Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network    Muss man den Hormonhaushalt bei Endometriose unterdrücken? neues Thema
   Wie wirksam ist das Drilling bei PCO-Syndrom?
   Normale Schilddrüsenfunktion und Schilddrüsenantikörper: Sind Medikamente notwendig?

  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   scarlett
schrieb am 02.11.2004 11:58
Hallo sonica!

Ich finde es sehr stark von dir, dass du dir die Kleine "ausborgst" und die Zeit mir ihr dann auch genießen kannst ohne Neidgefühle etc. Ich glaube, das würde nicht jede so gut schaffen!
Das ist super Diese Auf- und Ab der Gefühle kenne ich nur zu gut, manchmal denke ich auch: Was soll´s? Aber man lügt sich dabei nur selbst in die Tasche, denn der Kiwu ist eben stark und lässt sich nicht verleugnen.

Lg
scarlett


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   scarlett
schrieb am 02.11.2004 12:06
Hallo Yvonne!

Kann deinen Beitrag gut nachvollziehen. Es hört sich wirklich, wenn man so sagen darf, nach einem "gereiften" Kinderwunsch an. Das mit dem "Erwachsenwerden" habe ich mir auch schon gedacht: Das Gefühl habe ich auch, dass jetzt die Zeit gekommen ist, wo man endgültig erwachsen wird: Man gibt sich keinen falschen Illusionen mehr hin, man hat das Leben kennengelernt...
Aber: Irgendwie war es doch auch schön unbeschwert zu sein und alles lag noch offen vor einem, alles war möglich? Es ist nicht einfach sich von Lebensträumen zu verabschieden, das will ich ja auch noch nicht, man hofft ja weiter. Aber ich müsste ein Stück weit akzeptieren lernen, dass mein Leben kinderlos sein könnte und das tut sehr weh. Ich fühle dabei, wie ich innerlich ziemlich hart werde, sogar ein bisschen zynisch, das kannte ich vorher nicht, es gint da auch so eine Art von Verbitterung. Bei dir hört man das nicht mehr heraus, es scheint wirklich so, dass du mit dir im Reinen bist und das freut mich für dich:

LG und alles Gute!

scarlett


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   scarlett
schrieb am 02.11.2004 12:09
Hallo!
Dem kann ich mich auch anschließen: Viele Dinge sind plötzlich überhaupt nicht mehr sooo wichtig! Auf Party´s oder in Diskos war ich schon lange nicht mehr, wie genießen eher die "traute" Zweisamkeit . Ich habe aber festgestellt, dass ich auch gerne wieder mehr unternehmen würde.

Lg
scarlett


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   Antonia124
schrieb am 02.11.2004 12:32
Liebe Scarlett,
ich kann nur sagen: Du sprichst mir aus dem Herzen. Nach 5 Jahren unerfüllten KiWu habe ich immer noch nicht gelernt, damit umzugehen. Ich mache immer große Pausen zwischen den Behandlungen (ca. 6 Monate), um so größer ist der Angang, wenn es wieder losgeht. Ich mache jetzt meinen 7ten (und wahrscheinlcih letzten) Versuch und merke richtig, wie ich Stärke sammeln muß um das durchzustehen. Genau wie Du lenke ich mich während der Woche ab, am Woende kommt dann die Grübelei. Leider habe ich viele Freunde in den letzten Jahren verloren. Teils weil sie Kinder bekommen haben und ich die Gespräche "glücklicher" Mütter einfach nicht aushalte, teils weil ich vor allem während der Behandlungszyklen so "ferngesteuert" bin, dass es mir schwerfällt auf andere Leute einzugehen.

Ich hoffe, dass alles besser wird, wenn dad Thema eines Tages (positiv oder negativ) abgeschlossen ist und man die Kraft hat, einen neuen Lebensentwurf zu verwirklichen.

