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  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
avatar    Snoooopy
Status:
schrieb am 28.07.2013 15:15
Zitat
salta
Was mich allerdings immer irritiert sind die Menschen, die kein Verständnis dafür haben und denken, dass wir uns einander nicht sicher sind oder sein können. Und das ist ein großer Irrtum. es kommt doch immer auf die Beziehung zwischen zwei Menschen an, egal in welcher Form diese besteht.

Genau das kann ich auch nicht nach vollziehen.
Wir sind nun zwar seit 2 Monaten verheiratet. Aber ganz ehrlich, von der Ehe erwarte ich nicht mehr als eine bessere finanzielle Unterstützung der Krankenkassen. Alles andere, was uns wichtig ist, hatten wir auch vorher schon. Es ändert nichts an unserer Beziehung.
Meine Eltern haben damals für eine Wohnung geheiratet, wir nun für den Kiwu... ich sehe "das Besondere" an einer Ehe nicht.


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
avatar    juniwunder2015
Status:
schrieb am 28.07.2013 15:28
Ich bin auch verheiratet und finde es schade, dass die Institution "Familie" als solches nicht mehr existiert. In meiner gesamten Verwandtschaft gibt es keinerlei Scheidung. Eventuell ist es auch abhängig davon, ob man selbst in einer funktionierenden Familie aufgewachsen ist oder ob sich die Eltern haben scheiden lassen oder ob sie sich trotz Ehe nur gestritten haben. So etwas prägt Kinder und schreckt es vielleicht unbewusst davon auf, ihnen diesen Weg nachzugehen. Dafür habe ich vollstes Verständnis. Aber wir haben nicht geheiratet für die Steuern, die Krankenkasse oder sonstige Vorzügen. Für mich gehört es einfach zum Leben dazu: Heiraten, Kinder kriegen, Haus kaufen/bauen. Jeder hat andere Vorstellungen von seinem Leben. Eine Ehe ist für uns ein Zeichen der Zusammengehörigkeit, wir sind seitdem noch inniger aneinandergewachsen. Wir fühlen uns zusammengehörig und mehr als eine Einheit, gerade wenn dann noch mal Kinder dazu kommen.


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
no avatar
   Zappy
Status:
schrieb am 28.07.2013 15:35
Danke ihr Lieben, ich für meinen Teil bin nun schonmal schlauer!smile
Ich find das Thema seeehr interessant, vor allem auch die vielen unterschiedlichen Ansichten und Meinungen!
In unserem Bekannten und Verwandenkreis (und der ist groß) gibt es 2 Pärchen die bestimmt schon 10 Jahre zusammen sind und auch lange zusammen leben ohne verheiratet zu sein.
Und mein Mann und ich sind die einzigen die lediglich Standesamtlich geheiratet haben, alle anderen haben früher oder später immer noch Kirchlich geheiratet obwohl meines Wissens niemand ein Kirchgänger ist.
Ich hab mir auch nie sonderlich Gedanken drum gemacht, ist aber schon interessant mal zu lesen welche Gedanken sich andere machen..
Wenn die beiden Pärchen fragt warum sie nicht heiraten kommt auch nie eine konkrete Antwort sondern lediglich: ach, wozu denn? Ich hab auch bei keinem das Gefühl eine Hintertür behalten zu wollen, aber man weiß ja nie.

Ich persönlich fand das heiraten an sich toll, hat Spaß gemacht. Und wenns nicht so teuer wäre würd ichs jedes Jahr wieder machen!LOL


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
avatar    radaukatze
Status:
schrieb am 28.07.2013 15:58
Zitat
auraya
Zitat
KronprinzessinCecilie

Ich verstehe immer nicht, warum Frauen zulassen, das die Kinder den Nachnahmen des Mannes annehmen, ohne Heirat.
Das widerspricht der "wilden Ehe " doch eigentlich auch total. Das wäre mir auch alles zu mühsam gewesen, und eingesehen hätte ich das sowieso nicht..
Wahrscheinlich werde ich jetzt gesteinigt, aber es haben sich nicht "die Zeiten total geändert" -sondern die Männer sind heute grundsätzlich bequemer, und müssen ja auch zum Kind teilweise jahrelang überredet werden...Ich sehe das als reine Beuemlichkeit und als "sich ein Hintertürchen offenlassen"
Wenn alles stimmt, kann man auch heiraten.

