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  Mit wem ueber KW sprechen?
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   KatiinDC
schrieb am 29.12.2005 20:52
Ich lese hier fast jeden Tag eifrig mit und es hilft mir ungemein, wenn ich sehe, dass auch andere Frauen aehnlich fuehlen wie ich. Wir versuchen es jetzt seit 18 Monaten und ich bin gerade dabei meine erste IUI zumachen (mit Clomiphen, Gonal-F + Eisprungsausloeser). Am Mittwoch soll es soweit sein...

Ich bin total nervoes und aufgeregt und kann mich kaum konzentrieren. Leider bin ich auch ein bisserl down, weil die Erfolgschancen ja nicht so gross sind.

Ich habe eigentlich niemandem, ausser meinem Mann, mit dem ich darueber sprechen kann. Meine Freundinnen haben alle Babies; niemand hat so kaempfen muessen wie wir und obwohl ich meinen Eltern davon erzaehlt habe, denke ich dass sie ueberhaupt nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen und sie eigentlich ueberhaupt nichts sagen. Irgendwie tut mir das alles sehr weh und ich fuehle mich mehr und mehr isoliert. Ich scheue zwar nicht von meinen Freundinnen mit Babies und ich werde auch immer noch eingeladen, aber ich merke, dass es ihnen ein wenig unangenehm ist, da ich ja noch kein Baby habe und nicht mitreden kann.

Ich bin jetzt 36 Jahre alt und ich habe solche Angst, dass ich vielleicht nie im Leben Mama werde. Ich habe einen interessanten Arbeitsplatz, aber die Karriere fuellt mich nicht aus. Meine Mama sagt immer, dass ich schon viel frueher haette anfangen sollen, aber ich kann die Uhr nicht zurueckdrehen und damals war mein Mann einfach noch nicht dazubereit und ich wollte, dass er sich das Baby genauso wuenscht wie ich.

Wie geht Ihr mit diesen Gefuehlen um?

- Kati




  Re: Mit wem ueber KW sprechen?
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   uschile
schrieb am 29.12.2005 21:00
Liebe Kati,

am Anfang nach der Hochzeit haben wir immer gesagt "wir wünschen uns so schnell wie möglich ein Kind". Dann vergingen Monate und die Nachfragen wurden größer, drängender.
Das nervte nur noch und wir sind dazu übergegangen, eine Notlüge zu erfinden, z.B. Fortbildung meinerseits, die echt wichtig "für die Karriere ist". Hlrt sich plausibel an. Dadurch konnten wir Zeit gewinnen und die Nachfragen wurden weniger.

Als dann klar war, das es nicht klappen wird auf natürlichem weg, habe ich mit meiner Mutter gesprochen, mein Vater und mein bruder wissen auch davon. Sie haben auch meinen Zusammenbruch nach dem 1. ICSI-Abbruch erlebt, da habe ich sie einfach gebraucht. Jetzt fragen sie auch nciht mehr, warum so viele Arzttermine etc, weil sie einfach bescheid wissen.
Außerdem habe ich bei einer freundin mal etwas angedeutet, aber nichts Genaues.

Austausch darüber habe ich hauptsächlich mit meinem Mann und auch hier im Forum, sonst mit Niemandem.
Ehrlich, ohne dieses Forum wäre alles viel schlimmer.

Danke, dass es euch hier gibt!!! Kuss

Diese Tiefs vergehen auch wieder mit der nächsten guten Nachricht.
Heute Morgen habe ich z.B. mein offizielles Negativ bekommen und der (Vertretungs-)Arzt sprach dann gleich von meiner eingeschränkten Eierstockreserve (und das mit 31!!!). da ging es mir auch echt mies, aber das wird wieder.

Alles Liebe! Sprich mit deinem Mann und den Mädels hier - die sind echt ok!

Uschile


  Re: Mit wem ueber KW sprechen?
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   Hope810
schrieb am 29.12.2005 21:00
Hi Kati,

erstmal kann man die Zeit nicht zurückdrehen und außerdem hätte es doch vor 3 Jahren nicht anders sein müssen...

