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  Info für Low Responder: Ganz andere Art der Behandlung - vorsicht lang!
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   Sasuana
schrieb am 02.11.2004 19:14
Hallo an alle, die es interessiert bzw. die betroffen sind,

wir waren am Sonntag in Brno (Tschechien) zum Erstgespräch in einer Kiwu-Klinik. Habe natürlich alle meine alten Protokolle mitgenommen (10 Stück). Der Arzt war überrascht, dass bei wiederholten Stimuabbrüchen wegen geringer Follikelbildung kein US am 2. Zyklustag vor Spritzenbeginn gemacht wurde. Die Behandlung für Lowies wird dort ganz anders angefangen:

Am 2. ZT wird früh ein US gemacht, um zu sehen, ob sich in diesem Zyklus an den Eierstöcken überhaupt natürliche Ansätze für Follikel finden lassen. Wenn das der Fall ist, wird mit dem Spritzen begonnen. Wenn nicht, wird der Zyklus ausgelassen und man muss halt im nächsten Zyklus wieder nachschauen. Der Arzt sagt, man kann durch die Hormonspritzen eigentlich nichts aus dem Körper herausholen, was nicht sowieso im Ansatz vorhanden ist. Durch die Medis wird nur im Körper gehalten und zum Wachsen angeregt, was sowieso da ist. Was ich bisher nicht wusste: Jede Frau hat normalerweise ab 2. ZT mehrere bis viele kleine Ansätze für Follikel (er hat mir auch gleich meine 4 Stück auf dem US-Bild gezeigt, wobei es allerdings nicht so toll ist, sich am 2. Blutungstag untersuchen zu lassen Ich werd rot ). Ohne Behandlung bildet sich ein Leitfollikel, der die anderen im Wachstum bremst und sich durchsetzt (was von der Natur ja so gewollt ist). Durch die Hormonspritzen werden aber alle bereits angelegten Follikel gepuscht, so dass sie weiterwachsen und man genügend für IVF hat. Außerdem werde ich beim nächsten Versuch nicht mehr mit 450 i. E. stimuliert, da laut Arzt auch eine Megadosis nichts aus einem Low responder herausholen kann, was eben nicht vorhanden ist. Ich stimuliere lediglich mit 300 i. E. Menogon - sonst nichts. Und je nach dem, was bei der Gebärmutterspiegelung herauskommt (die er vorher für zwingend notwendig hält, um überhaupt zu wissen, wie die GS-Schleimhaut zwischen 20. und 25. Zyklustag aussieht - hat irgendwas mit Progesteroneinfluss zu tun), bekomme ich dann noch Clomifen dazu, oder eben nicht.
Um das Immunsystem zu drücken nehme ich dann noch zusätzlich ein leichtes Cortisonpräparat, um die Einnistungschancen zu erhöhen.
Ich werde weder downreguliert noch setze ich mir Cetrotide-Spritzen, denn bei Lowies sollen die natürlichen Hormone nicht unterdrückt werden, da auch das wieder den Erfolg hemmen würde. Sobald ein Follikel 18 mm groß ist, wird ausgelöst. Das heißt natürlich, dass man zum Ende der Stimu evtl. täglich zum US gehen muss.

Diese Art der Behandlung und der dahinterstehende Gedankenansatz war mir komplett neu, und vielen von euch wahrscheinlich auch. Hätte mir das vorher mal jemand gesagt, hätte ich mir viel Wut, Trauer und auch Geld für Medis sparen können.

Davon abgesehen, hat der Arzt sich alles in allem fast 2 Stunden Zeit genommen, und das an einem Sonntag für ein kostenloses Erstgespräch inklusive einer kostenlosen Untersuchung von mir und (!) meinem Mann. Ich war völlig platt und bin immer noch schwer beeindruckt.

Vielleicht hilft der eine oder andere Gedankengang jemandem von euch - den eigenen Arzt darauf ansprechen kann ja evtl. hilfreich sein.

