Östrogengabe hilfreich bei low response


Es gibt Frauen, die auf eine hormonelle Stimulation nur schlecht ansprechen. Man bezeichnet diese Patientinnen dann auch als „low oder poor responder„. Da man bei einer künstlichen Befruchtung gerne einige Eizellen zur Auswahl zur Verfügung hat, ist eine solche eingeschränkte Reaktion auf Hormongaben dann manchmal ungünstig und es gibt daher auch eine Vielzahl von Ideen und Protokollen, um die Ausbeute an Eizellen zu erhöhen und damit die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.

Eine aktuelle Studie aus den USA widmet sich ebenfalls diesem Thema. Die Wissenschaftler gaben 60 Frauen mit einer bekannten low response Östrogene im Zyklus vor der eigentlichen Stimulation. In der zweiten Zyklushälfte des Vorzyklus wurde den Frauen hochdosiert Östradiol verabreicht, insgesamt wurden in 120 Zyklen mit und ohne diese Vorbehandlung durchgeführt.

Die Ergebnisse mit dieser Behandlung waren recht ermutigend: Es zeigte sich eine signifikant höhere Zahl von Embryonen mit 7 oder mehr Zellen. Außerdem konnten deutlich mehr reife Eizellen gewonnen werden als ohne diese Vorbehandlung. Dies war jedoch nicht auf eine Zunahme der stimulierbaren Follikel in der frühen Phase des Behandlungszyklus zurückzuführen, hier zeigten sich keine signifikanten Unterschiede. Ebensowenig bei der Zahl der Follikel und der Schleimhauthöhe vor der Punktion.

Bei dem alles entscheidenden Parameter, der Schwangerschaftsrate, konnte ein positiver Trend zugunsten der mit Östrogenen vorbehandelten Patientinnen festgestellt werden, jedoch war dieser Unterschied statistisch nicht beweisend.

Durch die höhere Zahl und Qualität der Embryonen könnte die Erfolgsrate bei Low respondern verbessert werden, so die Autoren. Beweisend sind die Ergebnisse dafür jedoch nicht und müssten mit weiteren und größeren Studien belegt werden.

Frattarelli JL, Hill MJ, McWilliams GD, Miller KA, Bergh PA, Scott RT
A luteal estradiol protocol for expected poor-responders improves embryo number and quality.
Fertil Steril. 2007 Jul 19; [Epub ahead of print]


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    born schreibt

    Lieber Herr Dr. Breitenbach,

    wie ist der aktuelle Stand der Dinge zum Thema Östrogen im Vorzyklus? Bin low responder mit max. 2 Follikel und möchte noch einen Versuch wagen (FSH noch unter 15 und "erst" 36 Jahre alt). Mein Arzt würde mir Estrafem im Voryzklus empfehlen. Ein anderer Arzt hatte aber gemeint, dass sich dies negativ auf die Gebärmutterschleimhaut auswirken könnte, die bis jetzt optimal war. Was meinen Sie?

    lg,

    born

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Nein, das wird sich sicherlich nicht negativ auf die Gebärmutterschleimhaut auswirken. Meinen Erfahrungen zufolge ist eher ein positiver Einfluss zu erwarten.

  3. Elmar Breitbach
    Rösel schreibt

    Lieber Herr Dr. Breitbach!
    Zum Thema Östrogengabe im Vorzyklus bei low-responderinnen: kämen dafür auch 1-2 Zyklen Femoston in Frage? Und wenn ja in welcher Dosierung ? Bin altersbedingt low-responderin mit Olgomenorrhoe und möchte es noch einmal in Eigenregie versuchen . Ich bin Kollegin. Leide will mich kein Kinderwunschzentrum mehr behandeln. Vor 8 Jahren habe ich einen gesunde Sohn geboren. Würde es Sinn machen mit Menogon zu stimulieren? Wenn ja wie?
    Beste Grüsse

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Ja, Femoston ginge auch, wobei die feste Kombination mit einem Gestagen nicht ganz optimal ist. Besser wäre Progynova oder ein ähnliches reines Östradiol-Präparat, durchaus etwas höher dosiert, z. B. 4 mg und erst später ergänzt durch ein "mildes" Gestagen. Ob eine Stimulation mit Menogon sinnvoll ist, vermag ich anhand fehlender Detailkenntnis zu Ihrer Vorgeschichte nicht viel zu sagen.

  5. Elmar Breitbach
    Rösel schreibt

    Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich werde 46. ich hatte:
    2004: 1 Zyklus ICSI: 1 befruchteter Eizelle Protokoll mit Gonal F und MMenogon sowie Decapepdyl. Indikation war OAT meines Mannes und mein Alter. Danach 1 Zyklus Miranova. Im folgenden Zyklus spontan schwanger Eisprung etwa 40. Zyklustag
    Ab Nov 2006 erneuter Kinderwunsch. 3 Zyklen Möncspfeffer, darunter Poly- und Oligomenorrhoe
    2007 5 Zyklen Clomifen 50 mg für 5 Tage., darunter immer 1 Follikel LH- im Test positiv. In der Pause Oligomenorrhoen deshalb 3 Zyklen Mericomb niedrigere Dosierung .Danach wieder 2 normal lange Zyklen mit Eisprung.
    2008 1 Versuch mit hochdos. Puregon ab Tag 3, keine Reaktion. AMH 1,0. Danach fast nur noch verlängerte Zyklen Auf Empfehlung meines Frauenarztes immer mal 10 Tage Einnahme von Miranova.
    2012 In Eigenregie Clomifen 50 mg T5-9 versucht. Da sich bis Tag 20 Tag nichts getan hat habe ich 14Tage die Miranova genommen um dann eine gestageninduzierte Blutung zu bekommen. Unter der Einahme bekam ich einen ausgeprägten Mittelschmerz.
    Was für ein Gestagen würden Sie mir empfehlen und wie lange in welcher Dosierung? Macht Menogon noch Sinn? MfG, Rösel

  6. Elmar Breitbach
    Silke schreibt

    Gibt es neuere Studien mittlerweile? Welche Ergebnisse mit Progynova?

  7. […] Ist eine Vorbehandlung mit Östrogenen hilfreich? […]