Krebs und Hormone: Weitere Entwarnung


Bei vielen Behandlungsmethoden des unerfüllten Kinderwunschs ist die Gabe von Hormonen unumgänglich. Auch wenn heutzutage wesentlich geringere Dosen verabreicht werden als noch vor einigen Jahren, stellt sich weiterhin die Frage nach möglichen Nebenwirkungen, die über die kurzfristigen – wie z. B. das Überstimulationssyndrom – hinausgehen. Diskutiert wurde immer wieder die gehäufte Entstehung von Krebs.

Anlässlich eines Artikels in der FAZ wurden hier bereits einmal ausführlich alle wesentlichen Studien zu diesem Thema aufgeführt und die Ergebnisse erläutert. Von einem erhöhten Krebsrisiko sei aktuell nicht mehr auszugehen, wurde auch nach retrospektiver Analyse die Aussage entsprechender Studien zusammengefasst.

Unlängst (Ende 2011) erschien eine Studie, deren Autoren den Verdacht äußerten, bestimmte Tumore des Eierstocks (Borderlinetumore) träten nach einer künstlichen Befruchtung häufiger auf.

Neue Studie mit klarer Aussage

„Eine wichtige Nachricht ist, dass Frauen, die Hormone verwenden müssen, um schwanger zu werden, sich keine Sorgen über mögliche Folgen zu machen brauchen“, teilt Dr. Albert Asante, Hauptautor der Studie von der Mayo Clinic in Minnesota mit.

Asante und seine Kollegen verglichen medizinische Informationen von 1900 Frauen aus einer laufenden Studie über Eierstockkrebs an der Mayo Clinic. Die Forscher verglichen 1.028 Frauen mit Eierstockkrebs mit 872 gesunden Frauen gleichen Alters.

Über 24 Prozent der gesunden Frauen hatten Hormonbehandlungen wegen Kinderwunschs gehabt, während rund 17 Prozent der Frauen mit Eierstockkrebs solche Medikamente verwendet hatten.

Nach Berücksichtigung der Faktoren, die das Risiko für ein Ovarialkarzinom beeinflussen können, wie Alter und Verwendung der Antibabypille, fanden die Forscher keinen Unterschied in der Krebsraten zwischen den beiden Gruppen.

„Da die Daten nur mit Hilfe eines Fragebogens erhoben wurden, können wir leider nichts über die genaue Art der verwendeten Medikemante sagen. Die Ergebnisse sind jedoch sehr beruhigend“ kommentiert Dr. Bert Scoccia, Professor an der University of Illinois die Ergebnisse der Studie.

Natürlich ergeben sich auch bei dieser Studie Einschränkungen in der Aussage. Das Design mit der retrospektiven Datenerhebung per Fragebogen könnte eine Quelle für statistische Fehler sein. „Da Eierstockkrebs ohnehin nur sehr selten (13 von 100.000 Frauen) und in höherem Alter auftritt, sind längerfristige Studien mit höherer Fallzahl notwendig, um den Einfluss der Hormone abschließend bewerten zu können“ kommentiert Asante die Ergebnisse sein Studie dann auch.

Die Ergebnisse reichen jedoch aus, um in Zusammenschau mit anderen Studien zuversichtlich sein zu können, dass man als Frau mit Kinderwunsch kein höheres Krebsrisiko zu erwarten hat, wenn für die Therapie Hormone verwendet werden müssen.

Asante A, Leonard PH, Weaver AL, Goode EL, Jensen JR, Stewart EA, Coddington CC
Fertility drug use and the risk of ovarian tumors in infertile women: a case-control study.
Fertil Steril. 2013 Jun;99(7):2031-6.


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