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  Fragen einer "Ehemaligen"
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  lale123
schrieb am 24.11.2009 09:13
Hallo Ihr Lieben,
ich wusste nicht recht, wie ich die Frage in die Überschrift packe. Ich fang einfach mal an, ja?

Wir sind bei unserer ersten ICSI schwanger geworden und mir ist sehr klar, welches unheimliche Glück wir haben, dass das so geklappt hat.Unsere Kinderwunschzeit war dadurch vergleichsweise kurz, ich habe wenig gelitten und auch wenig mitmachen müssen, wenn ich mich hier so umlese, und das tu ich oft, wirklich zutiefst dankbar für unser Schicksal.

Nun ist es so, dass ich eine Freundin habe, die seit Jahren intensiven Kinderwunsch hat, aber nicht in Behandlung ist. Sie weiß nicht, warum es nicht klappt und versucht sich mit homöopathischen Hilfen. Ihre ethische Einstellung spricht für sie einfach gegen eine Behandlung. Ich weiß, dass sie sehr leidet.

Nun habe ich ihr im vierten Monat meiner Schwangerschaft von selbiger erzählt und auch oft Mails an sie geschrieben, aber leider merke ich, dass sie sich distanziert. Ich schreibe bewußt nie über unser Baby, weil ich mir denke, dass wenn dann sie fragen sollte (ich will sie nicht bedrängen oder verletzen, in dem ich sie dumm anstrahle, das hab ich selbst oft erlebt und schwer damit umgehen können).
Die Tatsache, dass von ihrer Seite gerade gar nichts kommt, respektiere ich natürlich, finde es aber auch sehr schade, weil sie ihre Probleme nicht verbalisieren kann mir gegenüber und ich mir halt zusammenreime, dass es an der Schwangerschaft liegt.
Meine Frage ist nun: kann ich was für sie tun? Ist schon mein momentaner Bauch zu viel für sie (auch das würde ich verstehen)?
Sie weiß übrigens, dass wir eine ICSI haben machen lassen.
Sagt mal, bitte, wie geht es Euch in solchen Situationen? Wie würdet Ihr Euch wünschen, dass eine Freundin darauf reagiert?
Ich selbst war immer sehr offen und habe schwangeren Freundinnen dann auch gesagt, wenn ich ihr Glück gerade nicht sehen konnte...

Manchmal, finde ich, schauen mich Frauen, die ich nicht kenne, ganz traurig an, manchmal auch wütend, frustriert. Ich kann direkt mich selbst vor sieben Monaten sehen, als ich traurig und verzweifelt war und sehr mit dem Schicksal haderte. Dann würde ich mir am Liebsten ICSI auf die Stirn schreiben - versteht das jemand? Und hingehen und trösten und irgendwas machen. Aber alles bleibt unfair und Kampf und Machtlosigkeit.


So, zwei Fragen auf ein Mal smile.
Vielleicht mag ja jemand antworten...

Liebe Grüße
Lale
... heute mal nachdenkend


  Re: Fragen einer "Ehemaligen"
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  tinchen83
Status:
schrieb am 24.11.2009 09:39
Hallo

Erstmal Glückwunsch dass es bei euch so schnell geklappt hat!!!

Ich weiß nicht wie es den anderen damit geht aber ich bin auch eine von denen die ganz frustriert auf die SS-Bauch anderer schaue denen ich in der Stadt etc begegne. Lass Deiner Freundin doch einfach Zeit irgendwann kommt sie sicherlich von alleine auf Dich zu.

LG Tinchen


  Re: Fragen einer "Ehemaligen"
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  schnecke1976
Status:
schrieb am 24.11.2009 10:06
Hallo Lale!

Das ist echt eine schwierige Situation!

Gute Freunde von uns haben seit Oktober eine süße Tochter (Glaube das sie süß ist.Habe sie bisher noch nicht live gesehen traurig )
Ihre spontane Schwangerschaft fiel genau in unsere Diagnosezeit. Habe mich auch zurückgezogen und tue es bis heute. Auch wenn ich mich dafür schäme.
Habe Angst vor meiner Reaktion. Weiß genau das ich anfange zu weinen (das tue ich auch jetzt. Allein die Vorstellung reicht schon)

Ich weiß das es falsch ist, aber ich kann im Moment nicht anders.

