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  KiWu und Partnerschaft
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   unangemeldet
schrieb am 13.06.2010 14:40
Hallo ihr Lieben, heute schreibe ich mal anonym, weil ich es mir lieber ist.....


mich würde mal interessieren, wie die Partnerschaft in der Zeit der KiWuBehandlung läuft.
Bei uns steht immer wieder das Thema im Raum, bzw. ich bekomme das Vorgehalten und höre solche Sachen raus wie:

- Ich fixiere mich zu sehr auf das Thema Kind.
- Ich werde nur glücklich, wenn ich ein Kind bekomme.
- Die Partnerschaft ist nur zweitrangig. Ich bin nur mit meinem Mann zusammen, weil ich einen Kindsvater brauche.
- Ich beschäftige mich zuviel mit dem Thema, ein Kind ist doch nicht alles....

und noch so ein paar Dinge mehr.....

ABER
- ich habe auch oft das Gefühl, dass sich die Männer nicht so "betroffen" fühlen, weil einfach nicht so damit beschäftigt (müssen ja meistens nicht dauernd zur Untersuchung, müssen keine Medis nehmen, haben keine Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme-Frust-Trauer-Hitzewallungen....)
- wenn mein Mann sich ein neues Elektrogerät kaufen möchte, dann recheriert er doch auch ausgiebig und wochenlang
- ich fühle mich unverstanden, weil ich das Gefühl habe nicht am gleichen Strang zu ziehen - ich tue mehr für unseren Kinderwunsch als er (viele Arztbesuche-Ursachenforschungen....)
- habe das Gefühl die Partnerschaft damit zu sehr zu belasten - am liebsten würde ich alles alleine machen und heimlich machen, damit mein Mann nicht zu sehr belastet wird und dann vielleicht "abhaut"....

und noch so ein paar Dinge mehr....

Wir reden oft über das Thema und eigentlich ist es angeblich alles immer kein Problem, ......hhmm.. komisch, warum ist dann die Stimmung so schlecht? Und warum fühle ich mich damit allein gelassen?

Wie geht es euch denn so?

lg


  Re: KiWu und Partnerschaft
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   gelöschter User
schrieb am 13.06.2010 14:54
Hallo,

ich glaube du hast schon Recht - als Frau steigert man sich da mehr rein, weil man es ja auch ständig "spürt" (Unwohlsein, Nebenwirkungen der Medikamente etc.) und auch ständig daran erinnert wird, weil man ja nach den Versuchen nichts heben soll, sich nicht stressen und möglichst nicht daran denken soll. Leider geht das gar nicht. traurig
Mein Mann leidet schon mit, kann aber auch ganz gut abschalten und außerdem ist er sowieso der Meinung, dass es "kommt, wie es kommen soll" und die Aussichten besser sind, wenn man nicht die ganze Zeit dran denkt. Naja.

Ich finde es auch sehr belastend - aber ändern kann man es wohl kaum.

LG
mimi


  Re: KiWu und Partnerschaft
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   Maiar
Status:
schrieb am 13.06.2010 15:03
Hallöchen,

also dein Beitrag hätte auch eins zu eins von mir kommen können zwinker Wir stehen grade kurz vor dem Beginn unserer 3.ICSI & ich frage mich, ob ich das für uns beide mache, oder nur für mich!

Naja, ich hatte dementsprechend oft auch schon das Thema mit meinem Partner...ich denke meistens sind sie nicht mit Absicht so "unsensibel", wie es sich für uns (leider) anfühlt! Sie gehen nur einfach anders mit dem Thema um!

Das eine Problem ist, dass sie nicht in Betracht ziehen wollen, dass es nicht klappen könnte (denn die Folgen wären ja unter Umständen sehr gravierend, d.h. sie gehen meist davon aus, das es "irgendwie" schon in "irgendeinem" Versuch klappt - und schließlich stehe ja die Partnerschaft an erster Stelle - wie oft und von wieviele anderen KIWU Paaren habe ich das schon gehört inkl, von meinem Freund! Reiner Selbstschutz, weil wenn es nicht klappt, dann könnten wir ja einen anderen Weg evtl ohne sie - einschlagen).

