Verkehr vor der Punktion: Sollte man sich gut überlegen


In einer dänischen Fachzeitschrift wird von einer Drillings-Schwangerschaft berichtet, die nach dem Transfer von einem Embryo entstand.

Wie es dazu kam? Auf jeden Fall nicht durch Teilung des Embryos, denn dann wäre es eine eineiige Drillingsschwangerschaft geworden, was jedoch nicht der Fall war. Die IVF-Behandlung erfolgte aufgrund einer ausgeprägten Endometriose, die Eileiter waren jedoch offen. Das Paar hatte zwei Tage vor der Eizellentnahme noch Verkehr und es kam zu einer Befruchtung auf normalem Wege zusätzlich zu der Schwangerschaft, die aus der IVF hervorging. Das kann zwar nur passieren, wenn nicht alle Follikel punktiert werden und somit zeitlich parallel zur Entnahme der Eizellen auch ein Eisprung stattfindet, ist theoretisch jedoch immer möglich, wenn die Eileiter offen und die Spermienqualität gut ist.

Aber selbst auf eine schlechte Spermienqualität sollte man sich meiner Meinung nach nicht verlassen, denn auch damit sind spontane Schwangerschaften möglich und selbstverständlich auch zu einem so unpassenden Zeitpunkt.

Und um es auf die Spitze zu treiben: Selbst verschlossene Eileiter sind kein sicherer Schutz vor einem solchen Ereignis, denn diese Diagnose ist leider ebenfalls nicht immer zuverlässig und so manch „verschlossener Eileiter“ stellt sich als durchgängig dar, wenn man es am wenigsten brauchen kann. Eine Geschichte, die ich selbst bereits erlebt habe.

Nicht verwechseln sollte man dies mit dem Verkehr nach dem Transfer. Dieser kann sogar hilfreich für die Einnistung sein und nach der Rückgabe der Embryonen zwei Tage oder später nach dem Eisprung/Punktion ist die fruchtbare Phase auch mit Sicherheit vorbei

Alsbjerg B, Humaidan PS
Triplet pregnancy following IVF treatment with a single embryo (e-SET)
Ugeskr Laeger. 2008 Aug 11;170(33):2460.


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Kommentar

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13 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Aurifex schreibt

    Guten Morgen, lieber Doc,

    woher kann denn die "falsche" Diagnose verschlossener Eileiter kommen? Ich dachte, was zu ist, ist zu. Dicht.
    Oder gibt es Diagnosearten, die nicht so zuverlässig sind (z.B. Echovist vs. Bauchspiegelung)? Weil, wenn primäre Sterilität diagnostiziert wurde, dann würde ich gerne Sicherheit haben und nicht doch wieder anfangen zu hoffen.
    LG, Annette

  2. Elmar Breitbach
    Schweden schreibt

    Liebe Aurifex,
    sicher kann man, denke ich, nur bei Azoospermie sein….alles andere kann immer mal zu einem "Wunder" führen. Ich selber kenne jemand, sie hat verschlossene EL beidseits, dann IVF-Zwillis bekommen und nach drei Jahren war sie plötzlich schwanger ohne Behandlung. Warum EL plötzlich wieder frei sind….weiss der Himmel. Ist vielleicht wie mit meinen Verwachsungen…die kommen und gehen.

    LG
    Schweden

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Aurifex: Hier steht´s im letzten Absatz.

  4. Elmar Breitbach
    Aurifex schreibt

    Vielen Dank für den Link. Hatte erst nur eine leere Seite gesehen aber beim runter-scrollen habe ich es jetzt gefunden.
    Gruß, Annette

  5. Elmar Breitbach
    Mariella schreibt

    @Aurifex – die Diagnose verschlossener Eileiter wird auch dann gestellt (mit Empfehlung, die ganze Tube operativ zu entfernen), wenn der Eileiter verzögert Farbe durchläßt. So mir in diesem Sommer geschehen. Instinktiv habe ich meinen Eileiter vehement und erfolgreich verteidigt 🙂 und im nachherig erhaltenen OP-Bericht (der auf meinen Wunsch ausführlichst verfaßt wurde) gefunden, daß er die blaue Farbe nur Sekunden verzögert, nicht aber gar nicht durchläßt. Hier in dem oben genannten Artikel fand ich dann auch noch mal eine Relativierung dieses auf den ersten Blick so schlimm klingenden Befundes. "Primäre Sterilität" heißt nach Aussage meiner Gyn übrigens nur, daß man noch nie schwanger geworden ist, nicht daß man "unfruchtbar" ist.