Von unserer KiWu - Problematik wissen allerdings nur wenige. Mein Mann und ich haben nicht die Kraft momentan die Karten auf den Tisch zu legen.
Wäre wahrscheinlich besser. So sucht man den ganzen Tag nach Ausreden, Ausflüchten,....

Auf mich wirken Schwangere mit dicken Bäuchen auch immer extrem. Ertappe mich selber wie ich wie ein hypnotisiertes Kanninchen darauf starre.
Stelle mir dann vor wie es wäre....... aber wird es jemals soweit kommen??????

Du schreibst das deine Freundin nicht in Behandlung ist. Gibt es auch keine Diagnose? Finde ich komisch. Wenn man den Wunsch hat und es nicht klappt will man doch wissen voran es liegen kann.
Das heißt ja nicht das man eine weiterführende Behandlung in Anspruch nehmen muß.

Vielleicht solltest Du wirklich das Gespräch suchen. Du bist ja auch nicht einfach so schwanger geworden.
Wenn jemand sie verstehen kann dann Du! Ich glaube mir würde es gut tun wenn jemand auf mich zukommen würde und mir von seinen Erfahrungen berichten würde.
Das merke ich ja in diesem Forum. Es tut gut sich auszutauschen. Menschen zu finden, die das Gleiche erleben.

Vielleicht ergibt es sich ja mal das ihr darüber sprecht. Das wird Euch beiden bestimmt gut tun!

Ich wünsche Dir alles, alles Gute für Deine SS!
Danke das Du geschrieben hast! Freue mich immer wenn ich von positiven Behandlungen lese! Das macht Mut diesen Weg weiterzugehen!

Schnecke
Blume


  Re: Fragen einer "Ehemaligen"
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  Whity
schrieb am 24.11.2009 10:37
Hi,
ich würde mich freuen, wenn meine Freunde es wenigstens zum Thema machen würden. Das heißt, vielleicht kannst du ihr einfach sagen oder schreiben, dass du dir diese Gedanken machst, damit sie es zumindest weiß. So schwer wie es ist, kränkt mich selbst der komplette Ausschluß, den man durch das Nicht-Thematisieren der anderen (aus welchen Gründen auch immer. Angst oder Desinteresse) erfährt, oft noch mehr als der Umgang mit einem dicken Bauch (auch wenn das schon hart ist).
Vielleicht will sie sich aber auch gerade in deiner Schwangerschaft nicht melden, weil es ihr zu weh tut und du kannst ihr einen Weg für die Zeit danach öffnen, wenn dein Kind größer sein wird und sie es vielleicht etwas besser verträgt.
Leider habe ich selbst auch Freunde verloren, weil das gegenseitige Unverständnis zu groß ist, Auf der anderen Seite aber auch neue gewonnen, die mich verstehen können, wo ich es gar nicht erwartet habe.
Ein schwieriges Thema, aber Offenheit fide ich persönlich besser zu verkraften als die vielen Mutmaßungen.
Liebe Grüße.


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  Re: Fragen einer "Ehemaligen"
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  St_Pauli
Status:
schrieb am 24.11.2009 10:44
Hallo Lale,

dein Posting hat mich berührt. Du sprichst ja eigentlich zwei Themen an.

Zunächst einmal kann ich natürlich die Frauen verstehen, die neidisch zu deinem dicken Bauch schauen - ich gehöre ja selbst dazu. Das sollte dich aber nicht dazu bringen, dass du glaubst, du müßtest dich rechtfertigen. Ob mit oder ohne ICSI - du hast das große Glück einer ss, also genieß es.

Dass sich deine Freundin zurückzieht, kann ich auch verstehen. Selbst wenn du bemüht bist, nichts über dich und deine ss zu schreiben, für deine Freundin bist du jetzt einfach auf einem anderen Level und ich denke nicht, dass sie mit dir persönlich ein Problem hat, sondern mit der Situation.