Schön Köppchen hoch!!!! Freu dich auf die IUI - endlich passiert was & es besteht die Chance auf ein Positiv Das ist super

Ich hab eine Freundin, mit der ich darüber spreche- sie hat selbst im September ihr erstes Kind bekommen (im 2. ÜZ enstanden)... ich finde es schön, dass ich ihr alles erzählt hab... Man muss schon genau gucken, wem man es erzählt. Manche Leute sind so mit sich selbst beschäftigt, dass es sie eigentlich gar nicht interessierttraurig - hab ne Freundin, die nie nachfragt & wenn dann nur halbherzig -um mir dann den Ratschlag "Bleib locker" zu geben...

Such dir eine Person des Vertrauens und bis dahin hast du ja unssmile

Viel Glück & Erfolg für euren 1. Versuch!!!




  Re: Mit wem ueber KW sprechen?
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   KatiinDC
schrieb am 29.12.2005 21:11
Danke fuer Eure lieben Worte. Es hilft natuerlich nicht, dass es draussen grau und regnerisch ist und zudem noch kuehl und ich ueber 4000 Meilen von zuhause entfernt bin. Ich nehme an, dass es deswegen fuer meine Eltern auch schwierig ist, sich in meine Situation hineinzuversetzen (falls das ueberhaupt moeglich ist...).

Danke auch fuer's Daeumchendruecken! Das kann ich gut gebrauchen und ich bin sooo froh, dass ich diese Webseite gefunden habe.

Ich freue mich schon auf meinen Feierabend (noch 2 Stunden) und dann werde ich es mir mit meinem Maenne, Hund & zwei grossen Tassen Tee auf der Couch gemuetlich machen und einen lustigen Spielfilm anschauen. Das wird helfen...

Danke fuer's Zuhoeren.

Kati




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  Re: Mit wem ueber KW sprechen?
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   doro33
schrieb am 29.12.2005 21:54
Guten Abend,
ich habe mir ebenfalls lange überlegt, wie ich mit diesem Thema umgehen soll... mittlerweile, d.h. nach einem halben Jahr denke ich ,dass es wichtig ist, offen mit unserem Problem umzugehen, ansonsten können die Freunde vielleicht gar nicht verstehen, warum ich oft nicht "gut drauf" bin, Schwierigkeiten mit den ganzen Geburten im Freundeskreis bzw. der Familie habe. Und - warum soll ich nicht offen damit umgehen? So erspare ich mir immerhin mittlerweile die Fragen, wann es denn bei uns endlich so weit ist.
Trotzdem denke ich, dass jeder Mensch verschieden ist, du deinen Weg aber bestimmt findest.
Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist.

Liebe Grüße
Doro


  Re: Mit wem ueber KW sprechen?
avatar    Gypsy
schrieb am 29.12.2005 23:23
Ich bin ein sehr offener Typ und mache kein Geheimnis um meinen unerfüllten Kinderwunsch.
Mir hat das sehr geholfen, dass ich so locker darüber reden kann (es weiss die Familie, die Freunde, ja, sogar ein Teil der Arbeitkollegen und meine Chefin Bescheid), es kommt kein Druck von aussen.
Ganz im Gegenteil, ich bekomme viel Anteilnahme und stelle fest, dass mein Thema viele Leute sehr berührt.Ich glaube aber, dass es ein rechtes Tabuthema in der Öffentlichkeit ist, viele Leute wollen von mir ganz genau wissen, wie IVF funktioniert.
Durch meine Geschichte habe ich übrigens viele Geschichten aus meinem Bekanntenkreis gehört, und nun weiss ich, das viele der Frauen, die kinderlos sind, auch keine bekamen und dass das nicht ihr Wunsch war, wie ich bisher immer annahm.
Mir hilft das "sich outen" sehr...aber ich glaube, dass muss jeder für sich entscheiden.

LG






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