Ich sehe das ähnlich
wenn die wilde Ehe scheitert, das Kind bei der Mutter bleibt (ist ja meistens so) trägt es einen anderen Nachnamen. Das kann man dann ja nicht mehr ändern.


Ich bin verheiratet und trotzdem haben wir beide unterschiedliche Nachnamen.
Der gemeinsame Nachname ist ja heute nicht mehr zwangsläufig


@Snoopy
Zitat
Ich persönlich verbinde mit der Ehe noch ein wenig das alte Klischee. Frau zu Hause mit den Kindern. Mann geht arbeiten. Im Falle einer Trennung oder Tod des "Versorgers" ist das Frauchen mit Unterhaltszahlungen oder Witwenrente abgesichert. Diese Zeiten sind meiner Meinung nach vorbei. Ich möchte auch in einer festen Partnerschaft theoretisch finanziell unabhängig bleiben. Das ist mir für mein Selbstwertgefühl einfach total wichtig. Auch lege ich großen Wert darauf, dass wir uns die Elternezeit teilen. Wir entscheiden uns gemeinsam für eine Familie also werden wir auch gemeinsam beruflich zurückstecken. Teilzeitstelle oder Hausffrau kommt da für mich nicht in Frage.

Das hat doch aber nichts mit Ehe oder nicht zu tun.
Ich kenne unverheirate Paare mit Kind und sie ist Hausfrau und Ehepaare die sich die Elternzeit teilen, was wir übrigens auch Vorhaben.

Interessanterweise haben in unserem Bekanntenkreise viele Paare ihre Kinder unverheiratet bekommen und dann später doch noch geheiratet


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.13 16:04 von radaukatze.


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  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
avatar    chipie83
Status:
schrieb am 28.07.2013 16:21
Zitat
Pernille
Kurze, knackige Antwort: ich bin unverheiratet, weil ich die bürgerliche Institution der heterosexuellen Ehe ablehne bzw. zumindest kritisch hinterfrage. So geht es mir mit allen bürgerlichen Institutionen, die aus Patriachat und Religion hervor gegangen sind und diese anachronistischen Werte dank konservativer Parteien krampfhaft versuchen, in die heutige Zeit hinüber zu retten. Lebenslange Liebe ja, institutionalisierte Beziehung von Staates oder Gottes Gnaden, nein.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen ...Das ist super

Solche engstirnigen altmodischen Ansichten lassen es in mir brodeln. Man ist also keine richtige Familie, wenn die Eltern nicht verheiratet sind, und die armen Kinder aus diesen schlimmen "zerstörten Familien" haben alle einen Knacks weg. Das nennt sich "Vorurteile", und das von einer Lehrerin. Glückwunsch!

Leben und leben lassen, oder? Ich versuche ja auch nicht jedem verheirateten Paar meine Ansichten vom Konstrukt Ehe aufzuoktroyieren, denn ich verstehe beispielsweise nicht, inwiefern ein Stück Papier oder ein Segen von der Kirche zwei Menschen näher zusammenbringen soll. Es zählen ja wohl die Gefühle, und nicht so ein Vertrag.

Ich bin mit meinem Freund seit 12 Jahren zusammen. Ich will nicht heiraten. Wollte ich noch nie. Das einzige, das sich an unserer Beziehung dadurch ändern würde, wären die finanziellen Vorteile ... Und das kanns ja wohl auch nicht sein, oder? Meine Eltern waren übrigens auch nicht verheiratet, bin also auch so ein armes verkorkstes Kind aus zerrütteten Familienverhältnissen ...

Aber Du hast Dir Deine Erklärung ja selbst geliefert: Ein Kind bindet viel mehr als eine Ehe. Warum also heiraten?

Nichts für ungut, ich weiß, dass Du's nicht böse meinst ... aber gerade von einer Pädagogin hätte ich mir etwas mehr Toleranz und Weltoffenheit erwartet ...


