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  Endometriose und Einnistungsstörrung
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  Minime2501
schrieb am 18.11.2018 13:36
Hallo ihr Lieben,

Bei mir wurde letzte Woche während einer Bauch- und Gebärmutterspiegelung Endometriose festgestellt. Die Eileiter sind aber durchgängig. Die Endometriose-Herde wurden - wenn möglich - verödet. Nun meinte der Arzt, dass es aufgrund der Endometriose zu einer chronischen Entzündung kommt, die die Einnistung erschwert/behindert. Meine Frage: Kann ich irgendetwas tun um die Einnisting trotzdem zu fördern bzw. die Entzündung abzuschwächen oder sowas?

Wir versuchen zwar uns damit abzufinden, dass es für uns keine Chance mehr auf ein Kind gibt, aber das fällt einfach unglaublich schwer. traurig


  Re: Endometriose und Einnistungsstörrung
avatar  Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 18.11.2018 14:21
Liebe Minime,

so ganz stimmt das nicht. Zumindest nicht generell. Frauen mit Endometriose haben leider eine deutlich geringere Chance, auf normalem Wege schwanger zu werden, also Frauen ohne Endometriose, auch wenn die Eileiter offen sind. Es handelt sich dabei um eine immunologische Problematik, also des Immunsystems. Im weitesten Sinne kann man das auch als Entzündung bezeichnen.

Deswegen werden Frauen mit einer ausgeprägten Endometriose zwar auf normalem Wege nicht so leicht schwanger, aber das hat nichts oder fast nichts mit der Einnistung zu tun, denn bei einer künstlichen Befruchtung (IVF) sind die Chancen dann fast genau so gut wie bei Frauen die kein Endometriose haben und diese Behandlung aus anderen Gründen durchführen müssen.

Es ist also nicht richtig, dass es alleine wegen der Endometriose keine Chance auf ein Kind gibt. Und mit der Einnistung hat das nichts zu tun. Möglicherweise sollten Sie sich mal ein einem Kinderwunsch-Zentrum beraten lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Kinderwunsch-Seite

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner



  Re: Endometriose und Einnistungsstörrung
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  Minime2501
schrieb am 18.11.2018 14:30
Vielen lieben Dank für Ihre Antwort.

Dann habe ich das bei meinem Arzt vielleicht falsch verstanden oder er hat einfach versucht es mir als Laien verständlich zu erklären. Ich war an dem Tag auch sehr aufgeregt, kann also durchaus sein, dass ich es falsch verstanden habe.

Da eine künstliche Befruchtung für meinen Mann nicht in Frage kommt, ändert dies - in unserem Fall - aber leider nichts am Ergebnis. Auch ihrer Einschätzung entnehme ich, dass die Hoffnung/Chance auf natürlichem Weg nicht besonders hoch ist, wie uns die letzten Jahre ja auch gezeigt haben. Zumindest weiß ich nun warum das so ist, auch wenn das kein wirklicher Trost ist.

Trotzdem nochmal vielen lieben Dank für die Antwort.


  Re: Endometriose und Einnistungsstörrung
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  carita77
Status:
schrieb am 18.11.2018 17:16
In einer Kinderwunschklinik beraten lassen solltest du dich auf jeden Fall.
Bei mir hat nach der Endometriosesanierung GvnP mit vorheriger Stimulation und Auslösen des Eisprungs zum Erfolg geführt, und anderthalb Jahre später bin ich ganz überraschend ohne Behandlung noch einmal schwanger geworden - mit 40 Jahren.

Ich kann es mir in meinem Fall nicht anders erklären, als dass die Entfernung der Endometrioseherde etwas bewirkt hat, da ich zuvor 15 Jahre lang erfolglos war, weder der natürliche Weg noch die künstliche Befruchtung hat mit der nicht diagnostizierten Endometriose funktioniert.

