Mehr Risiken bei PCO-Syndrom in der Schwangerschaft nach IVF

Erhöhte Vorsicht ist bei einer Schwangerschaft nach IVF bei PCO-Syndrom anzuraten.

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Das PCO-Syndrom steht unter dem Verdacht, einen negativen Einfluss auf den Verlauf einer Schwangerschaft zu haben. Zum Teil ist dies belegbar. So sind Frauen mit einem PCO-Syndrom häufiger von Übergewicht und Insulinresistenz betroffen. Das hat wiederum zur Folge, dass Schwangerschaftsdiabetes und Gestose häufiger auftreten als in der Durchschnittsbevölkerung.

Einfluss des PCO-Syndroms auf die Schwangerschaft unklar

Dennoch ist noch vieles ungeklärt und in eher kleinen Einzelstudien nicht zu belegen oder auszuschließen. Hilfreich sind dann Übersichtsarbeiten, die die Ergebnisse vieler Studien zum Thema zusammenfassen. Für eine aktuelle Untersuchung dieser Art wurden Studien zusammengefasst, die sich mit dem Schwangerschaftsverlauf bei PCO-Syndrom nach IVF beschäftigten1)Shaa T, Wangb X, Chengc W, Yana Y
A meta-analysis of pregnancy-related outcomes and complications in women with polycystic ovary syndrome undergoing in vitro fertilization
Reproductive Biomedicine online DOI: https://doi.org/10.1016/j.rbmo.2019.03.203
. Denn auch wenn bei einer PCO-Patientin oft nur der Eisprung fehlt, ist dennoch nicht selten eine IVF notwendig, weil die einfache Hormonbehandlung nicht funktioniert oder sich zu schwierig gestaltet.

Die Autoren sichteten mehr als 2.100 Studien, von denen jedoch nur 30 eine ausreichend gute Qualität hatten, um die Frage nach dem Einfluss des PCO-Syndroms in der Schwangerschaft nach IVF klären zu können. Wichtig war hier die Vergleichsmöglichkeit mit Frauen ohne PCO-Syndrom als Kontrollgruppe.

Mehr Schwangerschaftskomplikationen nach IVF bei PCO-Syndrom

Für die Untersuchung standen in diesen 30 Studien die Daten von 19.650 mit einem PCO-Syndrom zur Verfügung. Die Kontrollgruppe bestand aus 43.482 Frauen, die aus anderen Gründen eine IVF erhielten. Folgende Komplikationen traten bei Frauen mit einem PCO-Syndrom in der Schwangerschaft häufiger auf:

  • Fehlgeburt (Erhöhung um Faktor 1,7)
  • Eileiterschwangerschaft (Erhöhung um Faktor 2,20)
  • Überstimulation (Erhöhung um Faktor 4,87)
  • Schwangerschaftssdiabetes (Erhöhung um Faktor 2,77)
  • Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Erhöhung um Faktor 2,14)
  • Frühgeburtlichkeit (Erhöhung um Faktor 1,67)
  • hohes Geburtsgewicht (Erhöhung um Faktor 2,20).

Fehlbildungen und Mehrlinge traten nicht häufiger auf.

Erhöhte Vorsicht ist anzuraten

Die beiden ersten Punkte auf der Liste schicksalhaft sind und nicht abwendbar. Die anderen Risiken lassen sich jedoch durchaus vermeiden (Überstimulation) oder früh erkennen. Daher ist bei einer Schwangerschaft bei PCO-Syndrom das Augenmerk auf die möglichen Komplikationen zu richten, um gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Die gute Nachricht: Bei den Frauen mit einem PCO-Syndrom waren Schwangerschaftsrate und die Zahl der lebend geborenen Kinder höher.

 


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Literatur   [ + ]

1. Shaa T, Wangb X, Chengc W, Yana Y
A meta-analysis of pregnancy-related outcomes and complications in women with polycystic ovary syndrome undergoing in vitro fertilization
Reproductive Biomedicine online DOI: https://doi.org/10.1016/j.rbmo.2019.03.203
Quelle Link zum Artikel
Über Prof. Frank Nawroth, amedes Hamburg
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