Kinderwunschbehandlung in Europa: Ergebnisse 2003


Der siebte Bericht der Bericht der europäischen Gesellschaft für „Human reproduction and endocinology“ (ESHRE) zu den Ergebnissen der Kinderwunschbehandlung in Europa für das Jahr 2003 wurde in der neuesten Ausgabe von „Human Reproduction“ veröffentlicht.

Über die mangelnde Aktualität darf man sich nicht wundern, der große Aufwand, diese Statistiken zu erstellen, führt zu diesen Verzögerungen und hat Tradition.

Aus 28 Ländern (2002: 25) berichteten 725 (631) Kliniken über 365.103 (324.238) Behandlungszyklen. Diese verteilten sich wie folgt (Zahlen aus 2002 auch hier in Klammern):

IVF: 132.932 (122.634)
ICSI: 162.149 (135.048)
Kryotransfers: 60.412 (57.162)
– Eizellspende: 7.548 (7.677)
Präimplantationsdiagnostik: 1.956 (1.563)
In Vitro Maturation: 109 (154)

Der Anstieg der Gsamtzahl an Behandlungen betrug nunmehr 13% und war gleichbleibend zu dem von 2001 auf 2002 (12%).

Darüber hinaus wurden auch die zentral erfassten Inseminationsbehandlungen berücksichtigt. Hier liegen Zahlen von 19 Ländern vor (2002: 17 Länder).

Ergebnisse:
Die europäische Schwangerschaftsrate lag für die IVF bei 29,6%/Transfer (Vorjahr: 29,5%) und für die ICSI bei 28,7% (29,4%). Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich also keine Verbesserung.

Die Zahl der transferierten Embryonen ging zurück, wobei weiterhin extreme Unterschiede zwischen den Ländern bestehen:

– 1 Embryo: 15,7% (13,7%)
– 2 Embryonen: 55,9% (54,8%)
– 3 Embryonen: 24,9% (26,9%)
– 4 und mehr Embryonen: 3,5% (4,7%)

Entsprechend sank auch die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften von 24,5 auf 23,1%:

Einlingsschwangerschaften: 76.7% (75,5%)
Zwillinge: 22.0% (23,2%)
Drillinge: 1.1% (1,3%)

Inseminationen mit den Spermien des Partners führten in 12,2% (11,6%)der Fälle zu einer Schwangerschaft, wenn die Frau jünger als 40 Jahre alt war. Bei älteren Frauen betrug die Erfolgsrate 8,8% (7,8%).

Die Ergebnisse aus Deutschland für IVF und ICSI aus dem Jahre 2003 entsprechen den europäischen Ergebnisse mit 28,56%/Transfer (IVF) und 27,64%/Transfer (ICSI). Weitere Zahlen dazu finden Sie in der Statistik des Deutschen IVF-Registers.

Andersen AN, Goossens V, Gianaroli L, Felberbaum R, de Mouzon J, Nygren KG
Assisted reproductive technology in Europe, 2003. Results generated from European registers by ESHRE
Hum Reprod. 2007 Jun;22(6):1513-25


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

16 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Tante35 schreibt

    Die Ergebnisse der Studie sind sehr interessant. Wichtiger als die Schwangerschaftsrate fände ich aber, immer auch die Baby-take-home-Rate anzugeben. Denn das ist doch das, was eigentlich zählt. Es gibt so viele Schwangerschaften, die durch Fehlgeburten enden. Das, was Kinderwunsch-Paare doch interessiert, ist nicht nur eine Schwangerschaft, sondern ein Baby am Ende der Behandlung! Mir drängt sich der Verdacht auf, dass durch die Konzentration auf eine immerhin fast 30-prozentige Schwangerschaftsrate, die Kliniken die Erfolge ihrer künstlichen Befruchtungen schönrechnen.

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Wenn man eine vergleichende Untersuchung durchführt, dann muss man sich in der Bezugsgröße auf etwas beziehen, was durchgehend in allen Ländern gleich definiert ist, was dann die Schwangerschaftsrate (klinische Schwangerschaft) pro Transfer ist.