LG
Antonia


  Werbung
  Das Leben ist für mich nicht lebenswert ohne Kind!
no avatar
   Tina8
schrieb am 02.11.2004 15:13
Allein

Allein - mit der Trauer und den Tränen, die nie zu versiegen scheinen.
Allein - mit der Liebe für das Kind, das nie leben durfte.
Allein - mit der Angst verlassen zu werden, von den Menschen die ich liebe.
Allein - kämpfend um die Erinnerung wachzuhalten.
Allein - hoffend auf Verständnis der Menschen die mit mir leben.
Allein - mit der ohnmächtigen Wut auf das Schicksal.
Allein - betend, dass sich das Blatt noch einmal wendet.
Allein - mit den Vorwürfen und dem Zweifeln am Selbst.
Allein - umgeben von Menschen und doch allein.
Allein - mit der endlosen Leere in mir.
Allein - wartend auf eine Aufgabe, ein neue Herausforderung, die das Leben lebenswert macht.
Allein - trotz der Liebe und angebotenen Hilfe der Menschen, die mich lieben.
Allein - in dem tiefen, schwarzen Nichts, das mich umgibt.
Allein - abwartend, dass der unsägliche Schmerz nachlässt, und den schönen Erinnerungen Platz macht.
Allein - begleitet von liebenden Menschen, trotzdem allein im Leid.

Niemand kann helfen, nur lindern und versuchen zu verstehen, aber unser Schicksal und Leben müssen wir selber meistern - und zwar

Allein.




  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   scarlett
schrieb am 02.11.2004 17:03
Liene Tina!

Herzlichen Dank für deine Zeilen: Genauso fühle ich es! Das hast du schön geschrieben!!! . Ich denke zwar schon noch, dass das Leben auch ohne Kind lebenswert sein kann, aber momentan überschattet der Kiwu eben alles andere .

LG

scarlett

Beitrag geändert am : (Di, 02.11. 17:14)


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   scarlett
schrieb am 02.11.2004 17:12
Hallo Antonia!

Das kenne ich auch: es gibt Freunde/Bekannte bei denen ich mich einfach nicht mehr melden will, oder auch melden kann. Was will man denen noch erzählen? Am Anfang habe ich noch drüber geredet, aber es gibt ja nie etwas "Neues" zu berichten. Und bei denen, die Kinder bekommen haben ist es ja klar, dass das im Moment das Thema Nr. 1 ist und da ist es schwierig, wenn kein Platz für andere Themen außerhalb von Kinder/Kinderwunsch bleibt. Meine Freundin zum Bsp. hat eben auch keine Zeit für gemeinsame Unternehmungen abends oder so, seit die Kleine da ist. Das steckt oft keine böse Absicht von beiden Seiten dahinter, man entwickelt sich eben ein Stück weit auseinander, aber es tut weh. Einfacher wird es dann wieder wenn die Kinder ein Stück größer sind. Ich finde es gut, dass du immer so lange Pausen gemacht hast, das tat dir sicher gut!
Ich drücke dir für deinen 7. Versuch alle Daumen:

LG
scarlett


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   Bärenfee
schrieb am 02.11.2004 17:43
Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit: entweder, Du machst Licht, dort, wo Du bist, oder Du gehst in die Sonne.


