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  Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
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   scarlett
schrieb am 02.11.2004 09:04
Hallo ihr alle!

Mich würde interessieren, inwieweit der Kiwu euer Leben, eure Gefühle und Empfindungen verändert hat? Damit meine ich jetzt nicht die Behandlungen an für sich, sondern eben eher die Gefühlsebene. Grund dafür ist, dass ich ein mehr schlechtes als gutes Wochenende hinter mir habe und feststellen musste, dass sich bei mir vieles verändert: Ich bin insgesamt nicht mehr so fröhlich, optimistisch wie ich mal war. Außerdem reagiere ich zum Teil extrem empfindlich, was mein Schatz dann ausbaden muss: Ich werd rot Ich mache ihm dann Vorwürfe, die ungerechtfertigt sind.
Ein Grund dafür ist, dass ich mich manchmal sehr allein fühle, er ist eher so der logische Naturwissenschaftler und bei mir gehen eher die Emotionen total hoch. Ich weiß, dass ihm das alles auch viel ausmacht, aber er kann besser damit umgehen als ich und er stellt dann nicht das ganze Leben in Frage wie ich es teilweise tue.
Jedenfalls habe ich festgestellt, dass mir der Kiwu momentan viel kaputt macht, ich möchte mich ja auch dagegen wehren, dass er mein Leben so im Griff hat: Wie schafft ihr das? Verstehen eure Partner voll und ganz was in euch vorgeht? Oder ist das wahrscheinlich auch zuviel verlangt von mir? Ich habe auch festgestellt, dass der Alltag ganz gut funktioniert, da habe ich meine Arbeit, meine Hobbies, aber am Wochenende und im Urlaub da kracht es dann leider, da tut es mir später leid um die verlorene Zeit, die man sinnvoller hätte nutzen können: grmpf
So kann es jedenfalls nicht in alle Ewigkeit weitergehen, ich hoffe nur, ich finde da wieder raus. Vielleicht liegt es ja auch am trüben Wetter?
Wäre froh eure Erfahrungen zu hören! winken

LG

scarlett


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
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   Fuchur
schrieb am 02.11.2004 09:20
Hi Scarlett,

Ich muss Dir sagen, der KiWu hat soo viele Jahre mein Leben sehr stark beeinflusst (wenn nicht sogar bestimmt), ich kann Dich wirklich sehr gut verstehen! Ja

Man ist wie gefangen, man sieht all die Dinge, die geschehen und ist doch "handlungsunfähig". Mein erster Mann hatte dafür kein oder nur sehr wenig Verständnis, er litt selber noch sehr an seiner Diagnose "Azoospermie".
Mein Freund jetzt hat sehr viel Verständnis, er bemüht sich, all die Launen zu schlucken.

Wir haben am WE und die vielen Wochen davor sehr viel geredet, und jetzt nach 6 langen Jahren und einer gescheiterten Ehe wird mein Kopf sehr stark und ich merke, wie ich MOMENTAN einen Schritt in eine andere Richtung mache...
Ich meine, ich weiss, wie schnell einen das alles wieder einholen kann und ich morgen alles anders empfinden kann.... smile

Es ist so schwer, etwas "dagegen" zu unternehmen... Gibt es Dinge, die Du trotzallem gern machst?? Ich denke an Spazierengehen, Solarium (hilft auch gegen das Wetter) Therme, Sauna etc.? Vielleicht geht es Dir damit besser??

Ich wünsch Dir wirklich viel Kraft, aus dem "Loch" bald wieder rauszusehen!!

winken Fuchur




  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
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   törtchen
schrieb am 02.11.2004 09:26
Also während den Behandlungszyklen war ich emotional wirklich total angespannt. Ich habe mir deswegen immer Zeit zwischen den einzelnen Versuchen gegeben. Ganz am Anfang dachte ich immer, so schnell wie möglich, bin aber (auch Dank meiner KiWu-Ärzte) von dem Trip sehr schnell runter gekommen. In den Pausen habe ich mich dann einfach den Dingen zugenwandt, die während KiWu einfach nicht gingen. Partys, Hobbys, Urlaub usw. Ich habe auch mal 1/2 Jahr komplett ausgesetzt und war dann z.B. auch nicht mehr hier im Forum. Während dieser Pausen habe ich wirklich immer soviel Kraft getankt, dass ich einen Behandlungszyklus wieder angehen konnte. Ich denke, man muss einfach das richtige Maß finden.
Gruß
törtchen


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
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   Sonica
schrieb am 02.11.2004 09:44
Hallöchen!!!

