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  Kinderlos nach Chemo
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  Schnecke2001
schrieb am 24.11.2009 10:59
Hallo liebe Leute,

ich bin ganz neu hier und bräuchte mal Eure Hilfe...

ich bin jetzt 31 Jahre alt und vor 10 Jahren hatte ich das erste mal Krebs (Morbus Hodgkin, Lymphdrüsenkrebs). Vor 8 Jahren hatte ich ein Rezidiv, aber seit ca. 7 Jahren bin ich in Komplettremision, soll heißen gesund. Nach der ersten Chemotherapie vor 10 Jahren setzte meine Menstruation erwartungsgemäß aus und begann wieder als die Therapie abgesetzt wurde. Schien alles paletti zu sein, wobei damals die Qualität meiner Eierstöcke/Hormone etc. nicht getestet wurden. Nach meinem Rezidiv und der Hochdosis-Chemo war alles irgendwie anders. Ich bekam meine Tage nicht mehr und jetzt kann ich keine Kinder mehr bekommen. Mit meinen damals 23 Jahren war ich schon in der Menopause, Depressionen inklusive. 2 verschiedene Ärzte haben mir bestätigt, dass ich keine Kinder kriegen kann. Fragt mich nicht, warum man nicht VOR der Chemotherapie Maßnahmen ergriffen hat um mir doch eigene Kinder zu ermöglichen, wahrscheinlich war man damals mehr damit beschäftigt, mir das Leben zu retten. Ich selbst bin schon immer etwas spätreif gewesen, an Kinder habe ich damals noch keinen Gedanken verschwendet. Dafür jetzt umso mehr... Hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich und kann mir berichten, wie das mit dem Kinderwunsch ausgegangen ist? Ich war bei meiner Ärztin, ihre Erklärung warum ich denn nun keine Kinder mehr kriegen kann habe ich nicht so recht verstanden - vielleicht wollte ich es auch nicht verstehen. Es hat irgendwas damit zu tun, dass mein Körper nicht genug Hormone produziert und meine Eierstöcke sind wohl auch irgendwie am @#$%&. Wenn ich richtig verstanden habe kann in meinem Körper kein Kind aufwachsen. Versteht mich bitte nicht falsch - dass ich keine Ahnung von meiner Diagnose habe hat nichts damit zu tun, dass ich kein ernsthaftes Interesse an Kindern hätte. Vielmehr ist es die Angst die mich abhält zu verstehen. Ich hoffe manchmal immer noch, dass meine eines Tages einfach wieder kommt und alles normal ist... Ich möchte eigentlich nicht darüber nachdenken, werde es aber wohl oder übel machen müssen. Das Problem ist, dass wir momentan keine Kinder wollen, daher haben wir uns auch noch nicht genau erkundigt über die Möglichkeiten, wenn wir überhaupt welche haben. Mein Mann und ich habe uns aber schon über Adoption unterhalten, das wäre eine Lösung für uns. Aber da müssten wir schon jetzt den Antrag stellen, da eine Adoption bekannterweise sehr lange dauert. Demnächst wollen wir auch mal einen Termin beim Kinderwunschzentrum Wiesbaden machen. Allerdings wäre alles nur theoretisch, denn momentan würde ein Kind noch nicht in unser Leben passen. Ich merke aber, dass wir so langsam aber sicher bereit dafür wären und es war schon immer klar, dass wir irgendwann einmal Kinder wollen.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen!
Schnecke2001


  Re: Kinderlos nach Chemo
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  Whity
schrieb am 24.11.2009 11:15
Hall Schnecke,
zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu erfolgreichen Genesung. Das ist fantastisch.
Zu den Fragen, dass VOR deiner Behandlung nichts gemacht wurde, meine ich zu wissen, dass die Gefahr recht hoch ist, dass der Krebs durch Hormonunterstützung sich verschlimmert. So, wie die Follikel stimuliert werden, kann sich auch das bösartige Wachstumn ausbreiten, deshalb steht das Leben zu retten tatsächlich an erster Stelle. Hängt aber sicher auch von der individuellen Geschichte ab. Bei Lympfknoten könenn aber tatsächlich Tage zählen...
Mit dem Besuch einer Kiwuklinik seid Ihr sicher auf dem richtigen Weg. Vielleicht weiß aber auch das Team dieser Seite, wer da der beste Ansprechpartner ist?
Liebe Grüße.


