Wann soll man seine Kinder informieren


Die Frage stellt sich grundsätzlich bei jedem Kind. Denn wo es herkommt und wie es entstanden ist, interessiert jeden Sprössling. Bei Kindern, die nach einer IVF entstanden gibt es eine Studie aus dem letzten Jahr, wo in Interviews mit erwachsenen „IVF-Kindern“ festgestellt werden konnte, dass die Information, durch eine künstlichen Befruchtung entstanden zu sein, eine sehr wichtige für die betroffenen Kinder war.

Information von Kindern,die durch Spendersamen entstanden

Sehr viel schwieriger ist die Sachlage bei Kindern, die mit Hilfe von Spendersamen gezeugt wurden. Viele Eltern stellen sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Kinder über ihre spezielle Art der Entstehung zu informieren. Bei Lichte betrachtet oft aus der Angst heraus, die Akzeptanz des Kindes als Eltern zu verlieren und nicht nur aus Sorge um das Seelenheil des Kindes. Spezialisten befürworten deshalb die Information der Kinder.

Hat man sich dazu entschlossen, stellt sich die Frage, wann man das Kind darüber aufklären sollte, durch Spenderspermien entstanden zu sein. Gibt es einen perfekten Zeitpunkt dafür? Und noch wichtiger: kann man es dem Kind auch zu früh erzählen, so dass es möglicherweise Schaden daran nimmt?

Das Ergebnis einer aktuellen Studie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer ablehnenden Reaktion durch das Kind umso niedriger ist, je früher die Information über sein Entstehen erfolgt.

165 Befragungen erfolgten in einer Studie der Universität Cambridge bei Probanden zwischen 13 und 61 Jahren. Ziel der Befragung (die online erfolgte) war es, die Haltung der durch Spermienspende gezeugten Personen gegenüber Ihren Eltern und dem Spermienspender festzustellen.

Nachvollziehbarerweise wurden Kinder lesbischer Paare oder von Single-Frauen früher über die Art ihrer Entstehung informiert. Das durchschnittliche Alter, in dem die Information erfolgte betrug 14 Jahre, wobei der späteste Zeitpunkt bei einem Lebensalter von 50 Jahren lag. Insgesamt 19% erfuhren von der Samenspende nach dem 18. Lebensjahr, 30% vor ihrem dritten und 38% konnten sich nicht mehr daran erinnern, da sie zu diesem Zeitpunkt zu jung waren, um ihn jetzt genau wiedergeben zu können.

Es fand sich eine deutlich höhere Häufigkeitnegativer Gefühle gegenüber den Eltern, wenn die Aufklärung zu einem späten Zeitpunkt erfolgte. Dabei richteten sich diese Gefühle meist gegen die Mutter, während dem Vater auch in diesen Fällen Sympathie entgegengebracht wurde.

Auch in einer älteren Studie aus dem Jahr 2004 kam man zu ähnlichen Ergebnissen. Hier wurden 46 Familien mit Kindern zwischen 4 und 8 Jahren befragt. In den Familien, welche ihre Kinder informiert hatten, fanden sich weniger Spannungen und die Eltern-Kind-Beziehungen wurden insgesamt positiver eingeschätzt. Dies ist ein Trend und es bedeutete nicht, dass bei Verheimlichung die Familienstruktur automatisch negativ beeinflusst wird, jedoch war der Unterschied deutlich abhängig von der Informationspolitik der Eltern.

Diese und andere Ergebnisse führten in den USA zu einem Wechsel der Haltung zur Aufklärung. In ihren Richtlinien von 2004 änderte sie ihre Einstellung radikal und empfiehlt die Information der Kinder über die Spermienspende, während davon früher explizit abgeraten wurde. Auch in Großbritannien wurden die Richtlinien dahingehend geändert, dass die Daten der Spender gespeichert werden, damit den Kindern mit Erreichen des 18. Lebensjahres die Möglichkeit gegeben wird, mehr über ihre Herkunft zu erfahren

1. Jadva V, Freeman T, Kramer W
The experiences of adolescents and adults conceived by sperm donation: comparisons by age of disclosure and family type.
Hum Reprod. 2009; doi:10.1093/humrep/dep110.