Mein Kinderwunsch ist schon seit ein paar Jahren sehr stark, alle sagten mir, ich hätte ja noch so viel Zeit! Aber das tröstet mich keineswegs. Ich falle sehr schnell in eine Melancolie und mir ist nur noch nach Heulen zumute und diese Situation lähmt mich sehr. Dann gibt es wieder Tage, wo ich mir sage "dann eben nicht", aber das ist eine große Selbstlüge! Ob ich mir ein Leben ohne Kinder vorstellen kann? Ja klar, derzeit ist es ja auch so, aber die Vorstellung gefällt mir nicht! Mein Mann ist ein bemerkenswerter Zuhörer und manchmal habe ich das Gefühl, er hat die Wesenszüge einer Frau, so einfühlsam ist er und das schätze ich sehr an ihm. Er ist auch derjenige, der mich immer aus meinen "schwarzen Löchern" herausholt und mir Mut macht! Eigentlich bin ich ein sehr lebenslustiger Mensch und man kennt es garnicht von mir, daß ich auch depressive Phasen haben kann... das hat sich leider seit Anfang diesen Jahres geändert, es ist schwer der alte Mensch vom letztem Jahr zu sein, so sehr ich mich auch anstrenge! Meine Ablenkungen bestehen zur Zeit darin, daß ich mir die Kleine von meiner besten Freundin ausborge LOL und mit ihr was unternehme (sie ist 18 Monate)... das sind Momente, die mich meine Sorgen vergessen lassen und ich neue Kraft tanken kann!




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  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
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   Yvonne Mietze
schrieb am 02.11.2004 09:50
Hi,
Tja, inwieweit hat mich der Kiwu beeinflusst und verändert...
Ich würde sagen: Ziemlich!
Früher war ich sehr spontan in meinen Entscheidungen und Gefühlen. Es gab auch zwischen mir und meinem Mann oftmals Stress, weil ich meine Gefühle halt einfach raus gelassen habe und sie mir in dem Moment halt einfach ... teilweise musste es halt einfach raus, auch wenn es mir hinterher einfach nur noch leid tat. Heute kann ich das gar nicht mehr nachvollziehen. Heute denke ich oftmals: Ach wat, ist doch unwichtig. Mein Blick auf wichtiges und unwichtiges hat sich total verschoben.
Früher waren mir eher materielle Dinge wichtig, heute eher die Gefühle und die Menschen. Auch der KiWu ist mir nicht mehr so wichtig. Es wäre natürlich irre toll, wenn es klappt, aber ich könnte halt auch ohne Kinder glücklich werden.
Heute denke ich oftmals: Den Film will ich unbedingt sehen! und dann geht es mir viel besser, wenn ich einfach ein Buch lese. Oder wenn am Wochenende eine Party stattfindet, wo ich früher die Erste und die Letzte gewesen wäre, da denke ich: Ok, ich war jetzt 2 Stunden hier, ich möchte jetzt ins Bett und schlafen.
Mein Mann sagt immer scherzhaft: Du bist erwachsen geworden! Und ich denke, er macht ein Scherz mit der Wahrheit.
Heute wäre ich auch viel lockerer und ausgeglichener, wenn ich ein Kind bekommen würde. Wer weiss, was das Würmi auszuhalten hätte müssen, wenn es gleich alles geklappt hätte zwinker




  viel zu sehr traurig o.T.
avatar    Petry.
schrieb am 02.11.2004 09:50
  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
avatar    DSP
schrieb am 02.11.2004 10:21
Guten Morgen smile