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
no avatar
   salta
schrieb am 28.07.2013 17:02
Zitat
Fibexi
Ich bin auch verheiratet und finde es schade, dass die Institution "Familie" als solches nicht mehr existiert. In meiner gesamten Verwandtschaft gibt es keinerlei Scheidung. Eventuell ist es auch abhängig davon, ob man selbst in einer funktionierenden Familie aufgewachsen ist oder ob sich die Eltern haben scheiden lassen oder ob sie sich trotz Ehe nur gestritten haben. So etwas prägt Kinder und schreckt es vielleicht unbewusst davon auf, ihnen diesen Weg nachzugehen.

Ehrlich gesagt schreckt mich vor allem ab, dass ein Teil der Gesellschaft andere Formen des Zusammenlebens immer noch nicht vollständig akzeptiert und damit auch Kindern das Leben schwerer macht.


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
avatar    Snoooopy
Status:
schrieb am 28.07.2013 17:06
Zitat
radaukatze
@Snoopy
Zitat
Ich persönlich verbinde mit der Ehe noch ein wenig das alte Klischee. Frau zu Hause mit den Kindern. Mann geht arbeiten. Im Falle einer Trennung oder Tod des "Versorgers" ist das Frauchen mit Unterhaltszahlungen oder Witwenrente abgesichert. Diese Zeiten sind meiner Meinung nach vorbei. Ich möchte auch in einer festen Partnerschaft theoretisch finanziell unabhängig bleiben. Das ist mir für mein Selbstwertgefühl einfach total wichtig. Auch lege ich großen Wert darauf, dass wir uns die Elternezeit teilen. Wir entscheiden uns gemeinsam für eine Familie also werden wir auch gemeinsam beruflich zurückstecken. Teilzeitstelle oder Hausffrau kommt da für mich nicht in Frage.

Das hat doch aber nichts mit Ehe oder nicht zu tun.
Ich kenne unverheirate Paare mit Kind und sie ist Hausfrau und Ehepaare die sich die Elternzeit teilen, was wir übrigens auch Vorhaben.

Interessanterweise haben in unserem Bekanntenkreise viele Paare ihre Kinder unverheiratet bekommen und dann später doch noch geheiratet

Das hat in der Hinsicht was mit Ehe zu tun, weil das Argument der "Absicherung von Frau und Kind" ja immer wieder als Pro für die Ehe angeführt wird. Sicher ist nicht jede Ehefrau Hausfrau und nicht jede Lebensgefährtin voll berufstätig. Das wollte ich auch in keinster Weise damit sagen. Aber all die Vorteile der Ehe: Ehegattensplitting, Unterhaltszahlungen, Witwenrente sind doch auf dieses alte Konstrukt ausgelegt. Deswegen meine Assoziationen. Dass das nicht zwangsweise so ist weiß ich schon.


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
no avatar
   silberstuhl
schrieb am 28.07.2013 18:04
Wow, hier geht es ja ganz schön zur Sache smile

Eine sehr schöne, anregende Diskussion, wie ich finde.

Vielleicht bin ich einfach nur altmodisch oder hoffnunglos romantisch, aber ich bin glücklich und stolz verheiratet zu sein!

Wir haben an unserem achten Jahrestag geheiratet, es war damals ein wenig nach dem Motto "jetzt oder nie". Seitdem waren wir auf vielen Hochezeiten eingeladen, aber die Eigene ist doch immernoch die Beste! Ich freu mich sehr Ich kann auch nach 4 Jahren Ehe noch sagen, es war der schönste Tag in meinem Leben (eine Geburt durfte ich ja bisher leider noch nicht erleben), wir sind glücklich und irgendwie hat uns das auch noch mehr zusammengeschweißt. Man übernimmt automatisch mehr Verantwortung (freiwillig!), ich habe endlich einen Namen, den nicht jeder hat (früher hieß ich wie MüllerMeierSchmidt); natürlich hat es auch steuerliche Vorteile und wie wir ja erfahren mussten, war es auch für den KiWu ganz hilfreich verheiratet zu sein. Übrigens bin ich in unserer Ehe "der Ernährer", also um die Versorgung ging es mir ganz bestimmt nicht.