2. Lycett E, Daniels K, Curson R, Golombok S
Offspring created as a result of donor insemination: a study of family relationships, child adjustment, and disclosure.
Fertil Steril. 2004 Jul;82(1):172-9.


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

18 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Regina31 schreibt

    Falls es nur das Kind weiß und die
    restliche Umgebung wie Freunde,
    Klassenkameraden, Verwandte nicht,
    weil diese evtl. das Kind hänseln,
    ausgrenzen (Monster aus dem Rea-
    genzglas spotten usw),
    muß das Kind damit leben, ein
    Familiengeheimnis hüten zu müssen.
    Die psychische Belastung von Fam-
    ielengeheimnissen für die Kinder
    ist ja nicht zu vernachlässigen.

    Falls es auch das größere Umfeld
    um die Entstehung des Kindes weiß,
    befürchte ich grausame Mitmenschen,
    die das Kind deshalb vielleicht hänseln.

    Das ist natürlich nur ein kleiner
    Aspekt, aber generell würde ich es
    verschweigen.

  2. Elmar Breitbach
    Maggie1978 schreibt

    Wenn das Kind es weiß, kann es auch lernen damit umzugehen und auch ohne Scham dazu zu stehen. Vielleicht sogar irgendwann auch mal ganz stolz von sich zu behaupten was die Eltern alles auf sich aufgenommen haben, um es zu empfangen. Immerhin können sie von sich behaupten ein absolutes Wunschkind zu sein.

  3. Elmar Breitbach
    Maja23 schreibt

    Na, da bin ich ja froh, daß unsere 2 Spendersamenkinder von Anfang an Bescheid wußten. Die Studie bestätigt mich in meinem Gefühl, das den Mädels nicht vorebthalten zu dürfen.
    Sie sind jetzt 8 und fast 6 jahre alt und es ist nichts besonderes mehr.

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Jedes Elternpaar nach Spendersamenbehandlung ist gut beraten, sich intensiv mit dem Thema „Aufklärung des Kindes“ auseinander zu setzen und gegebenenfalls auch fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen.
    Einige Psychologen vertreten die Auffassung, je eher das Kind aufgeklärt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer gesunden Kindesentwicklung sowie einer tragfähigen Vertrauensbeziehung zwischen Eltern und Kindern. Die Experten sind sich wohl einig, dass das Kind bereits vor dem Erreichen des Teenageralters die Besonderheiten bei der Art seiner Entstehung kennen sollte. Ob man jedoch schon im Alter von 3 – 4 Jahren oder doch erst mit 8 – 10 Jahren damit beginnen soll, darüber gibt es auch unter den Psychologen verschiedene Ansichten. Einige von ihnen sagen, es gäbe kein fest definiertes Alter, in dem Kinder über ihre Zeugungsart aufgeklärt werden sollen, denn die psychologische Entwicklung von Kindern kann sehr unterschiedlich sein.
    Grundsätzlich ist es wichtig, den Kindern ein positives Image zu präsentieren und Informationen zu geben, die dem Alter angepasst sind. Zur Vermittlung eines positiven Images gehört zuerst die positive Einstellung der Eltern selbst zur Art der Zeugung ihres Kindes. Wer die Sache immer noch negativ empfindet, wird es schwer haben, diese Empfindungen bei der Vermittlung an das Kind auszublenden. Auch über den Spender sollte in jedem Fall positiv berichtet werden. Negative Informationen über den Spender könnte das Kind auf sich selbst übertragen. Ein offener Umgang mit diesem Thema sollte dem Kind helfen, die Art seiner Entstehung als Selbstverständlichkeit zu begreifen. Wer sein Kind dazu anhält, die Sache nach außen zu verschweigen, kann damit den Eindruck hinterlassen, es würde sich hier um etwas Verbotenes, Schlechtes handeln.

  5. Elmar Breitbach
    grünhorn schreibt

    Hmm, ich finde es erstaunlich, dass der Beitrag von Regina so runterbewertet wurde. Ich halte den von ihr genannten Aspekt für sehr relevant. Ein eigener offener Umgang innerhalb der Familie gepaart mit dem Bemühen um eine stabile Persönlichkeitsentwicklung und ein gesundes Vertrauensverhältnis auf der einen Seite und Vorbehalte und Vorurteile in der Umgebung, vor allem in der Peer Group auf der anderen Seite, sind meiner Meinung nach zwei verschiedene Probleme, bei denen man nicht unbedingt das zweite durch das erste automatisch mit bewältigt.

