Kaffee und IVF: Kein Problem?

Spielt der Kaffeekonsum bei der künstlichen Befruchtung doch keine Rollen?


Ob Kaffee und Tee einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben, ist umstritten. Es gibt aber Studien, die zu diesem Ergebnis kommen. Wer sich umfassend zu diesem Thema informieren möchte, sei auf unseren Übersichtsartikel „Einfluss des Kaffees auf die Fruchtbarkeit“ verwiesen.

In diesem Artikel gibt es eine Rubrik über den Einfluss des Coffeins auf den Ausgang einer künstlichen Befruchtung. Es zeichnete sich dort bereits ab, dass die Erfolgsraten bei IVF und ICSI unter dem Konsum von Kaffee nicht oder nur geringfügig zu leiden scheinen. Eine aktuelle Studie bestätigt diese Tendenz.

IVF und Kaffeekonsum

Eine schwedische Arbeitsgruppe untersuchte den Einfluss des Kaffees auf den Ausgang verschiedener Kinderwunschbehandlungen. Von der künstlichen Befruchtung (2870 Zyklen) über Kryotransfer (1355 Zyklen) bis hin zu Insemination (1511 Zyklen) erfasste man den Kaffeekonsum von 1.708 Paaren1)Lyngsø, J., Kesmodel, U. S., Bay, B., Ingerslev, H. J., Andersen, A. M. N., & Ramlau-Hansen, C. H. (2019). Impact of female daily coffee consumption on successful fertility treatment: a Danish cohort study. Fertility and sterility..

Bei IVF und ICSI fand sich kein Zusammenhang  zwischen der konsumierten Kaffeemenge und der Schwangerschaftsrate und Zahl der lebend geborenen Kinder.

Insemination und Kaffeekonsum

Interessant sind die Beobachtungen bei den Paaren, die sich nur einer Inseminationstherapie unterzogen. Hier war die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei den Frauen, die 1-5 Tassen Kaffee täglich zu sich nahmen, als bei den Frauen, die diesbezüglich abstinent lebten. Bei einer Inseminationsbehandlung verbessert Kaffee die Schwangerschaftsrate, so das Ergebnis der Studie.

Kein Verzicht auf Kaffee notwendig?

Während die Aussagen bei der künstlichen Befruchtung die bereits in unserem Übersichtsartikel aufgeführten Schlussfolgerungen bestätigten, sind die Ergebnisse bei der Insemination doch überraschend. Und es ist sicherlich auch unseriös, nur anhand einer Studie alle bislang gültigen Ratschläge gleich über den Haufen zu werfen. Aber es bestätigt die Tendenz vieler Studienergebnisse der letzten Jahre, die Coffein weniger problematisch sehen als das noch vor einiger Zeit der Fall war.


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Literatur   [ + ]

1. Lyngsø, J., Kesmodel, U. S., Bay, B., Ingerslev, H. J., Andersen, A. M. N., & Ramlau-Hansen, C. H. (2019). Impact of female daily coffee consumption on successful fertility treatment: a Danish cohort study. Fertility and sterility.
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