Wir haben zwar "erst" 2IUI und eine IVF mit anschliessender FG hinter uns, aber man ändert sich schon dabei. Als allererstes kommt dieses andere Bewusstsein, dass man so ziemlich alles auf der Welt kaufen kann ausser Gesundheit und eigene Kinder, und das ganz deutlich. Man wird gezwungen damit umzugehen und das teilweise auf eine sehr harte weise ( man sieht wie "alle" anderen einfach "so" schwanger werden und ihre Kinder dann anschliessend glücklich im Arm halten ), aber das alles kennst Du ja sicherlich schon. Die gute Seite daran ist, dass mein Menne und ich durch diese Erfahrungen eine sehr schöne Ebene der Beziehung erreicht haben, welche manche wohl nie haben werden oder es gar zu schätzen zu wissen.
Ich selber komme ( zur Zeit ) ganz gut damit zu Recht, eventuell ein kinderloses Leben zu führen. Wir machen dieses Jahr keine Behandlung mehr, ich packe es einfach nicht ( zu gross die Angst vo noch einer FG ) und das finanzielle spielt natürlich auch eine grosse Rolle. So kann ich aus "sicherer" Entfernung allen anderen ihre Schwangerschaft und die Geburten gönnen und ihnen mit vollem Herzen gratulieren und mein Hundi muss halt "Kinderersatz" spielen zwinker
Ich kann mich Yvonne Mietze nur anschliessen mit dem "erwachsener" sein, wenn man das so nennt zwinker
DAs Wichtigste ist in meinen Augen, dass man sich nie selber aufgibt und auch die Augen für alle anderen schönen Dinge in der Welt offen hält smile
Nun, ist leider etwas länger geworden, aber ich schreib grad so selten hier ( bin aber felissig am Lesen ) udn Du warst nun mein "Opfer" LOL
Liebe Grüsse und Daumen an alle die sie brauchen können

Mone


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
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   Globus05
schrieb am 02.11.2004 10:39
Hallo Scarlett - ich bins Ich werd rot

dieses mal aber nicht so gereizt...
Ich kann Dich gut verstehen - kenne diese Löcher gut
Ich werde durch die Behandlung viel empfindlicher und weicher - unsicherer auch, weil ich mich an manchen Tagen so ausgeliefert fühle und machtlos. Irgendwie habe ich das Gefühl, alles geht tiefer - ist nicht mehr so leicht und unbeschwert und klar. Ich versuche, diese Veränderung als Chance zu begreifen - als einen neuen Aspekt in meinem Leben, durch den ich mich noch mal ganz anders kennenlerne. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. Es ist ein bischen wie eine Reise in unbekanntes Land - ohne das Ziel zu kennen. Da gibt es einiges, was mir Angst macht und vieles, das ich schön finde. Beziehungen, die intensiver werden zum Beispiel. Oder das ich mich endlich (!) beruflich verändert habe.
Meinem Liebsten und mir hilft es übrigens, über Alternativen nachzudenken - wir können uns inzwischen z. B. eine Adoption gut vorstellen, ohne das wir die Behandlung abbrechen wollen. Ein sehr erleichternder Gedanke. Und natürlich gibt es Momente, die ganz schrecklich brennen - aber die gehen auch wieder vorbei. Und ich versuche möglichst viele Dinge zu tun, die mir gut tun. Viel darüber reden zum Beispiel. Es wird weniger jetzt, offensichtlich steht es nicht mehr so an. Aber am Anfang...puh...täglich.
Je mehr ich drüber nachdenke...ja, es ist echt eine Reise und die ist manchmal sehr beschwerlich - aber ganz bestimmt nicht nur - ich wünsch Dir alles liebe und
Ganz viele Grüsse!!!!
pollisu


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
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   Drea
schrieb am 02.11.2004 11:12
Merkwürdig wie ähnlich die Lebenseinstellungen geworden sind!
Party? Interressiert mich auch kaum noch!
Möchte nur meine Pferde und meine Familie um mich haben!
Trozdem ist es wichtig auch raus zu gehen eben um Abstand zu dem ganzen Behandlungs "Müll" zu bekommen!!!
Ich dachte beim 2. Kind wird es irgendwie entspannter aber es ist eher das Gegenteil ich habe immer das Gefühl mir rennt die Zeit davon..............
crazy


  @ Mone
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   scarlett
schrieb am 02.11.2004 11:28
Hi Mone!