Dass meine Eltern in unserem Hochzeitsjahr (endlich) die Scheidung eingereicht haben, hat an unserem Wunsch, es selbst zu versuchen überhaupt nichts geändert.

Einige von euch meinten ja, eine Hochzeitsfeier wäre eine finanzielle Belastung, dazu kann ich nur sagen: Wir haben durch die ganzen (Geld-)Geschenke, die wir erhalten haben, den Polterabend und die Hochzeitsfeier komplett refinanzieren können.

Ich finde, jedes Paar sollte für sich selbst entscheiden, ob es heiraten möchte oder nicht, egal ob Kinder im Spiel sind oder nicht. Denn vor einer Trennung ist eh niemand gefeit. Und was hilft es den Kindern wenn die Eltern nur der Kinder wegen zusammen bleiben weil sie nunmal verheiratet sind und sich nur noch anfeinden. Die kriegen das mit!


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
no avatar
   Illiana
schrieb am 28.07.2013 19:10
Fibexi hat es für mich schön beschrieben. Genau die Ansicht habe ich auch. Für mich gehört es zum Leben dazu. Wie andere Leben ist mir größtenteils schnuppe.

Ich habe oft eher den Eindruck, als würden manche verbissen modern und individuell sein wollen und lehnen nur daher die Ehe ab, oder eben "nur" weil sie aus einem zerrütelten Haushalt kommen und Ehe mit was negativen verbinden.


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
no avatar
   Granatapfel
Status:
schrieb am 28.07.2013 22:13
Zitat
KronprinzessinCecilie
Was ich immer interessant finde: da rennen Paare, die nicht heiraten wollen, weil sie das Papier, die Zeremonie usw nicht wollen und überflüssig finden, völlig klaglos zum Jugendamt, um die vaterschaft anerkennen zu lassen usw.. das lese ich hier und in anderen Foren so oft.. Da bin ich doch lieber spießig verheiratet, als mir solche Umständlichen Wege anzutun.
Es hat doch eigentlich keiner gerne was mit dem Jugendamt zu tun.
Aber solche Paare gehen lieber ins Jugendamt, als zum Standesbeamten.

Neben der Ablehnung der Institution Ehe, die ich auch teile, gibt es noch einen wichtigen Aspekt. Ehe ist ein Vertrag und die Gesellschaft bestimmt den Inhalt und somit die Regeln fuer das zusammenleben von Verheirateten. Und die muss nicht jeder gut finden.

Es ist noch nicht so lange her, da durfte eine verheiratete Frau nur dann berufstaetig sein, wenn der werte Herr Gemahl es erlaubte und sie ihre haeuslichen Pflichten nicht vernachlaessigte.

Es ist nicht so lange her, dass eine Ehefrau nach Belieben von ihrem Ehemann vergewaltigt werden konnte, ohne eine Moeglichkeit das anzuzeigen.

Es ist noch nicht so lange her, da musste der Besserverdienende (meist Mann) dem anderen Ehepartner (meist Frau) im Fall einer Trennung lebenslang Unterhalt zahlen - fuer nix und noch mal nix, man muss es sich mal vorstellen, dauerhaft einen erwachsenen Menschen aushalten, der genauso haette selbst mal fuer den eigenen Unterhalt was tun koennen. Klar finden das viele Frauen schoen, weil sie dann schnell ausgesorgt haben - eigentlich ist das aber ein sehr menschenverachtendes Bild welches die Frau letztlich wie ein unmuendiges Kind ansieht, das auch wenn es nicht mehr in Gebrauch ist weiterbezahlt werden muss, weil es ja sonst nicht in der Lage ist fuer sich zu sorgen. Fuer manche Frauen war das ein Grund pro heiraten, fuer mich ist das ein Schlag ins Gesicht eines jeden selbstbestimmt lebenden Menschen.

Es gab und gibt immer noch vereinbarungen ueber das Zusammenleben in der Ehe, die so Vorschrift sind, die aber nicht jedes Paar teilt. Und das manchmal durchaus aus gutem Grund.