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   Monika
schrieb am 02.11.2004 18:43
Ich habe das gerade durchgelesen, und fühle mich bei manchen Beiträgen, als hätte ich es selbst geschrieben. Ja
Dieses Auf und ab der Gefühle, dieses Hoffen und Bangen jeden Monat, der Hass auf meinen Körper, weil er nicht das tut was er soll.
Und dann meine Mitmenschen.
Für meine Mutter bin ich ja noch so jung( bin ich auch-26- doch sie war 20 als sie mich bekam) "du hast ja noch so viel Zeit. Was pressiert's denn so? Soooo schön ist Kinderkriegen auch nicht." Waarum hat sie dann innerhalb von 18 Monaten gleich zwei bekommen?!?!?
Leider hab ich wohl nichts von ihrer Fruchtbarkeit geerbt. Nein
Und dann die ganz schlauen, die sagen "wie schaut's denn aus bei euch, geht da nix mit Nachwuchs?" oder "muß ich euch mal zeigen, wie's geht" da könnte ich Ich bin sehr sauer
Aber wie kann man es schaffen, Abstand zu gewinnen? Wie kann man es schaffen nicht mehr ständig beim S... zu denken "hats diesmal geklappt?" Wie kann man den Wunsch zurückahalten, seinem FA den Hals umzudrehen, weil er sagt, da brauchen Sie Geduld und Spucke?!?! (Habe übrigens den FA gewechselt, konnte dem Mann nicht mehr vertrauen, nachdem er mich so blöd angeredet hat)
JA der Kiwu beeinflusst unser Leben. Leider hat bisweilen unsere Ehe auch schon darunter gelitten, das haben wir nun Gott sei dank wiedr im Griff.
Das Leben ohne Kinder lebenswert zu gestalten muss hinhauen, es gibt ja so viele kinderlose Paare, einige sagen sogar im Nachhinein, sie seien froh, kein Kind zu haben. ICH glaube das niemandem!!!!! Ihr etwa?
Denn wenn mal ein Kiwu da war und es nicht geklappt hat und jemand sagt ich bin froh darüber, dann war meiner Meinung nach der Wunsch nicht echt.
Aber toi toi toi weiterhin an alle!
Ich geb's auch (noch) nicht auf!!!


  Re: @ Scarlett
no avatar
   scarlett
schrieb am 02.11.2004 20:07
Na, das finde ich doch auch: Kuss
Also ich bin aus dem Schwäbischen, so halbe Strecke zwischen Stuttgart und Bodensee!
Und du?Neugierigbin zwinker

Lg

scarlett

Blume


  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   Tigerin
Status:
schrieb am 02.11.2004 21:54
Hi allerseits,

ich muss sagen, dass mir einige Eurer Postings sehr unter die Haut gehen und dass ich mich in vielen wiedererkenne. Um genau zu sein, nicht der Kinderwunsch, sondern dessen Nichterfüllung hat mein Leben stark verändert. Nach aussen bin ich auf den ersten Blick so, wie ich immer war, aber Leuten, die mich gut kennen, sagen mir gelegentlich, dass ich meine Fröhlichkeit in den vergangenen Jahren verloren habe. Früher war ich richtig gut im Herumalbern und Witze reißen, jetzt bin ich zynisch bis sarkastisch. Früher habe ich hobbymäßig Kindergeschichten geschrieben, heute fallen mir höchstens Kurzkrimis oder Erotikstorys ein und ich mag plötzlich Horror (im TV und in Buchform). Es fällt mir immernoch schwer, ein Leben ohne Kinder vorzustellen, weil es mir mir so selbstverständlich schien, welche zu haben - auf jeden Fall auch mehr als eins. Ich sage mir, es wird einfach so weitergehen wie bisher, aber das wollte ich eigentlich nicht. Eine Disco- und Partygängerin war ich nie, und großartige Urlaubsreisen sind auch nicht drin - vom Finanziellen her und weil wir einige Haustiere haben. Ein Trost ist dass ich, niemanden ein Vorbild sein muss, und deswegen kann ich ziemlich fies werden wenn mir danach ist. Das ist allerdings eine Verhaltensweise, die Du Dir gut überlegen solltest, ehe Du sie ausprobierst. Mir hilft sie über einige Alltagsklippen. Ich vermeide auch Kontakt zu Leuten, die ich nicht mag. Alles in allem hat sich mein Mann noch stärker von unserer Umwelt zurückgezogen.

So, jetzt muss ich noch ein bisschen laute Musik machen - auch was, dass ich nicht täte hätte ich Kinder.

LG

Tigerin




  Re: Wie sehr beeinflusst der Kiwu euer Leben?
no avatar
   Hialiah
schrieb am 09.11.2004 17:00
Hallo Scarlett,

vergiß nicht zu leben! Das passiert leider oft, wenn man nur noch daran denkt, endlich schwanger zu werden. Man merkt überhaupt nicht mehr, wie gut es einem doch geht. Schließe Frieden mit Dir selbst und wer weiß, vielleicht klopt dann doch irgendwann eine "kleine Frau" oder ein "kleiner Mann" an Deine Tür...
Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen,
Hialiah




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2020