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  OP-Bericht offensichtlich auf Latein... Könnt Ihr mir helfen?
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   @würmchen
schrieb am 30.01.2008 21:58
Hallo!
Seit 4 Monaten google ich mich nun durch Internet und lese viele schreckliche Dinge über Endometriose.

Seit meinem 17. Lj. hatte ich unbeschreibbare Schmerzen kurz vor der Menstruation bis 1-2 Tage nach Ablauf der Mens. Es hat viele Jahre gedauert, bis der Schmerz bzw. der Grund dafür einen Namen bekam. Endometriose. Meine FA sagte zunächst, dass meine Symtome nicht für eine Endometriose sprechen würde. Mmh, verstehe ich im Nachhinein nicht, denn meine Symtome waren:

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Schmerzen beim Stuhlgang
Starke Schmerzen während der Mens.

Ich vermute mal, sie kannte sich nicht so wirklich damit aus. Jedenfalls musste ich ihr sagen, dass ich eine Bauchspiegelung machen möchte. Wenigstens war sie einverstanden.

Schließlich hatte ich im September 07 die erste BS.

Diagnose: Endometriose EEC Grad III

[[u]b]Histologie:[/b][/u]
I.Zervixabradat:Regelrechte endozervikale Schleimhaut. Kein miterfasstes Plattenepithel.
II. Korpuschip: In früher regelmäßiger Proliferation befindliches Endometrium mit Adenomyose des miterfassten Myometriums.
III. PE-Blasenumschlagsfalte: Weichgewebe mit Endometrioseherden.
IV. Douglas-PE: Weichgewebe mit Endometrioseherden.
V. Endometrioseherd Ligamentum sacrouterinum links: Weichgewebe mit E-herd.
Kommentar: Keine Malignität.

Nach der BS bekam ich eine 3-monatige Therapie mit GnRH-Analoga (Trenantone). Im Anschluss daran folgte die zweite BS.

Maßnahmen: Re-Pelviskopie und Adhäsiolyse linke Beckenwand. Endometriose-Koagulation, Hydatidenentfernung rechts.


Ich verstehe nicht besonders viel von dem Befund. Die Ärzte haben sich mit der Erläuterung auch nicht wirklich Zeit gelassen. Kann mir da jemand helfen?

Inwiefern steht die Endometriose in dieser Form dem Kinderwunsch im Weg?

Jetzt soll ich erstmal die Pille Cerazette nehmen. Gibt es andere - vielleicht noch bessere - Alternativen? Leider leide ich auch an Laktoseintoleranz. Und die Pille besteht auch z. T. aus Laktose.

Wäre super, wenn ihr mir helfen könntet. Sonst google ich noch ne Ewigkeit durchs Netz und mache mich damit selber nur verrückt.

Vielen Dank.
@würmchen


  Re: OP-Bericht offensichtlich auf Latein... Könnt Ihr mir helfen?
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   Teazer
schrieb am 30.01.2008 22:49
Hallo,

ich versuch's mal:
Zitat
@würmchen
I.Zervixabradat:Regelrechte endozervikale Schleimhaut. Kein miterfasstes Plattenepithel.

Ausgeschabter Teil des Gebärmutterteils: die Schleimhaut und ihre Zellen sind so wie es sein soll

Zitat
@würmchen
II. Korpuschip: In früher regelmäßiger Proliferation befindliches Endometrium mit Adenomyose des miterfassten Myometriums.

Es geht wohl um den Gebärmutterkörper ("chip" sagt mir nichts): Die Gebärmutterschleimhaut ist in der frühen Phase der Eireifung, die Gebärmuttermuskulatur hat eine Endometriose

Zitat
@würmchen
III. PE-Blasenumschlagsfalte: Weichgewebe mit Endometrioseherden.
IV. Douglas-PE: Weichgewebe mit Endometrioseherden.

Ist - denke ich - verständlich.

Zitat
@würmchen
V. Endometrioseherd Ligamentum sacrouterinum links: Weichgewebe mit E-herd.

Am hinteren, linken Gebärmutterband ist ein Endometrioseherd.

Zitat
@würmchen
Kommentar: Keine Malignität.

Nich bösartig.

Zitat
@würmchen
Maßnahmen: Re-Pelviskopie und Adhäsiolyse linke Beckenwand. Endometriose-Koagulation, Hydatidenentfernung rechts.