Dazu kommt noch, ein Versuch ist erst aktuell wenn es losgeht (wenn man Glück hat bei Stimubeginn), aber eigentlich erst bei der PU! Die Männer machen ja nicht das durch, was wir physisch und psyschich durchmachen! Insofern haben sie auch Probleme das nachzuvollziehen!
Wenn sie sich ein Elekttogerät kaufen, dann ist das was, was sie kennen & wo sie wissen was sie erhalten (damit können sie sich wochenlang bis zum Kauf veschäftigen).
Auf ein Kind freuen sie sich auch, aber da spielt halt auch ein Unsicherheitsfaktor mit, sie wissen nciht wirklich was auf sie zukommt!

Als ich in der 7.SSW meine Eileiterschwangerschaft hatte mit OP und allem drum und dran, brauchte mein Schatz auch erst eine Weile bis er verstanden hat, was wir da verloren haben & jetzt vor dem neuen Versuch...naja, zittere ich auch mind. bis zum Stimubeginn alleine!

Der Mann meiner besten Freundin war noch schlimmer, er konnte sich erst richtig emotional an seinem Baby freuen, als er es im Arm hatte! Die ganze erste Schwangerschaft war für ihn nicht wirklich greifbar - er konnte es nicht nachvollziehen!
(Beim 2.Baby war das dann übrigens anders!).

Leider hilft wirklich nur in Abständen reden (nicht zu viel, sonst fühlen sich unsere geliebten Männer unter Druck gesetzt - dabei müssen wir ja alles durchstehen, aber egal!), und eine gute Freundin bei der man sich ausheulen kann!
Achja, und eine Auszeit wo ihr was gemeinsames unternehmt wirkt auch immer wieder Wunder!

Drück dich....LG


  Re: KiWu und Partnerschaft
avatar    Laulau69
schrieb am 13.06.2010 16:21
eune ganz schwieriges thema.
du, anonyma, hast geschrieben, dass du in den debatten einige sachen raushörst. deshalb frag ich mal vorsichtig nach – sagt dein mann all das oder denkst du nur, dass er so denkt?

mein mann und ich reagieren auch unterschiedlich auf die versuche (wir haben 4 IVFs hinter uns), aber eben genau so verschieden, wie wir sind. ich denke viel zu viel über das thema nach, mein mann ist irgendwie ruhiger und weniger selbstbeobachtend.
aber so sind wir auch sonst - insofern kenne ich diese unterschiedlichkeit. (wenn es ginge, hätte er vermutlich die behandlungen gemacht, weil er viel weniger rumhirnt als ich).
gleichwohl hab ich einen sehr verständnisvollen mann zu hause. je länger unsere behandlung dauert, desto mehr leidet er mit. mich überrascht das fast, ich dachte, es gebe da abnutzungserscheinungen - dass er aufgeben will oder so. er ist es auch, der gesagt hat, wir machen weiter, so lange wir das wollen. er geht mit zu allen ultraschalluntersuchungen mit, zu folli-TV und sogar zum BT - anfangs war mir das nicht so wichtig, aber er tut es. inzwischen ist es mir auch wichtig.
ich glaube, er weiß ganz genau, wieviel die frauen bei diesen kiwu-sachen leisten… (mal von TESE-männern abgesehen, dass ist sicher auch heftig).
aber ganz ehrlich: vorwerfen können wir den männern unsere starke belastung nicht. es geht nun mal auch nicht anders. aber sicher mangelt es einigen männern am vorstellungs- und einfühlungsvermögen. und wenn sie sich schon nicht selbst spritzen müssen oder fett werden oder schlaflos sind – sie könnten dann und wann wenigstens mal DANKE sagen.
haben wir schließlich auch verdient
lieben gruß, winkewinke


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  Re: KiWu und Partnerschaft
no avatar
   Lucccy
schrieb am 13.06.2010 16:42
Hallo,

ich würde auch sagen: redet mehr miteinander und erzähl ihm auch, dass Du das Gefühl hast, es wäre nicht alles ok.

Wir gehen zwar auch unterschiedlich mit dem Thema um, aber ich weiss, dass mein Mann das Kind genauso möchte und dass jeder Fehlversuch in genauso runterzieht wie mich. Er hat während der Behandlung keinen Termin verpasst (egal ob es ein Termin für uns oder nur für mich war) und war selbst zum Spritzen abends immer in meiner Nähe. Es herrscht für mich immer ein gefühltes Gleichgewicht beim "was für den Kiwu machen", auch wenn ich mich intensiver damit beschäftige.

