Kreationismus: Sieg der Wissenschaft


Wie bereits vor kurzem hier berichtet, ist in den USA eine Klage von betroffenen Eltern gegen die Aufmahme von „intelligent design“ in die Lehrpläne einer Grundschule eingereicht worden.

Der zuständige Richter John Jones gab der Klage statt. Ohne dabei auf die Richtigkeit der Theorien einzugehen, beschäftigte er sich jedoch in seiner 139-seitigen Urteilsbegründung mit dem ideologischen Hintergrund des „Intelligent Design“. Es sei nur eine schwach getarnte Version des Kreationismus, einer Bewegung, die davon ausgeht, dass die biblische Schöpfungsgeschichte genauso stattgefunden habe,wie in den biblischen Quellen dargestellt.

Das Hauptargument der Urteilsbegründung war jedoch, dass die Aufnahme in den Lehrplan gegen die Verfassung verstößt, welche die Lehre religiöser Inhalte aus den Schulen verbanne. Der Richter war der Auffassung, dass die Lehrer und Schüler der Dover High School etwas Besseres verdient hätten, als in den Mahlstrom der ideologischen Debatte zu geraten. Er empfahl den klagenden Eltern sogar auf Schadensersatz zu klagen und Erstattung der Anwaltsgebühren.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, teilte mit, dass der President der Auffassung sei,die Schulden sollten die verscheidenen Theorien vermitteln, um den Schülern die Gelegenheit zu geben, die Debatte zu verstehen. Präsident Bush ist bekanntermassen ein Anhänger des „intelligent Design“.

Freispruch für die Wissenschaft. Auf Bewährung.


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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Fassi schreibt

    Ein sehr erfreuliches Urteil !!
    Leider befürchte wie Matthias Horx: wird es die „aufklärungsskeptische Gegenbewegung zu Überkomplexität und Rationalisierung“ nicht aufhalten 
    Der „ transzendental obdachlosen“ Mensch benötigt die -ach so sinnverheissende Wendung zu Esoterik dann kann dieser schmerzhafte Verlust überkompensiert werden
    mit „ esoterischer Literatur mehr als 50 Mio € .verdient…(1998) ..die Zeitschrift esotera, hat eine Auflage > 92. 000 Exemplaren (2004)
    Ca.40 % der Deutschen vermuten, dass geheime magische Kräfte ihr Leben durchwirken. (emnid)
    Quelle: Horx, Wie das Übersinnliche die gesellschaftliche Mitte erobert“ http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2004/2/trendreport.html

    Meine Sorge, dass diese “Denke“ immer mehr politisch-gesellschaftl. Entscheidungen beeinflusst, bestätigt sich fast täglich. Es ist z.B. das indirekte richterliche Anerkennen fragwürdiger Pseudo- Therapien (Bioresonanz) mangelndem Schutz schwerstkranker Patienten vor Quacksalbern., der mir unverständlichen Haltung der Ärzte-Heilpraktiker-Verbände dazu. Mit der gutbezahlten Pseudozuwendung im Hokuspokus-Behandlungsritual.. wird oft fehlendes Geld dazu verdient ..und die Nachfrage bestimmt auch hier das Angbot mit
    .. dann ist klar warum evidenzbasierte Medizin von manchen Lobbyisten verteufelt wird, als Bevormundung bei der „Heilkunst.“ und man bestehe auf Toleranz und „Wissenschaftspluralismus“

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    evidenzbasierte Medizin ist auch eine Medaille mit mind. zwei Seiten. Zuerst ist der Begriff spachlich eine Katastrophe, weil direkt aus dem englischen "übersetzt". dann sollte man es doch auch gerne bei evidencebased belassen.

    Wenn man nur Therapien anwenden würde, deren Wirkung in prospektiven, kontrollierten und randomisierten Doppelblindstudien BEWIESEN wurden, dann bleibt nicht mehr viel.Denn beweisbar ist in der Medizin fast nichts, es sei denn man hat ein extrem sauberes Studien-Design und riesige, aber homogene Fallzahlen. Und die Interpretation der Daten ist dann noch ein weiteres Problem und leider oft auch ideologisch überlagert.

    Aktuelles Beispiel ist die sogenannte WHI-Studie, in der vor einiger Zeit "bewiesen" wurde, dass Hormoneinnahmen zu Durchblutungsstörungen und Thrombosen führen können. Unter anderem deswegen (+ erhöhtes Krebsrisiko) wurden Hormongaben in den Wechseljahren in den letzten Jahren verteufelt. Neuere Bewertuntgen der Studien zeigen erhebliche Schwächen des Studiendesigns auf und weisen Fehlinterpretationen nach.

  3. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    "Science" hat Studien zum Thema Evolution zum herausragenden wissenschaftlichen Thema in diesem Jahr erklärt. Unter anderem eine Studie, in der nachgewiesen werden konnte, dass sich lediglich 4% der Gene von Mensch und Schimpanse unterscheiden.

    Mehr dazu hier