Wieder-Bauchhöhlenspiegelung und operatives Lösen von Verwachsungen an der linken Beckenwand. Endometriose-Gerinnung, Entfernung von kleinen Wasserbläschen rechts.

Ich hoffe, dass war alles so einigermaßen verständlich. Habe zwar einen medizinischen Beruf, über die Therapie kann ich Dir aber nichts sagen. Alles Gute!


  Re: OP-Bericht offensichtlich auf Latein... Könnt Ihr mir helfen?
avatar    Romy81
Status:
schrieb am 30.01.2008 23:08
Hallo Würmchen,
möchte Dir gerne etwas helfen. Latein kann schon ganz schwierig sein. Also zu
1.Zervix ist der Gebärmutterhals, Schleimhaut war okay
2.Korpus=Körper, also Gebärmutter denke ich, Proliferation=Menstruationszyklus,Endometrium=Schleimhaut,Adenomyose=älteres Wort für Endometriose in der Gebärmutter, Myometrium=Muskelschicht der Gebärmutterwand
3.Endom. an der Blase (kommt häufig vor)
4.Endom. im unteren Bauchraum
5.Ligamentum sacro..., also Ligamentum heißt soviel wie Band, bin mir nicht genau sicher, aber wahrscheinlich ist ein endoherd am Band des Steiß oder Kreuzbein gewesen
Keine Malignität heißt, dass es nicht bösartig ist.
Maßnahmen: das heißt einfach, das nochmal eine Becken/Bauchspieglung gemacht werden soll und die Verwachsungen gelöst werden sollen.
Ich hoffe ich konnte Dir helfen?
Viel Glück für die Zukunft, Lg Romy


  Re: OP-Bericht offensichtlich auf Latein... Könnt Ihr mir helfen?
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   conny74
schrieb am 31.01.2008 07:58
Hallo Würmchen!

Meine Vorgängerinnen haben das ja beide schon prima übersetzt.
Koagulation heißt allerdings nicht Gerinnung sondern dies ist eine Methode (Strom od. Laser) mit der Endoherde " verkocht" werden.
Ich selbst bin auch Endo Patientin. Leider kennen sich die wenigsten FA mit Endo aus, deswegen ist es auch so wichtig ,dass man zu einem Spezialisten geht.(Prof. Römer. Dr. Korell, Prof. Possover, Prof. Eberth z. B.)
Deine Beschwerden sind absolut ENDOTYPISCH!!!!!
Ich durfte mir auch so allerlei Fehldiagnosen anhören. Angefangen bei Sprue bis hin zur Psysche..... Habe das dann selbst in die Hand genommen, und bin bei Prof. Römer gelandet. Ergebniß war Endo Grad 3-überwiegend 4.(Blase, Douglas, Bauchfell, Ovarien, Beckenkämme)
Habe genau den selben Stufenplan hinter mir wie Du. Das Problem bei der Endo liegt wohl darin, dass das Bauchmillieu durch die Endo verändert ist(Entzündungsfaktoren, Killerzellen....)so das dies einer Einnistung hinderlich sein könnte.(Gesteigerte Immunabwehr)Außerdem leiden wohl viele Endo Frauen unter einer gesteigerten Motilität(Eigenbewegubg)der Gebärmutter+Eileiter.. so d.d. Sperma häufig zu schnell transportiert wird.
TROTZDEM kann man auch mit Endo schwanger werden.Gerade wenn diese frisch saniert und hormonell behandelt wurde.
Wie sieht es denn mit KiWu bei Euch aus? Wurde eigentlich die Eileiterdurchgängigkeit geprüft?
Bei uns kommt leider noch ein schlechtes SG meines Mannes hinzu, was wir nie gedacht hätten. Hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen.


Lg Conny


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  Re: OP-Bericht offensichtlich auf Latein... Könnt Ihr mir helfen?
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   Alexia1981
Status:
schrieb am 31.01.2008 08:19
Hallo,

ich habe Endo Grad IV.....und in 2 Wochen die erste große OP. Mir hat ein Endo-Forum sehr geholfen...schau doch vielleicht mal bei www.endometriose-liga.eu vorbei.

LG
Iris


  Re: OP-Bericht offensichtlich auf Latein... Könnt Ihr mir helfen?
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   Teazer
schrieb am 31.01.2008 09:17
Hallo Conny,

Zitat
conny74
Koagulation heißt allerdings nicht Gerinnung sondern dies ist eine Methode (Strom od. Laser) mit der Endoherde " verkocht" werden.

