Schwangerschaft nach Brustkrebs ist möglich


Brustkrebs ist oft hormonabhängig und daher stellt sich die Frage, ob eine Schwangerschaft ein Wiederauftreten (Rezidiv) eines Tumors begünstigen kann. Experten der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie gehen davon aus, dass das Rückfallrisiko durch eine Schwangerschaft nicht erhöht wird. Dennoch raten Ärzte, nach der Therapie mindestens zwei Jahre zu warten, da in dieser Zeit das Rückfallrisiko am höchsten ist. „Die generelle Empfehlung überhaupt nicht mehr schwanger zu werden, ist überholt“, so Beatrix Hültenschmidt, Oberärztin für Strahlentherapie am Klinikum Karlsruhe, im Gespräch mit pressetext.

Wie lange eine Frau warten sollte, bevor sie schwanger wird, ist abhängig vom Hormonrezptorstatus, also der Empfindlichkeit des Tumors gegenüber den weiblichen Geschlechtshormonen. Während einer Schwangerschaft ist der Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone hoch. Dadurch kann das Tumorwachstum durch die Bindung von Hormonrezeptoren gefördert werden. Das Wachstum eines hormonempfindlichen Tumors kann mit einer antihormonellen Behandlung gebremst werden. In dieser Zeit ist eine Schwangerschaft dringend zu vermeiden. Nach Abschluss der fünfjährigen Anti-Hormontherapie kann die Betroffene entsprechend ihres Risikoprofils versuchen, schwanger zu werden, so Hültenschmidt.

Zehn bis zwanzig Prozent aller Brustkrebserkrankungen treten bei Frauen im gebärfähigen Alter auf. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes werden Frauen heute aber erst im Alter von durchschnittlich 29,8 Jahren erstmals schwanger. Die Frage einer Schwangerschaft nach der Brustkrebstherapie gewinnt daher zunehmend an Bedeutung, da viele Frauen zum Zeitpunkt der Diagnose ihrer Erkrankung die Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben.


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