Und eventuell solltet Ihr auch mal über die Frage sprechen, wie weit ihr gehen wollt. Wieviel von Deinem Leiden (Arztbesuche, Medikamente, ...) kann er ertragen? Was sind Alternativen zum eigenen Kind?

Viel Erfolg für Eure Gespräche.

Guß Lucccy


  Re: KiWu und Partnerschaft
avatar    Varis
schrieb am 13.06.2010 17:19
Hallo Unangemeldete,
ich kann Deine Sorgen völlig nachvollziehen. Mein Mann ist bei „privaten Sachen“ ziemlich schweigsam. Und ich fühle mich deswegen auch oft alleine, weil eben nur ich damit beschäftigt bin. Wenn er mit zum Arzt kommt, wirkt es so, als sei es ihm total egal, so dass ich schon befürchte, der Arzt denkt, nur ich will Kinder und nötige das alles meinem Mann auf.

Aber einerseits sagt er mir auf Nachfrage immer wieder, dass er auch Kinder möchte, andererseits versuche ich, ihn so weit wie möglich einzubinden (mit zum Arzt nehmen, beim Pieksen helfen, meine Gedanken/Sorgen/Nöte mit ihm besprechen), was er auch gerne mit sich machen lässt. Natürlich versucht er ab und an, mich darauf hinzuweisen, dass es vielleicht auch ein Leben ohne Kinder geben könnte, aber das macht er vor allem, um mich zu schützen, weil er sieht, wie schwer es für mich ist, und nicht, weil er meine Mühen gering schätzt oder mir den Kinderwunsch gänzlich ausreden will.

Ich wünsche Dir viel Glück!


  Re: KiWu und Partnerschaft
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   unangemeldet
schrieb am 13.06.2010 17:26
Hallo Laulau,

nun, ich bilde mir das nicht ein, und ich habe ja schon oft mit ihm darüber gesprochen. Ich weiß ja, dass er wahrscheinlich den ganzen Prozess nicht so nachvollziehen kann, weil er eben nicht so eingebunden ist , aber ich merke, dass er sich irgendwie "leid" tut, dass ich das, was er alles so macht oder mitmacht nicht schätze. Nach dem Motto, er war doch schon mal beim Urologen und beim Internisten, warum sollte er dann nochmal gehen.... nur weil das Spermiogramm diesmal noch viel schechter war? Und wie, er soll an die Lebensgewohnheiten nochmal überdenken, er badet doch schon gar nicht mehr heiß. Oder: ich bin doch mit dir zum Ultraschall gefahren...... das freut mich ja alles, aber für mich ist das eigentlich eine Selbstverständlichkeit! Ich würde da keine Minute darüber nachdenken, das alles nicht zu tun, wenn ich er wäre...denn schließlich will ich ja auch ein Kind und da ists doch normal, dass dazu zwei gehören. Beim GV machen ja auch beide mit, sonst entsteht eh kein Kind, deshalb bin ich wohl auch etwas sauer!

Ich finde auch, dass vielleicht ein DANKE schön wäre. Stattdessen habe ich das Gefühl DANKE sagen zu müssen, für all die Opfergaben....traurig

sorry, hört sich jetzt alles dramatischer an als es wahrscheinlich ist, aber ich weiß halt auch nicht, wie ich damit umgehen soll.....
Ich dachte halt, wir würden beide gleich stark ein Kind haben wollen und ich kann ja auch nichts dafür, dass ich nun halt mal schon 38 Jahre alt bin und nicht mehr 30.....

danke allen fürs Zuhören und beRatschlagen!!