    Schönrechnen, ich weiß nicht…
    Eine vollständeige Aufklärung sollte auch die Zahl der Fehlgeburten berücksichtigen und das wird doch vermutlich auch gemacht?

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Es ist ja leider kaum möglich, die Geburtenrate zu ermitteln, da nicht alle Paare eine Rückmeldung an ihre Klinik abgeben, wenn das Kind geboren ist. In Deutschland haben wir das Problem ja auch. Allenfalls wird eine Geburtenrate hoch gerechnet. Schwangerschaftsraten sind die Daten, die in den Zentren so gut wie in jedem Fall gemeldet werden.

    Vielen Dank für den Hinweis auf diesen Link!

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Gibt es vielleicht noch einen direkten Link zu den Tabellen, wo die STatistiken der Länder im Vergleich drin stehen? Ich find´s mal wieder nicht …

  5. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    zum Original-Artikel? Den gibt es umsonst nur als Kurzfassung

  6. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Vielleicht etwas off-topic, aber: Welche Gründe – von der Logistik und/oder Sprache mal abgesehen – sprechen eigentlich überhaupt für eine Kinderwunschbehandlung in Deutschland? Wenn ich mir ansehe, daß man in anderen Ländern im Grunde genauso erfolgreich ist, dazu aber preiswerter und sogar flexibler, was die Behandlungsoptionen angeht (Blastozystentransfer, Eizellspende, Zahl der einzusetzenden Embryonen etc.), scheint mir doch Deutschland recht unattraktiv. Welche sind also die hiesigen Standortvorteile?

  7. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Man muss nicht so weit fahren 😛

  8. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Wie, ehrlich? Das hätte ich jetzt nicht für möglich gehalten! 😛

  9. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Ok, ernsthaft:
    1. Preiswerter: zumindest in den ersten drei Versuchen liegt der Eigenanteil für ein Paar bei 1500-max. 2000 Euro mit Medikamenten. da eine Auslandsbehandlung meist selbst zu zahlen ist (es gibt Ausnahmen), ergibt sich kein Preisvorteil.

    2. Blastozystentransfer gibt es auch in Deutschland.

    3. Die Zahl der Embryonen: In anderen Ländern, in denen es kein Embryonenschutzgesetz gibt, finden sich deutlich höhere Mehrlingsraten wie z.B. in den USA (2000) 30,6 % Zwillinge und 14,6 % Drillinge und Vierlinge.

    4. Eizellspende: Wenn ich mir nur einen Punkt aussuchen dürfte, den ich im Embryonenschutzgesetz ändern kann, dann die Erlaubnis der Eizellspende/Embryonenspende. Erst mit gehörigem Abstand würde die PID folgen.

    5. Denkfehler: mal angenommen, die gesetzlichen Regelungen wären wirklich ein solcher Vorteil: Ist es dann nicht vielleicht ratsam, sich in die Hände eines deutschen Reproduktionsmediziners zu begeben, der sich nicht auf seinen Standortvorteil verlässt und durch sorgfältiges Arbeiten die gleichen Erfolgsraten bieten kann, wie seine besser gestellten Kollegen im Ausland?

  10. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Zu 1.-4. OK, danke, nun bin ich aufgeklärt. 😉

    Zu 5.: Kommt auf den Einzelfall an, denke ich. Wenn z.B. die eigenen Eizellen miese Qualität haben, muß man sich hier in Deutschland ggf. ja durch zig Versuche quälen, bis es eventuell endlich mal klappt. Womit dann nicht nur die Eizell- oder Embryonenspende im Ausland, sondern auch gleich wieder der Kostenfaktor aufs Tapet kämen.

  11. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    PS: Mich würde noch interessieren, inwieweit sich die Altersgrenze für von der KK bezahlte Behandlungen auf die Statistiken auswirkt:

    Enthalten die Auslandsstatistiken eine signifikante Anzahl älterer Patientinnen als die deutschen Statistiken? Werden Frauen über 40 evtl. durch den Eigenanteil von 100% der Kosten von der Behandlung abgeschreckt und sinkt dadurch das Durchschnittsalter der Behandelten hier in Deutschland gegenüber dem Ausland? Falls dies der Fall sein sollte, wären die Erfolgsraten im Ausland ja relativ höher als hier.