Liebe Grüße

Carita


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  Re: Endometriose und Einnistungsstörrung
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  Minime2501
schrieb am 18.11.2018 20:05
Danke für deine Antwort.
Wie gesagt wurden die Endometriose-Herde weitestgehend verödet, so wie der Arzt mir das sagte. Aber, wenn es nicht plötzlich ohne irgendwelche Unterstützung klappt, wird das bei uns nichts mehr. Ich dachte halt, wenn es eventuell wirklich wie eine Entzündung wäre (so wie ich das verstanden hatte), dass man dann mithilfe von Entzündungshemmern oder so noch etwas bewirken könnte. Aber das scheint ja nicht der Fall zu sein, leider. KB kommt für meinen Mann nicht in Frage und auf Hormonbehandlungen (wie sie ja z. B. zur Stimmu eingesetzt werden) reagiere ich mit so extremen Nebenwirkungen, dass ich wochenlang ein Totalausfall bin. Ich kann nichtmal hormonell verhüten oder so. Allerdings habe ich auch keinerlei Probleme mit der Eizellreiung oder so. Ich hab regelmäßige Eisprünge, meine Eier entwickeln sich - laut FA immer gut, meine Schleimhaut ist immer gut aufgebaut und für eine Gelbkörperschwäche gibt es laut FA auch keine Hinweise. Nur mit einer Schwangerschaft will es halt seit nunmehr 2 Jahren nicht klappen. Und das soll - laut Klinik - an der Endometriose liegen.


  Re: Endometriose und Einnistungsstörrung
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  gelöschter User
schrieb am 18.11.2018 20:11
@Minime...hier ein Text von unserem lieben Doc

Endometriose und Kinderwunsch

Man vermutet mehrere Gründe, weshalb die Frauen mit Endometriose trotz durchgängiger Eileiter häufig Sterilitätsprobleme haben. Zum einen ist nicht nur die Beweglich- und Durchgängigkeit des Eileiters wichtig, sondern auch die uneingeschränkte Mobilität der Eierstöcke. Diese ist durch Verwachsungen mit der Bauchwand und der Gebärmutter bei Bestehen einer Endometriose allerdings sehr häufig behindert.

Zum anderen ist die Gebärmutter durch koordinierte Bewegungen ind der Lage, Spermien in die Eileiter zu transportieren. Bei Frauen mit Endometriose vermutet man eine Störung dieses Bewegungsablaufs, der einerseits dazu führt, daß Gebärmutterschleimhaut durch die Eileiter in den Bauchraum gelangt und andererseits den Spermientransport nicht gewährleistet. Diese grundsätzliche Unfähigkeit der Gebärmutter zu einem koordinierten Bewegungsablauf würde auch die eingeschränkte Schwangerschaftsrate von Frauen erklären, bei denen durch eine Operation die Endometriose komplett entfernt wurde.

Auch wird vermutet, dass immunologische Ursachen eine Rolle spielen können. Wenn Menstruationblut durch die Eileiter in den Bauchraum gespült wird (was praktisch bei jeder Frau immer mal wieder der fall ist), dann wird dieses Blut vom Immunsystem des Körpers „entsorgt“. Ist die Reaktion der Körperabwehr jedoch nicht regelrecht, dann kann es zu einer Überreaktion kommen, welche zu den entzündlichen Veränderungen am Bauchfell führt, die letztlich auch zu Verwachsungen und Narben führen.


Aus: Endometriose - Theorie von www.wunschkinder.net


  Re: Endometriose und Einnistungsstörrung
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  Minime2501
schrieb am 18.11.2018 20:18
Danke für den Auszug. Aber auch das scheint nur zu bestätigen, dass es ohne Unterstützung nichts mehr wird mit einem Kind. Ich werde mich wohl wirklich damit abfinden müssen, dass unsere Familienplanung dadurch abgeschlossen ist, auch wenn mich der Gedanke nach wie vor wirklich fertig macht. Aber irgendwann wird das schon vergehen.


  Re: Endometriose und Einnistungsstörrung
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  littlemeamy
Status:
schrieb am 18.11.2018 20:42
Liebe Minime,

so eine Diagnose ist immer ein Schlag ins Gesicht und es braucht Zeit, sich damit abzufinden.

Ich möchte nochmal deutlich schreiben, dass es jetzt nach der Verödung durchaus Chancen gibt, auch auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Das wird so vermutlich nicht auf Dauer sein, aber in den nächsten Zyklen sollte die Wahrscheinlichkeit höher sein als noch vor der OP.

Ich wünsche dir alles Gute!




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