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  Schwangerschaft nach Endometriose Operation und bestehende chronische Borreliose?
avatar    Physiomaus
schrieb am 25.12.2006 02:43
Hallo!

Ich habe am 2.Januar 2007 eine große Endometriose Op vor mir, da bei einer Bauchspiegelung der Grund meiner Kinderlosigkeit festgestellt wurde.
Viele Verwachsungen in der Bauchhöhle, der Darm und die Blase auch mit betroffen, beide Eileiter total zu und die Ovarien voller Zysten.
Außerdem habe ich seit fast 25 Jahren eine chronsiche Borreliose, die aber erst seit letztem Jahr in Behandlung ist. Zu erst mit Antibiotika und nun mit hömoopatischen Mitteln, nach der Bauchspiegelung habe ich wieder einen Schub gehabt, der langsam wieder abklingt.
Suche jetzt Gynokologen die sich mit Endometriose und eventuell auch mit der Borreliose auskennen.
Sollte die OP nicht die Eileiter frei machen, würde ich es gerne mit einer künstlichen Befruchtung versuchen. Was muss ich in der Zeit für Maßnahmen treffen um die Endometriose in Schach zu halten?

Lieben Gruß Martina aus Braunschweig


  Re: Schwangerschaft nach Endometriose Operation und bestehende chronische Borreliose?
no avatar
   Limanda
schrieb am 25.12.2006 12:53
Hallo Physiomaus,

mit chronischer Borreliose kenn ich mich leider zu wenig aus. Wegen der Endometriose gibt's grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder es gelingt bei der OP, alles soweit zu sanieren, dass Du nachher eine reelle Chance auf eine "normale" Schwangerschaft hast. Dann solltest Du sobald wie möglich zu basteln beginnen, weil die Endo natürlich wiederkommen kann und Studien belegen, dass in der Zeit nach der OP die besten Chancen bestehen.

Falls das nicht klappt (und Deine Beschreibung klingt leider danach, dass das sein könnte), bleiben entweder IVF oder ICSI, je nach dem, ob die Befruchtung bei Euch funktioniert. An sich ist es so, dass die hormonelle Stimulation im Rahmen der IVF/ICSI die Endo wieder anfachen kann (bei mir ist es so, hab nach dem 1. IVF-Versuch schon wieder Endo-Zysten am Ovar), aber das muss auch nicht passieren (und wenn es passiert, spricht es nicht unbedingt dagegen, dass die IVF funktioniert). Schau mal im Theorieteil, da gab es ca. im September eine Meldung über eine Studie, dass bei vielen Frauen die Endo mit IVF nicht früher wiederkommt als ohne. In dem Sinn kann man selbst nicht viel machen, außer genau mit den KiWu-Docs besprechen, welches Protokoll am besten geeignet ist. Meistens wird sowieso am Anfang downreguliert, und das wirkt auch ein Stück weit gegen die Endo.

LG und für die OP,
Limanda


  Re: Schwangerschaft nach Endometriose Operation und bestehende chronische Borreliose?
avatar    Dr. Jantke
schrieb am 26.12.2006 19:31
Hallo Martina,

in der Tat kann eine - insbesondere hochgradige - Endometriose der Grund für eine Sterilität sein. Am besten wäre es hinsichtlich des Kinderwunschs eine enge Kooperation zwischen operierender Klinik und Kinderwunschzentrum zu suchen, ggf. noch vor der OP sich in einem Kinderwunschzentrum vorzustellen. Bei ausgeprägter Endometriose sollte möglichst zunächst eine operative Sanierung stattfinden. Unmittelbar daruaf sollte möglichst eine DOwnregulation mittels GnRH-Agonisten über z.B. drei Monate erfolgen, die dann direkt in eine Hormonstimulation für eine IVF bzw. ICSI übergehen sollte. Mit der Downregulation wird dabei die ENdometriose durch den Östrogenabfall am Wachstum gehindert. In Berlin gibt es als Endometriosezentrum beispielsweise Prof. Ebert im Humboldt-Krankenhaus, der das erste STufe III-Zentrum für Endometriose in Deutschland bekommen hat.