*schmunzel*, da ist mir ein Fehler untergekommen. Koagulation heißt schon Gerinnung (nämlich beim Blut), aber in dem Zusammenhang natürlich das von Dir beschriebene zwinker War nicht mehr so ganz wach beim "Übersetzen".


  Re: OP-Bericht offensichtlich auf Latein... Könnt Ihr mir helfen?
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   @würmchen
schrieb am 31.01.2008 12:26
Hallo an alle!
Vielen lieben Dank für Eure schnellen Antworten, die mir schon weiter geholfen haben.
Es ist schon komisch, dass doch eigentlich recht viele Frauen von Endometriose betroffen sind und sich viele FA dennoch nicht richtig damit auskennen. Dabei ist das doch eine der häufigsten frauenkrankheiten und das doch nicht erst seit gestern.

Ich werde demnächst meinen FA wechseln, da ich umgezogen bin und der Weg mit 50 km mir nun etwas zu weit ist. Aber ich habe noch keine Ahnung, wie ich einen FA mit Ahnung über Endo finden soll.


Antwort an Conny:
Kinderwunsch besteht auf jeden Fall, aber der ist jetzt noch nicht so aktuell, dass ich jetzt verzweifeln werde. Ich werde noch ein wenig warten - nicht zuletzt aus beruflichen Gründen. trotzdem mache ich mir gedanken darüber, ob es später möglich ist oder nicht.
Die Eileiterdurchgängikeit wurde nicht geprüft. Der Operateur sagte, dass er das nur machen möchte, wenn wir bereits seit über 1 Jahr erfolglos versuchen würden, ein Kind zu bekommen. Denn ansonsten wäre das ein unnötiges Infektionsrisiko.

Das mit den Fehldiagnosen kenne ich auch. Ich war mit 17 schon einmal im Krankenhaus wegen diesen Schmerzen. Ich wurde nachts eingeliefert und kam am nächsten Tag wieder raus. Ich sollte einen Phsychologen aufsuchen. Denn ansonsten war alles in Ordnung. Haha... Hab ich natürlich nicht gemacht.

Und als ich dann die 3-Monatsspritze Depo-Clinovir bekam (da war ich dann aber schon 21) ging es meines "Phsyche" plötzlich wieder gut.

Wie geht es dir denn heute mit der Endo? Hat die hormonelle behandlung nach der OP angeschlagen? oder kommt das dann wieder zurück?
ich habe schon mehrfach gelesen, dass die pille cerazette sehr häufig dauerblutungen verursacht, aber bekommt dadurch die Endo nicht wieder ihr Futter und kann wachsen?

Liebe Grüße
@würmchen


  Re: OP-Bericht offensichtlich auf Latein... Könnt Ihr mir helfen?
avatar    Lectorix
Status:
schrieb am 31.01.2008 12:54
Zitat

sich viele FA dennoch nicht richtig damit auskennen
Das stimmt ja so nicht. Nur gibt es auch in Fachkreisen völlig unterschiedliche Meinungen dazu, wie die Endometriose zu behandeln ist, einig ist man sich dort einfach nicht. Das verwirrt den Patienten entsprechend. Und in vielen Fällen muss man ja auch die Endometriose gar nicht behandeln.

Bei mir war's übrigens ein ähnlicher Verlauf, die Endo wurde als große Zyste zufällig im Rahmen der Krebsvorsorge entdeckt. Kinderwunsch hatte ich damals noch nicht akut, es hätte sein dürfen, aber wir haben's nicht drauf angelegt. Als die Zyste nicht wegging nach 3 Monaten (das ist so üblich, dass man sie erst mal beobachtet), wurde ich operiert und damals hatte ich jedoch mit dem operierenden Kollegen vereinbart, dass er bei dieser Gelegenheit gleich mal nach den Eileitern schaut, die waren frei. Daher hat man mir empfohlen, angesichts der Diagnose zügig schwanger zu werden, solang eben die Eileiter noch frei sind. Das sind sie übrigens heute noch, ich hatte 4 Jahre nach der Erstsanierung eine Kontrollbauchspieglung vor der 4. ICSI und bis auf ein paar kleine Herde war alles blitzeblank.

