Wenn die Befruchtung ausbleibt


Immer wieder kommt es vor, dass bei einer IVF oder auch ICSI eine Befruchtung der Eizellen vollständig ausbleibt. Dann stellen sich einige Fragen:

  • Kann man im aktuellen Zyklus noch irgendetwas retten?
  • Woran liegt es?
  • Bestehen Chancen auf eine Befruchtung bei weiteren Behandlungen?
  • Sollte man zur Sicherheit eine ICSI durchführen?

Nein, retten lässt sich leider nichts mehr. Die ausbleibende Befruchtung wird normalerweise am Tag nach der Eizellentnahme festgestellt. Ist bis dahin keine Befruchtung eingetreten, dann kann man sie zwar mit Hilfe einer ICSI noch „erzwingen“, jedoch ist die aktuelle Studienlage dazu sehr ernüchternd: Schwangerschaften sind nach einer solchen Rettungs-ICSI nicht beschrieben worden.

Woran es liegt und ob Chancen auf eine weitere Befruchtung bestehen, hat eine aktuelle Studie zum Thema: Eine Studie aus den USA präsentiert die Daten von 555 Paaren, die nach einer IVF oder auch ICSI keine Befruchtung der Eizellen aufwiesen.

Wurde nach einem solchen Fertilisationsversagen eine IVF durchgeführt, dann führte die Behandlung in 25% der Fälle nach erfolgten Transfer zu einer ausgetragenen Schwangerschaft. Bei der ICSI waren es 23%. Die Ergebnisse entsprechen sind etwas schlechter als beim Durchschnitt der Patientinnen, jedoch durchaus ermutigend, offenbar ist ein Ausbleiben der Befruchtung kein KO-Kriterium für weitere Behandlungen.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass in den Zyklen ohne eine Befruchtung die Zahl und Reife der Eizellen statistisch signifikant niedriger war als in den erfolgreichen Zyklen der gleichen Patientinnen vorher oder nach dem Fertilisationsversagen. Sie schließen daraus, dass die Ursache in einer unzureichenden Reaktion der Eierstöcke auf die Hormonbehandlung zu suchen ist.

Ist eine ICSI sinnvoll, wenn eine Befruchtung bei einer „konventionellen IVF“ ausbleibt? Vermutlich eher nicht. Es gibt überzeugende Untersuchungen, keinen Vorteil der ICSI bei Befruchtung und Schwangerschaftsraten gegenüber der IVF erkennen lassen, wenn die männliche Fruchtbarkeit eingeschränkt ist. Sicherlich ist es trotzdem zu überlegen, ob man eine ICSI bei grenzwertigen Spermienbefunden trotzdem durchführt.

Kinzer DR, Barrett CB, Powers RD
Prognosis for clinical pregnancy and delivery after total fertilization failure during conventional in vitro fertilization or intracytoplasmic sperm injection.
Fertil Steril. 2007 Aug 20; [Epub ahead of print]


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Kommentar

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1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    Ist eine ICSI sinnvoll, wenn eine Befruchtung bei einer “konventionellen IVF” ausbleibt? Vermutlich eher nicht. Es gibt überzeugende Untersuchungen, keinen Vorteil der ICSI bei Befruchtung und Schwangerschaftsraten gegenüber der IVF erkennen lassen, wenn die männliche Fruchtbarkeit eingeschränkt ist. Sicherlich ist es trotzdem zu überlegen, ob man eine ICSI bei grenzwertigen Spermienbefunden trotzdem durchführt.

    Hmmm? Ab wann spricht man denn von einer manifesten ICSI-Notwendigkeit? Die Aussage fand ich jetzt etwas verwirrend. Vielleicht hab ich ja alte Zahlen im Kopf, aber ist die BTH-Rate nach ICSI nicht sogar höher als nach konventioneller IVF? Oder bezog sich das lediglich auf Paare die eine "Not-ICSI" machen mussten, oder zuvor mal keine Befruchtung hatten? Und ich dachte gerade die profitieren von ICSI? Hilfe Doc :-)…volle Verwirrung!