USA: Mehr Zwillinge durch Wachstumshormone bei Rindern


Milchtrinkerinnen in den USA bekommen häufig Zwillinge, was möglicherweise am Einsatz von Wachstumshormonen bei Kühen liegt

Ob eine Frau Zwillinge bekommt, hängt unter anderem von ihren Ernährungsgewohnheiten ab – vor allem vom Milchkonsum. Das vermutet zumindest der US-Gynäkologe Gary Steinman vom Long Island Jewish Medical Center in New Hyde Park. Wie er im Fachmagazin Journal of Reproductive Medicine schreibt, bringen Frauen, die keinerlei tierische Produkte zu sich nehmen fünfmal seltener Zwillinge zur Welt als Frauen, deren Speiseplan auch Milch und Fleisch enthält.

Dass der Unterschied so ausgeprägt ist, liegt dem Arzt zufolge möglicherweise daran, dass Rinderzüchter in den USA ihre Tiere mit Wachstumshormonen behandeln dürfen. Die gute Nachricht: In der EU ist der Einsatz von Hormonen nicht erlaubt.

Steinmans Daten zufolge enden bei vegan lebenden Frauen 4 von 1 000 Schwangerschaften mit der Geburt von Zwillingen. Bei Frauen, die regelmäßig auch tierische Produkte auf ihrem Speiseplan haben, sind es 20. Ähnlich hoch ist die Zwillingsrate bei Vegetarierinnen, die zwar kein Fleisch, aber Milch und Milchprodukte zu sich nehmen.

Der Forscher nimmt daher an, dass die niedrige Zwillingsrate von Veganerinnen hauptsächlich durch den Verzicht auf Milchprodukte bedingt ist. In diesen ist der Wachstumsfaktor IGF-1 enthalten, der in der Leber der Tiere hergestellt wird und in die Milch übergeht. Durch Wachstumshormone wird die IGF-1-Produktion zusätzlich angeregt. Aus Tierversuchen ist bekannt, dass IGF-1 die Reifung von Eizellen in den Eierstöcken fördert.

In den USA ist die Zwillingsrate seit Mitte der Siebzigerjahre deutlich angestiegen – hauptsächlich aufgrund der zunehmenden Zahl von künstlichen Befruchtungen. Dass auch noch in den Neunzigerjahren immer mehr Zwillinge zur Welt kamen, führt Steinman auf die häufige Verwendung von Wachstumshormonen in der Viehhaltung zurück.

Er rät Frauen mit Kinderwunsch, Milch und Fleisch vorübergehend durch andere Proteinquellen zu ersetzen – besonders in Ländern, in denen Hormone in der Nutztierhaltung üblich sind.

Journal of Reproductive Medicine, Bd. 51, S. 405


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Kommentar

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1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    Milos schreibt

    Das Stimmt! Denn stehen bei einer schwangeren Frau viele Milchprodukte auf dem Speiseplan, so steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt enorm. Verantwortlich dafür ist nach Angaben amerikanischer Wissenschaftler ein Wachstumsfaktor namens IGF. Dieses Protein findet sich in der Leber von Tieren und in verschiedenen tierischen Lebensmitteln wie Milch, Jogurt, Fleisch und Wurst. (lt. MensHealth)
    Meiner Meinung nach sollten alle angehenden Mütter und Paare – die sich Zwillinge wünschen – viel Milch, Jogurt, Fleisch und Wurst essen! 😉

    Vielleicht beiflusst das sogar unseren mageren Rentenbaum und die mageren Geburtenraten!

    Grüße aus Regensburg!