Dass sie KB ablehnt ist ihre Entscheidung, dass sie noch nicht mal nach den Ursachen forscht, zeigt mir aber, dass dies höchstwahrscheinlich aufgrund der Angst ist. Denn wenn die Diagnose lautet: "sie können nicht natürlich ss werden", dann kann sie ja im selben Moment ihren Kinderwunsch begraben. Viele Männer gehen übrigens nicht zum SG aus purer Angst vor dem möglichen Ergebnis. Wenn sie aber die Diagnose weiß, und sei sei noch so niederschmetternd, dann kann sie ihr weiteres Leben darauf einstellen und das ist viel wert. Die Kiwu-Zeit macht einen auch ohne KB psychisch ziemlich mürbe, jeden Monat zwischen Hoffnung und Niedergeschlagenheit geht an die Substanz. In der Ursachenforschung sehe ich für sie eine Riesenchance, vielleicht solltest du in euren Gesprächen sie dazu motivieren und gleichzeitig akzeptieren, dass sie keine KB will. Muss sie ja auch nicht.

Dir wünsche ich eine schöne Kugelzeit!!


  Re: Fragen einer "Ehemaligen"
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  lale123
schrieb am 24.11.2009 10:49
Danke Euch schon mal...

Also als ich ihr von der Schwangerschaft erzählt habe, habe ich auch intensiv thematisiert, dass ich weiß, wie schwer das jetzt für sie sein muss und dass ich nicht weiß, wie ich mich am "Richtigsten" verhalten soll (mit meinem und ihrem Erfahrungshintergrund). Es wäre ja auch unfair gewesen, ein großes "Juchhu" in ihre Richtung zu schnalzen.


  Re: Fragen einer "Ehemaligen"
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  lili77
schrieb am 24.11.2009 10:55
Hallo, also ich denke du solltest ihr die Zeit geben die sie braucht und von Zeit zu Zeit erneut versuchen auf sie zuzugehen. So wie es sich für mich anhört ist deine freundin im Moment nicht in der Lage einen Schritt in deine Richtung zu machen und brauch noch etwas Zeit sich an den Gedanken das du schwanger bist -herzlichen Glückwunsch und alles Liebe übrigens Ich freu mich- zu gewöhnen. Sicherlich wird sie sich für dich freuen können wenn noch etwas Zeit ins Land gegangen ist. Ich denke du bist im Moment nicht in der Position um Ihr Ratschläge zu geben oder helfen zu können. Mir ging es immer auf den Nerv wenn jemand anders gesagt hat: Also bei mir war das so oder versuch es doch mal so und so...ich habe dann immer gedacht: schön für dich....aber bei mir klappts halt nicht.

LG und eine ganz tolle Schwangerschaft Lili


  Re: Fragen einer "Ehemaligen"
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  gelöschter User
schrieb am 24.11.2009 10:59
Lale.. genau so wie du dich verhältst ist es genau richtig! Würd ich mal sagen.. ich hab auch immer schlucken müssen, wenn eine von meinen Freundinnen ss geworden ist. Bei einer hats mich besonders getroffen (die besuche ich heute im Übrigen und guck mir ihren Kleinen an) und ich konnte lange nicht damit umgehen... das war dann alles irgendwie fremd für mich. Sie hat sich zurück gehalten.. hat mir nichts erzählt! Immer nur dann, wenn ICH gefragt habe und sie hat sich seeehr vorsichtig ran getastet! Das hab ich ihr auch hoch angerechnet! Im Endeffekt hab ich mich aber schuldig gefühlt, dass ich sie quasi eigentlich dazu bringe, dass sie sich so verhält... so verständnisvoll und zurück haltend.. irgendwann hab ich mich geschämt.. denn ICH hatte oder habe nicht das recht jemanden Schuldgefühle einzureden.. auf eine gewisse Weise...aber wie gesagt.. dann gabs darüber mal eine Aussprache und ab da gings eigentlich. Das heisst im Endeffekt.. lass sie... sie wird vielleicht bald von selber auf dich zu kommen. Da muss jede selber drauf kommen, dass ihr das nur was GEBEN kann, wenn sie sich mit freut... anstatt grießgrämig zu sein und neidisch zu sein...denn DU kannst nichts dafür, dass es bei ihr nicht klappt.. genauso wenig konnte meine beste Freundinn was dafür! Ich hab mich echt geschämt, dass sie meine "Wut" anfangs abbekommen hat, obwohl sie selber Sorgen hatte wg dem Baby... aber da muss man selber drauf kommen!