lg


  Re: KiWu und Partnerschaft
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   Andrina
schrieb am 13.06.2010 19:35
Liebe Unangemeldet
Ich glaube, dass es sehr vielen Paaren während dieser schwierigen Zeit ähnlich geht wie Euch. Bei uns ist das auch so und ich denke, dass die Männer sich anders verhalten als wir es wünschen, weil sie es kaum ertragen uns leiden zu sehen. Es tut Ihnen einfach weniger weh, wenn sie wegschauen können und sich mit elektronischen geräten befassen. Manche denken vielleicht auch, dass wir das so gut machen mit all den Spritzen und US und PU, dass wir sie gar nicht brauchen und sie ja sowieso keine Hilfe sind. Männer denken immer Hilfe sei, wenn Sie uns etwas tragen helfen oder so, aber dass emotionale Unterstützung auch Hilfe ist, das ist irgendwie bei den Männern noch nicht angekommen. Ich habe meinem Mann in diesem ganzen Kinderwunsch-Projekt feste Aufgaben zugeteilt, die er sehr zuverlässig erledigt und bei denen ich mich extra etwas unbeholfen anstelle, damit er das Gefühl bekommt wirklich eine grosse Entlastung zu sein. Er holt zum Beispiel immer die Medikamente in der Apotheke, macht immer den Papierkram mit der Krankenkasse, meldet mich auch schon mal beim Arzt an und telefoniert sich da die Finger wund usw... Ich glaube wir müssen unsere Männer dort einspannen wo sie Ihre Stärken haben, und die sind nun mal bei den meisten nicht beim "drüber reden".
Liebe Grüsse und alles Gute
Andrina


  Re: KiWu und Partnerschaft
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   karmaxxl
Status:
schrieb am 13.06.2010 19:39
Hallo, ich möchte mich auch mal zu diesem Thema äußern!
Ich denke das für einige Männer das nicht so nachzuvollziehen ist was wir emotional durch machen, da wir ja nicht wie beim pieksen "Aua" sagen! Wir machen uns ja nicht jedesmal bemerkbar wenn uns das Thema beschäftigt und das kann manchmal 24h am Tag sein! Sie können ja nicht in unserem Kopf schauen, wieviel wir und was wir über dieses Thema denken!!!!!
Und ins geheim haben die Männer ja auch manchmal ein wenig recht, wenn sie wieder sagen "Setz dich nicht so unter Druck und du denkst darüber viel zu viel nach"!! Wir wissen es ja selber, haben ja nur noch nicht den Hebel dafür gefunden! Wenn mein Mann diesen Satz mal wieder sagt, stelle ich mich vor Ihm und sage immer "Hast du den Schalter dafür denn gesehen bzw. schon gefunden! Und dann müssen wir beide wieder lachen!!! Und manchmal ist es auch so dann spreche ich Ihn an und frage Ihn wie machst du das bloß. Und er fragt "WAS"! Ich sage dann: " Ja nicht über KIWU jede Minute nach zu denken! Und darauf sagt er immer ich denke schon darüber nach aber ich habe diesen Hebel den ich dann umlege! Und dann sage ich immer den haben sie vergessen bei mir einzbauen!
Also was ich damit sagen will ist das wir das Thema auch mal Lustig nehmen! Was aber nicht heißen soll wir nehme das Thema nicht ernst, in andere Momente sprechen wir auch ernsthaft über das Thema!!

Und KIWU ist für eine Partnerschaft eine hohe Herausforderung, die man sich auch bewusst annehmen muss, sagte mein Arzt damals im Erstgespräch! Und fragte uns dann ob wir beide bereit dafür sind! Mein Mann hat ein schönes deutliches "JA" rausgebracht! Und das fand ich echt super!

Und ich glaube das jede Partnerschaft dies auch schafft bzw. schaffen kann, nur wir Frauen müssen halt lernen das Männer alles immer anders sehen! Aber dafür haben wir ja Freundinen und auch solche tollen Forum wo wir unsere Sorgen und Ängste austauschen!!!


  Re: KiWu und Partnerschaft
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   gelöschter User
schrieb am 14.06.2010 09:32
Huhu!
Vor allem pumpen sich die Männer ja au net so mit Hormonen voll,dass sie quasi emotional überlaufen!
Dazu kommt, dass wir uns einfach viel intensiver mit dem Thema beschäftigen, weil mit uns meist viel mehr angestellt wird!
Und mal ehrlich, die meisten Männer haben doch schon nen Professortitel verdient, wenn sie wissen, was Eierstöcke sind, und das frau im Idealfall 2 davon hat!
Sie müssen unseren Kummer mit tragen, und irgendwer muß doch stark sein!
Wenn wir mies drauf sind, wollen sie uns aufmuntern, und wenn wir dann mal gut drauf sind, wollen sie uns nicht wieder runterziehen.
Und sie sind hilflos! Sie können nichts tun, außer warten, wie wir.

