Spermien, Kryo und Präimplantationsdiagnostik


Da ich aktuell nicht viel Zeit zum schreiben habe, bediene ich mich da lieber der Hilfe anderer. Am Montag hat es noch zu einem selbstgeschriebenen „Sammelsurium“ gereicht, heute möchte ich nur auf eines auf „Wissenschaft online“ von Antje Findeklee verweisen. Sie fasst einige interessante Ergebnisse der aktuellen Tagung Europäischer Reproduktionsmediziner zusammen.

Hier nur einige Stichworte, genauer kann man es hier nachlesen.

  • Conrado Avenaño vom Jones Institute for Reproductive Medicine in Norfolk stellt einen Zusammenhang zwischen dem Anteil fehlgeformter Spermien und deren Erbmaterial her und empfielt spezielle Techniken, um die richtigen Spermien herauszufinden.
  • Kinder, die aus zuvor eingefrorenen Embryonen entstehen, weisen keine erhöhten Fehlbildungsraten auf, besagen die Ergebnisse einer Studie von Anja Pinborg von der Universität Kopenhagen. Heir schreibt jemand, der sich auskennt: „Anstatt Frauen also zwei oder drei Embryonen zurückzugeben, bietet sich die Alternative, es mit einzelnen Embryonen und dafür mehrfach hintereinander mit kryokonserviertem Material zu versuchen. Ein Nachteil jedoch bleibt: Jeder zusätzliche Versuch bedeutet wieder 14 Tage quälende Unsicherheit für die Kinderwunsch-Paare.“
  • Heidelberger Wissenschaftler fanden eine Methode, um bei Krebspatientinnen, die vor einer Chemotherapie stehen, Eizellen ohne großen Zeitverlust zu stimulieren und einzufrieren
  • Frau Maryse Bonduelle gibt mal wieder eine Nachbeobachtungsstudie heraus. Die Wissenschaftlerin, die sich in Langzeitstudien schon sehr um der Nachbeobachtung von Kindern verdient gemacht hat, die mit der ICSI gezeugt wurden, hat dies nun auch für Kinder nach Präimplantationsdiagnostik getan: Das Fehlbildungsrisiko ist nicht erhöht
  • Polly Casey vom Centre for Family Research der Cambridge University untersuchten und befragten 39 Familien mit Leihmutterschaft, 43 mit Samenspende, 46 mit Eizellspende und 70 „normale“ Familien. Es fand sich kein Unterschiede hinsichtlich eines gesunden Familiengefüges.

Der Artikel wird von Antje Findeklee darüber hinaus zum Anlass genommen, im letzten Absatz noch einmal auf die aktuelle Kostensituation hinzuweisen.


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Kommentar

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4 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    mia2801 schreibt

    Lieber Dr. Breitbach,

    zum Thema Spermienqualität bzw. Männer mit Teratozoospermie: im Originalartikel steht, dass die Spermien dieser Männer mit einem Phasenkontrastmikroskop und mit Fluoreszenzmarkierung untersucht werden sollten. Nun zwei Fragen: Gibt es solch ein Mikroskop/Markierung in den deutschen Kinderwunschpraxen? Und falls nein, wo bekomme ich so eine Untersuchung?

    Mein Mann hat nur 4% normal geformte Spermien und ich hatte schon zwei frühe Fehlgeburten. Laut den Erkenntnissen von Conrado Avenaño könnte dies an der Teratozoospermie meines Mannes liegen. Wie kann ich das aber testen lassen und mir sicher sein, dass dies der Grund für die FGn war? Gibt es da eine Möglichkeit?

    Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Antwort!
    Mia

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    @mia2801: Sicherheit wird es nicht geben und die IMSI ist eine Technik, die es schon recht lange gibt, sich aber aus verschiedenen Gründen nicht durchsetzen konnte. es handelt sich hier also nicht um ein neues Verfahren sondern um ein "Wiederaufleben" dieser Technik. Ich kenne keine Prais in Deutschland, die diese Technik einsetzt, was nicht ausschließt, dass es sie gibt, es ist mir persönlich nur nicht bekannt

  3. Elmar Breitbach
    mia2801 schreibt

    Danke Dr. Breitbach, noch eine letzte Frage: Wieso konnte sich die Technik der IMSI nicht durchsetzen? Ich habe einiges darüber gelesen und laut dieser israelischen Studie, die auch bei KiWuWiki angeführt wird, wäre das doch "die" durchschlagende Technik zur Verdopplung der SS-Raten bzw. Lebendgeburten. Ich verstehe daher einfach nicht, wieso sich nicht jede Praxis solch ein Mikroskop anschafft und diese Kosten dann auf den Patienten umlegt. Diese zahlen ja sowieso schon horrende Beträge, da käme es auf die 500-100 € mehr doch auch nicht an.

    Nochmal herzlichen Dank für Ihre Zeit!

  4. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Die Darstellung der Studien über die IMSI ist bedauerlicherweise optimistischer als es in der Realität zu sein scheint. Mit anderen Worten, der apparative Aufwand der Technik steht in keinem Verhältnis zu den fraglichen Vorteilen.