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Sactosalpinx beeinflusst Einnistung

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Die in der Überschrift gemachte Aussage ist an sich nichts Neues. Es ist bekannt, dass verschlossene und wassergefüllte Eileiter (Hydrosalpinx oder Sactosalpix) ein Einnistungshindernis bei der IVF darstellen können. Man vermutet, dass der Rücklauf der Flüssigkeit aus den Einleitern in die Gebärmutter die Einnistung von Embryonen stören kann.

In einer aktuellen Studie aus der Türkei gibt es Hinweise darauf, dass die solcherart veränderten Eileiter darüber hinaus einen Einfluss auf die Zytokine in der Gebärmutter haben können. Zytokine sind eine Gruppe von Eiweißstoffen, die vor allem das Wachstum und Differenzierung von Zielzellen reguliert. Sie werden dementsprechend als Wachstumsfaktoren bezeichnet. Viele Zytokine spielen außerdem eine wichtige Rolle für immunologische Reaktionen. Einen negativen Einfluss hat z. B. der Tumor-Nekrosefaktor alpha einen nachgewiesenermaßen positiven Einfluss auf die Einnistung ist der leukaemia inhibitory factor (LIF).

In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass der LIF nach Entfernung einer Hydrosalpinx deutlich ansteigt und dadurch die Einnistung begünstigt wird. Dazu wurde der LIF bei 10 Frauen mit Hydrosalpingen vor und nach Entfernung derselben in der Gebärmutterschleimhaut gemessen. Dies geschah zu dem Teitpunkt des Zyklus, an dem üblicherweise eine Einnistung erfolgen würde. Als Kontrolle dienten 10 fertile Frauen.

Die Konzentration des leukaemia inhibitory factor war bei den Frauen mit Hydrosalpingen vor der Operation signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe der fertilen Frauen. Bei 8 von 10 Frauen stieg die LIF-Konzentration nach der Operation deutlich an.

Dass die Entfernung der Eileiter zu empfehlen ist, wenn sie verschlossen und mit Flüssigkeit gefüllt sind, steht außer Frage, wenn

  • die Eileiter operativ nicht wieder hergestellt werden können
  • andere Ursachen für eine ausbleibende Einnistung nicht bestehen


Sicherlich solte man nicht voreilig „einfach“ Organe entfernen, wenn dies nicht zwingend notwendig ist. Sollte jedoch trotz guter Voraussetzungen bei einer IVF oder ICSI keine Schwangerschaft eintreten, dann deuten die Ergebnisse dieser Studie an, dass es offenbar auch immunologische Gründe für eine Entfernung von Hydrosalpingen gibt.


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Kommentar

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1 Kommentar
  1. […] Eine häufiger Grund für die Durchführung einer künstlichen Befruchtung (IVF) sind verschlossene Eileiter. Sind diese Eileiter endständig verschlossen, dann können sie sich mit Flüssigkeit füllen (Hydrosalpinx oder Sactosalpinx). Diese Flüssigkeit kann dann – wenn die Enden verschlossen sind – nur in Richtung der Gebärmutter ablaufen und man geht davon aus, dass dadurch die Einnistung eines Embryos behindert werden kann. Aber nicht alleine die zurücklaufende Flüssigkeit vermindert die Chancen auf eine Schwangerschaft, sondern auch Zytokine spielen eine Rolle. Zytokine sind eine Gruppe von Eiweißstoffen, die vor allem das Wachstum und Differenzierung von Zielzellen reguliert. Sie werden dementsprechend als Wachstumsfaktoren bezeichnet. Viele Zytokine spielen außerdem eine wichtige Rolle für immunologische Reaktionen. Einen negativen Einfluss hat z. B. der Tumor-Nekrosefaktor alpha einen nachgewiesenermaßen positiven Einfluss auf die Einnistung ist der leukaemia inhibitory factor (LIF), wie es bereits hier vor geraumer Zeit erläutert wurde. […]