  Re: Kinderlos nach Chemo
avatar  Lectorix
Status:
schrieb am 24.11.2009 11:25
Liebe Schnecke,
es bringt leider nicht sehr viel, nachzugrübeln, warum vor der Behandlung nichts gemacht wurde. Ihr müsst mit der Situation jetzt umgehen. Ich kann übrigens gut verstehen, dass es momentan nicht reinpasst, ihr euch aber Sorgen macht, dass es z.B. mit einer Adoption nichts wird, wenn ihr euch nicht jetzt um einen Antrag kümmert. Das ist eine schwierige Entscheidung, vor der ich auch mal stand, was unsere Kinderwunschbehandlung anging. Wir haben damals unsere Behandlungen um ein Jahr vertagt, aber sind sie dann letztlich doch angegangen, da wir Sorge hatten, zu alt zu werden und unsere Chancen drastisch zu verringern. Es gab auch Zeiten, wo wir uns einen Adoptionsantrag überlegt haben und wir waren zu dieser Zeit zu einer Adoption nicht bereit, daher haben wir's gelassen.

Was auch noch als Option für euch in Frage käme, wäre eine Eizell- oder Embryonenspende. Es mag sein, dass dein eigener Hormonhaushalt durch die Chemotherapie ziemlich torpediert wurde (bekommst du eigentlich eine Hormonersatztherapie? Bitte mal deine behandelnden Gynäkologen drauf ansprechen, das wäre in deinem Alter wichtig!), und auch die Chromosomen der Eizellen maßgeblich geschädigt sein könnten. Nimmt man aber die Eizellen einer anderen Frau und die Spermien deines Mannes, sollte es mit entsprechender hormoneller Unterstützung möglich sein, dass du eine Schwangerschaft austrägst. Eizell- und Embryonenspenden sind in Deutschland rechtlich nicht möglich, aber es gibt genügend Nachbarländer, wo sowas gemacht werden kann und auch hier im Forum sind nicht wenige Paare, die sich für diese Möglichkeit erfolgreich entschieden haben.

Schlecht ist auf jeden Fall die Idee nicht, dass ihr euch in einer Kinderwunschklinik über eure Optionen beraten lasst. Möglicherweise kann man euch auch mit einer konventionellen künstlichen Befruchtung helfen und die Eizellen vor Befruchtung genetisch untersuchen lassen (Polkörperdiagnostik). Ich wünsche euch für den Besuch dort viel Erfolg und dass ihr eure Richtung dann ein wenig besser einschätzen könnt.

  Signatur   Lieben Gruß,

Claudia

____________________________________________________________________________________________________
1. Runde: 4 ICSIs und 2 Kryos 2004-2006: 1 Schwangerschaft (leider FG in 10. SSW wg. Chromosomenfehler beim Kind)
2. Runde: 1. ICSI neg. (Juni 2007), 1. Kryo neg. (Oktober 2007), 2. ICSI positiv (Projekt Schmunzelhase - Kathi kommt am 06.12.08 gesund zur Welt)
3. Runde: Es läuft... smile Kryotransfer 18.11., Piptitest positiv am 30.11., Bluttest am 3.12. mit 1101 etwas schockierend..., aber es ist nur "eines" und kommt als Michael am 29.07.2014 gesund zur Welt




  Re: Kinderlos nach Chemo
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  meinemein
Status:
schrieb am 24.11.2009 11:29
Hallo,

mein Mann hatte auch Morbus Hodgkin inklusive Rezidiv.
Behandelt wurde mit Beacopp eskaliert (beim Rezidiv kann ich das gar nicht mehr genau sagen, weil er die Chemo nicht vertragen hat und umdisponiert wurde. Was er letzendlich bekommen hat, ist für mich ohne die Unterlagen nicht mehr nachvollziehbar).

