Polkörperdiagnostik: Was bringt sie wirklich?


Die Polkörperdiagnostik ist eine Methode, mit der man sich erhofft, das Erbgut der Eizelle feststellen zu können und letztlich diejenigen mit einer schlechten Prognose aussortieren zu können. Jedoch sind zwar viele Studien zu diesem Thema veröffentlicht worden, jedoch konnte keine nachweisen, dass die Schwangerschaftsraten mit Hilfe der künstlichen Befruchtung dadurch besser wurden oder die Fehlgeburtsrate signifikant absinkt.

Während mit der FISH-Technik (erklärt im eingangs verlinkten Artikel) nur wenige der Chromosomen in den Polkörpern untersucht werden können, ist es mit neuen Methoden auch möglich, die Polkörper auf das Vorhandensein aller 23 Chromosomen zu prüfen. Dazu ist auch hier bereits ein Artikel erschienen, wobei auch bei diesen neuen Techniken die Ergebnisse der bisher durchgeführten Studien keine abschließende Beurteilung der Aussagefähigkeit zulassen.

ESHRE plant klärende Studie

Die „European Society of Human Reproduction and Embryology“ plant nun eine Studie zur Polkörperdiagnostik, mit der die aktuell bestehenden Unklarheiten beseitigt werden sollen. IM September dieses Jahres sollen erst einmal zwei Zentren eine sogenannte „Pilot Studie“ (= Vorabstudie auch zur Klärung des Studiendesigns) durchführen. Dies werden die Universität Bonn und SISMER, Bologna, Italien sein, beides Zentren, die auf diesem Gebiet bereits viele Erfahrungen gesammelt haben.

Die Ergebisse dieser Pilotstudie werden unabhängig von Sjoerd Repping ausgewertet, der 2007 eine vielbeachtete Studie zur genetischen Embryonendiagnostik (PID) veröffentlichte.

In einem Jahr möchte man dann die Ergebisse dieser Voruntersuchung präsentieren können und eine Studie mit mindestens 6 Zentren auf den Weg bringen, bei der dann auch mit Hilfe der

PKD aussagekräftiger als PID?

Die Forscher hoffen, dass sie durch die Polkörperdiagnostik nicht nur eine weniger invasive Diagnostik zur Verfügung haben, sondern möglicherweise auch eine genauere. Bei der PID werden einem 8-zelligen Embryo meist 2 Zellen entnommen und diese genetisch untersucht. Das ist natürlich eine sehr viel einschneidendere Maßnahme als die Entnahme der Polkörperchen bei einer Eizelle. Außerdem geht die Hoffnung dahin, dass durch die Untersuchung der Eizelle die Bildung von Mosaiken kein Problem darstellt, welche die Aussagekraft der PID stark beeinträchtigen, wie auch es hier bereits beschrieben wurde.

Und letztlich soll auch die Aussagefähigkeit der „vergleichenden Genomischen Hybridisierung (CGH)“ getestet werden, die alle Chromosomen der Polkörper identifizieren kann und nicht nur eine Auswahl von 6-8 wie bei der bisher noch üblichen „FISH“-Technik.

Ich bin gespannt, was dabei herauskommt, denn üblicherweise sind solche multizentrischen Studien, wenn sie gut designed sind, aussagekräftiger als die von einzelnen Forscherteams und die unabhängige Auswertung ist auf jeden Fall ein weiterer Pluspunkt.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Tina4 schreibt

    Lieber Doc,

    der 5.Absatz endet mitten im Satz. Sie wollten sicher noch etwas schreiben…

  2. Elmar Breitbach
    nora schreibt

    So schön dieser Gedanke auch klingen mag, macht mir die ganze Forschung auf dem Gebiet große Angst. Möchte gar net wissen, was alles in Reagenzgläsern schlummert.