Und dann ist es viel sinnvoller, entsprechende Vollmachten, Testamente, Sorgerechtanerkennungen etc. vorzunehmen, so wie man das zusammen moechte, anstatt das Paket Ehe zu nehmen und nach fremden konservativen Regeln leben zu muessen, die man eben teilweise falsch findet.

Zitat
KronprinzessinCecilie
Ich verstehe immer nicht, warum Frauen zulassen, das die Kinder den Nachnahmen des Mannes annehmen, ohne Heirat.

vielleicht weil sie nicht immer nach finanzieller Absicherung und eigenem Vorteil ausschau halten? Mein Kind heisst wie mein Freund, weil es unser gemeinsames ist. Waeren wir verheiratet, haette ich seinen Namen auch nicht angenommen, da ich unter meinem bereits viel veroeffentlicht habe und der mir wichtig ist, mein Kind haette also so oder so anderen Nachnamen als ich. Wir sind uebrigens fast 20 Jahre gluecklich zusammen und es kostet uns laufend eine Menge Geld, nicht geheiratet zu haben - das ist uns unsere Freiheit und Selbstbestimmung wert!

Zitat
KronprinzessinCecilie
Wahrscheinlich werde ich jetzt gesteinigt, aber es haben sich nicht "die Zeiten total geändert" -sondern die Männer sind heute grundsätzlich bequemer, und müssen ja auch zum Kind teilweise jahrelang überredet werden...Ich sehe das als reine Beuemlichkeit und als "sich ein Hintertürchen offenlassen"

Hast Du mal daran gedacht, dass es immer mehr selbstaendige Frauen gibt, die genauso verdienen wie der dazugehoerige Mann und nicht auf seine Kohle und Absicherung aus sind?

Und das ist dann der Punkt an dem man anfaengt zu ueberlegen, ob die Ehe ueberhaupt den Wertevorstellungen des Paares entspricht. S. oben. Und vielleicht werden andere Regelungen bevorzunt, wenn die Ehe einem nicht ins Konzept passt. Das trifft vor allem auf emanzipierte Paare zu.


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
avatar    Nudeldickedeern
Status:
schrieb am 29.07.2013 08:18
Danke, granatapfel, für diesen Beitrag, den ich gar nicht fett genug unterschreiben kann.

Und nur, weil hier an irgendeiner Stelle der Diskussion die Vermutung geäußert wurde, Eheverweigerer und Eheablehner seien vermutlich selbst Scheidungskinder, oder hätten anderweitig unter zerrütteten Beziehungen der Eltern gelitten: meine Eltern sind (wie alle Tanten, Onkel und Großeltern auch) zufällig weiterhin höchst glücklich miteinander verheiratet.

Man kann also, wie z.B. ich, die Institution Ehe für sich selbst weitgehend ablehnen, selbst wenn man von glücklichen Ehen geradezu umzingelt ist und selbst in langjähriger, verbindlicher Beziehungen lebt. Mögliche Gründe dafür haben granatapfel und andere hier ja erläutert.

Ich denke, das Konstrukt "Ehe" hat in Zeiten des Patriachats den durchaus sinnvollen gesellschaftlichen Zweck erfüllt, Frauen und Kinder wirtschaftlich abzusichern, während sie gleichzeitig unter der "Aufsicht" eines Mannes standen (was viele Jahrhunderte lang ausdrücklich erwünscht und anders kaum denkbar war). Damit ist die Ehe ein Konstrukt der Vergangenheit, das heute nur noch dann eine gesellschaftliche (!) Funktion erfüllt, wenn die Frau wirtschaftlich (aus welchen Gründen auch immer), nicht unabhängig sein kann. Für Frauen über 40/50 ist statistisch betrachtet leider auch weiterhin der Heiratsmarkt weitaus lukrativer, als der Arbeitsmarkt.

