Low Responder: Welche Stimulation ist besser?

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Flare-Up scheint die bessere Alternative für poor responder zu sein

Für sogenannte poor responder, also Frauen, welche schlecht auf eine hormonelle Stimulation reagieren, sind erfahrungsgemäß Stimulationen besser geeignet, welche die Hormonfunktionen unterstützen und sie nicht komplett unterdrücken. Das klassische lange Protokoll ist daher meist nicht die Methode der Wahl. Das sogenannte „Flare-Up“ bei einem „Ultra-Short-Protokoll“ wird daher schon lange eingesetzt, um den Eierstöcken zu Beginn der Stimulation auch mit der Spritze zur Unterdrückung des Eisprungs eine zusätzliche „Anschubhilfe“ zu geben. In letzter Zeit gewinnen aber in solchen Fällen auch die sogenannten „GnRH-Antagonisten“ eine zunehmende Bedeutung, da sie die Funktion der Eierstöcke bis zum Ende der Stimulation völlig unbeeinflusst lassen können (Übersicht über die gebräuchlichen Protokolle: hier).

In der aktuellen britischen Studie wurden insgesamt 134 Frauen untersucht, welche in dem „langen Protokoll“ keine ausreichende Eizellreifung für eine IVF aufwiesen. 77 erhielten im folgenden Zyklus das „Flare-Up“ Regime und 57 das Antagonisten-Protokoll. Die Schwangerschaftsraten unterschieden sich in beiden Gruppen ebenso wenig wie die in beiden Gruppen verbesserte durchschnittliche Eizellausbeute. Während jedoch keine der Frauen mit dem Flare-Up-Protokoll einen Abbruch der Behandlung erfuhr, geschah dies in 7% der Fälle bei dem Antagonisten-Protokoll aufgrund einer ausbleibenden Reaktion der Eierstöcke.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, daß das „Flare-Up“-Regime bei sogenannten low respondern zu besseren Erfolgen führt, allerdings ausschließlich aufgrund der geringeren Abbruchrate bei insgesamt verbesserter ovarieller Reaktion.


Inwieweit hier zu Tragen kommt, dass die Wissenschaftler mit dem Antagonistenprotokoll keine ausreichenden Erfahrungen hatten, lässt sich nicht sicher sagen. Tatsache ist, dass die frühere Aussage deutscher Gruppen, das Antagonisten-Protokoll sei den klassischen Protokollen unterlegen, sich mit zunehmender Erfahrung nicht halten lässt.


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