PID: Am häufigsten zur Geschlechtswahl verwendet


Die Präimplantationsdiagnostik wurde kürzlich auch in Deutschland zugelassen, um das Auftreten bestimmter Erbkrankheiten, die zum Tode der Kinder oder zu Fehlgeburten führen, durch genetische Tests an Embryonen auszuschließen. Dies ist jedoch nicht der häufigste Einsatzzweck dieser Technik.

Das Deutschland-Radio Wissen berichtet über einen Trend in den USA, der freundlich als „Family balancing“ bezeichnet wird: Die Geschlechtsauswahl bei Kindern während der Zeugung. Dazu wird im Rahmen der künstlichen Befruchtung einem Embryo eine Zelle entnommen und sein zukünftiges Geschlecht bestimmt. Embryonen mit dem gewünschten Geschlecht werden dann in die Gebärmutter eingepflanzt, die anderen „verworfen“.

In einem Land wie Deutschland, wo die Hürden für solche Techniken sehr hoch gesetzt werden und „Selektion“ ein extrem negativer Begriff ist, mutet dieses medizinisch nicht indizierte Verfahren merkwürdig an und auch in diesem Blog wurde das Thema bereits vor Jahren einmal sehr ausführlich (und spannend) diskutiert. Ein Bedarf scheint auf jeden Fall auch hierzuland zu bestehen.

Für das Deutschland-Radio hat Silke Hasselmann mit Harvey Stern, Direktor am Genetics and IVF Institute in Fairfax, Virginia über den technologischen Stand der Verfahren, über selbstgesetzte Kriterien für die Behandlung und über die kulturell-ethischen Probleme der „gender selection“ gesprochen und ein Paar getroffen, das sich unbedingt einen Jungen wünscht.


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Kommentar

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8 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    SarahZ schreibt

    Ich habe mich,auch vor einiger Zeit darüber Informiert,und bin auf eine Seite gestossen,die diesen "Service" weltweit anbietet. Natürlich muss man dazu in´s Bestimmungsland,alleine vom Recht her,klar.
    Das ist kein Wunder,das es soweit kommt,auch in DE wird das der Fall sein,dieser Trend macht Geld,und wo es viel Geld zu holen gibt,da auch ein paar "extras" .
    Ich finde es eher deprimierend ,wenn – denn ein Restrisiko besteht- es statt dem gewünschten Mädchen,doch "nur" ein gesunder Junge wird,oder anders herum. Da will man kein eigentlich mit freude erwartetes Kind mehr sein,das seine Eltern dann schon im ersten Moment enttäuscht,wegen dem was zwischen den Beinchen ist.
    Ich stelle mir banal vor,wie die Menschen versuchen werden die Ärzte wegen dieser Schande vor´s Gericht zu bringen,oder oder oder..

  2. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    Der häufigste Einsatzzweck der PräimplantationsDIAGNOSTIK ist also die "Diagnose" des falschen (weil unerwünschten) Geschlechts. Überraschen tut es mich nicht …

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Buntspecht: Mich wundert es ehrlich gesagt schon. Vor allem, dass es Leute gibt, die bei normaler Fruchtbarkeit sich deswegen einer IVF unterziehen. Und was ich davon halten soll kann ich auch nicht wirklich in einem Satz formulieren.

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich würde sagen, da bestimmt das Angebot die Nachfrage. Hinzu kommt, dass die Amerikaner im Allgemeinen sowieso kulurell etwas anders ticken als wir hier.

    Meiner Ansicht nach ist die Geschlechtswahl ein Angebot, das wir nicht unbedingt brauchen.

  5. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    @Herr Breitbach: Wie ich bereits an andere Stelle schrieb: Es gab auch Zeiten, da hätte sich kein Arzt vorstellen können, dass es mal Wunschkaiserschnitte geben wird. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass in manchen Ländern neugeborene Mädchen in Wassereimern ertränkt werden, finde ich es tatsächlich nicht mehr dermaßen verwunderlich.

  6. Elmar Breitbach
    onur schreibt

    guten tag eine frage machen sie auch künstliche befruchtung mit geschlechtsauswahl wenn nicht kennen sie vielleicht ein paar adressen danke

  7. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Nein. Und: Nein.

  8. Elmar Breitbach
    Lelo schreibt

    Also in den USA mag das wohl so sein, kann ich mir auch gut vorstellen aber hier in Europa, wo wir ganz andere Wertvorstellungen haben halte ich das für Quatsch!! Dort werden die Kinder ja auch 4 Wochen früher gehol, damit Mami bloß nicht fett wird und ihr neues Fitness Videos nach 2 Wochen präsentieren kann.
    Ich finde es auch "gefährlich" das so zu veröffentlichen weil die pid gegebner genau darauf warten und es völlig egal ist ob hier von Deutschland oder sonst wo die Rede ist….

    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man in Situationen wie unser wirklich andere Probleme hat als Geschlecht oder Augenfarbe!!!!
    Ich hatte 6 Fehlgeburten, (mein Mann hat einen gen defekt) einen irren Ärzte Marathon die letzen 3 Jahren und hab nun 2 icsi mit pid hinter mir die alles andere als angenehm sind!!!
    Wenn man allein der Berg an Medikamenten sieht bekommt man es mit der Angst zu tun!
    Erst bei der zweiten pid haben wir nun 2 euploide Embryonen die für einen Transfer geeignet sind und glauben sie mir ich wünsche es mir so sehr, dass ich mit einem davon schwanger werde…mir ist völlig egal ob junge oder Mädchen! Hauptsache gesund und ich darf endlich mal eine Schwangerschaft austragen und Mutter sein!!

    Man lernt ja in solchen Situationen auch viele andere mit ähnlichen Problemen kennen und mir ist noch nie jemand unter gekommen, der auch nur annähernd eine Äußerung in die Richtung gemacht hätte!
    Wir wollen nur das Leid beenden und trotzdem Eltern sein.