Deswegen finde ich, es gehören andere, zeitgemäßere Familien- und Beziehungsmodelle her, die den zunehmend unabhängigen Frauen eine Alternative zu
a) wirtschaftlicher Abhängkeit von einem Mann und
b) wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Staat und
c) wirtschaftlicher Abhängigkeit von einem kulanten Arbeitgeber
auch in Zeiten der Schwangerschaft und Familienzeit bieten (d.h., wenn sie eben gerade nicht außer Haus arbeiten und für den eigenen Unterhalt aufkommen können, sondern Familienarbeit leisten). Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) wäre ein solches Modell, aber es gibt viele weitere.

In Skandinavien ist die Entscheidung für oder gegen ein Kind viel weniger eine Finanzielle, als hier in Deutschland. Dort bekommt eine Familie die Baby-Erstausstattung umsonst vom Staat, es gibt ausreichend Kita- und Krippenplätze und Frauen sind, anders als in Deutschland, bei der Gestaltung und Finanzierung ihrer Familienzeit weder auf die Kulanz ihrer Arbeitgeber, noch die Höhe ihres bisherigen Gehalts angewiesen ( [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Elterngeld_und_Elternzeit_in_Schweden]Beispiel Schweden[/url] ). Es ist dort viel selbstverständlicher als hier, dass die Männer auch Elternzeit nehmen und die Familienphase aktiv unterstützen. Und Frauen müssen auch nicht fürchten, mit Beginn der Schwangerschaft oder bei anschließendem Teilzeitwunsch im Job nur noch kleine, uninteressante Projekte und Aufgaben übertragen zu bekommen, wie es in Deutschland leider immer noch vorkommt. Aus meiner Sicht hat Deutschland schlicht und ergreifend ein grundlegendes Sexismusproblem und ist in dieser Hinsicht Jahrzehnte hinter fortschrittlicheren Ländern zurück geblieben.

Mein persönliches Fazit: die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau ist eine feine Sache und weit gediehen. Aber der Weg dahin ist noch weit und erst dann abgeschlossen, wenn Frauen sich nicht mehr zwischen Werten und Lebensmodellen, die ihnen selbst wichtig sind, und verschiedenen Formen wirtschaftlicher Abhängigkeit entscheiden müssen.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.13 08:29 von Pernille.


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
no avatar
   lala99
Status:
schrieb am 29.07.2013 08:58
Zitat
Illiana
Ich habe oft eher den Eindruck, als würden manche verbissen modern und individuell sein wollen und lehnen nur daher die Ehe ab, oder eben "nur" weil sie aus einem zerrütelten Haushalt kommen und Ehe mit was negativen verbinden.

Es ist traurig, dass es solche Ansichten gibt-gegenteilig könnte man dann ja behaupten, die verheirateten Paare tun dies nur, um ja nicht individuell, also ja schön zur Masse zu gehören? Beide Behauptungen finde ich schrecklich veraltet und würde wohl eher in die Zeit der 60er passen, als Frauen noch kämpfen mussten, um sich als Individuen behaupten zu können und ihre härtesten Konkurrenten, die wohlgesitteten Hausfrauen waren, denen von Kindesbeinen an eingeimpft wurde, Hausfrau und Mutter zu sein sei alles was sie zum Leben bräuchten und auch verlangen könnten.

Heutzutage sind diese Argumente (außer vielleicht zum Teil im ländlichen Bereich) doch eigentlich passe und jede/r sollte diese wahnsinnig persönliche Entscheidung für sich treffen, ohne dass andere ihre vorurteilsbehafteten Nasen rümpfen. Aber da wir leider nicht in einem Disneyfilm leben, wird es sowas eben immer geben... .

Und der Lehrerin, die meint, Kinder unverheirateter Eltern wären quasi aus zerrütteten Unterschichtfamilien möchte ich 1.ans Herz legen möglicherweise ihre Berufswahl zu überdenken, denn deine Vorbildwirkung hinsichtlich der von dir unterrichteten Kinder wage ich doch stark zu bezweifeln und möchte ich zum 2. danken, denn sie hat mich jetzt schon dazu angeregt meinen Kindern mal eine wirklich gute Schule mit vor allem qualifizierten Lehrpersonal zu suchen! Ich habe nämlich vor, meine Kinder zu weltoffenen Erdenbürgern heranzuziehen und nicht auszudenken, wenn so eine Person mit mangelnder Ausbildung im Vergleich zu der meinen ( Arschtritt), ihnen das einfältige Schubladendenken eintrichtert!