Zitat

ich habe schon mehrfach gelesen, dass die pille cerazette sehr häufig dauerblutungen verursacht, aber bekommt dadurch die Endo nicht wieder ihr Futter und kann wachsen?
Die Blutung ist nicht das Problem, sondern der natürliche Zyklus, wo dein Körper Östrogene produziert. Diese sind die anregenden Faktoren für die Endometriose. Die Cerazette ist eine Gestagenpille, also wird hierdurch der Zyklus unterdrückt, ohne dass der Körper Östrogene zugeführt bekommt, noch selbst produziert. Die Schmier- und Dauerblutungen unter der Cerazette (die übrigens nicht jede Frau hat, ich selbst gehöre leider jedoch dazu) haben mit Östrogenen nichts zu tun, das hat andere hormonelle Gründe.

  Signatur   Lieben Gruß,

Claudia

____________________________________________________________________________________________________
1. Runde: 4 ICSIs und 2 Kryos 2004-2006: 1 Schwangerschaft (leider FG in 10. SSW wg. Chromosomenfehler beim Kind)
2. Runde: 1. ICSI neg. (Juni 2007), 1. Kryo neg. (Oktober 2007), 2. ICSI positiv (Projekt Schmunzelhase - Kathi kommt am 06.12.08 gesund zur Welt)
3. Runde: Es läuft... smile Kryotransfer 18.11., Piptitest positiv am 30.11., Bluttest am 3.12. mit 1101 etwas schockierend..., aber es ist nur "eines" und kommt als Michael am 29.07.2014 gesund zur Welt




  Re: OP-Bericht offensichtlich auf Latein... Könnt Ihr mir helfen?
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   conny74
schrieb am 01.02.2008 10:58
Hallo Würmchen!

Spezialisten in deiner Nähe findest Du unter endometriose liga eu .Diese Seite ist nicht nur sehr informativ sondern steht auch mit Rat(Experten) zur Seite. Dort bin ich auch auf Prof. Römer gestoßen.
Habe im Zeitraum vom 1998-2007 6Bauchspiegelungen , neben diversen CT`s, Kontrastmittel-Röntgen. Magenspiegelungen, Darmspiegelungen hinter mich gebracht.Natürlich ANGEBLICH ohne Hinweis auf Endo.
Seit 2005 hatte ich bereits , zusätzlich neben der ständigen Unter-Mittelbauchschmerzen unter der Pille(Jasmin)mit Schmierblutungen zu tun.Kommentar meiner Gyn:Das sind Hormonschwankungen!
Selbst als 2006 der Chirurg mittels BS/Biopsie die Diagnose Endo stellte, bekam ich von ihr nur zu hören das Kinder kriegen(Pille Jan.2006 ab)und Hormone sich nicht vertragen!Prinzipiell hatte Sie damit ja auch recht , aber das man mit dieser, gerade wenn Zysten da sind , das genaue Ausmaß+Eileiterdurchgängigkeit unbekannt sind auch oftmals nicht schwanger wird , spielten keine Rolle!Stattdessen wurde ich an e. eine KiWu Klinik überwiesen, die uns eine IVF aufs Auge drücken wollten.Kommentar des Gyns:Bei Endo sind die Eileiter sowieso fast immer betroffen!! Das war dann der Punkt,wo ich mir selbst gesagt habe,d. hier grundlegend was schief läuft!!!Meine Schmerzen interessierten keinen!!!
So bin ich dann bei Prof.Römer gelandet, der bei der bloßen Untersuchungen bereits knoten im Douglas ertasten konnte. Er hat sich auch das Video der 2 Bauchspiegelung(1999)angesehen, wo bereits ENDOHERDE am re. OVAR zu sehen waren!Naja, Prof. Römer hat mich 2x operiert und ich bin seither beschwerdefrei!Eileiter sind beide prompt durchgängig!Die Hormontherapie habe ich gut vertragen, bis auf die Wj Beschwerden.Auch hier mußte ich meine Gyn auf die Add- Back Therapie ansprechen.Einfach nur traurig!(Fa habe ich auch gewe.)
Fakt ist das noch seeeeeeeeeeehhhhhhhhhhhrrrrrrrrrr viel Aufklärungsarbeit bezüglich Endo bei den FA geleistet werden muß!Nicht umsonst vergehen im Schnitt 7-9 Jahren bis zur Diagnose Endo!So auch die Worte diverse Profs!Anfang März ist übrigens die Deutsche ENDO-Woche.
Ist jetzt doch ein wenig lang geworden.
Die Cerazette ist aber wohl bei Endo mitunter das Mittel der Wahl.
Falls der Kiwu doch akut werden sollte, würde ich auf jedenfall die Durchgängigkeit der Eileiter prüfen und eine Spiegelung der GB machen lassen!

Lg Conny




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