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  Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   Lilja100
schrieb am 16.12.2018 22:16
Ich bin gerade über einen Artikel eines aus einer Ernährungssendung im Fernsehen bekannten Arztes gestolpert. Darin heißt es:

"Ein gutes Beispiel, wie wichtig Ernährung in diesem Zusammenhang sein kann, ist Unfruchtbarkeit: Hier ist Ernährung mittlerweile der wichtigste Faktor zur Behandlung geworden – für Männer und für Frauen. Das heißt, man kann sich eine künstliche Befruchtung sparen, wenn man die Ernährung entsprechend optimiert." [web.de]

Ernährung ist wichtig, klar. Aber erzählt der Typ nicht trotzdem Unsinn? Oder haben meine Kinderwunschkliniken etwas verpennt? Bisher hat mir noch keine gesagt, dass Ernährung zwischenzeitlich der wichtigste Behandlungsfaktor ist und wir gar keine ICSI brauchen würden. Gute Nacht

Welche Rolle spielt denn die Ernährung beim Kinderwunsch tatsächlich?


  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   Kala1005
schrieb am 17.12.2018 08:23
Hallo,

Das ist ja ein interessantes Thema.
Ich glaube, dass man mit diversen Sachen schon kleine Optimierungen vornehmen kann. Dazu gehört, neben kein Alkohol/Drogen/Nikotin, solche Dinge wie VitD, Q10, Zink und Co.
Allerdings bezweifle ich, dass diese Mittelchen jede KB ersetzen können, denn dafür sind doch die Ursachen einer ungewollten Kinderlosigkeit zu vielschichtig.
Wir hätten uns noch so gesund ernähren/verhalten können, mein Mann hätte trotzdem keine Spermien nach seiner Chemo gehabt.

So eine Aussage zu treffen, ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die alles versuchen und grosse Belastungen auf sich nehmen, damit sich ihr Wunsch erfüllt und wo es dann doch nicht klappt. Denen zu sagen, sie müssten sich nur gesund und richtig ernähren ist mE unseriös, frech und anmaßend.

LG Kala


  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   blackmoon
Status:
schrieb am 17.12.2018 08:28
Hallo Lilja,

das klingt ja höchst interessant, ich wage jedoch zu bezweifeln, dass man das auf die meisten Fälle hier im Forum umlegen kann. Ich glaube nicht, dass eine „optimierte Ernährung“ meinen vernarbten Eileiter wieder öffnet, oder dass man plötzlich mehr Eizellen hat (die man ja einfach von Geburt an hat und die bei niemandem „nachwachsen“) oder es Männern hilft, die ein medizinisches Problem hatten und dadurch (fast) keine Spermien mehr... usw.
Sicher kann man mit der richtigen Ernährung immer eine Verbesserung im Körper erreichen, aber dass man sich so die künstliche Befruchtung spart, trifft ganz bestimmt in mind. 98% der Fälle mit medizinischem Hintergrund nicht zu...
Die Frage wäre, ob und wie der Arzt dies belegen kann und welche Probleme diese Paare hatten.

Ganz liebe Grüße bm winken


  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   mariechen74
schrieb am 17.12.2018 08:55
Hallo,
ich glaube auch, dass die Ernährung unterstützend einen Einfluss auf die Gesundheit hat. Da setzt z.B. auch die traditionelle chinesische Medizin an, die den Menschen ganzheitlich betrachtet und durch Kräuter versucht, Mangel auszugleichen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu mobilisieren. Aber es kann eben unterstützen, aber nicht alles heilen. So glaube ich schon, dass z.B. bestimmte Lebensmittel das Wachstum von Krebs beeinflussen können, aber die Auswirkung ist zu gering. Und sicher kann eine gesunde Ernährung mancher Erkrankung vorbeugen. Und trotzdem gibt es Menschen, die gesund leben und krank werden und Kettenraucher, die 90 Jahre alt werden.
Wenn es so einfach wäre, würden es alle tun. Aber da gibt es dann ja auch hundert Meinungen, was denn nun als gesunde Ernährung zu gelten hat.....

LG, Mariechen


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  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   gelöschter User
schrieb am 17.12.2018 08:57
Ein klarer Fall von FAKE NEWS!

Natürlich beeinflusst die Ernährung unseren Körper und die damit verbundenen Prozesse.

