Links-Links-Rechts: Mehr Schwangerschaften


Gelegentlich werde ich von Patienten gefragt, ob es eine Rolle spiele, in welche Seite man die Spritzen zur Eizellreifung setzt und ob es einen Einfluss darauf habe, auf welcher Seite die Follikel heranreifen. Da die Hormone ja unabhängig vom Ort der Injektion über die Blutbahn zu beiden Eierstöcken gelangen, hat es natürlich keinen Einfluss.

Einer Studie aus Japan zufolge wäre das jedoch wünschenswert, denn hier stellte man fest, dass es durchaus von Bedeutung sein kann, auf welcher Seite die Follikel heranreifen. Und zwar ist das Eisprungsmuster der letzten drei Zyklen von Bedeutung.

Misao Fukuda und sein Team vom M&K Health Institute, Hyogo, Japan untersuchte die Abfolge der Eisprünge hinsichtlich der Seite bei Patientinnen, die sich einer Insemination oder eine „Mini-IVF“ (milde Stimulation mit Clomifen) unterzogen in drei aufeinanderfolgenden Zyklen.

Man würde eigentlich vermuten, dass die Ergebnis der Behandlungen davon unabhängig seien. Es fand sich jedoch ein statistisch signifikanter Vorteil, wenn zwei linksseitigen Ovulationen eine auf der rechten Seite folgte. In diesen Fällen war die Erfolgsrate signifikant höher und das Geschlechterverhältnis der durch diese Behandlung entstandenen Kinder zugunsten der Knaben verschoben. Wobei naturgemäß darüber gestritten werden kann, ob letzteres einen Vorteil darstellt.

Eine Erklärung für dieses Ergebnis konnten die japanischen Wissenschaftler nicht anbieten und ich bezweifle, dass dies auch je der Fall sein wird. Es ist halt so, wie es sehr häufig bei empirischen Studien der Fall ist: Es werden statistische Zusammenhänge hergestellt, die zum Teil recht abstrus erscheinen. Gelegentlich lassen sich dann in Folgestudien mögliche Ursachen für diese Resultate herausarbeiten, oft bleibt jedoch nur ein gewisser Unterhaltungswert. Wie in diesem Fall.

Fukuda M, Fukuda K, Tatsumi K, Shimizu T, Nobunaga M, Byskov AG, Andersen CY.
The ovulation pattern during three consecutive menstrual cycles has a significant impact on pregnancy rate and sex of the offspring.
Fertil Steril. 2011 Mar 4. [Epub ahead of print]


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Kommentar

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15 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Lauramomo schreibt

    Und nochmal: die Männer bestimmen das Grschlecht! Wer hat da wohl den Spermien von den vorangehenden Ovulationen erzählt?! 🙂

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich halte das auch für fragwürdig.

    Jedoch habe ich damals auch immer abwechselnd links und rechts gespritzt. 🙂

  3. Elmar Breitbach
    Andreas Lachner schreibt

    Ich finde es geradezu skandalös, dass die von mir bevorzugte Kombination Links Links Rechts Links Rechts Rechts Links Rechts … nicht untersucht wurde. Skandal!!!

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Schon richtig. In manchen Phasen des Lebens hilft nur eine treffsichere Links-Rechtskombination. Evtl. abgeschlossen von einem schönen Leberhaken 😉

  5. Elmar Breitbach
    clydesbonnie schreibt

    Das macht wirklich Hoffnung für meinen völlig verkorksten ersten Clomi-Zyklus, den ich bis zum Eisprung mit Grippe im Bett lag. Ich hatte seit einem Jahr im Wechsel links und rechts den Eisprung. Doch dann hat die rechte Seite einmal ausgesetzt. Nach zweimal links sprang das Ei diesen Zyklus wieder rechts 🙂

  6. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    lins spritzen Jungs, rechts spritzen Mädels, klare Sache ;o)))

  7. Elmar Breitbach
    Jule schreibt

    Beim lesen der Überschrift dachte ich, es geht um den Zusammenhang zwischen Stricken und Schwangerschaftsraten 🙂
    Grüßchens Jule

  8. Elmar Breitbach
    Schokomaus13 schreibt

    Also mir persönlich wäre rechts-rechts-links auch lieber, da ich links keinen Eileiter mehr habe und wir so die Pausenzyklen effektiver nutzen könnten ;)!

  9. Elmar Breitbach
    chesire schreibt

    Hmm. Geht es hier jetzt tatsaechlich um die "links, links, rechts" Kombination oder um die Tatsache, dass die Erfolgschancen hoeher sind, wenn die Ovulation auf der kuerzlich weniger aktiven Seite erfolgt?

    Dann waere naemlich auch "rechts, rechts, links" erfolgreich und ich koennte das Ganze besser nachvollziehen.

    Andere Frage: Gibt es eine Studie ueber die (allgemeine) Seitenverteilung der Eispruenge? Vielleicht haben ja *alle* Frauen links mehr Ovulationen als rechts…

    (Irgendwie fuehle ich mich an den Deutschunterricht erinnert, in dem wir gebeten wurden, die Gemeinsamkeiten zwischen Normen und Adjektiven zu diskutieren. Nach einer Stunde voller Gerede und Thesen erfuhren wir dann, dass es keinen Zusammenhang gibt.
    *laechel* Wir Menschen neigen halt dazu Zusammenhaenge zu suchen (und zu sehen) unabhaengig davon, ob sie existieren…)

  10. Elmar Breitbach
    Fischgrete schreibt

    Und deshalb predigt jeder Statistiklehrer gebetsmühlenartig, dass man keine Statistik benutzen soll, um inhaltliche Korrelationen zu bauen.
    cum hoc ergo propter hoc

  11. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ chesire: Nein, rechts, rechts, links war den anderen Kombinationen nicht überlegen.

    Ich sage ja. Empirische Studien sind vor allem unterhaltsam.

  12. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    Welches Signifikanzniveau wurde denn zugrunde gelegt bzw. wie hoch war die Irrtumswahrscheinlichkeit?

    Vermutlich wurde die Signifikanzschwelle nur geringfügig überschritten, und es handelt sich einfach um einen Zufallsbefund.

  13. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Du lieber Himmel! "Signifikanzniveau". Das ist eine empirische Studie. Da ist es völlig wurscht, ob sie signifikant sind.

    Ich zitiere mich nochmal selbst:

    Ich sage ja: Empirische Studien sind vor allem unterhaltsam.

  14. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    @Herr Breitbach:

    1. Sie schreiben in Ihrer Zusammenfassung des Artikels von einem "statistisch signifkanten Vorteil". Da wird man doch wohl nachfragen dürfen, welche Signifikanzkriterien die Autoren denn zugrunde gelegt haben.

    2. Empirische Beobachtungen können als Ausgangspunkt für Theorien dienen, deren Vorhersagen dann wiederum experimentell überprüft werden können. Weitere Nachforschungen lohnen sich natürlich nicht, wenn man davon ausgehen muss, dass die Beobachtungen rein zufällig zustande gekommen sind.

    3. In diesem konkreten Fall erscheint ein kausaler Zusammenhang zwischen den beobachteten Ereignissen äußerst unwahrscheinlich. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Empirie im Allgemeinen nur zu Unterhaltungszwecken dient.

  15. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Ich möchte Ihnen zur Beantwortung Ihrer Fragen den Original-Artikel an Herz legen. In der neuesten Ausgabe von Fertlity an Sterility, wie oben angegeben.

    "Sind vor allem" ungleich "nur"