Verbessert Seminalplasmaspülung die Einnistung bei IVF und ICSI?

Studienübersicht zeigt mögliche positive Auswirkungen von Spülungen mit Seminalplasma auf die Einnistung

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Welche Rolle hat die Samenflüssigkeit auf die Einnistung? Erhöhen Seminalplasmaspülungen die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft? Eine Übersicht der Cochrane Datenbank zeigt mögliche positive Effekte.

Schon länger gibt es die Idee, dass der Kontakt mit der Flüssigkeit des Ejakulats (ohne Spermien) mit dem weiblichen Genitaltrakt einen positiven Einfluss auf die Einnistung haben könnte. Kürzlich hatten wir dazu einen ausführlichen Artikel, in dem die Zusammenhänge erläutert wurden. Nun hat sich eine türkische Gruppe von Wissenschaftlern die Mühe gemacht, relevante Studien zu diesem Thema herauszusuchen, die den strengen Kriterien der Cochrane Database genügen.

Sie fanden elf Studien, die die Ergebnisse von insgesamt 3215 Frauen einschlossen1)Ata B, Abou-Setta AM, Seyhan A, Buckett W
Application of seminal plasma to female genital tract prior to embryo transfer in assisted reproductive technology cycles (IVF, ICSI and frozen embryo transfer).
Cochrane Database Syst Rev. 2018 Feb 28;2:CD011809. doi: 10.1002/14651858.CD011809.pub2
. Die Beweiskraft der Studien lag zwischen niedrig und sehr niedrig, was aber nicht selten der Fall ist, denn – wie gesagt – die Kriterien der Cochrane Gesellschaft sind streng.

Ergebnisse mit der Seminalplasmaspülung

Es wurde der Einfluss auf verschiedene Parameter untersucht, hier die kurze Übersicht:

  • Lebensgeburtenrate: Die Daten waren nicht ausreichend, um eine Verbesserung der Lebengeburtenrate nach Seminalplasmaspülung zu finden.
  • Fehlgeburten: Auch hier lies sich aus den Daten keine Verbesserung (in diesem Fall Verminderung) der Fehlgeburtenrate durch die Spülung ableiten.
  • Klinische Schwangerschaft: Was das ist, steht hier. Eine Erhöhung der Zahl klinischer Schwangerschaften scheint durch die Seminalplasmaspülung möglich zu sein. Statistisch wird eine Schwangerschaftsrate von 22% durch die Spülung auf 22,2 bis 28,8% erhöht. Also irgendwo zwischen kaum und einem Drittel (Konfidenzintervall 1,01 bis 1,31).
  • Mehrlingsschwangerschaften: Hier ist es ähnlich – wenngleich noch geringer ausgeprägt – wie bei den klinischen Schwangerschaften. Der Anstieg von Mehrlingsschwangerschaften durch die Spülung mit Seminalplasma ist gering oder nicht vorhanden (Konfidenzintervall 0,76 bis 1,64)
  • Eileiterschwangerschaften: Hier fand sich keine Differenz zwischen behandelten und unbehandelten Frauen.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die Methode eine weitere Abklärung verdient, da zumindest sehr gering ausgeprägt („very low evidence“) eine Erhöhung der klinischen Schwangerschaftsrate gefunden werden konnte.

Die Anwendung der Seminalplasmaspülung in der Routine und außerhalb von Studien kann jedoch aktuell nicht empfohlen werden.

 


Literatur   [ + ]

1. Ata B, Abou-Setta AM, Seyhan A, Buckett W
Application of seminal plasma to female genital tract prior to embryo transfer in assisted reproductive technology cycles (IVF, ICSI and frozen embryo transfer).
Cochrane Database Syst Rev. 2018 Feb 28;2:CD011809. doi: 10.1002/14651858.CD011809.pub2
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