Viele Grüße!
Sasuana


  Re: Info für Low Responder: Ganz andere Art der Behandlung - vorsicht lang!
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   Cassandra106
schrieb am 02.11.2004 19:26
Hört sich sehr interessant an. Werde mal meine Praxis drauf ansprechen.

Liebe Grüße

Cass


  Re: Info für Low Responder: Ganz andere Art der Behandlung - vorsicht lang!
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   nirako
schrieb am 02.11.2004 21:00
Hallo Sasuana,

Das drucke ich mir auch mal aus! Da würde sich ja nun ein Pillenzyklus vorweg auch erübrigen?
Interessant, wie viele Ansätze es doch gibt, bin gerade beim Sammeln, und ein Menogon/Clomifen-Protokoll habe ich auch schon gefunden (bei dem tatsächlich gar keine DR angegeben war...) und die Leute mit den Megadosen arbeiten auch mit halben Cetrotide-Spritzen statt ganzen. Nur hat dummerweise meine Klinik Sa/So keine PU, ganz ohne Cetro ginge es bei mir also nicht.
Ausgerechnet am 2.ZT Ich werd rot, schlimmer gehts nimmer.... ich fand es am dritten ZT schon unangenehm genug

Und das Clomi kommt dann wohl zu den Menogon dazu?

winken und Danke!



Beitrag geändert am : (Di, 02.11. 21:08)



  @Nirako
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   Sasuana
schrieb am 02.11.2004 21:57
Hallo Nirako,

doch, der Arzt arbeitet auch mit Pille im Vorzyklus. Er hat mich gefragt, ob das bei mir schon versucht wurde. Als ich ihm sagte, dass dadurch meine Ergebnisse noch schlechter waren, hat er es gleich wieder verworfen (er sagte, das klappt leider nicht immer, aber es ist einen Versuch wert). Das Clomi kommt evtl. zum Menogon dazu, aber das wird erst entschieden, wenn er die Auswertung von der Gebärmutterspiegelung hat. An dem Befund kann er erkennen, ob die Schleimhaut sich so verhält, dass Clomi nötig ist, oder eben nicht. (Die Erklärung dazu war mir zu hochmedizinisch, das konnte ich mir nicht merken).
Was ihm übrigens noch sehr wichtig war: Mindestens 2 Monate vor Stimubeginn Folsäure nehmen, das hat er sogar mit auf den Stimuplan geschrieben.

Viele Grüße!
Sasuana


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  Re: Info für Low Responder: Ganz andere Art der Behandlung - vorsicht lang!
avatar    Rebella
schrieb am 03.11.2004 01:14
Liebe Sasuana,

ich finde das, was Du hier schreibst, sehr interessant und würde das gern in ein anderes Forum kopieren, wo es auch längere Zeit oben bleibt und von Interessierten gelesen werden kann. (www.klein-putz.de – Ordner: „Chancen und Risiken der Reproduktionsmedizin“). Schreibe mir bitte, ob Du damit einverstanden bist.

Außerdem schlage ich Dir vor, das hier in das Wiki zu schreiben. Vielleicht mag ja auch noch Doc Breitbach sein Statement dazu schreiben?

Liebe Grüße, Rebella


  Re: Info für Low Responder: Ganz andere Art der Behandlung - vorsicht lang!
avatar    Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 03.11.2004 19:32
Liebe sasuana,

zu einem so frühen zeitpunkt ist das follikelwachstum meist schlechter abschätzbar als z. B. am 5.-6. Tag. ich z. B. mache es genauso, denn was die Kollegen über die Follikelreifung sagen stimmt. Man kann nur nutzen, was schon da ist, wenn man mehr follikel stimuliert (was schon geht), dann leidet die Qualität meist nicht unerheblich. Es reicht also sogar erst später den Schall zu machen udn auch erst später mit der Stimulation zu beginnen, denn die Follikel reifen gleichschnell bis zum ca. 6. Tag, erst dann braucht es Hormone, um das "Rennen" um den platz als Leitfollikel zu unterdrücken und allen Follikeln eine Chance zu geben.

Diese Vorgehensweise schützt aber nicht zwangsläufig vor Enttäuschungen bei der Stimulation

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Kinderwunsch-Seite






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