Mediterrane Diät verbessert IVF-Erfolgsrate

Eine mediterrane Ernährung kann dabei helfen, schwanger zu werden.

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Eine sechsmonatige mediterrane Diät vor einer künstlichen Befruchtung (IVF) erhöht die Chancen auf eine Schwangerschaft, so das Ergebnis einer griechischen Studie.

Eine gesunde Ernährung ist bei unerfülltem Kinderwunsch hilfreich. Diese Binsenweisheit ist in vielen Studien bereits ausreichend belegt. Dabei wird jedoch vor allem auf Kalorien und Vitamine geachtet. Aber was ist eigentlich „gesund“ und gibt es spezielle Anforderungen, wenn eine Kinderwunsch-Behandlung ansteht?

Was ist eine mediterrane Diät eigentlich?

[bs-quote quote=“Es ist anzunehmen, dass man in den 16 Ländern, die an das Mittelmeer grenzen, mit seiner Bandbreite von verschiedenen Ethnien, Klimata und Produkten, ebenso ungesund essen kann wie im Rest der Welt, und der Mythos einer universellen, einfachen, gesundheitsfördernden Kost ist eher ein Gesundheitsideal als Realität“ style=“style-1″ align=“left“ author_name=“Gillian Riley“ author_job=“Mediterranean Diet. In: The Oxford Companion to Italian Food. Oxford 2007″][/bs-quote]

So etwas, wie die „mediterrane Diät“ gibt es eigentlich nicht, denn es gibt in den vielen Ländern des Mittelmeerraums keine einheitliche Küche. Die Diät ist jedoch von verschiedenen, in dieser Region häufiger anzutreffenden, Zutaten geprägt. Hier vor allem Gemüse, Salat, Obst, Fisch, Knoblauch, wenig rotem Fleisch. Integraler Bestandteil ist auch die Verwendung von Olivenöl. Allerdings wird bei der sogenannten Mittelmeerdiät auf den dort oft üblichen starken Verbrauch von Fett verzichtet, ebenso auf frittiert Speisen, vom Alkohol erst gar nicht zu reden.

Es gibt jedoch zahlreiche Studien, die einen lebensverlängernden Effekt der mediterranen Diät nahelegen. Die positive Wirkung auf Herz und Kreislauf kann als belegt gelten, weshalb man auch in anderen Bereichen der Medizin auf einen nützlichen Einfluss dieser speziellen Ernährung hofft.

Mittelmeer-Diät kann Chancen auf Erfolg bei IVF und ICSI erhöhen

Zumindest in Vorbereitung auf eine In-Vitro-Fertilisation scheint eine mediterrane Diät hilfreich zu sein. Frauen, die sich entsprechend diesen Vorgaben über einen Zeitraum von sechs Monaten ernährten,  hatten signifikant bessere Chancen, ein Kind zu bekommen, verglichen mit Frauen, die eine andere Kost bevorzugten. So das Ergebnis einer griechischen Studie, die im Fachblatt „Human Reproduction“ publiziert wurde1)Karayiannis D, Kontogianni MD, Mendorou C, Mastrominas M, Yiannakouris N
Adherence to the Mediterranean diet and IVF success rate among non-obese women attempting fertility.
Hum Reprod. 2018 Jan 30. doi: 10.1093/humrep/dey003.
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Bei ihrer ersten Vorstellung in der IVF-Klinik in Athen füllten insgesamt 244 Frauen einen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus. Die Patientinnen waren zwischen 22 und 41 Jahre alt und normalgewichtig.

 

Fast doppelt so hohe Schwangerschaftsrate

Die Angaben der Frauen wurden mit einem sogenannten „MedDiet-Score“ erfasst.  Dieser reicht von 0 bis 55, wobei hohe Scores die besserer Einhaltung der Mittelmeer-Diät wiedergeben. Vergleich mit die Schwangerschaftsraten im Rahmen der IVF mit den Angaben zur Ernährung, dann fand sich insgesamt KEIN statistisch signifikanter Zuammenhang. Die Forscher der Universität Athen teilten daher die Ergebnisse in drei Gruppen ein: Niedrige, mittlere und große Übereinstimung mit den Vorgaben der Mittelmeerdiät.

Bei den Frauen mit einem Score von ≥36 – also einer großen Übereinstimmung – betrug die Lebendgeburtenrate 48,8% in der Gruppe mit einem Score von ≤ 30 war sie mit 26,6% deutlich niedriger.

mediterrane Diat

In Anbetracht der recht kleinen Fallzahl in dieser Studie braucht es schon große Unterschiede, um zu signifikanten Ergebnissen zu kommen. Eine fast doppelt so hohe Schwangerschaft nur aufgrund der Ernährung klingt jedoch zu schön, um wahr zu sein, wenngleich ein positiver Effekt vorhanden zu sein scheint.

Positiver Einfluss der mediterranen Diät nur bei jüngeren Frauen

Untersuchte man nur die Ergebnisse von Frauen über 35, dann fand sich kein Zusammenhang zwischen Art der Ernährung und dem Ausgang der In Vitro Fertilisation. Bei Frauen unter 35 konnte jedoch bei einer Verbesserung des Scores um 5 Punkte eine mehr als zweieinhalbfache Verbesserung der Erfolgsrate erzielt werden. Die griechischen Wissenschaftler vermuten, dass altersbedingte negative Einflüsse auf die Qualität der Eizellen ab 35 im Vordergrund stehen, die durch Ernährung nur noch bedingt kompensiert werden können. Hier wären möglicherweise weitere Studien mit einer größeren Anzahl von Patienten notwendig.

Fazit

Die richtige Ernährung – hier vor allem die sogenannte „mediterrane Diät“ – kann einen positiven Einfluss auf die Erfolgsraten bei einer künstlichen Befruchtung haben. Vermutlich würde eine Wiederholung dieser Studie mit mehr Patienten zu geringeren Steigerungen führen als in der aktuell vorliegenden Untersuchung und möglicherweise auch einen positiven Effekt bei Frauen über 35 Jahren zeigen. Auch die Fruchtbarkeit der Männer kann durch die richtige Ernährung positiv beeinflusst werden, wie ältere Studien der gleichen Arbeitsgruppe zeigen konnten2)Karayiannis D, Kontogianni MD, Mendorou C, Douka L, Mastrominas M, Yiannakouris N
Association between adherence to the Mediterranean diet and semen quality parameters in male partners of couples attempting fertility.
Hum Reprod. 2017 Jan;32(1):215-222.
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Foto von Towne Post Network


Literatur   [ + ]

1. Karayiannis D, Kontogianni MD, Mendorou C, Mastrominas M, Yiannakouris N
Adherence to the Mediterranean diet and IVF success rate among non-obese women attempting fertility.
Hum Reprod. 2018 Jan 30. doi: 10.1093/humrep/dey003.
2. Karayiannis D, Kontogianni MD, Mendorou C, Douka L, Mastrominas M, Yiannakouris N
Association between adherence to the Mediterranean diet and semen quality parameters in male partners of couples attempting fertility.
Hum Reprod. 2017 Jan;32(1):215-222.
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