenzzeit ("zu" selten Verkehr) ist auch einer der Punkte, die man selbst beeinflussen kann. Vielleicht deswegen auch die spontan eingetretenen Schwangerschaften, aber das ist Spekulation....

Hallo liebes Kinderwunsch-Team,

zum besseren Verständnis die Rückfrage, in welche Richtung das gemeint ist? Sie vermuten, dass die Spontanschwangerschaften wegen einer sehr kurzen Karenzzeit (=evtl. Senkung des DFI, dafür auf der anderen Seite bei OAT3 vermutlich weitere Reduzierung der eh schon stark verringerten Spermienkonzentration) eingetreten sind oder wegen einer eher langen Karenzzeit (=Problematisch für den DFI, dafür eventuell höhere Spermiendichte)? Das würde mich sehr interessieren. Dann kann ich das auch auflösen und gerne etwas dazu sagen, wie die Karenzzeit bei beiden Spontanschwangerschaften tatsächlich war.

Mein Mann ist übrigens schlank und war bei den ersten beiden Fehlgeburten noch unter 40. Dass Entzündungen bei ihm vorliegen wüsste ich nicht. Der damals untersuchende Kinderwunscharzt nannte als Therapieoptionen Entgiftung und die hochdosierte Einnahme von Antioxidantien. Da hat mein Mann aber gestreikt. Mir kam das offen gesagt auch ein bisschen wie ein Schuss ins Blaue vor. Wenn schon die Einnahme von diesem ganzen teuren Orthomol- und Co-Kram keinen nachgewiesenen Einfluss auf die Spermienqualität hat, dann sollen Entgiftungsmaßnahmen und Antioxidantien plötzlich alles toll zaubern können? Die erste Spontanschwangerschaft trat dann "einfach so" zwei Zyklen nach dem Erhalt der DFI-Diagnose und der Aussage, dass es so nicht klappen könne, ein.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.01.19 23:19 von Shanice1.


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  Re: Geschädigtes Sperma als Ursache von Fehlgeburten
avatar  Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 07.01.2019 00:17
Kurze Karenzzeit = niedrigerer DFI

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner



  Re: Geschädigtes Sperma als Ursache von Fehlgeburten
avatar  Shanice1
schrieb am 07.01.2019 19:08
OK, vielen Dank für die Konkretisierung.

Die Karenzzeit bei der ersten Spontanschwangerschaft lag bei 2 Tagen. GV war bereits zwei Tage vor dem Eisprung.

Die zweite Spontanschwangerschaft ist im Wellnessurlaub eingetreten. Karenzzeit war über Tage hinweg jeweils bei maximal 24 Stunden oder darunter. Dafür wurden die Hoden ebenfalls tagelang mehrmals am Tag bei ausgiebigen Saunagängen bei etwa 90 Grad hocherhitzt und im warmen Wasser ausgedehnt auf Hochtemperatur gebracht. Also im Prinzip lauter Sachen bei denen man denkt, das ist gerade bei OAT3 die beste Verhütungsmethode. Ausgerechnet da hat es geklappt. Der letzte GV war hierbei vermutlich ½ Tag vor dem Eisprung. Welcher Einfluss auf den DFI jeweils gegeben war sei dahingestellt. Auf jeden Fall kam es leider in beiden Fällen zu Missed Abortions nach jeweils fulminantem Start mit hohen HCG-Werten und recht früh zu sehendem Herzschlag.

Aber – der Mensch neigt dazu zu meinen, er kann fast alles irgendwie beeinflussen und sucht dementsprechend Gründe, Ursachen und Zusammenhänge. So auch bei entstandenen Schwangerschaften, egal ob spontan oder über Kinderwunschbehandlungen. Wie oft heißt es, es hat geklappt weil xy gemacht wurde (Immunologie, IMSI, EmbryoGen, ERA, liegengeblieben nach dem Transfer, zum ersten Mal gleich aufgestanden nach Transfer, geschont in der Warteschleife, nicht geschont in der Warteschleife, kurze Karenzzeit, lange Karenzzeit etc., etc. – die Bandbreite scheint ja beinahe unerschöpflich zu sein). Das mag man meinen und manchmal ist es ja vielleicht sogar tatsächlich so. In ganz vielen Fällen dürften aber Kausalitäten herbeigeglaubt werden, die tatsächlich gar nicht in dieser Form vorhanden sind. Wenn alles gut geht mit der Schwangerschaft fällt der fehlende Zusammenhang mangels mehrerer zeitnaher weiterer Versuche nicht auf und man lebt in seinem Glauben und ist eifriger Verfechter davon, dass man nur wegen x oder y schwanger geworden ist.

Ich kann nur sagen, dass wir ähnliche Karenzzeiten sowohl vor, als auch zwischen oder nach den Schwangerschaften schon zig mal hatten ohne dass es geklappt hat. Egal ob bei der positiven ICSI oder bei den Spontanschwangerschaften, ich habe natürlich auch gesucht, warum es ausgerechnet da zu den Einnistungen kam. Nach so vielen Jahren Kinderwunsch, in denen ich selber so ziemlich alles durch habe, was der Markt so hergibt und in denen ich gefühlt unendlich viele Fälle, wahrscheinliche und unwahrscheinliche, mögliche und beinahe unmögliche, von anderen Mädels mitbekommen und verfolgt habe ist mein Fazit allerdings, dass sich die Natur nicht in die Karten schauen lässt und es in den meisten Fällen schlicht keinen für uns Menschen nach dem derzeitigen Forschungsstand nachvollziehbaren oder zuverlässig zu beeinflussenden Grund gibt, warum es ausgerechnet bei diesem oder jenen Versuch klappt oder auch nicht. Aber das nur am Rande da es hieß, vielleicht hat es ja mit den Spontanschwangerschaften wegen der Karenzzeit geklappt.


  Re: Geschädigtes Sperma als Ursache von Fehlgeburten
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  Eibischteig
schrieb am 08.01.2019 09:12
Kluntje...ich will mal ganz ketzerisch fragen...wie alt bist Du denn? FGs haben sehr oft mit einem erhöhten maternalen Alter zu tun...leider....vor 2 Kindern warst Du sicher auch noch jünger smile Ich glaube es gab mal einen Link dass FGs im ersten Trimenon zu 85 Prozent (in der Größenordnung) auf chromosomale Schäden der Eizelle zurückzuführen sind.




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