  Signatur   Viele Grüsse aus Berlin
Andreas Jantke
Gemeinschaftspraxis FERA
[www.fera-berlin.de]



  Re: Schwangerschaft nach Endometriose Operation und bestehende chronische Borreliose?
avatar    Physiomaus
schrieb am 27.12.2006 13:16
Sehr geehrter Herr Dr. Jantke,

vielen Danke erstmal für Ihre Antwort. Kann ich denn die GnRH - Agonisten nehmen wenn wir noch ein paar Monate mit dem Versuch warten wollen schwanger zu werden (wegen Hausbau). Oder sollte es möglichst schnell los gehen auch mit der künstlichen Befruchtung. Kann man es nach der OP auch natürlich versuchen oder sollte man lieber gleich Medikamente nehmen um die Endometriose in Schach zu halten?

Vielen Dank im Vorraus, Martina smile


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  Re: Schwangerschaft nach Endometriose Operation und bestehende chronische Borreliose?
avatar    Lectorix
Status:
schrieb am 27.12.2006 15:14
Nein, man kann die GnRH-Antagonisten auch über einen längeren Zeitraum nehmen, früher hat man das teils über ein halbes Jahr gemacht und macht man je nach Befund heute auch noch über mehrere Wochen bis Monate.
Was die Borreliose angeht, so macht es Sinn, sich hier mit Spezialisten zusammen zu setzen, die sich auch mit immunologischen Dingen auskennen. Manchmal ist's bei chronischen Erkrankungen so, dass das Immunsystem durch diese Krankheit so komisch reagiert, dass sich auch mit der Einnistung Probleme darstellen. Muss nicht so sein, kann aber.

  Signatur   Lieben Gruß,

Claudia

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1. Runde: 4 ICSIs und 2 Kryos 2004-2006: 1 Schwangerschaft (leider FG in 10. SSW wg. Chromosomenfehler beim Kind)
2. Runde: 1. ICSI neg. (Juni 2007), 1. Kryo neg. (Oktober 2007), 2. ICSI positiv (Projekt Schmunzelhase - Kathi kommt am 06.12.08 gesund zur Welt)
3. Runde: Es läuft... smile Kryotransfer 18.11., Piptitest positiv am 30.11., Bluttest am 3.12. mit 1101 etwas schockierend..., aber es ist nur "eines" und kommt als Michael am 29.07.2014 gesund zur Welt




  Re: Schwangerschaft nach Endometriose Operation und bestehende chronische Borreliose?
avatar    Dr. Jantke
schrieb am 27.12.2006 23:08
Hallo Martina,

am besten ist es bei ausgeprägter Endometriose möglichst bald nach der Operation zu beginnen. Bei Grad 4 Endometriose macht es eher keinen Sinn andere Verfahren als die IVF bzw. ICSI zu probieren zumal auch immer unter Stimulation die Endometriose wieder zunehmen kann. Die GnRH Agonisten sollten möglichst nicht länger als ein halbes Jahr eingenommen werden. Also möglichst innerhal eines halben Jahres nach OP mit der IVF/ICSI bei starker Endometriose beginnen. SOllte der Kinderwunsch erst später anstehen, dann ist zu überlegen, ob die OP noch einmal demsntsprechend nach hinten verschoben werden kann oder nach OP nach ca 3-6- Monaten auf eine Antibabypille (z.B. Cerazette oder Valette) zur Unterdrückung des Endometriosewachstums bis zur Kinderwunschbehandlung umgestiegen werden sollte. Ist die Ensometriose nur wenig ausgeprägt (Grad I oder II), kann auch evtl. eine GV-Stimulation oder Insemination Erfolg haben (vorausgesetzt die Eileiter sind offen).

  Signatur   Viele Grüsse aus Berlin
Andreas Jantke
Gemeinschaftspraxis FERA
[www.fera-berlin.de]





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