  6. Elmar Breitbach
    Julisonne schreibt

    na, da bin ich ja froh, daß ich unser 8 Wochen altes Baby bereits aufgeklärt habe 😉

  7. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich denke, grünhorn, Regina hat sich ehrliche Gedanken gemacht. Und da sie sich wahrscheinlich bisher noch nicht näher mit dem Thema beschäftigt hat, können wir es ihr auch nicht so sehr zur Last legen, dass sie so denkt.

    Allerdings sind ihre Befürchtungen relativ grundlos.

    Zitat: "Falls es nur das Kind weiß und die restliche Umgebung wie Freunde, Klassenkameraden, Verwandte nicht, weil diese evtl. das Kind hänseln, ausgrenzen (Monster aus dem Reagenzglas spotten usw), muß das Kind damit leben, ein Familiengeheimnis hüten zu müssen." …
    "Falls es auch das größere Umfeld um die Entstehung des Kindes weiß, befürchte ich grausame Mitmenschen, die das Kind deshalb vielleicht hänseln."

    Einige Familien aus dem HI Forum haben schon die Erfahrung gemacht, dass die Kinder nicht gehänselt werden. Und es wäre auch falsch, die Kinder dazu zu verurteilen, die Sache für sich zu behalten.

    " … aber generell würde ich es
    verschweigen."
    Gut, das ist eine persönliche Auffassung aufgrund von Vorurteilen und zu wenig Wissen über die Sache. Ich will das nicht verurteilen. Wir haben auch mal so gedacht. Ich bin immer noch der Meinung, es in der letzten Instanz den Eltern zu überlassen, ob sie es nun dem Kind sagen oder nicht. Obwohl schon klar ist, dass die Kinder es wissen wollen und auch das Recht dazu haben. Und dass es für sie psychologisch wichtig ist. Allerdings bringt Bevormundung der Eltern auch nichts. Es sollte vielmehr Einsicht sein. Daher stehe ich erstmal für Aufklärung der Eltern.

  8. Elmar Breitbach
    Annamirl schreibt

    Hmm,
    Ich muss gestehen, ich habe nie so richtig verstanden, warum es überhaupt wichtig ist, das Kind auszuklären. Nicht weil ich der Meinung bin, es wäre etwas Unanständiges, was man verschweigen sollte, sondern, weil es aus meiner Sicht nicht wirklich wichtig ist.
    Meine Eltern haben mir doch auch nicht gesagt, ob ich im Bett, im Auto oder beim Sex in der Besenkammer gezeugt wurde (und wenn ich ehrlich bin, es interessiert mich auch nicht). Aus meiner Sicht wird das ganze Thema damit komplett überbewertet. Ob ein Kind beim Sex gezeugt wird, oder ob da noch etwas nachgeholfen wird. Who cares ?????

    Mal ehrlich. Wie soll ein Kind oder ein Heranwachsender diese Information richtig bewerten, wenn es das ganze Thema KiWu noch nicht richtig einordnen kann?

    Aber wahrscheinlich bin ich mit der Meinung mal wieder alleine …..

    Annamirl

  9. Elmar Breitbach
    Julisonne schreibt

    annamirl,
    für die meisten Menschen ist es schon wichtig die genetische Identität zu kennen. Es diskutiert inzwischen ja auch keiner mehr darüber, daß Adoptierte aufgeklärt werden sollen.
    Und wenn es nur um die Aufklärung geht, daß es eine in-vitro-Zeugung war und Du das als völlig unwichtig ansiehst, dann ist es ja keine große Sache es zu sagen, oder?

  10. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Annamirl, deine Gedanken sind rational erstmal völlig o.k. Du gehst wahrscheinlich von homologer assistierter Befruchtung aus?