Da bin ich doch gerne "Opfer": LOL
Ist 71 dein Jahrgang? - Da haben wir ja was gemeinsam! zwinker

LG

scarlett

Beitrag geändert am : (Di, 02.11. 11:40)


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
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   scarlett
schrieb am 02.11.2004 11:40
Hallo Pollisu!

Schön von dir zu hören: Bussi
Ja, du hast es getroffen: Es ist eine Reise. Man entdeckt und lernt vieles dabei. Aber: Jede Reise hat doch auch ein Ziel, welches man erreichen möchte? Man sagt zwar oft "der Weg ist das Ziel", aber so philosophisch kann ich es leider gerade nicht sehen grmpf ! Eines habe ich auch gelernt: Unwichtige Dinge nicht mehr so ernst zu nehmen. Trotzdem hat das Leben für mich viel von seiner Leichtigkeit verloren, die hatte ich davor. Irgendwie ist mir immer alles geglückt, privat und beruflich. Jetzt bin ich zum ersten Mal an Grenzen gekommen, die ich aus reiner Willenskraft nicht überwinden kann und das macht mir, denk ich, so zu schaffen. Keinen großen Einfluss nehmen zu können. Ich habe es quasi selbst nicht im Griff. Das gibt mir das Gefühl des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit sehr treurig . Ich werde lernen müssen, das auszuhalten und eben zu akzeptieren, was ich nicht ändern kann. Mein Mann schafft das super, er ist Realist. Ich dagegen vergeude meine Kraft mit sinnlosen Kämpfen gegen Dinge, die eben nicht zu ändern sind. Es ist aber schwer da rauszukommen!
Ich schicke dir ganz liebe Grüße, lass mal wieder von dir hören!!!

scarlett


  Re: viel zu sehr traurig o.T.
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   scarlett
schrieb am 02.11.2004 11:43
Hi Petry!

Na, wie hast du das Wochenende überstanden? Samstag ging es mir noch gut, aber dann hat mich das Ganze überrollt: sehr treurig
Ich wünschte, ich könnte dir irgendwie helfen die Zeit rumzukriegen:

LG

scarlett

Beitrag geändert am : (Di, 02.11. 11:44)


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
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   scarlett
schrieb am 02.11.2004 11:53
Hallo Fuchur!

Deine Geschichte hat mich schon immer sehr berührt. Ja, es gibt Dinge, die ich gern mache und die tue ich auch. Trotzdem überkommt mich dabei häufiger das Gefühl: Ist doch eh alles sinnlos! Die Leichtigkeit kommt abhanden. Das Problem bei uns am Wochenende war auch, dass mein Mann beruflich ziemlich stark eingespannt ist (14- 16 Stunden Tage sind da keine Seltenheit, eher die Regel) und am Wochenende ist er froh, mal in Ruhe zuhause zu sein, ein Kaminfeuer zu machen, gemeinsam zu kochen... Finde ich auch mal in Ordnung, nur bin ich gerade eher so, dass ich Ablenkung suche und brauche: Spazieren gehen, bummeln, Ausflug machen, Kino... Wir schaffen es gerade nicht, da einen Mittelweg zu finden, obwohl wir auch schon mal, vereinbart hatten, dass jeder immer abwechselnd ein Wochenende planen darf: Hört sich vielleicht lustig an, hat am Anfang auch geklappt, dann nicht mehr. Dazukommt, dass wir beide elendig stur sind: Ich werd rot
Naja, jetzt habe ich wieder weit ausgeholt! Deine Entscheidung erstmal eine Pause zu machen finde ich übrigens sehr gut!

Lg
scarlett


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   scarlett
schrieb am 02.11.2004 11:55
Hallo törtchen!

Da hast du sicher recht! Ich habe mal 3 Versuche hintereinander gemacht und das tat mir nicht gut. Ich glaube auch, dass man Pausen braucht. Nach dieser IUI wir sicher vorm neuen Jahr niochts mehr passieren, irgendwie freue ich mich da sogar drauf: zwinker
Lg
scarlett


  Re: @ Scarlett
avatar    DSP
schrieb am 02.11.2004 11:57
Ja, ist doch der Beste Jahrgang zwinker Aus welcher Ecke bist Du denn?

Gruss, Mone




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