Wenn die Schleimhaut dünner wird


Bei einer hormonellen Vorbehandlung zur künstlichen Befruchtung kommt es insbesondere beim Antagonistenprotokoll häufig zu einer Abflachung der Gebärmutterschleimhaut, wenn das Medikament zum Unterdrücken des Eisprungs (GnRH-Antagonist) gegeben wird, was meist ab einer Follikelgröße von 14-16 Millimeter der Fall ist. Eine flache Schleimhaut widerum scheint eine schlechtere Einnistung zur Folge zu haben.

Wissenschaftler aus den USA untersuchten nun, ob eine Abflachung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) wirklich häufig auftritt, wenn man das Antagonistenprotokoll anwendet und wenn ja, was für Folgen diese hat. Dazu wurde das Endometrium bei 115 Patientinnen wiederholt mit Hilfe von Ultraschall beginnend am Tage der ersten GnRH-Antagonisten-Gabe bis zum Transfer vermessen.

Die Ergebnisse der Untersuchung lassen sich in drei Aussagen zusammenfassen:

  1. Es fand sich kein Einfluss der Dauer der Stimulation, der Dauer der Antagonisten-Gabe und der Östrogenspiegel im Blut auf die Höhe der Schleimhaut und dem Aussehen derselben (Morphologie).
  2. 37% der Patientinnen wiesen zum Zeitpunkt der Eisprungauslösung in Vorbereitung auf die Eizellentnahme ein dünneres Endometrium auf als zu Beginn der Eisprungunterdrückung mit den Antagonisten. Ein negativer Einfluss auf die Schwangerschaftsrate ergab sich dadurch jedoch nicht.
  3. Kein eindeutiger Zusammenhang bestand zwischen Höhe und Erfolgsrate, jedoch konnte ein statistisch signifikanter Einfluss zwischen Aussehen und Einnnistungswahrscheinlichkeit eines Embryos festgestellt werden.

Dies deckt sich mit den Ergebnissen einer finnischen Arbeitsgruppe, die ähnliche Ergebnisse bereits vor drei Jahren publizierte. Auch hier war die Beschaffenheit der Schleimhaut im Ultraschall wichtiger als die Höhe. In dem entsprechenden Artikel wird das noch genauer erklärt (und bebildert). In dieser Studie wurde sogar festgestellt, dass eine Abnahme der Schleimhauthöhe bis zum Transfer keinen negativen und evtl. sogar einen positiven Einfluss auf die Einnistung eines Embryos hat.

Detti L, Yelian FD, Kruger ML, Diamond MP, Puscheck EE
Endometrial thickness dynamics and morphologic characteristics during pituitary downregulation with antagonists in assisted reproductive technology cycles.
J Ultrasound Med. 2008 Nov;27(11):1591-6


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Kommentar

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6 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Mich verwirrt dieser Teilsatz: "Ein eindeutiger Zusammenhang bestand zwar zwischen Höhe und Erfolgsrate".

    Wird nicht an anderer Stelle gesagt, da besteht kein Zusammenhang?

    Ich habe heute mal dran gedacht, den Daumen nach oben zu drücken. Ich denke, das ist ein sehr wichtiges Thema. Viele Frauen sind wegen ihrer wenig dicken Schleimhaut sehr beunruhigt.

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Danke Rebella, da bin ich mit den Verneinungen ins Schleudern gekommen

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Wie verträgt sich das Ergebnis dieser Studie eigentlich mit dem hier?

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Rebella: Nun, Rebella, dass zwei Studien zum gleichen Thema zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen können, brauche ich Ihnen ja nicht zu erzählen, oder 😉

    Dann muss man basierend auf seinen eigenen Erfahrungen entscheiden, was wohl eher stimmt und da decken sich die Ergebnisse der aktuellen Studie am ehesten mit den meinen.

  5. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Danke für die Antwort, Doc.

    Aber so Grenzwerte wie eine Mindestdicke gibt es doch bestimmt weiterhin?

  6. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Grundsätzlich werden immer 7mm genannt, wobei ich dies aber auch nicht als strengen Cutoff-Wert ansehe, denn auch darunter sind Schwangerschaften möglich, wenn die Morphologie stimmt (drei Linien)