Ich hasse solche pauschalen Aussagen. Wenn du keine EZ mehr produzierst, kannst du essen was du willst. Es ändert nichts.
Wenn du seit 6 Jahren OAT 3 hast, da kannst du dich gesund ernähren wie du magst, auch da tut sich nix mehr


  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
avatar    Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 17.12.2018 11:19
Liebe Lilja,

Es gibt ja den Spruch, dass wenn man einen Hammer hat, jedes Problem so aussieht wie ein Nagel. Und wenn an Ernährungswissenschaftler ist, ist jede Erkrankung durch die richtige Ernährung heilbar.
Ich hatte mich ja kürzlich schon an dem Mythos abgearbeitet, demzufolge eine sehr eiweißreiche Diät die Schwangerschaftsrate verdoppeln kann. Diese Info wird zwar von Kinderwunschforum zu Kinderwunschforum getragen, hält aber eine eingehenden Überprüfung nicht stand: [www.wunschkinder.net]

Natürlich ist es vor allem beim PCO-Syndrom richtig, dass eine Ernährungsumstellung (kohlenhydratarm) dort Wunder bewirken kann, weil das PCO-Syndrom aber auch oft mit Übergewicht un Insulinresistenz einhergeht. Das ist in der Tat ein Feld, in dem Ernährung und eine entsprechende Beratung sehr wichtig bzw. hilfreich ist.

Auch bei der Endometriose scheint es Faktoren zu geben, die ernährungsbedingt sind und wo eine Umstellung zu einer Verbesserung der Symptome führen kann.

Wenn man aber darüber hinaus untersucht, wie eigenes Verhalten inklusive Ernährung die Spermien, Eizellen und die Chancen nach dem Transfer bei IVF verbessern kann, der wird sehen, dass die Zahl effektiver Ansatzpunkte sehr überschaubar ist:

Bessere Spermien: [www.wunschkinder.net]
Bessere Eizellen: [www.wunschkinder.net]
Nach dem Transfer: [www.wunschkinder.net]

Also: Die Ernährung ist nicht unwichtig, aber dass man sich den Großteil der Kinderwunschbehandlungen mit der richtigen Ernährung ersparen kann und die Ernährung der wichtigste Faktor ist, kann man wissenschaftlich nicht belegen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Kinderwunsch-Seite

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner



  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   claru80
schrieb am 17.12.2018 12:58
Naja, ich denke, wie der Doc schon erwähnt hat, dass man mit Ernährungsumstellung so einiges bewirken kann... bei den passenden Diagnosen. Wer aber verklebte Eileiter hat, wegen einer alten Chlamydieninfektion, der hat wohl wenig davon, nur so in Beispiel.
Dass bei übergewichtigen Frauen z.B. ein paar Kilo weniger schon Wunder wirken können, ist aber bekannt und hat mir glaube ich, bei der Schwangerschaft mit meiner ersten Tochter auch geholfen. Jetzt versuche ich wieder meinen BMI etwas runterzubekommen, aber so um Weihnachten rum ist es schwierig.

Mir persönlich hat die Ernährungsumstellung bei Endometriose geholfen, (nahezu) schmerzfrei zu leben. Und wenn ich mal sündige (mit Kaffee, Schokolade oder vielen Milchprdukten) dann merke ich das sofort, was die Schmerzen angeht.
Also, persönlich glaube ich schon, dass, wenn ich, als ich Endometriose diagnostiziert bekommen habe (mit 18), sofort die Ernährung umgestellt hätte, mir so einige OPs hätte ersparen können, und dadurch (eventuell) auch meine Fruchtbarkeit nicht so unter den ganzen Verwachsungen im Bauchraum gelitten hätte.
Aber sag mal einer 18-Jährigen, dass sie auf Fleisch, Schokolade und Kaffee verzichten muss, damit sie später mal Kinder kriegen kann...

Wenn wir alle uns nur gesund, biologisch etc. ernähren würden, wären wir gesünder, auch was die Fruchtbarkeit angeht. Zu so einer Aussage gehört einfach gesunder Menschenverstand, da braucht man wohl kein berühmter Fernseharzt zu sein.

LG
Claru


  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   Hanna81
Status:
schrieb am 17.12.2018 16:36
Hallo zusammen,

ich habe genetisch eine AGS-Störung. Ich war nie übergewichtig, aber meine Syptomen, die dem PCO sehr ähneln, hatte ich schon mit 14 als ich meine Regel bekommen habe. Ich hatte sie in der Zeit als ich nur 53 Kilo wog bei 172cm und ich hatte sie in der Zeit als ich veganer war und in der low-carb phase. Ich glaube bestimmt, dass Ernährung einen positiv Einfluss haben kann, aber sie kann nicht jedes Problem ausgleichen.

LG Hanna


  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   Lilja100
schrieb am 17.12.2018 18:18
Vielen Dank liebes Kinderwunsch-Team für die ausführliche Antwort. Der Spruch mit dem Hammer ist ja der Hammer. Den kannte ich noch nicht. Der trifft den Nagel aber auf den Kopf. Danke auch an alle anderen für den Input.

@Claru
Das glaube ich schon auch, dass eine gesunde Ernährung zur Gesundheit beitragen kann. Aber wie der Doc geschrieben hat ist der Effekt beim Thema Fruchtbarkeit begrenzt. Und der Fernseharzt hat ja nicht einfach bloß gesagt, dass eine gesunde Ernährung die Fruchtbarkeit steigern kann (für so eine Aussage müsste man echt kein bekannter Fernseharzt sein) , sondern dass die Ernährung mittlerweile der WICHTIGSTE Faktor bei der Behandlung wäre und man sich dadurch eine künstliche Befruchtung grundsätzlich sparen kann. So pauschal halte ich das für Quatsch.

Mein Mann und ich versuchen uns übrigens auch so weit es geht gesund zu ernähren, rauchen nicht, trinken fast keinen Alkohol, wir sind schlank und bewegen uns recht viel. Trotzdem hat mein Mann immer noch ein OAT3-Spermiogramm und es hat nicht mal die künstliche Befruchtung gefruchtet. Wo liegt der Fehler?


  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   RoteBeete
schrieb am 17.12.2018 21:16
Ui, das ist auch so ein emotionales Thema.

Hab ja auch leichte Endo und eigentlich dürfte ich keine haben, denn ich hab mich schon immer super gesund ernährt und so sehe ich auch aus. Als bei mir Endo diagnostiziert wurde, kam auf jeder Infoseite die Ernährung. War für mich wie ein Schlag ins Gesicht.
....aber ich habe tatsächlich gemerkt, wenn ich möglichst viel grünes Gemüse auf mein Teller packe, die Schmerzen etwas besser werden. Nur gehen sie nicht weg, und ich habe diesbezüglich aufgegeben.


  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   claru80
schrieb am 17.12.2018 23:13
Hallo RoteBeete,

bei mir hilft wegen der Endoschmerzen sehr: keine Milchprodukte, keine Schkolade und keinen Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke.
Und außerdem nehme ich viel omega-3, gegen Entzündungen.
LG


  Re: Optimierte Ernährung ersetzt künstliche Befruchtung?
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   CaraHope
schrieb am 18.12.2018 06:04
Für mich spielt neben Genetik und natürlich diversen Erkrankungen etc. der gesamte Lebensstil eine Rolle, z.B. wenn man dann als Frau im fortgeschrittenen Alter noch einen Kinderwunsch hat. Da kann es für mich schon - hochgerechnet - das Zünglein an der Waage sein. Sich gesund ernähren, z.B. möglichst von Anfang an auf Softdrinks [www.wunschkinder.net] und pestizidbelastetes Obst und Gemüse [www.aerzteblatt.de] verzichten, und natürlich nicht rauchen und keinen Alkohol trinken, ist sicher eine gute Basis - insgesamt für das Leben. Das heißt, man sollte einfach gut auf sich achten. Das gilt natürlich auch für Männer. Sich nachweisbar körperlich auswirkender Stress (Cortisolwerte) hat übrigens auch einen negativen Effekt [www.medicalnewstoday.com] . Ansonsten nerven mich diese Ernährungsgurus LOL.

Und ja, ich finde, dass das in den Kinderwunschpraxis in der Regel kein Thema ist, z.B. die Sache mit den Pestiziden. Man muss sich da schon selbst darum kümmern, was man evtl. noch optimieren kann zwinker.


3 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.12.18 06:52 von CaraHope.




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