Augen- und Haarfarbe? Sie haben die Wahl!


Wenn man schon mal eine IVF durchführt, dann kann man doch auch gleich das ganze Paket bestimmen. Das denkt sich zumindest Jeff Steinberg, der Leiter des LA Fertility Institute. Und im Vergleich zu den sonst üblichen ca. 10.000 Dollar kostet das dann nur 4.000 Euro mehr.

Für schlappe 14.000 Dollar also können die Eltern in spe nun nicht mehr nur das Geschlecht ihrer Nachkommen bestimmen, sondern auch Augenfarbe, Haarfarbe und Hautteint. Natürlich kann auch eine Untersuchung auf die genetische Prädisposition für bestimmte Krebserkrankungen durchgeführt werden, wie Steinberg auf der Homepage der Klinik mitteilt. Namentlich genannt sind Brust-, Darm-, Pankreas-, und Prostatakrebs. Etwas diffus ist dei Aussage auf der Homepage dann jedoch schon: Nicht jedes Paar kann an diesem Programm teilnehmen und Garantien werden nicht gegeben. Kein Wunder, wenn man die Vererbungsmuster der Augen- oder Haarfarbe kennt, die mitnichten nur an einem einzelnen Gen hängen.

Britische Medien wollen erfahren haben, dass sich bereits „fünf oder sechs“ interessierte Paare gemeldet haben, die bereit und in der Lage sind, die etwa 14.000 US-Dollar teure Behandlung zu bezahlen. Die ersten Kinder würden Anfang des nächsten Jahres geboren, hieß es.

Was medizinisch bereits möglich ist, zeigen die Ergebnisse einer Studie, die William Kearns vom Shady Grove Center for Preimplantation Genetics in Rockville/Maryland im letzten Jahr auf der Jahrestagung der American Society of Human Genetics vorstellte.

Der Forscher hatte an einzelnen Zellen, die zur PID entnommen wurden, eine umfangreiche Micro-Array-Analyse durchgeführt und dabei gleichzeitig Tausende von Merkmalen bestimmt, darunter auch Risikogene für Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wenn so etwas möglich ist, kann man es dann eigentlich wirklich noch bleibenlassen?

Via Ärzteblatt


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Kommentar

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5 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    schwierige kiste im moment, finde ich.
    das gesicherte wissen um die ursachen von krankheitsentstehung auf genetischer ebene hinkt dem praktischen wissen der ärzteschaft wohl hinterher. soweit, so schlecht.
    meiner meinung nach würde ein screening auf besimmte krankheiten aber nur sinn machen, wenn a)das wissen darum manifest ist und b) mit einem wirklichen zu erwartenden leidensdruck oder bewiesener, gravierender letalität bei eltern und verwandten einher gehen (z.b. krebs) und c) durch selektion bestimmter embryonen mit diesen merkmalen auch wirklich vererbungstechnisch sicher vermeidbar wären.
    allerdings glaube ich, dass es noch gute 10 jahre dauert ehe sich theorie, praxis und letztlich sicheres wissen um die zusammenhänge erhärtet haben.
    so lange sollte man meiner meinung nach damit eher zurückhaltend sein.

    selektion nach phänotypischen kriterien (augenfarbe etc) halte ich für ein elterliches charakterdefizit und lehne ich ab.
    was dr steinberg da in LA anbietet ist in meinen augen schon eher ein zivilisatorisches problem: lifestyle-behandlung pre life oder so 😀
    da wird einem im fitten LA schon die neigung zum dicken hintern im reagenzglas weggenommen … spart später die liposuction (wahrscheinlich angeboten im gleichen institut ;-)) – er sollte rabatt geben, falls die PID nicht so richtig perfekt geklappt hat….

  2. Elmar Breitbach
    möchte*gern*mama schreibt

    Ach ja, die Amis haben echt Sorgen;-)
    anderen wär es einfach nur wichtig, dass es überhaupt klappt 😉
    in diesem Sinne
    allen hier einen schönen Abend
    insbesondere dem z.Zt. mal wieder vielschreibenden doc 🙂

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Das Fertility Institut will natürlich mit diesem Angebot für sich werben. Wer noch keine IVF hinter sich hat, denkt sich das ja auch so einfach: Machen wir das eben mal.

    Dass durch dieses "Angebot" die Zahl der für den Transfer in Frage kommenden Embryonen sinkt und damit die Belastung für die Frau unnötig nach oben geschraubt wird, das sehen möglicherweise auch jene Paare nicht, bei denen Geld keine Rolle spielt und die sich für diesen Weg entscheiden. Schlimmstenfalls bleibt insbesondere wegen des Versuchs der Auswahl der Augenfarbe das Wunschkind aus. Aber vielleicht ist das bei dieser Art von Wunscheltern dann auch nicht so dramatisch.

    Hoffentlich werden die Paare, die das so machen lassen wollen, umfassend darüber aufgeklärt!

  4. Elmar Breitbach
    Johannes schreibt

    Der Mensch ist total durch gedreht, nun soll es Kinder nach dem eigenen Geschmack geben – welch ein Hohn, gibt es nichts Wichtigeres? Der Natur ins Handwerk zu puschen im großen Stil, früher dacht man das ist nur Utopie heute ist es möglich das unmöglich wahr zu machen!

  5. Elmar Breitbach
    jaqueliiine schreibt

    Diese Menschen sind schuld daran, dass wir hier in Deutschland mit so vielen Vorurteilen kämpfen müssen.
    In den Köpfen von nicht Betroffenen ist die künstliche Befruchtung doch gleichbedeutend mit einem Designerbaby.

    Dabei wollen die meisten doch einfach nur ein Kind.
    Ich würde nicht mal das Geschlecht wissen wollen, gar nichts!