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  Mir wächst alles über den Kopf..
avatar  Preciosa
Status:
schrieb am 06.08.2012 20:56
Ich glaub ich muss mir mal ein paar Dinge von der Seele schreiben. Bin mir nicht sicher ob es nicht tw. im Kummerkasten besser aufgehoben wäre aber ich schreib es erstmal hier rein.

Vorweg: Wir hatten unseren ersten ICSI Versuch im Februar, der sich im März dann als Negativ heraus stellte. Ich bekam danach noch einmal meine Periode, seither nichts mehr.
Ich habe PCO und weiß das es mit Periode immer schwierig ist, aber bei den IUI Versuchen kam immer was und nun gar nichts mehr. Jetzt hab ich lange gewartet und muss nun über die große Hürde "endlich wieder im KiWu anrufen" springen. Wir hätten da ja noch Kyros....
Aber momentan hab ich wohl langsam aber sicher meinen längst überfälligen seelischen Durchhänger traurig

Zum einen weil uns momentan das Geld fehlt (bei uns in der KiWu kostet ein Kyro Versuch locker 1000€, weiß ja nicht wie das bei euch ist...) und wir haben für unsere ICSI mit den Kyros einfrieren knapp 2800€ gezahlt was uns schon hart an die finanzielle Grenze gebracht hat.
Nun haben wir uns entschieden mit offenen Karten zu spielen, haben den Freundeskreis eingeweiht (die haben es alle auch echt gut aufgenommen und ich bekomme liebe Worte und gedrückte Daumen die mir wirklich sehr helfen), meine Eltern und letztendlich auch seine Eltern weil ich keine Geheimniskrämerei wollte und zumindest seinen Vater immer als verständnisvoll usw. empfunden habe. Wir probieren ja schon seit 2009, sind seit 2011 in der KiWu in Behandlung.
Und jetzt spielen mehrere Probleme ineinander, die aber ein gesamtes, nämlich mein momentan psychisches Problem ergeben.
Das erste Problem ist natürlich das es nach mehreren IUIs und einer ICSI noch nicht geklappt hat. Naja für mich kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Zum einen haben wir noch Kyros, zum anderen noch 2 KK-Versuche und mein Mann hat schon gemeint er würde es danach auch weiter probieren, da brauch ich mir also keinen Kopf machen.
Das nächste Problem ist ein ganz typisches für die KiWu-Mädels, die Nachfragen von Mitmenschen (Nachbarn, Verwandtschaft, Freunde usw.) und alle gleichaltrigen Paare kriegen ihre Kinder ganz problemlos und man selbst guckt hilflos zu. Erschwert hat die Sache, daß die Nachbarin meiner Eltern gerade vor ein paar Wochen ihr zweites Kind bekommen hat, meine Mutter jetzt ständig mit neuen Baby-Stories ankommt und nicht versteht warum es mich nicht interessiert. Besonders hart finde ich, dass ich halt auch immer von ihr höre das sie ja weiss wie schwer das ist weil sie selber keine Kinder bekommen kann und die Geschichte ja auch durch hat (ich bin adoptiert). Aber wenn sie es doch weiss warum benimmt sie sich dann so?
Und dann die Familie meines Mannes die den Vogel abschiesst. Bruder direkt nach 2mo mit neuer Freundin werdender Vater, waren auch schon 2x hier (keine Frage ich freu mich aber halt keine 100%, irgendwo nagt ja schon der Neid wenn man es selber so lang versucht, da bin ich ehrlich). Die Mutter hat das aufgenommen als hätt ich ihr gesagt "ich hab gestern Kuchen gebacken" und seither kam nichts mehr. Aber der Schwiegervater is die Härte... wir waren letzten Dez. dort und haben erklärt was Sachlage ist. Seither NIX. Kein Telefonanruf, keine Nachfrage wie es uns geht. Nichts. Eine unpersönliche Karte zu Weihnachten, meinen Geburtstag komplett ignoriert, Mann zum Geb. nur eine Karte geschickt, kein Anruf wie all die Jahre vorher. Seither absolute Funkstille. Übrigens erster Satz nach der Problemschilderung war "von mir gibt es kein Geld".. als ob es mir da ums Geld bei ginge *grml* Mal abgesehen davon das Onkels und Kousinen zwar Mann, Bruder + dessen Freundin über Facebook adden, mich aber eiskalt schneiden (ohne von dem KiWu-Prob zu wissen).

