Vasektomie und Refertilisierung


Die chirurgische Unterbindung der Samenleiter (Vasektomie) ist eine einfache und sichere Methode zur Verhütung. Jedoch ist sie auch eine endgültige Lösung eines Problems, welches in späteren Lebensphasen keines mehr ist:

Im Schnitt lassen sich Männer um die 30 sterilisieren und machen es acht Jahre später wieder rückgängig. 99 Prozent haben eine neue Partnerin, wollen noch ein Kind“, sagt Professor Horst Oesterwitz, Chefarzt der Urologie des Klinikums Ernst von Bergmann in Potsdam und Spezialist für den Kinderwunsch sterilisierter Männer. Er führt so genannte Refertilisierungen durch, Operationen, bei denen die durchtrennten Samenleiter wieder verbunden und durchgängig für Spermien gemacht werden. In seinem Wartezimmer sitzen jene, denen die Entscheidung von einst als Barriere vorm Glück der neuen Familie erscheint.

Die Operation, bei der die Enden der durchtrennten Samenleiter wieder verbunden werden – sie heißt „Vasovasostomie“. Erfahrene Operateure, so ergaben verschiedene Studien, erreichen mit einer Vasovasostomie bei 80 bis 90 Prozent der Patienten eine Durchgängigkeit des Samenleiters. In deren Ejakulat finden sich nach einer Frist von bis zu eineinhalb Jahren wieder Samenzellen. Die Chance, dass sie mit ihrer Partnerin ein Kind bekommen, liegt bei durchschnittlich 50 Prozent, abhängig auch von anderen Faktoren, wie dem Alter der Frau.

In der Online-Ausgabe des „Stern“ wird über diese Verhütungsmethode berichtet und die Möglichkeit der Wiederherstellung der Fruchtbarkeit durch einen weiteren operativen Eingriff (Refertilisierung).

Zu recht wird darauf hingewiesen, dass die Aufklärung vor einer Vasektomie oft unzureichend ist und der Hinweis auf die Tatsache, dass das Leben nicht immer den geraden Weg nimmt, oft nicht erfolgt. Ein erneuter Kinderwunsch mit einer neuen Partnerin (gelegentlich ist es auch die „alte“) ist kein seltenes Ereignis und heutzutage so häufig, dass dies in einem Aufklärungsgespräch unbedingt erwähnt werden muß.

Das Gleiche gilt übrigens genauso für die Sterilisation der Frau, bei der durch einen versierten Operateur ähnlich gute Schwangerschaftsraten zu erzielen sind wie bei der oben erwähnten Refertilisierung (Vasovasostomie) des Mannes. Mehr zur Refertilisierung des Mannes im Theorie-Teil.

Quelle: stern-Artikel aus Heft 47/2005


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Sanny schreibt

    Mein Mann hatte vor Jahren ein Vasektomie, damals hatte er andere Patnerin wollte ihr Pille ersparen (wegen Alter usw)… Nun sind wir (m40, ich 25)verheiratet und wir haben Kinderwunsch…

  2. Elmar Breitbach
    Rena schreibt

    Hallo, ich weiß nicht, ob diese Antwort etwas bringt, da der Kommentar vom April stammt, trotzdem möchte ich antworten:

    mein Mann und ich hatten selbiges Problem, auch mit gleichen Vorraussetzungen und auch 15 Jahre Altersunterschied.

    Wir bekamen gesagt, dass die Zeitspanne zwischen den Eingriffen sehr entscheidend ist; bei meinem Mann waren es ca. 2-3 Jahre.

    Wir sparten uns das Geld für den Eingriff zusammen und verzichteten auf einen Karibikurlaub (denn das könnte man mit der Geldsumme locker machen) und glücklicherweise ging alles gut….

    Und in diesem Moment liegt unser "Karibikurlaub" in seinem Bettchen und schläft.

    Also. Die Methode ist ein Versuch wert…Bei uns hat es innerhalb 2 Monate zum erwünschten Ergebnis
    geführt….