Kinderwunschbehandlung in Europa: Ergebnisse 2005


Auch dieses Jahr wieder eine Jahresstatistik der europäischen Ergebnisse zur künstlichen Befruchtung im europäischen Ausland. Und wie immer der Hinweis darauf, dass die „2005“ kein Schreibfehler ist, denn die Statistik hinkt traditionell sehr stark hinterher. [in eckigen Klammer die Zahlen der Jahre 2003 – 2004]

Zahlen der Behandlungen

  • 30 Länder meldeten ihre Zahlen zur künstlichen Befruchtung [28-29]
  • die Statistik stützt sich auf die Ergebnisse von insgesamt 923 Kliniken [725-785]
  • Insgesamt wurden 418 111 Behandlungszyklen durchgeführt [365.103- 367.066]
  • IVF: 118.074 [132.932-114.672]
  • ICSI: 203.329 [162.149-167.192]
  • Kryozyklen: 79.140 [60.412-71.997]
  • Eizellspende: 11.475 [7.548-10.334]
  • Zyklen mit Präimplantationsdiagnostik: 5.846 [1.956-2.701]
  • In Vitro Maturation: 247 [109-170]

Eine sehr deutliche und Zunahme der erfassten Kliniken zeigt, dass immer mehr Länder dem Vorbild Deutschlands entsprechend eine Statistik zur Qualitätskontrolle durchführen. Dadurch steigt natürlich auch die Zahl der erfassten Behandlungen, was aber vermutlich nicht einer wirklichen Zunahme der Therapien entsprechen dürfte sondern nur einer gründlicheren Erfassung. In diesem Jahr kamen immerhin 28.417 Behandlungszyklen aus der Türkei hinzu, die nun erstmals ihre Zahlen einbrachte.

Zahl der Inseminationen

  • 149.476 Inseminationen aus 21 Ländern wurden erfasst [2004: 115.980]
  • Davon 128.908 mit den Spermien das Partners [2004: 98.388]
  • 20.568 wurden mit Spenderspermien durchgeführt [2004: 17.592]

Ergebnisse

  • 16 Länder meldeten sämtliche künstliche Befruchtungen. In diesen Ländern wurden 1115 Zyklen pro Million Einwohner durchgeführt [1022-1095].
  • Schwangerschaftsraten pro Eizellentnahme und pro Transfer lagen für die IVF bei 26,9% und 30,3% [26,1 und 29,6% – 26,6% bzw. 30,1%].
  • Für die ICSI lagen diese Zahlen bei 28,5% und 30,9% [26,5% und 28,7% – 27,1% und 29,8%].
  • Behandlungen mit Spenderspermien führten in 12,6% der Fälle zu eine Schwangerschaft, wenn die Frauen jünger als 40 Jahre alt waren [12,2% – 12,6%]
  • Zahl der transferierten Embryonen:
    • 1 Embryo: 20,0% [15,7% – 19,2%]
    • 2 Embryonen: 56,1% [55,9% – 55,3%]
    • 3 Embryonen: 21,5% [24,9% – 22,1%]
    • Mehr als 3: 2,3% [3,5% – 3,3%]

    Wobei hier wieder zu erwähnen ist, dass die Zahlen sehr unterschiedlich in den verschiedenen Ländern sind

  • In Folge von IVF und ICSI traten 78,2% [76,7% – 77,2%] Einlingsschwangerschaften, 21,0% [22,0% – 21,7%] Zwillinge und 0,8% [1,1% – 1,0%] Drillinge ein.

Die Unterschiede zum Vorjahr zeigten die richtige Tendenz, jedoch nur sehr gering ausgeprägt. Die Schwangerschaftsraten und Behandlungszyklen stiegen leicht an, währen der Anteil der Mehrlingsgeburten sank.

Die Erfolgsraten der künstlichen Befruchtung betrugen in Deutschland für diesen Zeitraum 28,7% pro Transfer.

Leider klappt hier meine automatische Verlinkung nicht, daher hier die Links auf 2002 und 2004

Nyboe Andersen A, Goossens V, Bhattacharya S, Ferraretti AP, Kupka MS, de Mouzon J, Nygren KG; and The European IVF-monitoring (EIM) Consortium, for the European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE).
Assisted reproductive technology and intrauterine inseminations in Europe, 2005: results generated from European registers by ESHRE: ESHRE. The European IVF Monitoring Programme (EIM), for the European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE).
Hum Reprod. 2009 Feb 18


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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich freue mich, dass solche Länderübergreifenden Statistiken jetzt immer aussagekräftiger werden. Wenn auch die Bezugsbasis nicht immer so genau übereinstimmen dürfte, liegt Deutschland auch nach dieser Statistik ganz gut im Trend.

    Schön ist es auch, dass ich hier erstmals eine Statistik zu den Erfolgen der Donogenen Insemination lese und dass Ergebnisse zur PID und zur In-Vitro Maturation in der Statistik enthalten sein sollen (was waren denn da die Ergebnisse?)

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Rebella: Die Donogene Insemination war auch für 2004 bereits erfasst (Gleiches Ergebnis im Übrigen). Die Ergebnisse der PID und IVM sind in der Kurzfassung des Artikels, den ich vorliegen habe, nicht erfasst, wobei gerade bei der PID durch sehr unterschiedliche Indikationen ein Durchschnittswert von begrenzter Aussagekraft sein dürfte und aufgrund der kleinen Fallzahzl gilt dies für die IVM erst recht. Interessieren würde mcih das jedoch auch, sollte ich an die Zahlen kommen, werde ich sie gerne nachreichen.

  3. Elmar Breitbach
    Käsekückchen schreibt

    Mich verblüfft und erfreut gleichermaßen der hohe Anteil von heterologen Inseminationen an der Gesamtzahl der Inseminationen. Ich hätte den Anteil geringer eingeschätzt.