Wieviele IVF-Kinder gibt es auf der Welt?

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Diese Frage wurder bereits einmal anlässlich des europäischen Treffens der Reproduktionsmediziner in Prag im Jahre 2006 beantwortet.

3 Millionen weltweit, das war die damals angebene Zahl und für das Jahr 2002 wurden ca. 200.000 Geburten nach IVF gemeldet. Vorgestellt wurden diese Ergebnisse von Dr. Jacques de Mouzon, vom “International Committee for Monitoring Assisted Reproductive Technologies (ICMART)“ und diese Gruppe hat die Daten nun auch im renommierten Fachblatt „Human Reproduction“ veröffentlicht.

Man hat nun noch ein wenig herumgerechnet und den Datenpool erweitert und kommt nun auf eine Schätzung von 219.000 to 246.000 Kindern, die jährlich nach künstlichen Befruchtungen geboren werden. Die aktuellsten Zahlen stammen dabei immer noch aus dem Jahr 2002 und man geht sicher nicht fehl in der Annahme, dass dieser Wert in der Zwischenzeit gestiegen ist.

Nicht alle Kliniken erfasst

In die Berechnungen flossen die Ergebnisse von 1563 Kliniken in 53 Ländern ein, wobei aus einigen Ländern keine daten erhoben wurden (vornehmlich Asien, Afrika und Ozeanien). Basierend auf der Annahme, dass insgesamt 10-20% der weltweit durchgeführten künstlichen Befruchtungen in diesen Ländern stattfinden, ergibt sich die eingangs genannte Hochrechnung.

Starker Anstieg der Zahlen

Seit dem letzten Bericht aus dem Jahre 2000 ist die Zahl der Behandlungen um 25% gestiegen, wobei dieser in den Ländern sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Grundsätzlich hängt dies auch vom allgemeinen Wohlstand eines Landes ab und es stellt sich die Frage, inwieweit man in Entwicklungsländern auch eine Basis-Therapie anbietet, die dann vielleicht weniger effektiv ist, jedoch für größere Anteile der dortigen Bevölkerung zur Verfügung stünde.

Weitere Ergebnisse:

  • Die Zahl der ICSI-Behandlungen stieg auf Kosten der konventionellen IVF stark an. In Europa von 2000 bis 2002 von 46% auf 54%. Im Mittleren Osten macht offenbar niemand mehr eine „normale IVF“, dort sind 92% aller Reagenzglasbefruchtungen eine ICSI
  • Die Lebensgeburtenraten sind gestiegen auf zuletzt 22% mit frischen und 15% mit zuvor kryokonservierten Eizellen. Natürlich ist auch hier die Variationsbreite sehr hoch und reicht von 9% bis 37%
  • Die besten Lebendgeburtenraten finden sich in … Tunesien und Lybien. Das hätte man auch nicht anders erwartet… In diesen Ländern meldeten jedoch nur wenige Zentren ihre Zahlen, während die USA alle Kliniken in den Bericht einfließen ließen und auf eine Geburtenrate von 37,5% kamen.
  • Der Trend zu weniger Embryonen pro Transfer nimmt zu, die Mehrlingsrate dementsprechend ab. Zwillinge: 25,7%, and from 2,5%

International Committee for Monitoring Assisted Reproductive Technology (ICMART):, Jacques de Mouzon, Paul Lancaster, Karl Gosta Nygren, Elisabeth Sullivan, Fernando Zegers-Hochschild, Ragaa Mansour, Osamu Ishihara, and David Adamson
World Collaborative Report on Assisted Reproductive Technology, 2002
Hum. Reprod. Advance Access published on May 27, 2009.
doi:10.1093/humrep/dep098


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Kommentar

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8 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    grünhorn schreibt

    Lybien? Oder doch Libyen?
    🙂

  2. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    im zweifelsfall: Lübjen 😀

    gibts auch eine globale statistik zu den ursachen, warum IVF/ICSI gemacht wird..?

  3. Elmar Breitbach
    BP schreibt

    Ganz wichtig – und nicht nur für die Statistik:

    >>> in den nächsten Tagen wird´s noch (m)eins mehr!!! <<<

    🙂

    PS.:
    Ich habe das Gefühl, außer mir und meinem Mann weiß niemand, dass ich ein IVF-Baby erwarte. Theoretisch wäre das ja auch egal. Aber ich möchte so gerne die IVF-Statistik (positiv) beeinflussen, da es bei uns z.Bsp. auch gleich beim ersten Versuch geklappt hat.

    Ich könnte es ja – wie im "Fieberwahn" – während der Geburt gebetsmühlenartig wiederholen, in der Hoffnung, jemand, für den DAS interessant ist, könnte "mithören".

    😉

    Ha, ha…

    Liebe Grüße
    BP

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Grünhorn: Damals, lange vor Ihrer Zeit, wurde Lybien so geschrieben. So, wie man es spricht halt. Libyen finde ich fast so nachvollziehbar wie Ägeptyn.

  5. Elmar Breitbach
    grünhorn schreibt

    Vielleicht spricht man ja eigentlich auch "Libüen"? Da müsste man vielleicht mal einen Libyer fragen – ach nee, man weiß ja nicht, ob man nicht doch einen Lybier nehmen müsste…

  6. Elmar Breitbach
    Wildfang schreibt

    Ich möchte auch ein Lybier. Prost!

  7. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Eeeegüptän – wennschon.

    Ich kenn als Oldie noch [Lüh-Biee-jenn] – aber ich kenn ja ooch noch de DäDäÄrr 🙂

  8. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Ma´ kurz der Grund, warum da IVF/ICSI (also in Lüüühbiiiijennn) noch so gut läuft, Zitat aus Wikipedia:

    Libyen hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Die Sozialversicherung der Einwohner umfasst die kostenlose 🙂 medizinische Versorgung, sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten.