Kinderwunsch: Nachrichten aus Fach- und Laienpresse

Sind Schmerzmittel schädlich bei Kinderwunsch?

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Die Frage, ob die Einnahme von Schmerzmittel bei der Kinderwunschbehandlung von Nachteil ist, wird oft gestellt und man kann sie aufgrund der langjährigen Erfahrung mit diesen Medikamenten verneinen. Auch Studien wurden zu diesem Sachverhalt bereits erstellt und auch hier vorgestellt. man konnte aus diesen Untersuchungsergebnissen sogar schließen, dass Schmerzmittel (in diesem Falle Diclofenac) eher eine positive Wirkung haben.

In unserem Schwangerschaftsblog wird nun die Frage behandelt, ob Schmerzmittel (und hier vor allem das häufig verwendete Ibuprofen) mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten einhergeht. Eine aktuelle israelische Studie zeigt, dass dies nicht der Fall ist:

tabletten
Nicht schädlich bei Kinderwunsch: Schmerzmittel.

Im Untersuchungszeitraum von 2003 bis 2009 wurden 65.457 Schwangere in die Studie aufgenommen. 58.949 (90,1%) bekamen ein Kind und 6.508 (9.9%) erlitten eine Fehlgeburt. Insgesamt 4.495 (6.9%) erhielten nichtsteroidale Schmerzmittel im Studienzeitraum, wobei jedoch die Dauer der Einnahme nicht dokumentiert wurde.

Es wurden verschiedene Wirkstoffe untersucht, meist Ibuprofen und Diclofenac. Berücksichtigte man statistisch, dass die Frauen, die Schmerzmittel bekamen, häufig älter waren und auch eine höhere Inzidenz von entzündlichen Schilddrüsenerkrankungen aufwiesen, ergaben sich keine signifikante Erhöhung der Fehlgeburtsrate bei den 4.500 Frauen, die Schmerzmittel eingenommen hatten. Auch eine Abhängigkeit von der verabreichten Dosis ließ sich nicht erkennen.

Zu dem Zusammenhang zwischen am häufigsten verwendeten Schmerzmittel, nämlich Aspirin, und dem Eintritt von Fehlgeburten, haben wir ja vor kurzem über beruhigende Daten berichten können.

Daniel S, Koren G, Lunenfeld E, Bilenko N, Ratzon R, Levy A
Fetal exposure to nonsteroidal anti-inflammatory drugs and spontaneous abortions.
CMAJ. 2014 Mar 18;186(5):E177-82. doi: 10.1503/cmaj.130605. Epub 2014 Feb 3.

Bild: Katharina Bregulla / pixelio.de


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1 Kommentar
  1. […] Rate an Fehlgeburten scheint nicht erhöht zu sein, wie in einer anderen, sehr umfangreichen Studie nachgewiesen werden konnte. Was ist jedoch mit dem […]