Präimplatationsdiagnostik (PID) in Deutschland bis 2018

Ergebnisse des zweiten Berichts über die Erfahrungen mit der Prämplantationsdiagnostik


Die Bundesregierung legte nun ihren zweiten Bericht über die Erfahrungen mit der Prämplantationsdiagnostik vor. Dieser beinhaltet die Zahlen bis inklusive des Jahres 2018.

Die Untersuchung des Erbmaterials eines Embryos ist in Deutschland in Ausnahmefällen erlaubt. Bei einem „hohen Risiko einer schwerwiegenden Erbkrankheit für die Nachkommenschaft“ oder der  Gefahr einer „schwerwiegende Schädigung des Embryos mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Tot- oder Fehlgeburt“, ist die Maßnahme erlaubt, wenn eine Ethikkommission im Einzelfall der Untersuchung zustimmte.

Wie viele PID wurden durchgeführt?

Nachdem die PID zwar im Jahre 2011 unter diesen Voraussetzungen erlaubt wurde, dauerte es jedoch noch bis zum Jahr 2014, bevor die Vorordnungen zu Vorgehensweise erarbeitet wurden. Daher konnte die PID erst ab dem Jahr 2015 angewendet werden.

Zweiter Bericht der Bundesregierung über die Erfahrung mit der Präimplantationsdiagnostik
Aus „Zweiter Bericht der Bundesregierung über die Erfahrung mit der Präimplantationsdiagnostik“ 2020 S. 40

Es ist unschwer erkennbar, dass Zahl der genehmigten Fälle nun schon eine Sättigung erfährt. Durch die steogende Zahl an Zentren, die eine Präimplantationsdiagnostik durchführen können folgte die Zahl der durchgeführten PID der Anzahl genehmigter Fälle.

Wie viele Fälle wurden genehmigt?

Für Jedes Paar muss die Präimplantationsdiagnostik vor einer Ethikkommission beantragt und genehmigt werden. Es gibt insgesamt 5 dieser Ethikkommissionen. Da es in den neuen Bundesländern und Berlin noch keine Kinderwunschklinik gibt, die eine PID durchführen darf, gibt es nur Daten der übrigen vier Kommissionen.

Ethikkommission Nord Süd NRW Bayern
Anzahl der Anträge 12 48 21 238
Anzahl der durchgeführten PID nach Genehmigung 23 45 24 223
Anzahl abgelehnter Anträge 0 0 0 23

Aus „Zweiter Bericht der Bundesregierung über die Erfahrung mit der Präimplantationsdiagnostik“ 2020 S. 30

Während Bayern offenbar bis zum Jahr 2018 bereits eine etablierte Struktur entwickelt hat, sind die anderen Regionen noch in der Findungsphase. Aber auch, wenn die Zahl der Kinderwunschkliniken mit entsprechender Expertise steigt, wird die Zahl der PID-Zyklen nicht deutlich ansteigen. Dazu ist die Behandlung einfach zu teuer. Man muss mit ca. 10.000 Euro pro Behandlungszyklus rechnen und dann fallen auch noch bis zu 5.000 Euro für die Begutachtung des Falles vor der Ethikkommission an.

Was ich hier schon vor einiger Zeit schrieb, hat immer noch Gültigkeit: Die Gegner der PID dürfen sich freuen: Die fehlende Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen wirkt fast so gut wie ein Verbot der Methode.


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.