Nichtinvasive Präimplantationsdiagnostik aus dem Kulturmedium?


Die genetische Untersuchung eines Embryos setzt die Entnahme von Zellen voraus, deren genetisches Material dann untersucht werden kann. Das ist invasiv und kann den Embryo in seiner Entwicklung stören, ist aber vor allem auch in vielen Ländern verboten oder nur für bestimmte Indikationen zugelassen, wie auch in Deutschland.

Eine Methode zur Untersuchung der Embryonen ohne eine Biopsie entnehmen zu müssen, wäre daher wünschenswert. Dies scheint dem österreichischen Reproduktionsmediziner Wilfried Feichtinger gelungen zu sein. Er könnte mit seinem Team eine neue, nichtinvasive Methode für die Präimplantationsdiagnostik (PID) entdeckt haben, wie der Standard berichtet: „Vor wenigen Tagen sei es gelungen, eine solche Diagnostik allein aus der Kulturflüssigkeit durchzuführen, in der eine Blastozyste (das Entwicklungsstadium ab dem vierten Tag nach der Befruchtung) aufbewahrt wurde.

Diagnostik in der Petrischale?
Bei einer Tagung wurde über die Idee berichtet, man könne aus der Nährlösung eines Embryos genetisches Material gewinnen. Zur Überraschung des IVF-Experten und seines Teams ließ sich genetisches Material aus der Nährlösung extrahieren und vervielfältigen. Damit wurde eine genetische Untersuchung möglich. „Vielleicht könnte man in Zukunft eine Präimplantationsdiagnostik ausschließlich aus der Nährlösung machen, ohne den Embryo überhaupt anzurühren.“ so die Idee.

Die Methode ist aktuell nicht fertig etabliert oder auch nur annähernd reproduzierbar. Aber wenn es gelingen sollte, daraus eine Anwendung zu entwickeln, dann könnte es eine kleine Revolution für die Kinderwunschbehandlung darstellen.

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