    Oben geht es insbesondere um heterologe Befruchtung, also mit Spendersamen. Die Kinder haben damit eine meist unbekannte Abstammung, womit sie umgehen können müssen. Hier wissen wir von erwachsenen Menschen, die so entstanden sind, dass sie DAS unbedingt rechtzeitig wissen wollten. Und die hier zitierten Studien belegen das (mal wieder), dass das psychologisch wesentlich besser ist, wenn man es tut.

    Allerdings sagen diese Menschen oft auch, sie haben ein Problem damit "künstlich" entstanden zu sein. Wenn sie das rechtzeitig wussten, haben sie auch dieses Problem nicht. Das ist das, was ihr, die homologe Befruchtungen vornehmen lasst, aus der Sache mitnehmen könnt.

  11. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich habe allerdings ein Problem mit der oben zitierten Studie.

    "19% erfuhren von der Samenspende nach dem 18. Lebensjahr,
    30% vor ihrem dritten und
    38% konnten sich nicht mehr daran erinnern"

    Das heißt, nur 3% erfuhren es zwischen dem 3. und dem 18. Lebensjahr und konnten sich auch noch daran erinnern. Dabei ist doch gerade diese Gruppe zwischen 3 und 18 interessant und differenziert zu betrachten.

    Ob nun ein bloßer Vergleich von unter 3-jährigen mit über 18-jährigen den Schluss zulässt, dass "dass die Wahrscheinlichkeit einer ablehnenden Reaktion durch das Kind umso niedriger ist, je früher die Information über sein Entstehen erfolgt", ist zu bezweifeln.

    Unser Sohn, dem wir das mit 8 Jahren gesagt haben, lebt ganz gut damit. Wir haben nicht das Gefühl, dass es besser gegangen wäre, wenn wir es ihm früher gesagt hätten. Warten wir mal ab, wie er das mit 18 sieht, aber zumindest haben wir ein gutes Gefühl. 8 war, so sehen wir das, ein gutes Alter, in dem das Kind auch schon die Zusammenhänge verstehen kann. In der Schule wird dann bald darüber gesprochen, wie Kinder entstehen. Da wir der Schule zuvorgekommen sind, musste unser Kind nie von falschen Voraussetzungen ausgehen.

  12. Elmar Breitbach
    sonne1 schreibt

    1.Danke für den interessanten Beitrag! Mal sehen, wann wir ihn mal brauchen- hoffentlich bald!
    Also, ich kenne Leute, die es unbedingt verheimlichen vor den Kindern, daß sie in IVF entstanden sind und hab mich gefragt, ob das überhaupt 2,5-3jährige schon richtig aufgreifen könnten?
    2.unser Notar hat uns dazu geraten, es dem Kind nicht zu sagen:-??? So richtig verstanden hab ich seine Einstellung nicht, da ich mich vorher viel informiert hab und im HI-Forum eig. dazu geraten wird es zu sagen!
    Schaun wir mal-hoffentlich!

  13. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @sonne1: Leider gibt es eben zu dem Thema in der ganzen Gesellschaft ein zu geringes Wissen. Und da gehören nun mal die Notare, selbst noch viele Ärzte dazu.
    Lasst euch nicht verunsichern!

  14. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    @Rebella – hat dein Sohn verstanden was HI ist? Wie überhaupt ein Kind entsteht (Spermien, Eizellen usw.)? Hat er verstanden dass er ein anderes Vater hat? Und wie hat er reagiert?

    Ich wünsche mir nur eines zu verstehen: was bringt es wenn jemand früher erfährt (also als Kind)? Versteht diese Person es besser, fühlt sie sich besser, ändern sich ihre Gefühle gegenüber die (adoptiv, bzw. leibliche)Eltern?
    Kann diese Person mehr tun in diese Beziehung, als kleines Kind?

    Und in welche Klasse werden die Kinder hier über menschliche Anatomie, bzw. sexuelle physiologie unterrichtet?
    Gut, manche Kinder können sich ja jeder Zeit aus Bücher informieren. Was sie jedoch daraus verstehen weiß ich nun nicht.

  15. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Ich: Unser Sohn hat keinen anderen Vater. er hat nur einen anderen Erzeuger.