  6. Elmar Breitbach
    Aurifex schreibt

    @Mariella – bei mir steht zusätzlich "Beide Tuben auch auf Druck nicht durchlässig". So, und darauf habe ich mich auch verlassen. War auch ok, Spermiogramm von meinem Mann war mehr als schlecht und wir eh auf ICSI angewiesen.
    Aber nun sind die "Vorzeichen" anders und ich will eigentlich nicht mehr hoffen können. Fühle mich langsam zu alt dafür.
    LG, Annette

  7. Elmar Breitbach
    Babari schreibt

    …und nach der Rückgabe der Embryonen zwei Tage oder später nach dem Eisprung/Punktion ist die fruchtbare Phase auch mit Sicherheit vorbei…

    Auch nicht.

    Spermien können auf Eizellen warten. Das ist bekannt.

    Und auch umgekehrt kann eine Eizelle auf Spermien warten -Theoretisch aber sogar bis
    3-5 Tage nach dem ES,
    ist allerdings weniger bekannt.

    LG

  8. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Babari: Die Spermien können warten, das stimmt. Nicht aber die Eizellen. Die sind nach 24 Stunden hinüber, wenn sie nicht befruchtet werden. Ich glaube, Sie bringen da etwas durcheinander.

  9. Elmar Breitbach
    Babari schreibt

    Guten Tag !

    Danke für die Mitteilung. Ich meine
    aber dass eine Eizelle tatsächlich länger als 24 Stunden befruchtbar sein kann, max. etwa 3-5 Tage.

    Laut Kurve ist mein Bruder deutlich nach dem Temp.anstieg
    enstanden, drei-vier Tage nach ES war der einzige Verkehr (sicher !) in dem Zyklus und meine Mutter wurde schwanger.

    Wenn ich mir andere Kurven meiner Mutter ansehe sehen die vom Aufbau ähnlich aus, kann somit keinen Fehler entdecken.

    Den Umstand fand ich daher interessant.

    Finde allerdings wenig Infos,
    muss ich zugeben:

    http://www2.hu-berlin.de/sexology/ATLAS_DE/assets/images/menst2.gif

    http://www.bionet.schule.de/~grube/ict/zyklus/Image1.gif

    LG

  10. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Babari: Aha. Die Bestimmung des Eisprung ist dann das Problem. So sicher wird das nicht gewesen sein. Denn wie lange eine Eizelle überlebt und befruchtungsfähig ist, weiß man aus der Reagenzglasbefruchtung sehr sicher.

    Vieleicht hilft das hier weiter. Oder das hier.

  11. Elmar Breitbach
    Babari schreibt

    Nun gut, dann danke ich erst mal für die Infos.

    Auch wenn ich dennoch daran glaube.
    Jedenfalls habe ich einen Bruder und das ist ja auch die Hauptsache.

    Schönen Tag und allen viel Erfolg beim Schwangerwerden !

    LG

  12. Elmar Breitbach
    Claudia schreibt

    Guten Tag, der Arzt hat gesagt nach dem Transfer der ivf sollte ich wenigstens mit Schutz Geschlechtsverkehr machen, wenn wir nicht 14 Tage abstinent sein können. Weiss jemand mir zu erklären warum? Danke vielmals vorab

  13. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Claudia: Man sollte unmittelbar vor der Punktion verhüten und ggf. auch kurz danach, um kein Risiko für (höhergradige) Mehrlinge einzugehen. 14 Tage keinen Verkehr zu haben ist sicherlich nicht notwendig. Wenn Ihr Arzt dieser Ansicht ist, wird er das Ihnen gegenüber sicherlich begründen können. Wissenschaftlich belegbare Gründe dafür gibt es jedoch nicht.