Es ist nicht immer einfach, weil man das Gefühl hat, die Trauer, Wut und Angst sei im Ungleichgewicht.
Männer haben da dann einfach andere Sorgen. Sie fragen sich, wieso ihr SG so schlecht ist...was habe ich vielleicht getan irgendwann mal, hatte ich eine Unfall, bin ich "da" drauf gefallen, war ich mal krank??
Die Angst ohne Kinder dazustehen ist auch so groß, aber die meisten Männer haben da wirklich einen Schalter (ich will auch einen), sie sidn wohl einfach etwas rationaler!

Manchmal sind es kleine Dinge, kleine SÄtze die sie sagen, die man sich ins Gedächtnis rufen muß!
Meiner sagte zB ganz am Anfang, als wir über die ganzen Finanzen und so gesprochen haben (das Geld, wass jetzt für die ganzen Behandlungen drauf geht, war eingentlich zur Renovierung und Sanierung unseres Hauses gedacht), und ich ganz doof aus Spass meinte "Tja, da müssen wir uns wohl entscheiden, Haus oder Kind"
Seine Antwort war:" Mir egal, dann ziehen wir wieder in ne Wohnung!Ein Kind steht bei mir an erster Stelle!"


  Re: KiWu und Partnerschaft
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   twister97
Status:
schrieb am 14.06.2010 10:20
Hallo,

das Thema "KiWu und Partnerschaft" ist auch bei uns schwierig.

Wir sind momentan in der Pause zw. der 1. und der 2. ISCI und haben auch in letzter Zeit viele Diskussionen gehabt, das ich mich alleine gelassen fühle. Man muss dazu sagen, dass mein Mann eine TESE machen lassen musste, damit wir überhaupt Spermien haben und er mir aber auch erst nach heftigen Streiterein gestanden hat, das er sich dafür schuldig fühlt.

Man muss aber über meinen Mann sagen, dass er schon mit zu allen Untersuchungen kommt und hat mich auch überall hingefahren hat und auch die Medikamente abgeholt hat. Trotzdem hatte ich auch das Gefühl, es interessiert ihn nicht so stark ob es klappt oder nicht.

Nach einigen Streiterein musste ich aber einsehen, dass wir nur von unterschiedlichen Seiten rangehen. Wie meine Vorrednerinnen auch bestätigen, sind Männer eher rational und können sich da nicht so hineinversetzen. Außerdem sind Überkeit, Stimmungsschwankungen und andere Wehwechen schlecht nachvollziehbar für Männer.

Das ich mich zu sehr auf das Thema versteife, musste ich mir auch schon anhören. Aber es ist auch schwierig, wenn eine Freundin nach der anderen schwanger wird und man selber wird es nicht und es gibt auch keine Hoffnung, dass es ohne Ärtzte klappen könnte. Zum Glück gibt es das Forum und auch eine Freundin, die das gleiche Problem hat (allerdings sind bei ihr schon 2 ICSI und 2 Kryos fehlgeschlagen). Daher kann ich meinen Mann ganz gut in Ruhe lassen.

Im Moment haben wir uns auch geeinigt es wirklich ruhiger angehen zu lassen und auch so unser Leben zu leben (aber nur bis Ende Juli, wenn es wieder losgeht). Er hat mir auch deutlich gemacht, das ihm einige meiner Verhaltsweisen beim letzten Versuch nicht gefallen haben (zu lange Arbeiten, viel Streß, zu früh wieder Sport getrieben usw.). Ich habe ihm versprochen beim nächsten Versuch mehr Ruhe walten zu lassen und auch mehr auf ihn zu hören. Dafür muss er dann wieder meine Stimmungen ertragen und darf mich wieder überallhin begleiten.