Jetzt hab ich langsam echt das Gefühl das mir alles über den Kopf wächst, die Belastung durch den Kinderwunsch und die Behandlung, die normalen Reaktionen aus dem Umfeld und dieses "Du bist nichts wert und uns total egal"-Haltung der Schwiegerfamilie die mir ziemlich weh tut. Gerade hab ich das Gefühl das mir sogar die Kraft fehlt irgendwie weiter zu machen. Vor allem weil jetzt die Periode auch schon wieder so lang nicht kam und ich generell nur übel deprimiert bin und mich zu nix aufraffen kann traurig Ich glaub das ist tatsächliche die Depression die mir alle nach dem negativ vorausgesagt hatten und die kommt jetzt halt ein halbes Jahr verspätet. Musste das aber einfach mal los werden =/


  Re: Mir wächst alles über den Kopf..
no avatar
  waldfee124
Status:
schrieb am 06.08.2012 21:20
Liebe Preciosa,

ich kann deine Situation sehr gut verstehen. Eine IVF ist für eine Frau keine einfache Behandlung. Man stößt sehr oft an seine Belastungsgrenzen und ich denke, Du hast sie leicht überschritten.
Das Verhalten Deiner Familie kann ich nicht nachvollziehen, dazu kenne ich einzelen Personen nicht. Aber wenn Du Dich ausgestoßen fühlst, solltest Du Klarheit schaffen und die Personen direkt darauf ansprechen. Vielleicht gibt es ja auch plausible Erklärungen für ihr Verhalten.
Du solltest bei Deiner KiWuKlinik nach seelischer Unterstützung nachfragen, dass steht dir auch laut Krankenkasse zu.
Du darfst nicht von Dir verlangen stark zu sein und da durch zu müssen, nein, dafür gibt es Experten, die Dich in allem unterstützen. Du musst zur Ruhe kommen und Deinen Kopf frei bekommen, dann hast Du wieder Klarheit und kannst mit Deinem Mann überlegen, wie es weiter geht. Ich wünsche Dir ganz viel Mut und Kraft.

Ganz liebe Grüße
Die Waldfee


  Re: Mir wächst alles über den Kopf..
avatar  bettina1982
Status:
schrieb am 06.08.2012 21:24
Hallo,
Es tut mir sehr leid, das es dir so schlecht geht!
Ich habe. Heute auch mal in den "Kummerkasten" rein geschaut... Dort gibt es einige Tipps, wie man einen geeigneten Therapeuten findet. Vielleicht hilft dir das?
Leider kann ich dir nicht helfen!
bei deinen Schwiegereltern vermute ich mal, dass sie mit der situation überhaupt nicht umgehen können! vielleicht könntet ihr ihnen mal einen Brief schreiben oder so? Einen Schritt auf sie zu machen und signalisieren, dass sie für euch da sein können, ohne Geld zu bezahlen!?
Bei deiner Mutter denke ich, dass sie vielleicht auch eine ganz andere Einstellung zu der Sache hat: sie ist ja "auch" glücklich geworden, und denkt, dass es für dich ja auch so "einfach" sein könnte, wenn du dich nur damit "abfinden" wuerdest?
Ich weiß es natürlich nicht. Aus ein paar Zeilen kann man ja nicht die Menschen beurteilen, die hinter der Geschichte stehen, aber ich glaube, ein therapeuth könnte dir evtl. die Seite der anderen etwas öffnen und vielleicht findest du so wieder einen weg zu ihren?
Wie gesagt: es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht! Lass es nicht zum Dauerzustand werden! Das wird dich kaputt machen!
Alles gute!
Liebe Grüße
Bettina