  Re: Fragen einer "Ehemaligen"
avatar  corona
schrieb am 24.11.2009 11:02
Hallo lale!

Kurz bevor ich schwanger wurde, hatte ich auch die Situation, dass zwei Freundinnen von mir in sehr nahem Abstand voneinander schwanger wurden. Von der einen Schwangerschaft habe ich erfahren und konnte gut damit umgehen. Als aber kurze Zeit später die zweite "frohe Botschaft" folgte, da war es bei mir total vorbei. Leider hatten sich die beiden allerdings auch eine total falsche Situation ausgesucht, um es mir mitzuteilen (vor einem gemeinsamen Frauenabend, beim Pizza-Essen, mit dem Gedanken, dass ich danach beim weggehen auf andere Gedanken kommen könnte und sie mich ja beide trösten könnten Gute Nacht). Klar, das die Situation an sich schon mal ein totaler Schuss in den Ofen war.
Aber die eine Freundin hat mir dann über meinen Mann (der war noch mal hingefahren um meine Pizza zu bezahlen, nach dem ich Hals über Kopf geflüchtet bin grins) mitteilen lassen, dass sie mir Zeit geben möchte und sich von sich aus nicht mehr bei mir melden wird, sondern ich sollte mich melden, wenn ich das wieder möchte. Das fand ich in dieser Situation sehr entlastend und habe das auch ein paar Wochen lang genau so gemacht. Nun ja, in dieser Zeit bin ich dann auch schwanger geworden, das wird deiner Freundin ja anscheinend nicht passieren, so wie es im Moment aussieht.
Aber vielleicht wäre das ja auch eine Alternative? Also, dass du ihr zumindest anbietest, wenn ihr das gut tun würde, dass du dich dann zurückziehen würdest und sie frei entscheiden kann, wenn sie meint, dass sie wieder Kontakt haben möchte? Solange du ihr die Entscheidung überlässt, ob ihr eine Funkstille helfen würde und dass sie diese Funkstille beenden kann, wann sie möchte, kannst du meiner Meinung nach nur gewinnen.

LG
corona


  Re: Fragen einer "Ehemaligen"
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  MichaW
schrieb am 24.11.2009 11:08
Ich hatte während meiner Schwangerschaft ein ähnliches Erlebnis mit einer Arbeitskollegin.
Ich kam ganz begeistert in die Kaffeerunde - direkt vom FA und berichtete, dass ich seit gerade weben wisse, dass es eine Tochter wird. Alle haben sich mit mir gefreut, diese eine Kollegin hat mich sogar umarmt. Beim Abspülen bekam ich dann mit, dass sie ganz niedergeschlagen von einer anderen Kollegin getröstet wurde "Ihr schafft das auch noch...".
Ich habe dann hin und her überlegt und bin schließlich zu ihr ins Zimmer um unsere KB-Vorgeschichte zu erzählen und dass ich mich gut in sie hineinversetzen kann, weil es mir bis vor kurzem bei jeder Schwangeren, die ich gesehen habe, genauso ging.
Sie hat es super aufgenommen, die Gespräche mit mir (und u.a. der Verweis auf diese Internetseite hier) haben sie bestärkt doch endlich mal mehr medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, auch wenn ihr Mann KB kategorisch ablehnte.
Offen drüber reden glaube ich hilft am meisten. Wenn Deine Freundin weiß, dass Du Dir die oben geschilderten Gedanken machst, könnt Ihr Eure Beziehung hoffentlich wieder in "normalere" Bahnen lenken. Dir muss aber auch klar sein, dass werdende und junge Mütter ein anderes Leben führen als Kinderlose. Das haben auch bei mir nicht alle Freundschaften ausgehalten (andere sind dafür dazugekommen...)

Alles Gute!

Micha




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