Ich finde, man muss in der Zeit auch etwas sensibler und aufmerksamer für die Männer sein. Meiner versucht eher unauffällig mich zu unterstützen. Er ist nicht der Typ, der mich nach der PU-Narkose streichelnd wieder aufweckt. Er ist eher der Typ, der mit seinem Rechner oder ´ner Zeitung daneben sitzt und mich irgendwann fragt, ob ich wieder wach und klar bin. Aber ich hab ihn mir ja mehr oder weniger ausgesucht und wusste worauf ich mich einlasse.

lg twister97


  Re: KiWu und Partnerschaft
no avatar
   unangemeldet
schrieb am 14.06.2010 11:08
Hallo zusammen,

danke für eure Antworten. Es hilft mir zu wissen, dass nicht nur bei uns ein bisschen der Verständniswurm drinn ist.

Gestern habe ich dann nochmal ein Gespräch geführt....
dabei kam wieder unmissverständlich zu Tage, dass der totale Kinderwunsch nur auf meiner Seite liegt und mein Mann, falls es kein Kind gibt, daran nicht zerbrechen wird.
Bei ihm steht der KiWu nicht an 1. Stelle. Als ich ihn kennengelernt hatte - vor 6 Jahren - wollte er noch gar kein Kind, jetzt ist es zumindest so, dass er sagt, ein Kind wäre auch für uns sehr schön! ABER ich glaube, er hat Angst, dass ein Kind auch anstrengend ist und dass nicht immer alles rosarot ist.... und dass er dann vielleicht von seinen persönlichen Freiheiten was hergeben muss. Das macht mich etwas traurig, denn nun ist ja klar, dass eigentlich nur ich so "Kindernärrisch" bin und erstmal fast alles aufs Spiel setzen werde um diesen Herzenswunsch zu erreichen.
Habe ich den falschen Mann geheiratet? Man muss dazusagen, dass wir eigentlich auch nur wegen der KiWu geheiratet haben - deshalb wundert mich seine Aussage schon ein bisschen. Um das nicht falsch zu verstehen... ich bin auch der Typ, der es ohne Hochzeit in der Partnerschaft aushalten kann und an die Liebe ohne Ehe glaubt (und auch gebranntes Scheidungskind....)
Irgendwie bin ich ganz schön durcheinander und überlege ob an meinem Wunsch was nicht stimmt.
Es kam auch die Befürchtung bei meinem Mann auf, dass ich mein ganzes Lebensglück in einem Kind sehe. Wird der Wunsch nicht erfüllt, dann werde ich nie glücklich sein und er wird immer an 2. Stelle stehen..... Klar, das sehe ich nicht so, denn ich weiß ja, dass es auch sein kann, dass ich kinderlos bleibe, dann muss halt ein Plan B her, aber bis dahin will ich den Traum nicht aufgeben.....

schwierig, schwierig


  Re: KiWu und Partnerschaft
no avatar
   MajaB
schrieb am 14.06.2010 12:12
Hallo Unangemeldete,
ich kann dich gut verstehen. Unser KIWU besteht schon seit 6 Jahren. Und mir ging es so wie dir, dass ich den Gedanken nie Kinder zu haben nicht ertragen konnte. Es war ein Gefühl, als ob ich in ein schwarzes Loch falle und einfach schrecklich. Ich bin dann damals mit meinem Mann zu einer systemischen Beraterin gegangen, die sich auf KIWU spezialisiert hat. Geholfen hat mir danach sehr, innerlich einen Schritt zurückzugehen und mich zu fragen, was der Grund dafür sein könnte unbedingt ein Kind zu haben. Ist es der Grund gut in die Gesellschaft zu passen? Oder weil ich Aufmerksamkeit möchte? Oder weil ich einfach meinen Willen haben will? Das hat mirsehr geholfen. Ausserdem steckt frau ja auch in einem Prozess. Mittlerweile kann ich auch darüber nachdenken keine Kinder zu haben und ich falle nicht mehr in das schwarze Loch. Dennoch ist es mein größter Traum. Ich kann emotional anders damit umgehen.
Dein Mann kann es sich gut vorstellen auch ohne Kinder zu leben. du nicht. Ihr steht emotional an zwei verschiedenen Punkten. Wichtig ist auch dass du deinem Mann Verständnis entgegenbringst, denn er fühlt sich wahrscheinlich auch von dir missverstanden, so wie du von ihm. Vielleicht fragst du ihn auch nach seinen Wünschen und Vorstellungen? Oft redet man in einer Partnerschaft aneinander vorbei und grade was so ein sensibles Thema wie der KIWU angeht!
Ich wünsche dir alles Gute
Maja




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