Gesundheit Kinder nach künstlicher Befruchtung

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Anne fragte vor 4 Monaten

Hallo, ich bin dieses Jahr nach einer IVF Mama geworden. Die Freude war/ist natürlich riesig, allerdings nun von Sorgen sehr betrübt.

Ich habe jetzt erst erfahren, dass bei künstlich gezeugten Kindern die Gefahr besteht, schon als junger Mensch an Gefäßerkrankungen (Bluthochdruck, Herzinfarkt) zu erkranken und auch die Tumorgefahr höher ist. Ich weiß gar nicht, wie ich damit nun umgehen soll. Ich finde es auch schlimm, dass man darüber nicht aufgeklärt wird. Ich hätte es nicht gemacht…

wie seht ihr das Risiko? Gibtes da was im Forum?

Lg, Anne


1 Antworten
Team Kinderwunsch-Seite antwortete vor 4 Monaten

Liebe Anne,

herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Kind!

Zu diesem Thema Bluthochdruck gibt es genau eine Studie, über die wir hier berichtet haben: https://www.wunschkinder.net/aktuell/wissenschaft/bluthochdruck-bei-ivf-kindern-eine-relativierung-8475/ (da wird dann noch ein weiterer Artikel dazu verlinkt).

Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann werden Sie sehen, dass bei wissenschaftlich korrekter Bewertung der Fakten von einem Risiko für die Kinder nicht die Rede sein kann.

Zum Thema Krebs nach Kinderwunsch-Behandlung haben wir hier einen ausführlichen Artikel in unserem Theorie-Teil: https://www.wunschkinder.net/theorie/behandlungen-methoden/hormone/risiken/krebs/ Auch hier gibt es keine wissensachaftlichen Belege für einen Zusammenhang zwischen Kinderwunschbehandlungen und erhöhtem Krebsrisiko. Nur bei den sogenannten Borderline-Tumoren der Ovarien kann man das nicht sicher ausschließen. Wir haben uns da sehr viel Mühe gegeben, die aktuellen Studien und Fakten zu diesem Thema zusammenzutragen.

Natürlich kann man nicht verhindern, dass anders lautende Stimmen im Internet ebenfalls Ängste wecken. Ich kann Ihnen nur dazu raten, gerade bei wissenschaftlichen und medizinischen Themen darauf zu achten, ob Studien und wissenschaftliche Belege als Quellen genannt werden.

Zum Thema erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern möchte ich auf einen etwas älteren Artikel in unseren News verweisen: https://www.wunschkinder.net/aktuell/wissenschaft/krebs-risiko-bei-ivf-kindern-um-42-erhoeht-4320/ Hier werden Sie sehen, dass es durchaus möglich ist, medizinische Fakten so zu verzerren, dass Ängste geschürt werden, obwohl es keinen Grund dafür gibt.

Wenn Sie also darüber nicht aufgeklärt wurden, dann liegt es daran, dass die Belege für diese Behauptungen fehlen oder sich auf Studien beziehen, von denen selbst die Autoren nicht der Meinung sind, dass sie mehr sein könnten, als ein Anlass zu weiterer Forschung auf dem jeweiligen Gebiet.


Anne antwortete vor 4 Monaten

Vielen Dank für Ihre Antwort, die mich auch etwas beruhigt. Und vielen Dank auch für Ihre Glückwünsche!

Aber leider gibt es ja neben der in der ZEIT behandelten Studie auch weitere Studien, die diese Zusammenhänge bezüglich des Bluthochdrucks, kardiovaskulärer Erkrankungen und IVF sehen, unter anderem zusammengefasst in dem Review „Cardiovascular and metabolic profiles of offspring conceived by assisted reproductive technologies: a systematic review and meta-analysis“ und auch einige weitere.
Ich bin nicht vom Fach, habe aber auch längere Zeit in der Forschung gearbeitet und kann mir nicht recht vorstellen, dass alle Wissenschaftler, die diese Zusammenhgänge entdeckt haben, Fehler gemacht haben. Zumal ja auch die Rede davon ist, dass diese Zusammenhänge aus ökonimischen Gründen gerne unter den Tisch gekehrt werden.
Können Sie mich totzdem beruhigen?
Ich wäre froh:-)
Viele Grüße
Anne

Team Kinderwunsch-Seite antwortete vor 4 Monaten

Bis auf die in der ZEIT beschriebene Studie sind alle anderen mir bekannten rein empirische Ansätze. Und Empirie kann bestenfalls das Augenmerk auf etwas richten, aber nie etwas belegen. Das müssen dann experimentelle oder prospektiv beobachtende Studien tun. Und die sind mir – bis auf die erwähnte – weder im Tierversuch noch am Menschen bekannt.

„Die Rede davon“ ist bestimmt. Es gibt genug Personen, die aus rein weltanschaulichen Gründe gegen die IVF sind und sich dann eher lauer Studienergebnisse bedienen, die dann ihre Ansichten belegen.

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