  Re: Mir wächst alles über den Kopf..
no avatar
  Jennifer83
Status:
schrieb am 06.08.2012 22:02
Liebe Preciosa,

ich kann dich nur zu gut verstehen ...
Auch unser Kinderwunsch ist mittlerweile 3 Jahre alt und es wird immer härter, das alles zu überstehen... Haben nach unserer 1.IVF auch im Juni ein Negativ einstecken müssen und ich arbeite noch immer daran, dies zu verarbeiten. Es machen sich so viele Zweifel in mir breit.
Es ist so schwierig, damit umzugehen. Mittlerweile wissen auch bei uns viele Bescheid, d.h. viele Freunde (oder sind es nur Bekannte?) und auch einige aus der Familie. Doch ich merke immer wieder, dass nur die Leute mich verstehen, die momentan das gleiche durchmachen. Manche andere versuchen mich zu verstehen, doch unsere Situation nachvollziehen, das können nicht viele...
Dann gibt es die Menschen, die es gar nicht erst versuchen, oder nicht wirklich. Die einfach nur froh sind, dass bei ihnen alles läuft und dich das auch - sei es bewusst oder unbewusst - spüren lassen.
Bisher habe ich mich immer gewehrt Hilfe in Anspruch zu nehmen, ich denke, das schaffe ich so... Ich weiß nicht was besser ist; manchen hilfts, anderen wieder nicht, hängt wahrscheinlich sehr vom Terapeuten ab. Aber das muss jeder selbst wissen und irgendwie entscheiden...
Welchen Tipp kann ich dir geben? Was kann ich dir sagen? Ich schreibe dir, wie ich damit umgehe (und heute habe ich definitiv einen "guten" Tag erwischt, gestern war ich total am Boden), ob das der richtige Weg ist, weiß ich auch nicht...
Ich ziehe mich ziemlich zurück... Wenn ich merke, dass Menschen oder Begegnungen mir nicht gut tun oder meine Situation nicht nachvollziehen können oder wollen, meide ich den Kontakt. Klar, das geht nicht immer... aber oft. Babybesuche lasse ich mittlerweile oft fallen, d.h. ich gehe gar nicht hin, weil ich weiß, dass das mich einfach fertig macht und ich danach wochenlang traurig bin. Ich kapsele mich ab... Es gibt da einige wenige Personen, auf deren Hilfe kann ich zählen und darüber bin ich froh und das ist wichtig, Preciosa, dass du sie findest und sie dir Halt geben können. Was mir noch hilft ist Sport, ich kann abschalten und manchmal auch ein paar Minuten genießen ohne an den Kiwu zu denken, der mein Leben beherrscht!

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.
Fühl dich gedrückt und halte durch!
Liebe Grüße,
jennifer


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  Re: Mir wächst alles über den Kopf..
no avatar
  schwester-jenny
schrieb am 06.08.2012 22:51
Hallo Preciosa!

Kann dich echt gut verstehn, dass dir nach so langer Zeit die Kraft fehlt. Gibt es denn bei dir in der KiWu nicht die möglichkeit mit einem Psychologen zu sprechen? Ich weiß, der Weg dorthin ist nicht der leichteste, aber der Weg der hinter dir liegt war auch bisher alles andere als leicht und vielleicht würde dir das ja helfen.
Zu dem Verhalten deiner Verwandten fällt mir echt nix ein, lässt sich so natürlich auch schlecht beurteilen nach den Zeilen...wie seid ihr denn in der Vergangenheit zu miteinander zurecht gekommen?

Dass du dir Sorgen um die Finanzen machst, kann ich nur zu gut verstehen. Wir stehen auch vor der Entscheidung ob und wann die erste IVF geplant wird und beim Gedanken an die Kosten könnte ich jetzt schon die Hände über dem Kopf zusammen schlagen...erst recht, wenn ich dann hier lese, was es euch gekostet hat :/ Wobei aber 2800€ echt ne Menge ist oder?




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