Wir haben zum Glück jeweils Kinder aus einer vorherigen Beziehung, allerdings ändert das nichts am Wunsch nach einem gemeinsamen.

Wahrscheinlich wurden deine Eizellen durch die Chemo und evtl. zusätzlich Bestrahlung irreversibel geschädigt.
Der Hormonhaushalt funktioniert oftmals auch nicht mehr (was aber teilweise durch Hormongabe ausgeglichen werden kann).

Je nach Behandlung ist eine Infertilität sehr wahrscheinlich. Kein Arzt wird dir aber ohne genaue Untersuchung sagen können, wie es bei dir aussieht.

Ich kann dir nur diesen Link empfehlen. Dort tummeln sich seit kurzem ein paar Mädels, die trotz Chemo unerwartet schwanger wurden.

Klick mich


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  Re: Kinderlos nach Chemo
avatar  Sabine2010
schrieb am 24.11.2009 14:29
Schock....... Erstmal tut es mir Leid wegen des Morbus Hodgin traurig , mein Bruder 28 leidet seid 4 JAhren darunter und es nimmt kein Ende...
Ihm haben sie gesagt es wäre besser, keine Kinder zu zeugen.....
Er hatte es als Baby das 1. mal und vor 4 Jahren ca. ist es wieder ausgebrochen...

Du solltest dich an eine Spezielle Klinik oder Arzt wenden, die sich damit auskennen oder aber auch noch ne Meinung einholen!

Haben auf der Station vor nem Jahr ne Frau kenngelernt ( 34 ) die nach 2 Jahren spontan nach Morbus Hodgin schwanger geworden ist smile

Du bst jung versuch einen anderen Arzt zu finden oder Repruduktionsmediziner..

Leider ist die Krankheit sehr tükisch, sehen wir ja immer wieder traurig, aber ich denke nicht das alles verloren ist!

Lass dich was Hormone etc betrifft auf den Kopf stellen und alles abwegen.... Denn ein neues Rezidiv wäre ja auch nicht grade toll traurig

PS: UND FREU DICH GANZ TOLLE DAS DU GESUND JETZT BIST!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


  Re: Kinderlos nach Chemo
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  meinemein
Status:
schrieb am 24.11.2009 14:54
Das es besser ist nach Chemotherapie keine Kinder mehr zu bekommen wird meines Erachtens oftmals falsch aus den Aussagen der Ärzte herausgefiltert.

Es soll ein gewisser Zeitraum eingehalten werden, damit sämtliche Gifte aus dem Körper ausgeschwemmt werden und somit das Risiko einer Fehlbildung eingeschränkt wird.
Außerdem soll dem Körper Zeit gegeben werden sich von der ganzen Prozedur zu erholen (vor allem bei Frauen, die durch die Schwangerschaft zusätzlich eine Belastung hätten).

Es ist von der Behandlung abhängig, wie groß die Chancen auf Nachwuchs nach einer Chemo sind.
Es gibt "leichtere/schonendere" Chemos und Hammertherapieen!

Ich habe in den letzten 6 Jahren leider keine aufschlußreiche Statistik über Zeugungsfähigkeit nach MH gefunden, aber es ist durchaus möglich noch Kinder bekommen zu können.
Mir ist auch aufgefallen, dass es wesentlich mehr Frauen schaffen, ohne ärztliche Hilfe schwanger zu werden, als Männer, die nach der Chemo ohne Hilfe Kinder zeugen können.

Außerdem sind Kinder von Krebspatienten nicht öfter krank bzw. behindert, als die Kinder von "normalsterblichen" so lange man abgewartet hat, bis sich der Körper erholt hat.

LG Nine


  Re: Kinderlos nach Chemo
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  coco7573
schrieb am 24.11.2009 19:41
Hallo Schnecke,

ich hatte auch MH und wir mussten leider den Weg der künstlichen Befruchtung gehen.
Wie du in meiner Signatur sehen kannst, leider auch ohne Erfolg.

Wir haben unseren Kinderwunsch vor einem Jahr aufgegeben.
Wenn du noch Fragen hast kannst du mir gerne eine PN schreiben.

Liebe Grüße,Coco




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