Klonen: Egotrip von Wissenschaft und Patienten?

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Im Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie veröffentlichte der österreichische Biologe Illmensee einen Übersichtsartikel über das Klonen von Menschen. Er gibt darüber hinaus an, dass er einen Menschen (nach der „Dolly“-Methode) geklont habe.

Von einer eigenen Stellungnahme dazu möchte ich absehen, sondern auf ein Interview mit dem deutschen Reproduktionsmediziner Prof. Tinneberg verweisen, sowie auf einen ausführlichen Kommentar in der (katholischen) Tagespost.


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8 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Auch wenn es bestimmt provozierend klingt:

    Unter der Bedingung, dass die leider beobachteten Mißbildungen bei Tierklonen nicht eintreten würden, würde ich das reproduktive Klonen als eine Möglichkeit, ungewollt kinderlosen Paaren zu helfen, befürworten. Da ich aber diese Experimente mit sehr wahrscheinlich traurigem Ausgang ablehne, lehne ich das reproduktive Klonen ab.

    Ich weiß, dass die Ablehnung dieser Methode weit verbreitet auch deshalb erfolgt, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf. Auch hier eine ideologische Vorbelastung (Gottesebenbildlichkeit des Menschen).

    Wir sind in den letzten Jahren sehr massenwirksam auf anti-cloning getrimmt worden. Es wagt sich sicher kaum, das zu sagen.

    Gegen das Nachhelfen bei der Zwilligsbildung – etwa bei einer Frau mit nur einer befruchteten Eizelle und insgesamt schlechten Chancen – hätte ich nun so gar nichts einzuwenden.

  2. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    hmmm…also mit herbeigeführter zwilligsmöglichkeit als untergruppe des klonens könnte ich gut leben – wenn die methode sicher anwendbar wäre, dann wäre das z.b. für lowies eine hervorragende möglichkeit die chancen zu optimieren.

    ansonsten finde ich klonen – ohne religiös oder moralisch motiviert zu sein – biologisch langweilig. auch wenn es ein fragiler und fehlerhafter prozess ist, die entstehung eines embryos, so finde ich eben die besondere indivitualität die jedes wesen dabei gewinnt, sehr reizvoll und einzigartig.
    darüber theoretisierend war klonen für mich immer die letzte gedankliche grenze beim kiwu…das hätte ich um keinen preis gemacht (auch wenn es eine hohe wahrscheinlichkeit für eine relativ fehlerreie kopie des original gegeben haben würde… ich weiß, ein widerspruch in sich 🙂 ). das hätte ich einfach nicht machen wollen.

    allerdings finde ich therapeutisches klonen (z.b. von gewebeteilen) absolut legitim und sinnvoll.

  3. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    Bezüglich der Verwandschaftsverhältnisse wären ja reproduktiv geklonte Kinder keine Kinder, sondern zeitversetzte Zwillingsgeschwister..

    erinnert mich sehr an den Nachbarthread mit der mütterlichen Eizellspende, das Kind wäre kein Zwilling aber ein zeitversetztes Halbgeschwister.

    Künstlich Klonen durch Embryospltting wie es Rebella erwähnt wäre eine Imitation der Natur, es wären eineiige Zwillinge, aber eben durch Manipulation verursacht.

    Rein gefühlsmäßig bin ich mir ganz sicher, daß nur wenige Leute überhaupt so einen zeitversetzen Zwillingsklon von sich selbst anstatt eines Kindes mit zwei Elternteilen haben wollen.
    Das Embryosplittings würden sicher viele gut finden, sicher nicht nur die mit wenigen Eizellen sondern weil Zwillis für uns (auch mich) immer noch so faszinierend sind.

    Wäre aber nichts für mich.
    Ansonsten befürworte ich jegliche Stammzellforschung und auch in Vitro-Klonversuche zur Grundlagenforschung.

    Wenn sich aber künftig keine fundamental neuen Möglichkeiten der Zell-Umprogrammierung ( z.B künstliche Quasi-eizellen aus Stammzellen..)ergeben, sehe ich für das reproduktive Klonen eh´ keine praktikablen Therapiechancen, es fehlen dafür Eizellen..

  4. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    ..meinte im letzten Satz selbstverständl. *therapeutisches* Klonen

  5. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Reaba, es ist ja immer der Unterschied, ob man etwas persönlich machen würde, oder ob man es verbieten darf.

    Sicher mag Klonen langweilig sein. Wer nun aber unbedingt seine Gene weiter geben will, aber nicht kann … Bei mir kam die Idee auf, als wir von der Unfruchtbarkeit meines Mannes erfuhren. Da dachte ich mir, würde ich ein geklontes Kind meines Mannes austragen, dann wäre das ein schöner Kompromiss. Er hätte seine Gene weiter gegeben und ich einigermaßen normal ein Kind bekommen. Klang für mich so ganz schön. Und das Kind ist ja nicht nur Produkt seiner Gene, sondern auch das seiner Umwelt. Unser Kind wäre in eine ganz andere Umwelt hinein gewachsen. …

    Nichtsdestotrotz trauere ich dieser nicht realisierten Idee nicht nach. Unser Weg war bestimmt der Bessere. 🙂

  6. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    auch Zwillinge sind nicht hundertprozentig gleich (ich meine biologische "übliche" Zwillinge, wie es sie halt gelegentlich von selbst gibt).
    auch bei Eineiigen greifen schon vorgeburtlich epigenetische Prozesse, also es werden bestimmte Gene aktiviert oder deaktiviert- das ist nicht zwangsläufig bei beiden gleich!
    Es gäbe also durchaus unterschiede, die mit Verlauf der Zeit stärker werden.

    ich sehe beim möglichen Klonen halt das problem industrieller vErwertung udn Mißbrauchs.
    Das ist halt immer das Problem, daß man persönlich gute Absichten hat, daß aber andere damit Geld scheffeln wollen udn die guten Absichten pervertiert werden. Nur, dieses Problem gibts mit jeder TEchnik.

    übrigens würde ich meine Zellen für eine verbrauchende Forschung problemlos hergeben. Allerdings für eine SChwangerschaft bei mir unbekannten oder nicht angenehmen leuten nicht. Klingt vielleicht komisch, ist aber so.
    ich würde nicht wollen, daß meine nachkommen nicht artgerecht behandelt werden. Auch wohlstandsverwahrlosung ist Vernachlässigung und Mißhandlung….

    Dafür habe ich keinerlei Akzeptanzprobleme mit Kindern, die nicht genetisch mit mir verwandt sind. Wichtig ist doch immer, was man draus macht….

  7. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    hallo rebella,

    wie lange schreiben wir beide nun schon in diesen foren ;-)?
    wenn ich für mich sage, dass in unserem persönlichen fall reproduktives klonen die grenze gewesen wäre, dann meint das FÜR MICH…doch nicht als eherenes gesetz oder absolutum mit allgemeingültigkeit.
    mein credo ist schon lange, dass staat eigentlich die finger von bürgers eizellen/spermien/uteri/etc und zeugungsabsichten lassen sollte.
    die überlegung in deinem konkreten fall kann ich auch gut verstehen; wenn man jemanden liebt, dann möchte man vorzugsweise wahrscheinlich einen teil von ihm reproduzieren…absolut nachvollziehbar.

  8. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Huhu Reaba,

    ich hatte das auch nicht von DIR angenommen, dass du so denken könntest. Habe die Sache nur noch mal für eventuelle stille (neue) Leser bekräftigt. 🙂