    Ich dokumentiere unsere Aufklärungsgeschichte im HI-Aufklärungsforum. Da dies aber nicht für alle zugänglich ist, hier habe ich z.B. den Anfang daraus kopiert: http://www.klein-putz.net/forum/viewtopic.php?p=2339250&highlight=sohn#2339250 .

    In der Schule haben sie jetzt in der 4. Klasse darüber gesprochen, wie Kinder – üblicherweise – entstehen. Zuerst hieß es aber, sie wollten das schon in der 3. Klasse tun. Da mag es individuell Unterschiede geben. Klar hat er das verstanden.

    Er sagt jetzt manchmal lächelnd, wenn er etwas an sich entdeckt, was ich nicht habe: "Mama, vielleicht habe ich das ja von dem Mann, der seine Spermien für mich gegeben hat?"

    Der Knackpunkt ist, dass Kinder, die das zu spät erfahren, sich belogen fühlen. Daraus entsteht ein Vertrauensbruch. Weil, sobald sie eben wissen, dass Kinder Merkmale von ihren Eltern erben (Genetik), sobald schauen sie auch danach, was sie wohl selbst von welchem Elternteil geerbt haben. Man spricht ja auch darüber: "Das hast du wohl von Mama. Das hast du wohl von Papa." Wenn man letzteres also zu einem HI-Kind sagt, ist es eine Lüge. Wenn man es aber nie sagt, kommt es dem Kind auch komisch vor, weil es selbst diese Gedanken hat. Es spürt dann, da ist etwas, wo meine Eltern nicht drüber reden wollen.

  16. Elmar Breitbach
    Samyeli schreibt

    also ich stimme annamirl zu. Diese aufklärungsgeschichte wird, meiner meinung nach, überbewertet. ich werde meinen kindern nicht auf die nase binden, dass sie icsis sind. ausser sie sind 16 und fragen danach – sehr unwahrscheinlich. ich hätte von meinen eltern nicht wissen wollen, dass ich z.b. auf dem küchentisch gezeugt wurde – wäre mir maximal peinlich gewesen. und einem kind, also unter 13, würde ich derartige informationen schon gar nicht zumuten weil es das verständnis des kindes meiner meinung nach übersteigt.

    sorry, alles klein weil 2-wochen-zwerg im arm…

  17. Elmar Breitbach
    Annamirl schreibt

    Noch ein kleiner Nachtrag meinerseits …

    Ich spreche oben ausschliesslich für ICSI/IVF/Inseminations Kinder. Und da bin ich immer noch der Meinung, dass man damit viel entspannter umgehen sollte. Wenn es zur Sprache kommt, ehrlich sein, ansonsten lassen. Auf keinen Fall so was in der Art veranstalten wie: "mein Kind, wir haben dir etwas ernstes mitzuteilen, du bist nicht auf natürlichem Weg gezeugt worden ….. " (Etwas überspitzt ausgedrückt natürlich 😉

    Das stört mich übrigens auch bei der Studie oben. Der Vergleich sollte eigentlich zwischen Kindern, die es erfahren und Kindern, die es nicht erfahren, sein (was zugegebenermaßen etwas schwierig ist. So nach dem Motto: "Wenn meine Eltern es mir früher gesagt hätten, wäre mir das auch lieber gewesen, aber wenn sie es gar nicht gesagt hätten ?!?!?!")

    Bei HI oder Embryonenspende könnte es allerdings wirklich sinnvoll sein, mit den Kindern, Jugendlichen zu sprechen. Im Grunde ist es ja wie eine Adoption…. Auf der anderen Seite, was schadet es, wenn die Kinder es nicht wissen?

    Viele Gruesse von Annamirl, die sich jetzt in den Urlaub verabschiedet …. 🙂

  18. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Annamirl, die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder irgendwann im Leben zumindest von einer heterologen Befruchtung erfahren, isr groß. Gerade im Zeitalter der Gentechnik. Und dann entsteht der Schaden bei dem Erwachsenen, der aus allen Wolken fällt. Davon abgesehen heißt es aber auch, dass viele Kinder das spüren.

    DAS trifft wahrscheinlich nicht auf die IVF zu. Die Argumente, es bei IVF trotzdem zu sagen, hatten wir in dem oben verlinkten Thread.