Warum eigentlich andrologische Untersuchung?

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Warum eigentlich eine andrologische Untersuchung? Bringt doch eh´nichts, oder?
Ich lese hier sehr viel mit und wenn ich mal zusammenfasse was ich hier bisher über therapeutische Maßnahmen für den Mann bei einem schlechten SG gelernt habe, komme ich zu dem Schluss dass es
eigentlich nachweislich NICHTS gibt das die Spermienmenge erhöht oder deren Beweglichkeit verbessert. Wozu dann die ganzen Untersuchungen?

Wir haben beispielsweise die Krampfader am Hoden veröden lassen, was ja sehr umstritten ist und auch Ihre persönliche Empfehlung ist, dies nicht machen zu lassen. Häufig ist auch die Rede davon, den Männern Vitamin C, Zink, Folsäure etc. zu geben. Aber auch dazu habe ich noch nie gelesen dass sich dadurch NACHWEISLICH die Spermien verbessert haben.

Die einzigen positiven Meldungen über verbesserte Spermien kamen bisher nur von solchen Fällen bei denen eine Entzündung nachgewiesen worden war und mit Antibiotika behandelt wurde. Oder habe ich tatsächlich etwas übersehen? WAS können wir also tun? In unserem speziellen Fall ist es so dass die Spermien gerade mal so für eine IUI reichen. Wir hoffen jedoch immer noch, dass sich die Spermien meines Freundes doch noch soweit verbessern (vielleicht durch die OP, Vitamine oder dass der Androloge etwas findet) dass uns der schwere Weg der IVF/ICSI erspart bleibt.

Auch bei der Lebensweise können wir bei uns nicht ansetzen, da wir uns wirklich bewusst ernähren und nicht rauchen und trinken. Ist unsere Hoffnung auf bessere Spermien tatsächlich vergebens und die Untersuchungen nur verlorene Zeit?

Antwort:
Sie haben das eigentlich sehr gut zusammengefasst: Wenn Entzündungen vorliegen, dann kann man das therapieren, ebenso bestimmte Hormonstörungen (Störung der Hirnanhangsdrüse).

das war´s dann auch im Wesentlichen. Nun ist es aber eben auch so, dass man vor allem die Entzündungen nicht immer ganz leicht erkennen kann, eine andrologische Untersuchung kann da gelegentlich noch den einen oder anderen Fall herausfischen, wo eine Therapie (antibiotisch und entzündungshemmend) lohnend ist.

Vit C+E, Selen, Zink, und Folsäure haben einen entscheidenden Vorteil: Sie sind billig und nebenwirkungsfrei. Mit anderen Worten: Man kann damit nichts falsch machen und gelegentlich ist es schon so, dass sich die Qualität etwas verbessert. Quantensprünge darf man sich jedoch nicht erwarten. Aber den Sprung von ICSI zur normalen IVF oder gar auf IUI ist gelegentlich möglich, wobei dann immer noch nicht bewiesen ist, ob die Verbesserungen Zufall oder therapiebedingt sind.

Warum macht man dann überhaupt die ganze Diagnostik?

Weil man bei 100 diagnostizierten Männern in 2-3 Fällen eine Diagnose stellen kann, die auch behandlungsfähig ist.

Ich weiß, dass das deprimierend ist.


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