  12. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    hm, wenn die Eizellqualität wirklich so schlecht ist, dann wird man daran vermutlich auch durch Selektion nicht viel ändern können uind es wäre eher eine Eizellspende sinvoll.

    Der Altersdurchschnitt in Deutschland ist seit der Gesundheitsreform nachweislich sogar gestiegen. Und da er damit recht hoch ist (gut 34 Jahre, wenn ich mich recht entsinne), glaube ich kaum, dass er im Ausland höher ist, wenn man mal die Eizellspende außen vorlässt. Die selektiven Techniken (Blastozysten, PID) profitieren ohnehin ja erst von einer höheren Eizellzahl, weshalb ältere Frauen mit eher geringer Response auf die Hormongaben nicht unbedingt die Zielgruppe dieser Techniken sind

  13. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Ute:

    Es ist wichtig, sich die Kliniken genau anzuschauen. Immerhin variieren die Schwangerschaftsraten pro Transfer der einzelnen deutschen Kliniken zwischen knapp unter 10 und etwas über 40% !!! Die Top-Kliniken in Deutschland sind also unbedingt empfehlenswert. Dagegen gibt es im Ausland auch viele Kliniken, die diese guten Ergebnisse nicht erreichen.

    Einige wenige deutsche Kliniken kultivieren auch mehr als 3 Embryonen. Man muß sie nur zur Zeit wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen, da es sich bisher nur wenige Kliniken trauen.

    Ins Ausland würde ich nur gehen, wenn ich ein in Deutschland verbotenes Verfahren bräuchte. Eizellspende, Embryonenspende, PID oder Weiterkultivierung von mehr als 3 Embryonen, weil sich in der Nähe keine Klinik findet, die das macht und ich schon mehrere erfolglose Versuche hatte oder auch, weil ich schon etwas älter bin.

    Von oberster Wichtigkeit ist es jedoch, die Kliniken genau unter die Lupe zu nehmen. Ich würde mir aussagekräftige Statistiken geben lassen und anhand dessen entscheiden. Für alle die, die nichts mit Statistiken anfangen können, habe ich im Nachbarforum mal angeboten, ihr könnt euch diese geben lassen und an mich weiter geben. Ich schätze dann für euch ein, auf welchem Rang die Klinik liegt und ob das o.k. ist. Leider hat das Angebot bisher keiner angenommen. Schade, denn bei vielen Zusendungen hätte ich eine Liste herausgeben können. (Sozusagen: Ätschebätsche – wenn ihr Kliniken euch nicht outet, outen wir euch!) Aber es bestand wohl kein Bedarf …

  14. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Doc Breitbach:

    Ich dachte weniger an den Artikel als an die Tabelle, wo die einzelnen Länder auch drin stehen. So, wie her z.B.:
    Erfolg nach IVF:

    http://humrep.oupjournals.org/cgi/content-nw/full/19/3/490/DEH129TBVI

    Erfolg nach ICSI

    http://humrep.oupjournals.org/cgi/content-nw/full/19/3/490/DEH129TBVII

    ..für die Wissenschaftler den ganzen Artikel:

    http://humrep.oupjournals.org/cgi/content/full/19/3/490?maxtoshow=&HITS=10&hits=10&RESULTFORMAT=&searchid=1089041580621_2302&stored_search=&FIRSTINDEX=0&minscore=5000&journalcode=humrep

    Leider sind diese Zahlen ja nun etwas alt. Ich dachte, ich bekomme hiermit die Aktualisierung. …

  15. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Zitat: "Der Altersdurchschnitt in Deutschland ist seit der Gesundheitsreform nachweislich sogar gestiegen.

    Donnerwetter, das hätte ich nicht gedacht. Wie kommt’s?

  16. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Die Vermutung ist, dass die Paare länger sparen müssen, um sich die Therapien leisten zu können