Verschwundener Zwilling: Ursache für Schwangerschaftsrisiken?

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Mehrlingsschwangerschaften sind bei *ivf* und *icsi* häufiger als bei normal entstandenen Schwangerschaften. Und daher sind die die Schwangerschaftsverläufe nach einer Kinderwunschbehandlung durchschnittlich komplizierter als nach spontaner Konzeption.

Allerdings unterscheidet sich auch der Verlauf von Einlingsschwangerschaften nach einer IVF ebenfalls von normal entstandenen. Eine mögliche Ursache dafür könnten einem aktuellen Artikel aus „Human Reproduction“ zufolge das Phänomen des „vanishing twin“ sein. Damit ist gemeint, dass bei einer ursprünglich vorhandenen Zwillingsschwangerschaft ein Zwilling nicht mehr weiterwächst und frühzeitig abstirbt, der andere sich jedoch normal weiterentwickelt.

642 Einlings-Schwangerschaften mit einem „vanishing twin“ wurden mit 5237 Einlingschwangerschaften
verglichen, bei denen sich von vorneherein nur ein Embryo eingenistet hatte. Des weiteren wurden die Schwangerschaftsverläufe von 3678 Zwillingschwangerschaften untersucht, bei denen beide Kinder sich bis zur Geburt weiterentwickelten. Die Feststellung der Schwangerschaften und der Zahl der Feten erfolgte mit einem vaginalen Ultraschall in der 8. Schwangerschaftswoche. Außerdem erfolgte ein Vergleich mit dem nationalen Geburtenregister Dänemarks.

10,4% der Einlinge, die nach einer IVF geboren wurden, waren ursprünglich Zwillinge. Für diese bestand ein 1,7 faches Risiko mit einem Geburtgewicht A. Pinborg, Ø. Lidegaard, N. la Cour Freiesleben, A. Nyboe Andersen
Consequences of vanishing twins in IVF/ICSI pregnancies
Human Reproduction 2005 20(10):2821-2829


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Kommentar

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5 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Hm, mal gut, dass ich so eine Nachricht nicht vor ein paar Jahren gelesen habe. Ich hatte bei beiden Schwangerschaften einen abgestorbenen Zwilling (beide Male in der 7. Woche sichtbar, aber ohne Herzschlag), aber jedes Mal ein bei der Geburt recht schweres Kind (4.600 / 4.200). Und neurologische Auffälligkeiten gibt es bei uns nach meiner Ansicht auch nicht.

    Also bitte, wer das liest und ebenfalls dieses Phänomen hat, bitte jetzt deshalb hier keine Angst entwickeln.

    Gruß, Rebella

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Dieser Artikel war auch eher als eine Art Beruhigung gedacht, da es eine Erklärung dafür sein könnte, warum die IVF-Kinder häufiger zu Frühgeburten neigen.

    Denkt man einen Schritt weiter, dann wäre der Single-Embryo-Transfer (und noch ein Link zum SET) in der Lage, diese Probleme zu vermeiden. Wenn das deutsche Embryonenschutzgesetz gelockert würde

    Meines Erachtens ein weiterer guter Grund, Bewegungen in diese Richtung zu unterstützen.

  3. Elmar Breitbach
    layla schreibt

    also ich fande es sehr intressan aber nichts hilf reich für mich ich brauche etwas über die lebeweisen in der schwangerschaft wenn sie was haben senden sie mir doch die materialen zu per emai bye muss los bin schwanger muss zu gruppen stunde

  4. Elmar Breitbach
    andrea schreibt

    Also besonders beruhigend finde ich diese Seit nicht.
    Auch bei mir wurde gerade dieses Phänomen festgestellt in der 8. Woche! Danke Rebella, du hast mich zumindest wieder etwas beruhigt.
    Weiss jemand, wo es sinnvolle Informationen darüber gibt? Im Netz ist nur ein haufen furchteinflössendes Zeug.??
    Wie lange dauert es, bis sich der vanishing twin "aufgelöst" hat?
    Was passiert tatsächlich mit ihm?

  5. […] Gehen wir mal davon aus, dass ein erhöhtes Risiko für Totgeburten wirklich besteht. Im FAZ-Artikel wird nicht erwähnt, dass die Autoren der Studie darauf hinweisen, dass Einlingsschwangerschaften, die in den frühen Schwangerschaftswochen noch als Zwillingsschwangerschaften angelegt sind (vanishing Twin) als Ursache für Frühgeburtlichkeit und andere Schwangerschaftskomplikationen angesehen werden, wie es auch in bereits publizierten Studien nachgewiesen werden konnte. […]