Risiken in Großbritannien höher als sonst in Europa


Das Land, in dem die Reagenzglasbefruchtung erfunden wurde und das erste Kind vor 30 Jahren nach einer solchen Behandlung geboren wurde, hat sich einer aktuell veröffentlichten Studie zufolge zu dem Land entwickelt, in dem die meisten Komplikationen bei der künstlichen Befruchtung eintreten, wie eine aktuell veröffentlichte Studie zeigte.

Über diese Studie wurde hier anlässlich der Vorabveröffentlichung bereits berichtet, jedoch lag der Fokus dabei auf den gesamteuropäischen Erfolgsraten. Eine Analyse der länderspezifischen Komplikationsraten wies nun Großbritannien als europäisches Schlusslicht aus. Das Risiko für schwere Kompliaktionen ist in England ca. viermal höher als im europäischen Durchschnitt.

Vor allem das Überstimulationssyndrom kommt auf der Insel relativ häufig vor. Und offenbar auch in extremem Ausmaß, denn in den letzten drei Jahren starben mindestens zwei Frauen an dieser Folge der Hormongaben. Experten warnen, dass dies möglicherweise nicht alle Fälle sein könnnten, da die Frauen oft auch auf einer Intensivstation behandelt werden und nicht an die Überwachungsbehörde Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) gemeldet werden.

In der Studie wird explizit auf Deutschland verwiesen: Hierzulande werden dreimal mehr Reagenzglasbefruchtungen durchgeführt, jedoch hat man nur ein Drittel der schweren Fälle von Überstimulation im Vergleich zu Großbritannien zu beklagen. Ähnliches gilt für Frankreich, wo bei doppelter Behandlungszahl nur ein Viertel der englischen Erkrankungszahl vermeldet wurde.

Die Ergebnisse waren offenbar recht überraschend. Erklärt von wird dies seiten der HFEA mit dem Fehlen eines zentralen IVF-Registers, an das alle Behandlungen mit Erfolgsraten und Komplikationen gemeldet werden. Ein Register dieser Art gibt es in Deutschland bereits seit mehr als 25 Jahren. Das Deutsche IVF-Register ist das erste Register dieser Art gewesen.

Via: Telegraph


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