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  PCO, 2 FG, infektion nach AS - und nur noch angst, wut und frust!
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   kri1
schrieb am 26.06.2013 18:38
hallo mädels,

ich dachte, ich schreibe einfach mal meine geschichte auf. ich muss mich einfach mal "auskotzen".
ich weiß, dass es hier viele um einiges (!!!) schwerer haben, wenn ich mir eure geschichten so durchlese...
aber das muss einfach mal raus...

meine kiwu-geschichte ist quasi zweigeteilt:
ich war lange in einer beziehung mit einem mann, der mich bzgl. kiwu hingehalten hat, bis es dann (als ich zu meinem 30. tacheles geredet habe) vorbei war. in dieser zeit hatte ich eine schwere EL-entzündung und 2 (vermutete) leichte. eine BS mit chromo ergab, dass die EL durchlässig sind. die angst sitzt mir aber seitdem im nacken, umd beim kleinsten ziehen in der leiste renne ich in die ambulanz...

mein mann wünscht sich (fast) genau so sehr ein baby wie ich, wir versuchen es seit 2 jahren. vor 1,5 jahren dann diagnose PCO mit v.a. katastrophaler gelbkörperschwäche. metformin bekommen, radikal diät gemacht (trotzdem gesund, sogar wieder nach 16 jahren vegi-dasein fisch gegessen) und von gut 100kg auf 80 runter. frühling 2012 überweisung in kiwu-klinik, und bei den ersten tests dort kam raus: schwanger!
es sah aber von anfang an nicht gut aus, da die fruchthöhle unrund war und die hcg-Werte nicht genug stiegen. also wochenlang warten, bei 8+x dann AS. wie es mir danach ging, brauche ich ja nicht zu beschreiben.
dann, mein geburtstag im herbst: anruf von kiwu-klinik - wieder schwanger! prog.werte aber so unterirdisch (tests davor waren negativ, also habe ich utrogest abgesetzt), dass es richtig, richtig mies aussah. starke blutungen und GMSH kaum mehr vorhanden. zudem verdacht auf Eileiterschwangerschaft, also paar tage klinik, dann entlassen mit "drohendem abort" (weil man eh nichts machen konnte und Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen wurde). wieder wochen des wartens, dann wieder AS bei 8+x.
beide male lag es an genetischen ursachen (triploidie und monosomie x).

nach der 2. AS bekam ich dann eine gebärmutterentzündung, die mich dann nochmal mehr aus der bahn geworfen hat. ca. 13x antibiotika dieses jahr, mein immunsystem ist völlig hinüber, meine nerven sowieso. auch berufliche probleme bekam ich durch meine langen ausfälle, ich wurde versetzt und habe dann völlig den letzten halt verloren.

und wie so vielen hier habe ich fruchtbare angst, niemals mutter sein zu dürfen...habe ich eine so überschäumende wut auf alle, bei denen es "einfach so" klappt...könnte ich bei jedem kinderwagen, bei jedem babybauch v.a. einfach nur heulend und schreiend weglaufen und nur noch plärren "warum ich?".

nach der ganzen infektionsgeschichte wollte ich gar nicht weiter machen. auch die partnerschaft leidet extrem, weil ein normales "paar-sein" einfach nicht mehr möglich ist. mein mann ist sehr, sehr verständnisvoll, aber meinen hass auf die welt um mich herum kann er nicht ganz nachempfinden.

nun dürfen/wollen wir es im nächsten zyklus wieder versuchen, wenn der bakt. abstrich nicht schlechter geworden ist. aber ich habe einfach nur angst!

ich besuche eine selbsthilfegruppe zum thema, was mir schon ganz gut tut. auch an therapie habe ich schon gedacht, wobei ich aber 2 probleme habe: 1. denke ich auch über ado. nach (wenn das denn so einfach wäre...), und 2. ist es einfach verdammt schwierig, jemand guten zu finden. ich hatte auch beruflich mit dem thema psychotherapie berührungspunkte und habe da leider immer wieder schlechte erfahrungen gemacht.
auch die frauen aus der SHG haben fast nur negatives berichtet. unfassbare sätze wie "wenn sie nicht schwanger können, ist das ein zeichen ihrer psyche, dass es es gar nicht wollen."
sowas will ich mir auch nicht antun...

nun, ich ende hier mal, auch wenn ich noch seitenweise weiter jammern könnte.
lg, kris