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
avatar    UschiBriest
schrieb am 29.07.2013 09:14
Zitat
babywunder2013
Ich finde, jedes Paar sollte für sich selbst entscheiden, ob es heiraten möchte oder nicht, egal ob Kinder im Spiel sind oder nicht. Denn vor einer Trennung ist eh niemand gefeit. Und was hilft es den Kindern wenn die Eltern nur der Kinder wegen zusammen bleiben weil sie nunmal verheiratet sind und sich nur noch anfeinden. Die kriegen das mit!

dem ist nix hinzuzufügen Das ist super
ich wollte selber nie heiraten - warum auch?! aber über die Jahre hat sich meine Meinung geändert. mittlerweile bin ich doch verheiratet...ich gebe zu, auch des Kinderwunsches wegen...ABER ich wollte sowieso nur ihn als Vater meiner Kinder und ich liebe ihn einfach *grins* dann konnte ich ihn auch heiraten grins und ich muß gestehen: die Ehe steht mir verdammt gut! hätte ich nie gedacht! trotzdem bin ich der Meinung, jeder soll machen was er will!!

ich verstehe allerdings nur nicht, das die Gesellschaft sich um so ein Thema "streitet", wenn aber ein homosexuelles Paar heiraten will und Kinder z.B. adoptieren will, dann regt man sich auf!!!! Blödsinn! Dumm! Sturr!

Jeder soll doch so leben, wie er will...wenn er niemanden damit schadet!!!


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
avatar    mave9
Status:
schrieb am 29.07.2013 09:58
Zitat: "Ich habe nur das Gefühl, dass das immer schlimmer wird und immer mehr Kinder in zestörten Familien aufwachsen."...

und das würde ein Trauschein ändern?!!!....aha!!! Starke Erkenntnis


Die Liebe und das Familiengefühl macht nicht ein Stück Papier aus...denn mehr ist es einfach nicht


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.13 09:59 von mave9.


  Re: Warum heiraten Paare heutzutage nicht mehr?
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 29.07.2013 10:29
Zitat
uschi0815

ich verstehe allerdings nur nicht, das die Gesellschaft sich um so ein Thema "streitet", wenn aber ein homosexuelles Paar heiraten will und Kinder z.B. adoptieren will, dann regt man sich auf!!!! Blödsinn! Dumm! Sturr!

Jeder soll doch so leben, wie er will...wenn er niemanden damit schadet!!!

Und genau das ist ja der Punkt: Homosexuellen Paaren wird vorgeworfen, Kindern zu "schaden". In meinen Augen ist das völliger Schwachsinn, aber wie will man das jemandem erklären, der genau vom Gegenteil überzeugt ist? Selbst mit zahlreichen Studien, die es ja mittlerweile gibt, lässt sich da nichts machen. Da wird dann einfach weiter unterstellt, dass die Studien von der "Homo-Lobby" in Auftrag gegeben wurden. Ich hab das Gefühl, dass die meisten so voller Hass (gegen was eigentlich?) sind, dass sie rationale Argumente überhaupt nicht interessieren.

Aber zurück zum Thema: Ja, ich wollte von Anfang an meine Frau heiraten. Meine Frau wollte absolut nicht, weil es hier ja keine Ehe sondern eine eingetragene Lebenspartnerschaft gibt. Also haben wir uns - ursprünglich - darauf geeinigt, dann zu heiraten, wenn wir auch eine richtige "Ehe" führen "dürfen". Tja, nun haben wir aber einen Kinderwunsch, und um letztendlich beide Eltern sein zu können, ist die eingetragene Lebenspartnerschaft Voraussetzung. Ich finde es schade, ich hätte gern noch gewartet, bis es keinen Unterschied zwischen hetero- und homo-Ehen mehr gibt. Aber die Stiefkindadoption darf man nur beantragen, wenn man in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt. Und all das, um spätestens 2 Jahre nach der Geburt unseres Kindes dann hoffentlich beide Eltern zu sein...




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