Selber Spritzen: Wie gefährlich sind Luftblasen?

Zu welchen Problemen kann es bei subkutanen Spritzen kommen?

10

Wer nicht ständig zum Arzt rennen möchte, aber Medikamente benötigt, die täglich unter die Haut gespritzt werden müssen, wird vorzugsweise selber Spritzen. Wie gefährlich sind selbstständig durchgeführte subkutane Injektionen? Muss man vor Luftblasen in der Spritze Angst haben?

Oft müssen für eine hormonelle Unterstützung der Eizellreifung Spitzen gegeben werden, die üblicherweise unter die Haut injiziert werden (subcutan = s. c.). Wie man solche subkutane Spitzen fachgerecht durchführt, ist in unserem Theorie-Teil beschrieben. Da diese Hormongaben täglich erfolgen müssen, ist es natürlich sinnvoll, diese selbst durchzuführen, wenn man tägliche Besuche in einer Arztpraxis vermeiden möchte.

Angst vor Luftblasen

luftblasen in der Spritze

Oft wird dann im Forum die Frage gestellt, wie gefährlich es ist, wenn man es nicht schafft, evtl. noch in der Spritze befindliche Luftblasen zu beseitigen, bevor man die Injektion setzt. Denn natürlich weisen auch die Hersteller der Medikamente darauf hin, dass man keine Luft unter die Haut spritzen soll.

Auch wird von den Herstellern der Pens dazu geraten, einige Einheiten des Medikaments vor der Injektion zu verwerfen, um die Luftblasen aus dem Instrument zu entfernen.

Wie gefährlich sind Luftblasen in der Spritze?

Der Grund, weshalb dazu geraten wird, Luftblasen aus den Spritzen zu entfernen, ist die Angst vor einer Luftembolie, bei der größere Mengen Luft in ein Blutgefäß gelangen und in der Lunge zu Gefäßblockaden und -verschlüssen führen können, analog zu Lungenembolien bei Thrombosen.

Die Menge des Gases, die benötigt wird, um eine solche Embolie auszulösen ist abhängig von der Art des Gases. Es sind aber mindestens 10 Milliliter, bei gut löslichen Gasen wie CO 2 kann auch durchaus das 10fache dieser Menge notwendig sein.

Sonderfall subkutane Injektion

Diese Angaben gelten jedoch nur für die direkte Injektion in einer größere Vene. Wird die Luft hingegen direkt unter die Haut gespritzt und besteht keine Verbindung zu einem Blutgefäß, dann sind selbst Mengen von mehreren hundert Millilitern unkritisch und werden vom Unterhautfettgewebe langsam wieder resorbiert. Womit dann auch die Frage beantwortet wäre, was mit der Luft passiert, die unter der Haut landet.

Zusammenfassend muss man sich also bei den Hormonspritzen über evtl. in der Spritze befindliche kleinere Luftblasen überhaupt keine Gedanken machen.

Völlig risikofrei ist selber Spritzen jedoch nicht

Die Risiken sind jedoch sehr übersichtlich. Bei unsachgemäßer Durchführung können lokale Infektionen bis hin zum Abszess auftreten, allerdings nur sehr selten. Steriles und sauberes Arbeiten wird daher empfohlen. Mit ein wenig Übung wird jeder schnell in der Lage sein, sich eine subkutane Spritze selbst zu verabreichen.


Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

10 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    tuerki77 schreibt

    Ahhhhhhhhhhh… Danke. Natürlich hab ich da auch schon mal drüber nachgedacht, *rotwerd* habe den völlig aus der Unwissenheit entstandenden Gedanken daran und an etwaige Fett- und Lungenembolien *crasy* immer schnell wieder verworfen mit der Beruhigung: Wenn es soooo gefährlich wäre, dürfte Lischen Müller die s.c. Spritzen nicht selber geben.
    Schönen Sonntag noch.

    LG, Alex

  2. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    und wenn man es noch genauer wissen will – ein gewisser dr. mengele hat an menschen dazu sehr präzise tests durchgeführt, wobei das fatale endergebnis billigens (gewünscht….) in kauf genommen wurde. da hier eh keine smilies gehen, brauch ich auch nicht über ein kotzsmilie nachdenken..

    auch über 10 ml luft in die vene… sind ungefährlich. im speck hat er gar nicht erst getestet…. *wiederdassmilie*

  3. Elmar Breitbach
    atonne schreibt

    Eine Nachfrage noch: wie sieht es bei i.m.-Spritzen aus? Da habe ich bisher immer penibel darauf geachtet, dass keine Luft mehr in der Spritze ist. Aber da man ja aspiriert, spritzt man da ja auch nicht in eine Blutgefäß. Macht dann eine kleine Menge Luft was aus oder nicht?

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Antonne: kleine Luftmengen sind da auch kein Problem. Wir reden hier also von kleineren Luftblasen in der Spritze

  5. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    haben nicht sogar einige fertige injektionen (ich kenne es von heparinen) so ein kleines bläschen extra mit eingearbeitet, dass auch absichtlich mit s.c. gespritzt werden soll um die flüssige wirksubstanz auch restlos aus der spritze zu entleeren..?

    aus alter berufspraxis: jedesmal eine freude, wenn man als schwester panikartig gerufen wird, doch die kleinen bubbels aus dem infusomatensystem rauszumachen – kann man manchen, kann man aber auch lassen … nur nicht bei frischen infarkten 😉

  6. Elmar Breitbach
    kleinekampfbeere schreibt

    Schade, jetzt ist es amtlich.
    Und ich habe doch immer so gerne die Show genossen, wenn ich ganz professionell und theatralisch an der Spritze rumgeklopft habe;-)

  7. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @kleinekampfbeere: Schön, wenn ein Beitrag in diesem Blog gleich etwas amtlich werden lässt 😉
    Aber gegen das theatralische Klopfen spricht ja nichts. Sieht schon gut aus, das stimmt und schadet ja auch nicht

  8. Elmar Breitbach
    Eine Leserin schreibt

    Und das Klopfen dient auch schön zum Zeitschinden, wenn man soviel Schiss vor der Spritze hat! 😉

    Danke für die Mengenangaben, ich wußte bisher nur, daß die Luft nicht wirklich was ausmacht. Aber wieviel nötig ist, damit es was ausmacht, das war mir unbekannt.

    Kann sich ja dann jeder selber ausrechnen, wieviele Spritzen Luft das sind, so oft sticht sich keiner freiwillig hintereinander, oder doch? *g*

  9. Elmar Breitbach
    Anonym schreibt

    Wie ist es bei spritzen in den muskel? Bekam von der asistenzärztin eine spritze ausnahmsweise, der arzt lässt da immer luft raus, sie machte das nicht.. ist ne kleinere spritze, dosis 50ml wirkstoff..

  10. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Ich will hoffen, dass es sich um 50 IE (Internationale Einheiten) und nicht Milliliter handelt, denn das wäre ja eine Echte Pferdespritze 😉
    Wenn sich sie beim Lesen der Antwort weiterhin guter Gesundheit erfreuen – was ich erwarten würde – dann spielt es offenbar keine große Rolle.