  Re: PCO, 2 FG, infektion nach AS - und nur noch angst, wut und frust!
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   VeraBu
schrieb am 26.06.2013 19:48
Hallo kri1,
ich lese und schreibe eigentlich schon lange nichts mehr hier im Forum. Aber heute war ich doch mal wieder neugierig und las als erstes deine Geschichte. Nun fühle ich mich doch irgendwie ermuntert, dir zu antworten, denn meine Situation ist bzw. war ähnlich. Ich habe ebenfalls starkes PCO und eine lange Kiwu-Karriere hinter mir. Darunter 2 FG wie du, Verdacht auf Eileiterschwangerschaft war schon dabei, AS war schon dabei und und und. Ich habe in dieser Zeit ebenso wie du (und wie sicherlich auch viele andere hier) große Probleme mit meinem Mann bekommen. Alles drehte sich nur noch um Behandlungen und Termine und was wäre wenn wir dann doch schwanger sind.... oder was wäre wenn es nie klappt. Die beschriebenen Hassgefühle und die Verzweiflung wenn man einen Kinderwagen oder einen dicken Bauch sieht... all diese Worte hätten von mir stammen können zwinker
Doch ich habe diese Zeit hinter mich gebracht und stehe nun ganz anders da und es geht mir viel besser. Ich habe mich nämlich irgendwann getraut, eine Therapie zu machen. Ich hatte die gleichen Bedenken wie du vorher und zugegebenermaßen habe ich auch lange gesucht nach einem geeigneten Psychotherapeuten. Anfangs konnte ich gar niemanden finden, dann war ich bei einem Mann, bei dem ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt hatte. Aber irgendwann habe ich eine wirklich tolle Frau gefunden, die mir sooooo sehr geholfen hat, wie ich es mir nicht hätte erträumen können. Du solltest auf jeden Fall bei den Psychologen direkt anfragen, ob sie sich mit unerfülltem Kiwu auskennen. Ich habe zwar einige gefunden, die sagten, sie würden mich nehmen, aber ich hatte das Gefühl, so wirklich darüber bescheid wissen tun sie nicht. Meine Therapeutin hatte schon viele Frauen mit ähnlichem Schicksal in Behandlung und wusste somit, welche Behandlungen ich mache, was man da aushalten muss und wie man sich fühlt. Meine Therapie geht mittlerweile fast 4 Jahre und ist nun bald beendet. Ich habe mich wirklich sehr verändert (positiv), dass ich diese Hass- und Neidgefühle nicht mehr habe, obwohl ich immer noch kein Kind habe und ich wahrscheinlich auch keins mehr haben werde, denn mein Mann und ich haben uns auf den Weg zur Ado gemacht und sind nun fast anerkannte Bewerber und haben Aussicht, in den nächsten Monaten (oder in wenigen Jahren) Eltern eines Adokindes werden zu dürfen. Uns und ganz besonders mir geht es damit so gut, dass ich wirklich sagen kann, ich bin wieder glücklich und ich schaue optimistisch in die Zukunft und freue mich auf die Aufgaben, die mich erwarten.
Ich möchte dir mit meiner Geschichte nur zeigen, dass es irgendwo einen Ausweg aus deinem Teufelskreis gibt. Du musst nur einen Schritt dafür machen und dir helfen lassen. Wenn du noch Fragen hast, kannst du mir ruhig ne PN schreiben.
Liebe Grüße von Vera, die dich absolut versteht vertragen


  Re: PCO, 2 FG, infektion nach AS - und nur noch angst, wut und frust!
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   Rabenschleich
schrieb am 26.06.2013 22:18
Oh je, deine Geschichte klingt ja wirklich nach einer wahren Odyssee. *tröst*

Zum Thema Psychotherapie: Probier es doch einfach mal aus. Meines Wissens nach kannst du 3 probatorische Sitzungen beim Psycho-Doc nehmen, um zu testen, ob ihr menschlich zueinander passt. Und das bei mehreren Ärzten. Es muss also nicht so negativ sein, wie du befürchtest. Allerdings muss man schon ein wenig suchen, Geduld haben (ich weiß, das fällt beim Thema KiWu nicht so leicht) und darf sich nicht ins Boxhorn jagen lassen. zwinker

Viel Glück und viel Kraft
Rabenschleich




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